Se connecterIch war im achten Monat schwanger und begleitete meinen Mann, Don Massimo, zu einer Wohltätigkeitsgala, als uns eine rivalisierende Familie angriff. Die Menge geriet in Panik. Jemand stieß mich brutal zu Boden. Überall war Blut. Massimo verlor völlig die Kontrolle. Er schrie nach Ärzten und wollte mit aller Macht unser Baby retten. Doch als ich wieder zu mir kam, waren sie weg. Beide. Mein Baby und Massimo. Ich erinnerte mich noch an die Schüsse. Daran, wie Massimo mich mit seinem Körper geschützt hatte. Eine eisige Ahnung kroch in mir hoch. Ich setzte mich mit letzter Kraft in einen Rollstuhl und fuhr den Flur entlang. Dann hörte ich Stimmen. Massimo. Und den Arzt. „Boss, es tut mir leid. Wir haben alles versucht. Das Baby ... hat nicht überlebt.“ Tränen liefen mir übers Gesicht. Sie hatten mein Baby getötet. Diese rivalisierende Familie hatte mein Baby getötet. Doch seine nächsten Worte rissen mir den Boden unter den Füßen weg. „Es gab nur ein Ärzteteam. Ich musste mich entscheiden. Bianca ... sie hat auch mein Kind getragen.“ Massimo seufzte leise und gab dann seinen Befehl. „Niemand sagt Arabella etwas. Sie wird Biancas Sohn wie ihren eigenen großziehen. Er wird mein einziger Erbe sein.“ Ich presste mir die Hand auf den Mund. Tränen verschwammen mir die Sicht, als ich mich umdrehte und wegging. Der Mann, den ich geliebt hatte, war eine Lüge. Schön. Wenn er Krieg wollte, dann sollte er ihn bekommen.
Voir plusDie Sonne in Florenz war noch genauso warm.Ich stand vor dem privaten Atelier für Kunstrestaurierung und blickte durch die Glasscheibe.Da war sie.Arabella.Sie saß still vor einer Staffelei und restaurierte ein beschädigtes Porträt der Madonna mit dem Kind.Goldenens Sonnenlicht fiel auf sie. Genauso wie an dem Tag, an dem wir uns zum ersten Mal begegnet waren.Sie wirkte konzentriert. Friedlich. Fast so, als könne das blutige Chaos unserer Welt sie hier nicht berühren. Ich hatte Angst hineinzugehen.Angst, diesen Frieden zu zerstören.Meine Hand zitterte.Schließlich drückte ich die Tür auf.Ein kleines Glöckchen erklang. Sie drehte sich nicht um.„Arabella...“ Meine Stimme war nur noch ein raues Flüstern.Ihre Hand hielt einen Moment inne. Dann tupfte sie weiter Farbe auf die Leinwand.„Dieses Geräusch kenne ich“, sagte sie ruhig. Ihre Stimme war still wie ein unbewegter See. „Die Schritte von Massimo Falcone. Diesen Gang würde ich überall erkennen.“Ich machte ein paar Schritte
Schreie aus dem Keller zerrissen die Nacht.Ich ging die steinernen Stufen hinunter. Jede einzelne fühlte sich schwer an wie ein Grabstein.Bianca war in der Mitte des Verhörraums angekettet. Ihr Kleid war zerrissen. Auf ihrem Gesicht lag blanke Angst.„Massimo!“ Ihre Stimme zitterte. „Bitte, lass mich gehen! Ich habe nichts getan!“Ich blieb vor ihr stehen. Mein Blick war kalt wie das Grab.„Nichts getan?“, sagte ich langsam. „Bianca, ich habe gerade eine hochinteressante Aufnahme gehört.“Ihr Gesicht wurde schneeweiß.„Das ... Das ist gefälscht! Arabella hat das gefälscht!“Ich zog ein Messer aus meiner Jacke.Ein Erbstück der Familie Falcone.„Bianca, ich gebe dir noch eine letzte Chance.“ Die Spitze der Klinge drückte sich gegen ihr Kinn. „Sag mir, wie mein Sohn gestorben ist.“„Ich weiß es nicht!“ Sie schüttelte heftig den Kopf. „Das Baby kam tot zur Welt! Der Arzt kann es beweisen!“„Der Arzt?“Ein kaltes Lächeln zuckte über mein Gesicht.„Dr. Valenti? Komisch nur, dass er gester
Das Herrenhaus war still.Totenstill.Ich stieß die Eingangstüren auf. Vor mir lagen nur leere Flure.Arabellas Gemälde waren verschwunden. Ihr Lieblingsklavier war weg. Sogar die Tanzschuhe, die sie immer neben der Tür stehen ließ, waren nicht mehr da.Es war, als hätte sie nie hier gelebt.Ich rannte nach oben und riss die Tür zu unserem Schlafzimmer auf. Ihre Seite des Schranks war leer.Auf ihrem Schminktisch fehlte alles. Ihr Parfüm, ihre Schmuckschatulle, ihr Make up. Nichts war mehr da.Nur meine Sachen standen noch in diesem riesigen Zimmer. Verloren. Einsam.Wie ein Wahnsinniger riss ich die Schubladen auf. Ich suchte nach irgendeinem Zeichen. Nach irgendeiner Spur, die sie mir hinterlassen hatte.Nichts.Unten roch ich plötzlich Rauch.Der Kamin.In der Feuerstelle glühten noch Embers.Ich trat näher.Mein Herz blieb stehen.Zwischen der schwarzen Asche erkannte ich ein paar Buchstaben.Unsere Heiratsurkunde.Sie hatte den einzigen Beweis unseres gemeinsamen Lebens verbrannt.
Der Bildschirm leuchtete auf.In der Kirche wurde es totenstill. Das erste Bild stammte von einer Überwachungskamera im Krankenhaus.Massimos Stimme hallte durch die Kapelle. Kalt. Klar. Unbarmherzig.„Niemand sagt Arabella die Wahrheit. Sie soll meinen Sohn mit Bianca als ihren eigenen großziehen.“„Und dieses neue Medikament aus dem Krankenhaus ... das, nach dem eine Frau nie wieder schwanger werden kann. Sorgt dafür, dass Arabella es bekommt.“Bianca wurde kreidebleich.Massimos Hände fingen an zu zittern. Das Baby in seinen Armen spürte seine Angst und begann zu weinen.„Das kann nicht sein...“, murmelte er.Doch der Bildschirm lief weiter.Dann kamen Fotos und Videos aus Massimos Handy.Wie er Bianca das Schießen beibrachte. Ihre Körper dicht aneinander.Wie er ihr Porträt malte. Ein zärtlicher, intimer Moment.Ein tiefer Kuss in dem Glasatelier am Michigansee.Jedes einzelne Bild war ein Beweis für seinen Verrat.„Mein Gott ... Ist das echt?“, flüsterte jemand in den Kirchenbänk