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Mein Name ist Selene Voss. Ich bin eine der angesehensten Forscherinnen des Landes.
Ich bin durch vier Länder, dreizehn Bundesstaaten und zwölf Städte gezogen – in zwei Jahren.
Nicht wegen der Arbeit. Ich bin vor einem Mann geflohen. Und irgendwie … bin ich in seiner Stadt gelandet.
Ich streckte mich und schob meinen Stuhl zurück. Endlich war ich fertig für heute. Von zu Hause aus zu arbeiten war als Forscherin völlig zäh und ermüdend. Ich musste rausgehen und mehr Beweise finden, aber ich konnte nicht.
Ich saß fest, auf der Flucht vor ihm. Ich sah mich in meiner Wohnung um. Kaum Licht drang herein, die Vorhänge verdeckten alles. Ich hatte unzählige unbeantwortete E-Mails und Textnachrichten. Forschungsunterlagen lagen über den Tisch verstreut, ich verlor langsam den Verstand.
Alles fühlte sich träge und leblos an, meine zerzausten Haare fielen mir ins Gesicht, während ich versuchte, ein paar Papiere vom Boden aufzuheben.
Ein paar Minuten später hatte ich die Wohnung aufgeräumt. Jetzt brauchte ich nur noch Essen, und der Gedanke daran ließ Angst in meiner Brust aufsteigen.
Es war nichts mehr da, das heißt, ich musste raus. Ich hatte gehofft, dieser Tag würde nie kommen, aber schließlich kam er doch.
Mein Handy piepte, und sofort erschien eine Nachricht.
„Letzte Mahnung. Nächste Woche wieder zur Arbeit.“ Von meinem Chef.
Ich seufzte schwer, ich würde meinen Job, meinen Rang und meine Position verlieren, wenn ich weiterhin von zu Hause aus arbeitete.
Ich schnappte mir meine EC-Karte, nachdem ich ausgerechnet hatte, dass ich nur dreißig Minuten draußen sein konnte, bevor ich erwischt würde.
Ich setzte meine Kappe auf und trat sofort nach draußen. Als ich in die frische Nachtluft trat, beschleunigte sich mein Puls, ich hatte Angst.
Ich hielt Ausschau nach Kameras, bevor ich auf die Straße trat. Die Nacht war ziemlich ruhig und kühl, wenn da nicht die Tatsache gewesen wäre, dass ich vorsichtig sein musste, nicht erwischt zu werden.
Ich beschleunigte meinen Schritt die Straße entlang, versuchte, den meisten Kameras auszuweichen, während ich mich unauffällig ins Straßenbild einfügte. Ich musste einige Wege auslassen, um das Risiko, entdeckt zu werden, zu verringern.
Sobald ich beim Laden ankam, beruhigte sich mein Atem, und meine Schultern entspannten sich ein wenig. Ich trat ein und wurde sofort von Nathans Lächeln begrüßt, dem Kassierer.
„Ich hab dich lange nicht gesehen“, sagte er und sah mich besorgt an.
„Ja, ich war beschäftigt mit ein paar Dingen“, lächelte ich ihn an.
Er lächelte zurück. „Na gut, dann los.“ Er deutete auf den Gang, während ich an ihm vorbeiging.
Ich lief schnell durch den Laden und suchte alles zusammen, was ich brauchte, denn ich wusste, dass die Zeit lief, und wenn ich zu spät käme, würde er mich finden.
Ich hob leicht den Kopf und musterte die Leute um mich herum.
…
„Gut, das wär's“, Nathan packte die Sachen in eine Tüte und reichte sie mir.
Ich lächelte und nahm sie entgegen. „Danke!“
„Gern geschehen. Und falls du am Samstag mal abschalten willst, du könntest mit uns zu einem Konzert kommen.“ Er hielt mir ein Ticket hin.
Ich nahm es von ihm. „Ich überleg's mir“, sagte ich lächelnd, bevor ich davonging.
Sofort schlossen sich die automatischen Türen, und die kalte Nachtluft traf erneut mein Gesicht – nicht nur kalt, sondern durchzogen von einem warmen, süßlichen Geruch von Gebäck. Es fühlte sich nostalgisch an.
Ich sah auf meine Uhr: Noch sieben Minuten, wenn ich den längeren Weg nähme. Jetzt stand einiges auf dem Spiel.
Ich könnte auf beiden Wegen erwischt werden. Ich entschied mich für den kürzeren – mir lief die Zeit davon, und ich musste schnell nach Hause.
Ich beschleunigte meinen Schritt, hielt mich zurück, nicht loszurennen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Drei Minuten später entschied ich, dass ich das Risiko nicht eingehen konnte – es war nicht das erste Mal, dass ich die Zeit aus den Augen verlor, und ich hatte gelernt: sicher ist besser als schnell.
Ich änderte meine Route und nahm den langen Weg. Angst durchfuhr meinen ganzen Körper. Ich wusste nicht viel darüber, wer mich verfolgte, aber ich wusste genug, um zu erkennen, dass er sehr mächtig war. Nicht körperlich mächtig – sondern von der Art, die die Handlungen der Menschen kontrolliert, bevor sie überhaupt denken können.
Ich hatte über ihn recherchiert, konnte aber immer noch nicht genau herausfinden, wer er ist. Doch ich wusste, dass er die großen Fäden zog und dabei äußerst verschwiegen war. Ich wusste genug, um zu erkennen, dass Polizei oder Behörden mir in diesem Fall überhaupt nicht helfen könnten.
Aber etwas verwirrte mich: Was konnte er nur von mir wollen, dass er mich so lange gejagt hatte? GENAU DAS macht mir wirklich Angst.
Zu Hause war nicht mehr weit, und dann sah ich ihn – einen schwarzen SUV, geparkt auf der anderen Straßenseite. Er war zu auffällig, um ihn zu übersehen.
Mein Herz raste. Es ist irgendjemand, wahrscheinlich zu Besuch hier … redete ich mir ein, während meine Füße hastig weitergingen.
Ich sagte mir, es sei nichts, um nicht in Panik zu geraten – Panik wäre jetzt das Schlimmste.
Eine halbe Straße weiter warf ich einen Blick in ein Schaufenster und sah die Spiegelung des fahrenden SUVs. Langsam … er folgte mir, und ich konnte mir nichts mehr vormachen.
Mein Magen zog sich zusammen.
„Vielleicht fährt er woanders hin“, murmelte ich vor mich hin. Ich versuchte, die aufsteigende Panik zu unterdrücken, aber es funktionierte nicht.
…
Wenige Minuten später konnte ich mein Zuhause sehen. Die Erleichterung, die ich spürte, war da, aber immer noch gedämpft, weil der SUV mir noch immer folgte.
Meine Hände wurden feucht, mein Handy rutschte mir aus der Hand. Ich bückte mich, um es aufzuheben, und als ich mich sofort wieder aufrichtete und umdrehte, hatte der Wagen bereits Tempo aufgenommen.
Und bevor ich überhaupt reagieren konnte, zog das Fahrzeug vor mir heran und versperrte mir den Weg. Die Tür öffnete sich, und jemand stieg aus.
Sofort rannte ich los, ließ die Einkaufstüten fallen und bog um die nächste Ecke in Richtung meiner Wohnung.
Die Männer rannten mir hinterher. Ich sah sie, mir stockte der Atem. Der Gedanke, dass sie mich diesmal wirklich erwischen könnten, lastete schwer auf mir.
Ich war es nicht gewohnt zu rennen, aber jetzt konnte ich nicht mehr aufhören – das Haus war ganz nah, nur eine Ecke entfernt, und ich wäre dort. Erleichterung durchflutete mich langsam, bis …
Männer versperrten mir vorne den Weg, und alles, was ich gefühlt hatte, verschwand vollständig.
Alles, woran ich denken konnte, war ein Fluchtweg. Ich musste überleben, schnell entkommen. Aber leider gab es keinen Ausweg.
Ein Mann presste mir sofort ein Taschentuch aufs Gesicht … meine Chance.
Ich hielt den Atem an und fiel zu Boden, tat so, als wäre ich bewusstlos.
„Wir haben sie.“ sagte einer von ihnen. Ich warf einen kurzen Blick und sah, dass alle entspannt wirkten – der Weg war nicht mehr versperrt.
Ich nutzte meine Chance und sprintete in die Richtung … Eins, zwei, drei Schritte, und mein Handgelenk wurde fest gepackt.
Mein Körper wurde ruckartig gestoppt, Panik explodierte in mir. Ich drehte mich sofort, versuchte mich loszureißen, aber es funktionierte nicht.
Langsam sah ich auf – der Mann, der mich festhielt, war so groß, dass ich den Kopf zurücklegen musste, um ihn anzusehen. Dunkles Haar, dunkler Mantel.
Scharfe Gesichtszüge, eingemeißelt in einen Ausdruck, der permanent unbeeindruckt wirkte.
Er atmete nicht schwer, war nicht einmal leicht außer Atem – was irritierend war, wenn man bedachte, dass ich gerade um mein Leben gesprintet war.
Er zog mich mit Gewalt zu sich heran, mein Rücken schlug hart gegen seine Brust.
Ich spürte seinen warmen Atem an meinem Nacken, während seine Arme mich fester umschlossen.
„Zwei Jahre“, seine Stimme war ruhig, und in dem Moment, als ich sie hörte, erstarrte alles in mir.
Das Gespenst von Dorians Kuss brannte noch auf meinen Lippen, eine fiebrige Erinnerung an die Verletzlichkeit, die wir gerade offengelegt hatten. Aber als das Telefon klingelte, starb diese Verletzlichkeit.Der Mann, der mich mit verzweifeltem Besitzanspruch gehalten hatte, verschwand. An seiner Stelle stand der Stratege – das kalte, berechnende Raubtier, das die Welt durch Winkel und Implikationen navigierte.Dorian hörte Elias zu. Er unterbrach nicht. Er blinzelte nicht einmal. Sein Gesicht wurde einfach zu einer Maske aus Granit, härter und undurchdringlicher, als ich es je gesehen hatte.Ich beobachtete die Verwandlung in Echtzeit und spürte einen seltsamen Stich des Verlusts, selbst während ich den Wechsel respektierte. Der Dorian, der zugegeben hatte, Kontrolle zu brauchen, war fort, der Dorian, der sie ausübte, war zurück.„Wie lange?“, fragte er schließlich. Seine Stimme war frei von Betonung. Eine Pause. „Nein. Fassen Sie es nicht an.“Eine weitere Pause. Seine Augen flackert
Dorian hatte mit seiner typisch tödlichen Meisterschaft gefahren: lässige Hand am Lenkrad, Hand am Schalthebel.Er war ein stabilisierender Anker gewesen, aber heute Nacht lastete sogar seine Stille schwer auf mir. Ich hatte stundenlang über das Netzwerk gesprochen, das ihre Mutter gesehen hatte, über die Macht, die unser Zuhause in ein Schlachthaus verwandelt hatte.„Ihre Mutter hat es kommen sehen“, sagte Dorian leise.Die Worte waren nicht beruhigend. Sie waren anklagend. Ich wirbelte scharf im Ledersitz herum, verengte die Augen, während ich sein Profil im stillen Glanz des Armaturenbretts erfasste. „Was?“Dorian zuckte nicht zusammen. Er hielt den Blick auf die Straße, das mürrische Stirnrunzeln an seinem Kiefer so unbeweglich wie immer. „Sie wusste, sie würden Sie eines Tages holen kommen, Selene. Sie wusste, Sie waren die Wildcard.“Ein bitteres Lachen entfuhr meiner Kehle, giftig wie trockene Erde. „Sie wusste es?“, spuckte ich. „Sie wusste, es gab ein Ziel auf meiner Brust, s
Das Nachmittagssonnenlicht, das durch die Fenster des Cafés strömte, war warm, fast sirupartig, überzog alles mit einem sanften Bernsteinschein.Jenna und ich hatten wirklich geredet – über die zerbrochenen Teile unserer Kindheit, die Jahre, die wir an die Stille verloren hatten, und die seltsamen, parallelen Leben, die wir aufgebaut hatten, während wir glaubten, die andere sei tot oder unerreichbar. Es lag eine vorsichtige Wärme zwischen uns, eine zerbrechliche Brücke, die Stein für Stein wieder aufgebaut wurde.Dann geriet die Brücke ins Wanken.Jenna sagte nichts Dramatisches. Sie keuchte nicht und wurde nicht blass. Aber sie hielt mitten im Schluck inne, ihre Kaffeetasse schwebte auf halbem Weg zur Untertasse. Dieses Zögern genügte. In unserer Familie war Zögern das erste Symptom eines Sturms.„Papa will dich sehen“, sagte sie leise.Ich erstarrte völlig. Die Umgebungsgeräusche des Cafés – das Klirren von Porzellan, das leise Murmeln anderer Gäste – schienen sich in einen fernen T
Die Renovierung des Familienhauses sollte ein Akt der Heilung sein. Poliertes Hartholz und moderne Beleuchtung, entworfen, um die Schatten der Vergangenheit auszulöschen. Aber während ich im Flur meines Elternhauses stand, fühlte sich die Luft falsch an. Sie fühlte sich dünn an, als würde Sauerstoff rationiert.Die Stille war nicht leer. Sie war erwartungsvoll.Und dann geschah es. Der erste Riss im Damm.Eine Erinnerung, scharf und lebendig wie eine Klinge, schnitt durch mein erwachsenes Bewusstsein. Ich stand nicht mehr in einem renovierten Flur. Ich war sechzehn. Ich rannte die Einfahrt hinunter, meine Schultasche hüpfte gegen meine Hüfte, meine Lungen brannten mit einer köstlichen, triumphierenden Hitze.RÜCKBLENDE.*Ich habe gewonnen.*Die Worte hallten mit der Wucht eines physischen Schlages in meinem Kopf. Ich hatte nicht nur meine Schulklasse gewonnen, ich hatte den ersten Platz bei der Nationalen Meisterschaft für Angewandte Mathematik und Strategisches Denken belegt.Ich eri
Die Nachtluft war kalt, biss durch den dünnen Stoff meines blau-rosafarbenen Kleides, aber ich spürte es kaum. Meine Haut kribbelte noch vom Adrenalin des Streits, der Konfrontation mit Zade und der beunruhigenden Enthüllung, dass die Autos, die mir gefolgt waren, kein Zufall waren. Sie waren Raubtiere. „Sie beide verstehen es wirklich, einen Abend kompliziert zu machen.“ Die Stimme durchschnitt die Spannung wie eine Klinge. Ich wirbelte herum, mein Absatz klickte scharf auf dem Asphalt. Dorians gesamte Haltung veränderte sich sofort. Es war keine Angst – Dorian kannte keine Angst – sondern ein plötzliches, tödliches Erkennen. Seine Schultern strafften sich, seine Muskeln spannten sich unter seinem Mantel. Er wirkte ärgerlich gefasst, als hätte er nicht in den Schatten gelauert und uns beim Zerbrechen zugesehen. Sein dunkler, geschneiderter Mantel war makellos, seine Handschuhe fleckenlos. Er sah weniger aus wie ein Mann, der gerade eine Krise miterlebt hatte, und mehr wie ei
Er korrigierte das Auto sofort, aber der Schaden war angerichtet. Mein Puls raste, meine Sicht schwamm vor Adrenalin. Ich starrte ihn an, entsetzt und wütend. „Was zum Teufel war das? Sind Sie wahnsinnig?“„Ich habe nicht versucht, lustig zu sein“, knurrte er, obwohl kein Humor in seinem Ton lag.„Das war nicht lustig, Dorian. Das war erschreckend. Das war gefährlich.“„Ich weiß, was ich tue.“„Dann halten Sie das Auto an.“Er antwortete nicht. Er fuhr weiter, der Tacho stieg höher.„Hören Sie auf, Dorian. Halten Sie das Auto sofort an.“Stille. Nur das Brüllen des Motors und der Wind, der an den Fenstern vorbeirauschte.„Wenn Sie dieses Auto nicht anhalten“, sagte ich, meine Stimme senkte sich zu einem tödlichen, kontrollierten Flüstern, „schwöre ich bei Gott, ich steige aus.“Immer noch nichts. Seine Knöchel waren weiß, sein Gesicht eine Maske kontrollierter Wut. Ich dachte nicht nach, ich handelte. Ich griff nach dem Türgriff, meine Finger tasteten am Schloss.„Nicht“, warnte er, a

![GEBONDEN AAN DE MAFFIA BAAS[Boek 1 van de serie ‘Entangled’]](https://www.goodnovel.com/pcdist/src/assets/images/book/43949cad-default_cover.png)





