LOGINLiana hat drei Jahre lang versucht, die perfekte Luna für einen Mann zu sein, der sie nie geliebt hat. Sie kümmerte sich um Adrians Zuhause, stand bei Rudelzeremonien an seiner Seite und zog seinen kleinen Sohn auf, als wäre er ihr eigenes Kind. Sie ertrug seine Kälte, weil sie glaubte, dass er eines Tages erkennen würde, was sie ihm bedeutete. Doch dann kehrt Adrians erste Liebe Mila zurück. Liana sieht, wie sich Adrians Gesicht in Milas Gegenwart verändert. Sie sieht, wie Noah zu Mila läuft. Und sie erkennt, dass Adrian ihren Schmerz nicht einmal bemerkt. Also hört sie auf zu warten. Sie reicht die Scheidung ein, verlässt den Alpha-Wohnsitz und beginnt, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Adrian glaubt, dass sie zurückkommen wird. Schließlich ist sie immer zurückgekommen. Doch diesmal tut sie es nicht. Während Liana stärker wird, einen Job findet, neue Freundschaften schließt und eine Zukunft außerhalb des Rudels entdeckt, beginnt Adrian all das zu bemerken, was er jahrelang übersehen hat. Ihre Abwesenheit verändert sein Zuhause. Ihre Stille verfolgt ihn. Und als ein anderer Mann beginnt, Interesse an der Frau zu zeigen, die Adrian für selbstverständlich hielt, erkennt er endlich, was er verloren hat. Doch Liana ist nicht mehr die Frau, die darum gebettelt hat, geliebt zu werden. Wenn Adrian sie zurückhaben will, muss er zuerst beweisen, dass er sie verdient.
View More„Was für ein Problem?", fragte ich, während ich mich instinktiv von Adrian abwandte, als könnte ich so klarer denken.„Es geht um die Unterschrift des zweiten Zeugen bei der finalen Anhörung", sagte Carolin, ihre Stimme hastig, aber kontrolliert. „Nach Rudelrecht braucht eine Scheidung zwischen einem Alpha und seiner Luna zwei beglaubigte Zeugen aus dem Ältestenrat. Bei Ihrer Anhörung hat nur einer unterschrieben, Hendricks. Der zweite, der eigentlich hätte unterschreiben müssen, war an diesem Tag krank und hat es offenbar vergessen nachzuholen."„Das heißt was genau?", fragte ich, mein Mund plötzlich trocken.„Es heißt, dass die Scheidung formal nicht vollständig besiegelt ist. Rechtlich gesehen sind Sie und Adrian möglicherweise noch verheiratet."Ich starrte auf den Boden, auf die nassen Blätter, die der Herbstwind über den Weg trieb, während Carolins Worte langsam in mir Gestalt annahmen. Noch verheiratet. Nach allem, was ich getan hatte, um von diesem Mann wegzukommen, nach Monat
Ich stand vor dem Ratsgebäude, eine halbe Stunde zu früh, weil ich die Nacht kaum geschlafen hatte und es zu Hause nicht mehr ausgehalten hatte. Der Himmel hing grau über der Wiese, auf der vor Wochen noch das Herbstfest stattgefunden hatte, und jetzt wirkte alles kahler, nüchterner, passend zu dem Gefühl in meiner Brust.Adrian wartete bereits am Eingang, allein, ohne Anwalt, ohne Berater, nur mit einer Mappe unter dem Arm, die er fest an sich drückte.„Du bist gekommen", sagte er, und ich sah die Erleichterung in seinem Gesicht, die er nicht ganz verbergen konnte.„Du hast gesagt, es wäre wichtig."„Das ist es." Er sah sich kurz um, als wollte er sicherstellen, dass niemand in Hörweite war. „Ich will, dass du es zuerst hörst, bevor ich es dem Rat sage. Nicht weil ich deine Erlaubnis brauche. Sondern weil es dich betrifft, auch wenn du nicht mehr meine Frau bist."Mein Herz schlug schneller. „Dann sag es."Er atmete tief durch. „Ich werde dem Rat sagen, dass ich Mila nicht zur Luna m
Ich schlief in dieser Nacht kaum, drehte mich von einer Seite zur anderen, während Sarahs Nachricht in meinem Kopf immer wieder von vorne begann. Mila hatte ihre Bereitschaft erklärt. Drei Worte, die alles, was ich mir in den letzten Wochen aufgebaut hatte, plötzlich wieder infrage zu stellen schienen, obwohl ich genau wusste, dass sie mit meinem Leben eigentlich nichts mehr zu tun haben sollten.Am Morgen erzählte ich Elena beim Frühstück davon, während sie mir stumm zuhörte, die Kaffeetasse zwischen den Händen.„Was fühlst du dabei, ehrlich?", fragte sie schließlich.„Ich weiß es nicht." Ich starrte auf mein unberührtes Toastbrot. „Ich hab mir eingeredet, dass mir egal ist, wen Adrian heiratet. Aber als ich das gelesen habe, hab ich gemerkt, dass es mir doch nicht egal ist. Nicht wegen Adrian. Wegen Noah."„Wegen Noah?"„Er hat schon eine Mutter verloren, praktisch, als seine leibliche Mutter gegangen ist. Dann hatte er mich. Jetzt soll er lernen, eine dritte Frau als seine Bezugspe
Ich fuhr am nächsten Morgen zur Arbeit, mit dem Herbstfest noch frisch in Erinnerung, dem geschnitzten Kürbis, Noahs Lachen, Adrians ungewohnter Zurückhaltung. Mila war tatsächlich kurz vor uns aufgetreten, hatte ein paar Worte zur Eröffnung gesagt, formell und knapp, und war danach in der Menge verschwunden, ohne dass sich die Situation so zugespitzt hatte, wie ich es befürchtet hatte. Ich hatte es überstanden, ohne dass es mich aus der Bahn geworfen hätte, und genau das hatte mich am meisten überrascht.„Du siehst zufrieden aus", sagte Frau Berger, als ich den Laden aufschloss. „Das Fest muss gut gelaufen sein."„Besser als ich erwartet hatte", sagte ich und meinte es ernst.Der Vormittag verging mit den gewohnten Aufgaben, Bestellungen, Kundengesprächen, einem kurzen Plausch mit Jonas über die neue Krimireihe, die er unbedingt lesen wollte. Ich hatte fast vergessen, wie normal sich mein Leben inzwischen anfühlte, wie sehr die Ruhe, die ich mir aufgebaut hatte, zu etwas Selbstverstä

















