MasukDominics PerspektiveDie Türen knallten mir vor der Nase zu.Nicht im übertragenen Sinn. Ganz wörtlich.Nur Sekunden zuvor kam ich im Wartebereich schlitternd zum Stehen. Sofort hob man Ellie von meinem Rücken. Um mich herum ertönten erschrockene Rufe und Schreie.Während sie Ellie übernahmen, verwandelte ich mich zurück.„He, Moment!“, knurrte ich. „Was ist mit ihr?! In meiner Nähe müsste sich ihr Zustand doch stabilisieren! He!“Ich griff nach Ellie.Sofort packten Hände meine Arme. Unwillkürlich knurrte ich, als man mich zurückzerrte, während Ellie meinem Griff entrissen und den Flur entlanggebracht wurde.„Sie dürfen da nicht hinein! Bitte!“„Nein ...“, fuhr ich dazwischen und versuchte, ihr zu folgen. „Ich bin ihre Begleitung ...“„Alpha hin oder her“, knurrte ein Wachmann und stieß mich zurück. „Hier gehst du nicht durch, Junge!“Ihr Name lag mir noch auf der Zunge, als jemand von drinnen schrie:„Sie hat einen Herzstillstand!“Die Worte trafen mich wie ein dumpfer S
Dominics PerspektiveKurz zuvor schaffte Ellie es noch bis zur Mitte des Gartenwegs, bevor ich es nicht länger aushielt.Sie stürmte an den Hecken entlang. Ihre Jeans verfing sich an tief hängenden Zweigen, ihr Atem ging stoßweise und unregelmäßig.Dann schwankte sie.Ich stieß heftig die Luft aus und folgte ihr.„Ellie ... langsam“, rief ich und holte mit langen Schritten auf. „Du musst atmen. Das tut dir nicht gut.“Sie drehte sich nicht einmal um.„Beruhig dich“, fügte ich sanfter hinzu.Jetzt hörte ich die Anspannung in ihrem Atem. Die Warnzeichen.Da fuhr sie zu mir herum.„Lass mich in Ruhe“, fauchte sie und stieß mich mit beiden Händen gegen die Brust. „Schreib mir nicht vor, was ich tun soll. Ich brauche dich nicht!“Ihr Stoß rührte mich nicht vom Fleck. Das tat er nie.Trotzdem traf er mich.„Ja, ich weiß“, sagte ich und zwang mich zu einem gleichmäßigen Ton. „Ich will doch gar nicht ... lass mich dich einfach zurück ins Krankenhaus bringen, bevor du umkippst.“W
Dominics PerspektiveIch rührte mich nicht von meinem Platz vor dem Arbeitszimmer.Sicher, die Wände dieses Hauses waren dick genug, um für Privatsphäre zu sorgen. Aber nicht dick genug, um mich davor zu bewahren, mitanzuhören, wie mein Vater ganz nebenbei das Leben eines Menschen ruinierte.Genau so einen Scheiß erwartete ich von ihm.Mein Vater tat nichts, ohne einen Vorteil daraus zu ziehen. Bei ihm bat man nie einfach um einen Gefallen. Man ging einen Handel ein, der ihm nützte.Eine Heirat.Er sprach es nie offen aus, aber Ellie war klug genug, um es zu verstehen. Meine Hände ballten sich an den Seiten zu Fäusten. Die Nägel bohrten sich tief genug in meine Handflächen, um mich im Hier und Jetzt zu halten.Dieses Arschloch. Er konnte ihr helfen.Genau das brachte mein Blut zum Kochen.Er konnte eingreifen. Beziehungen spielen lassen. Ein paar Anrufe tätigen. Dank seiner Alpha-Autorität Beweise verschwinden lassen. Für weit weniger tat er schon Schlimmeres. Aber er tat es n
Der Blick seines Vaters schnellte zu ihm.„Doch“, erwiderte er ruhig. „Angesichts ihres Zustands bleibst du in der Nähe. Aber dieses Zimmer verlässt du.“Dominic zögerte, die Zähne fest zusammengebissen. Die Spannung zwischen den beiden war fast greifbar, wie ein straff gespannter Draht.„Schon gut“, sagte ich leise und sah zu Dominic auf. „Ich komme zurecht.“Dominic schien widersprechen zu wollen. Sich seinem Vater entgegenzustellen und die Zähne zu fletschen. Stattdessen atmete er scharf aus.„Ich bin direkt vor der Tür“, murmelte er.Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss. Das Geräusch hatte etwas Endgültiges.Dominics Vater faltete die Hände auf dem Schreibtisch. Seine Haltung war entspannt. Er musterte mich wie ein Problem, das er mühelos durchschaute.„Frau Fairwood.“ Er grinste. „Wissen Sie, bei Ihrer Abneigung gegen unsere Familie überrascht es mich, Sie hier zu sehen.“„Ich ...“Ich zögerte.„Ich muss Sie um einen Gefallen bitten.“„Früher oder später braucht jeder u
Ellies PerspektiveAuf der Fahrt zum Anwesen von Dominics Eltern herrschte eine geradezu erdrückende Stille.Sarah vertraute mich Dom an, die Gute. Nicht, weil sie es wollte, sondern weil ich sie darum anflehte.Außerdem war er der Einzige, in dessen Nähe ich mich wie ich selbst fühlte.Trotzdem blieb die Stimmung im Wagen bedrückend. Dominic sah aus dem Fenster, den Kiefer fest angespannt. Er fragte nicht, was los war, wofür ich ihm dankbar war. Allerdings wirkte er ziemlich distanziert.Ich stupste ihn an.Dominic sah mich an.„Was hast du ... eingekauft?“Ich deutete auf die Tüten. Eigentlich wollte ich nur das Schweigen brechen.Dominic sah zu ihnen hinunter. Er schien erst jetzt wieder an sie zu denken.„Oh, äh ...“Er zuckte mit den Schultern.„Ein bisschen Trockenfleisch.“Ich zog eine Augenbraue hoch.„Nur Fleisch?“Dominic zögerte, dann nickte er.Ich grinste.„Klar ... weil da ja auch überhaupt kein Pudding drin ist.“Dominic seufzte und verschränkte die Arm
Meine Mutter wirkte ... ausgezehrt.„Mama ...“, flüsterte ich.Sie hob den Kopf und erstarrte vor Schreck.„Ellie?“Ihre Stimme brach bei meinem Namen. Viel zu hastig stand sie auf und griff nach den Gitterstäben zwischen uns.„Was ... mein Schatz, wie kommst du hierher?! Was machst du hier? Du kannst doch nicht einfach ...“Ich rollte näher. Meine Brust war wie zugeschnürt, mein Puls dröhnte so laut, dass er alles andere übertönte.„Hast du das wirklich getan?“, fragte ich, ohne Begrüßung, ohne ein einziges freundliches Wort. „Betrogen und Geld gewaschen? Sag mir, dass du es nicht getan hast! Niemand sagt mir irgendetwas, Mama!“Ihr Blick huschte an mir vorbei zu dem Beamten, der knapp außer Hörweite stand.Dann schüttelte sie den Kopf. Sie wirkte so klein. So verängstigt.„N-nein“, flüsterte sie. „Aber Schatz, wir können hier nicht darüber reden.“„Mama“, flehte ich. „Sag mir irgendetwas. Bitte. Ich weiß überhaupt nicht, was los ist.“Sie zögerte. An den Gitterstäben schl







