FAZER LOGINNyx’ SichtDer Tee war kalt geworden.Edmund hatte den Raum verlassen, nachdem er mir alles erzählt hatte. Caspian brauchte mich, um den Fluch zu brechen. Aber wie sollte ich das anstellen?Ich saß da und starrte auf die Tasse in meiner Hand, doch meine Gedanken waren weit entfernt von der Wärme des Lavendel-Minz-Tees. Edmunds Worte hallten in meinem Kopf wider und wiederholten sich immer wieder wie eine kaputte Schallplatte.Er leidet unter entsetzlichen Schmerzen, weil sein Wolf inaktiv ist … Er muss die Schmerzen der Verwandlung ertragen, ohne sich vollständig verwandeln zu können.Caspian.Der Mann, den ich für kalt, berechnend und grausam gehalten hatte. Er war all das, aber er war auch noch etwas anderes. Etwas Zerbrochenes. Jemand hatte ihm wehgetan.Ich blickte auf das Essen hinunter, auf die honigglasierten Karotten, die noch immer im sanften Licht glänzten, und plötzlich hatte ich wieder keinen Appetit.„Ketten?“, flüsterte ich in den leeren Raum. „Er lässt sich bei jedem Vo
Nyx’ SichtWir fuhren in die Einfahrt, und meine Knie wurden weich. Ich hatte kaum etwas getan und war trotzdem schon völlig erschöpft. Ich brauchte Schlaf. Caspian öffnete die Fahrertür, stieg aus und kam herüber, um meine Tür zu öffnen.Seine Leibwächter hatten meine Einkaufstüten bereits nach oben getragen und waren gerade auf dem Weg die Treppe hinauf, als ich seinen Blick auf mir spürte. Ich drehte mich zu ihm um. Ein Dankeschön wäre nicht verkehrt. Schließlich hatte er mir Kleidung gekauft.„Danke für die Kleidung und die Schuhe. Ich weiß das wirklich zu schätzen.“Er musterte mich eine Weile, bevor er nickte.„Gehst du weg?“„Ja, tatsächlich. Ich muss los. Es gibt etwas Dringendes, um das ich mich kümmern muss.“Mein Herz zog sich zusammen, und da wurde mir klar, dass ich wollte, dass er blieb.„Okay“, antwortete ich und senkte den Kopf.Das hier war nur eine Vereinbarung. Ich sollte mich nicht so fühlen.Er kam näher, nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich. Dieser Ku
Nyx’ SichtWenn mir jemand gesagt hätte, dass ein Mensch so unglaublich nervtötend sein könnte, hätte ich ihm zugestimmt. Aber jetzt, wo ich mit Caspian in diesem Auto saß, kochte mein Blut vor Wut.Er war genauso wie die anderen. Verdammt sei mein dummes Herz, weil es geglaubt hatte, dass er anders wäre. Aus dem Augenwinkel spürte ich seinen Blick auf mir, weigerte mich aber, ihm die Genugtuung zu geben, zu zeigen, dass ich wusste, dass er mich beobachtete.Er benahm sich, als wäre er ein Gott, und das machte mich so wütend, dass ich ihm am liebsten im Schlaf die Kehle zugedrückt hätte. Es gab keine Möglichkeit, dass ich noch einmal in seinem Zimmer schlafen würde.Und verdammt noch mal, wir würden auch keinen Sex mehr haben. Er war ein Arschloch.Ich hörte ihn leise lachen und drehte mich schließlich zu ihm um. Er sah mich nicht an.„Was ist so lustig?“, fragte ich.„Du beschimpfst mich gerade in Gedanken.“„Bilde dir bloß nichts ein. Ich habe Besseres zu tun, als an dich zu denken.
Caspians POVWenn es möglich gewesen wäre, war ich mir sicher, dass Nyx am liebsten spurlos verschwunden wäre. Doch sie bewahrte ihre Fassung und fragte mich:„Deine was?“„Du hast mich gehört, Nyx. Du wirst meine Luna werden.“„Warum solltest du wollen, dass ich deine Luna werde, Caspian?“„Ein Tauschgeschäft. Du wirst meine Luna und findest das Heilmittel, um das ich dich gebeten habe. Im Gegenzug helfe ich dir, deine Rache zu bekommen und deinen Sohn zurückzuholen. Wenn du mich fragst, ist das eine Win-win-Situation für uns beide.“Sie schien eine Weile darüber nachzudenken, bevor sie sich wieder zu mir umdrehte.„Wie lange muss ich deine Luna bleiben?“„Bis du das Heilmittel gefunden hast, das ich brauche. Danach bist du frei und kannst tun, was immer du willst.“„Und mein Sohn?“„Sobald ich das Heilmittel habe, werde ich deinen Sohn aus Kades Gewalt befreien. Haben wir einen Deal?“Natürlich hatten wir einen. Sie würde alles für ihren Sohn tun.Ich fühlte mich schlecht dabei, ihr
Nyx’ POVSonnenlicht drang durch die Spalten der Vorhänge ins Zimmer. Ich bewegte mich, spürte jedoch einen Arm, der um meine Taille geschlungen war. Als ich mich umdrehte, erblickte ich Caspians Gesicht. Er schlief noch immer.Dieser Mann war ein wahres Kunstwerk. Zweifellos war er gutaussehend, aber das würde ich ihm niemals sagen. Er hielt sich ohnehin schon für unwiderstehlich genug, da musste er nicht auch noch ein Kompliment von mir bekommen.Als ich mich an die intimen Momente der vergangenen Nacht erinnerte, konnte ich nicht verhindern, dass mir die Röte ins Gesicht stieg.Ich verdrängte den Gedanken, denn ich wusste es besser, als irgendeinem Mann zu vertrauen. Caspian war lediglich ein Mittel zum Zweck. Mehr würde er für mich nicht sein.Ich beschloss aufzustehen, um auf die Toilette zu gehen.Langsam hob ich seinen Arm an, doch offenbar hatte er es gespürt, denn er zog meinen nackten Körper eng an seinen und vergrub sein Gesicht in meiner Halsbeuge.Ich spürte, wie sein Gli
Nyx’ POV Ich lächelte vor mich hin, sobald sich die Tür hinter mir geschlossen hatte. Das Bild von Caspians Gesicht, auf dem sich die Angst in jeder einzelnen Linie abgezeichnet hatte, als er mich ins Krankenhaus brachte, ging mir nicht aus dem Kopf. Ich konnte einfach nicht aufhören, daran zu denken. An seine zitternden Hände am Lenkrad und seine wilden Augen, deren silberne Farbe wie Flammen brannte. Für einen Moment hatte es sich angefühlt, als würde ich ihm wirklich etwas bedeuten. Nicht nur wegen des Heilmittels. Vielleicht hatte Caspian doch nicht gelogen, als er sagte, dass wir einander brauchten. Dieser Gedanke legte sich wie eine warme Decke um mich. Ich lehnte mich gegen die Kissen zurück und ließ mich vom Schlaf übermannen. Ich wusste nicht, wie lange ich geschlafen hatte, doch als Nächstes hörte ich, wie sich meine Tür öffnete. Kein Klopfen. Keine Ankündigung. Ich fuhr hoch und zog das Bettlaken mit mir nach oben. „Wer zum Teufel …!“ Mir stockte der Atem. Caspian.







