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4. Der Wolf im Spiegel

Autor: Saphira
last update Fecha de publicación: 2026-09-15 18:54:48

In derselben Nacht erwachte Lena von einem Geräusch.

Ein Flüstern. Es war ganz leise und direkt neben ihrem Bett.

Sie setze sich auf und spürte wie ihr Herz raste.

Sie fasste sich ein Herz und sprach leise in die Dunkelheit: "Hallo?"

Nichts, nur Stille antwortete ihr. Doch sie war sich sicher, das sie etwas gehört hatte, doch nun hörte sie nichts mehr.

Dann war das Flüstern wieder da.

Lena

Sie erstarrte, denn die Stimme kam nicht aus dem Raum, sondern aus ihrem Inneren.

Sie hielt sich mit ihrer Hand die Brust und fragte mit flüsternder Stimme vorsichtig: "Wer bist du?"

Wieder war da nur diese Stille.

Doch dann kam plötzlich eine Antwort.

Ich bin du

Lena sprang aus dem Bett und stolperte zum Spiegel an der anderen Seite des Raumes.

Als sie in den Spiegel sah, hatte sich nichts verändert. Ihr Spiegelbild war genauso wie immer.

Braune Haare, blasse Haut und müde Augen.

Ganz eindeutig nichts Besonderes.

"Das kann nicht sein.", flüstert Lena in die Stille des dunklen Zimmers. 

Prompt kam eine Antwort:

Doch

Lena wich vom Spiegel zurück.

"Du bist mein Wolf." 

Das war keine Frage, das war eine Feststellung von Lena.

Nein

"Was bist du dann?", Lena war verwirrt. Wenn es nicht ihr Wolf war, was war es dann das mit ihr sprach?

Es entstand eine Pause, die sich in der Dunkelheit und der Stille, für Lena, wie eine Ewigkeit anfühlte.

Dann sprach die Stimme erneut und sagte:

Ich bin das, was sie dir genommen haben.

Lena verstand nicht, was mit dieser Aussage gemeint war. Was war ihr genommen worden? Und wer sprach mit ihr? Warum jetzt aufeinmal? Was hatte sich verändert?

"Wer?", fragte sie.

Doch bevor die Stimme ihr eine Antwort geben konnte, ging ihre Zimmertüre auf.

Cassian stand im Türrahmen.

Lena schrief auf, da sie erschrak. "Was machst du hier?"

Er sah sie eine Weile einfach nur an. Dann wanderte sein Blick zum Spiegel.

Cassians Gesicht wurde weiß.

"Du hast ihn gehört.", sagte er mehr zu sich selbst als zu Lena.

Lena erstarrte bei diesen Worten und fragte: "Wen meinst du?"

Cassian schloss die Tür hinter sich und antwortete: "Deinen Wolf."

"Du hast gesagt, ich hätte keinen.", sprach Lena.

"Das habe ich nie gesagt.", dementierte Cassian den Vorwurf.

"Aber alle sagen es!", erwiederte Lena frustriert.

"Weil sie es glauben sollen.", sprach Cassian zu Lena.

Lena konnte kaum glauben was sie hörte. Sie konnte kaum atmen als sie nach dem Warum fragte.

Cassian kam näher zu Lena.

"Weil du nicht das bist, was dein Vater behauptet.", war seine Antwort.

"Was bin ich dann?", fragte sie.

Cassian sah sie an und zum ersten Mal lag etwas anderes in seinem Blick.

Es war keine Abneigung und kein Mitleid. Es war Angst.

"Du bist die letzte Mondwölfin."

Lena hörte für einen Moment auf zu atmen.

"Was bedeutet das?", wollte sie nun wissen.

Cassian antwortete nicht sofort auf die Frage, sondern ließ sich Zeit damit.

Dann sprach er: "Dass dein Vater dich niemals hätte am Leben lassen dürfen."

Während er das sagte, begann draußen in der dunklen Nacht, der Mond sich rot zu verfärben.

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