LOGIN„Und was ist mit deinem Sohn? Willst du ihn nicht wiedersehen?“ Ich erstarrte, als seine Stimme noch tiefer wurde. „Du würdest deine Schwester wirklich gewinnen lassen? Und Zade dich einfach so verlassen lassen? Du bist leichter zu durchschauen, als ich dachte.“ Langsam schüttelte ich den Kopf. „Es ist sinnlos. Niemand würde mir glauben. Das haben sie noch nie getan.“ Caspian beugte sich näher zu mir. „Was wäre, wenn wir einen Deal abschließen?“ --- Als Verräterin von dem Rudel gebrandmarkt, für das sie ihr Blut vergossen hat, wird Nyx von der Schwester verraten, die sie einst beschützte, und von ihrem Gefährten verstoßen, der ihr ewige Treue geschworen hatte. Ihres Titels beraubt und von ihrem Sohn getrennt, wird sie in Ketten fortgeschleppt und wie Vieh an einen abtrünnigen Alpha verkauft, der in ihr nichts weiter als eine Spielfigur sieht. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Für zwei warme, lebendige Mätressen eingetauscht, landet Nyx in den Fängen von Caspian Ashrow, dem gnadenlosen Lykan-König. Mit Augen wie gefrorener Stahl und einem Herzen, das ebenso kalt ist, hat er keinen Nutzen für eine gebrochene Königin. Und doch gehört sie nun ihm. Sie hat alles verloren. Doch aus der Asche regt sich etwas. Rache. Der Wunsch, ihren Gefährten, ihre Schwester und jeden anderen, der ihr Leid zugefügt hat, dafür bezahlen zu lassen. Was geschieht als Nächstes? Begleite mich auf dieser Reise durch eine Geschichte voller Liebe und Rache!
View MoreDer erste Fall
Nyx’ POV „Also, Schwester … dein Kind ist ein Bastard?“, sagte Keira und sah in meine Richtung. Ein hinterlistiges Grinsen umspielte ihre Lippen, während sie die Ergebnisse des DNA-Tests in Richtung der Menge schwenkte. Keuchen und erschrockene Rufe erfüllten den Raum. Köpfe drehten sich, und jedes einzelne Auge richtete sich auf mich. „Keira! Was redest du da?! Liam ist Zades und mein Sohn. Wovon redest du?“ Meine Stimme zitterte, als ich sprach. „Ach, bitte. Glaubst du wirklich, wir wären dumm?! Jeder Einzelne hier hat darauf vertraut, dass du deine Pflichten als Luna erfüllst, aber stattdessen hast du sie alle getäuscht und dem Alpha einen Bastard als Sohn untergeschoben“, spuckte Keira hervor. „Keira, hör auf, eine Szene zu machen“, flüsterte ich ihr zu. „Wir sind hier, um deine Rückkehr zu feiern … nicht, um die Vaterschaft meines Kindes infrage zu stellen. Das ist weder der richtige Ort noch der richtige Zeitpunkt dafür.“ „Keira hat recht!“ Eine tiefe, gebieterische Stimme hallte hinter mir wider und brachte das Gemurmel augenblicklich zum Verstummen. Alle Köpfe drehten sich in Richtung der Stimme. Zade betrat den Raum, ein Weinglas locker in der Hand. „Okay, Leute“, kicherte ich nervös. „Zade … ich kann nicht glauben, dass du dich Keira angeschlossen hast, um mir einen Streich zu spielen.“ „Einen Streich?“, murmelte Keira. „Das ist kein Streich … du hast den Alpha und das gesamte Rudel getäuscht und wagst es, das einen Streich zu nennen?“ „Keira hat recht, Nyx. Dieser Bastard ist nicht mein Sohn“, sagte Zade. Ekel zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Er machte keine Witze. Nicht die geringste Spur von Belustigung lag in seinem Gesicht. Nur Wut … pure, ungezügelte Wut. Ein schrilles Klingeln dröhnte in meinen Ohren und übertönte die erschrockenen Rufe der Menschen um mich herum. Mein Atem zitterte, mein Körper war wie taub, während ich ungläubig in sein Gesicht starrte. „Zade, wie kannst du das sagen? Liam ist dein Sohn und das weißt du!“, sagte ich. Das Flüstern der Gäste wurde lauter. Was als harmloser Klatsch begonnen hatte, verwandelte sich in etwas Feindseliges. Einige spuckten in meine Richtung, andere beschimpften mich. Die Übrigen starrten mich einfach mit unverhohlenem Ekel an. Aber keine ihrer Meinungen spielte eine Rolle. Die einzige Meinung, die zählte, war Zades. Ich rannte auf ihn zu, in der Hoffnung, dass er mir wenigstens glauben würde. „Bitte“, flehte ich mit tränengefüllten Augen und suchte in seinem Gesicht nach dem kleinsten Anzeichen von Zweifel – und sei es noch so winzig. „Liam ist dein Sohn. Du weißt es. Du warst dabei, als ich ihn vor zwei Monaten zur Welt gebracht habe. Du kannst das alles nicht glauben.“ Er sah mit sichtbarer Gereiztheit auf mich herab. Zum ersten Mal, seit er den Raum betreten hatte, sah er mich wirklich an. Und er war nicht der Mann, an den ich mich erinnerte. Der Mann, der vor mir stand, war frei von jeglichen Gefühlen. Seine dunklen Augen lösten sich von meinen und wanderten stattdessen durch den Raum. „Sie hat dem Crescent-Moon-Rudel einen Bastard geboren, und laut den Ältesten verstößt das gegen die Regeln.“ „Bitte, Zade. Du musst mir glauben. Bitte …“, flüsterte ich, während mir Tränen über die Wangen liefen. „Du bist nichts weiter als Abschaum, Nyx. Du hast den Ruf von Alpha Zade und dem gesamten Rudel ruiniert. Du kannst nicht einmal deine Beine geschlossen halten“, höhnte Keira. Ich ignorierte sie und wandte mich wieder Zade zu, der mich nun direkt ansah. Für einen Moment glaubte ich, sein Blick würde weicher werden. Ich dachte, dass er tief in seinem Herzen vielleicht doch an mich glaubte. Wir waren seit einem Jahr verheiratet. Ich hatte sein Kind ausgetragen und sicher zur Welt gebracht. Ich dachte, sein Schweigen bedeutete, dass er seiner eigenen Intuition folgte und über meine Worte nachdachte. Doch dann verhärtete sich sein Blick wieder, und er wandte sich erneut der Menge zu. „Hiermit entziehe ich Nyx den Status als Luna des Crescent-Moon-Rudels. Sie hat Schande über mich und über alle Mitglieder des Rudels gebracht, und ich fürchte, dass sie die Position meiner Luna nicht länger innehaben kann. Wie es die Tradition verlangt, muss ich eine neue Luna und Gefährtin finden, die die Verantwortung für das Rudel übernimmt.“ Er machte eine Pause und zog Keira näher zu sich. Was um alles in der Welt geschah hier? Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Zade nahm Keiras Hand und hauchte einen Kuss darauf. Keira durfte den Palast überhaupt erst betreten, nachdem ich sie eingeladen hatte. Wie war sie Zade plötzlich so nahegekommen? Ich wusste nicht, ob mir etwas entgangen war oder ob ich einfach zu viel darüber nachdachte. War das alles von Anfang an geplant gewesen? Langsam richtete ich mich auf. Meine Ohren waren angespannt, während ich auf die nächsten Worte wartete, die Zade aussprechen würde. „Lernt eure neue Luna kennen: Keira.“ Ich erstarrte, mein Herz raste. Wie konnte er mich einfach so verstoßen und sie so schnell an meiner Stelle einsetzen? Mein Kopf drehte sich … mein Verstand wurde von unzähligen Gedanken und Vorstellungen überflutet. Die Tränen, die ich zurückgehalten hatte, liefen nun ungehindert über meine Wangen. War das alles geplant gewesen? Hatte Zade hinter meinem Rücken eine Affäre mit Keira gehabt? Vor einem Jahr hatte er mir versprochen, mich zu seiner Luna zu machen, um seine Position zu behalten und mich gleichzeitig an seiner Seite zu halten. Ich sah zu, wie die Liebe, die ich vor und während unserer Ehe für ihn empfunden hatte, vor meinen Augen in sich zusammenfiel. Er gestand Keira seine Liebe direkt vor allen. „Sie ist diejenige, in die ich mich verliebt habe, seit ich zum Anführer bestimmt wurde. Sie ist meine wahre Gefährtin und eure Luna.“ Ich fiel zu Boden. Die Erkenntnis traf mich härter, als ich ertragen konnte. „Und was dich betrifft, Nyx …“ Er kniete sich vor mich und hob mein Kinn an. „Du wirst hier nicht länger gebraucht. Du warst dumm … Du hast mir alles gegeben und geglaubt, ich würde dich tatsächlich lieben. Tsk! Das kannst du vergessen.“ Tränen tropften langsam aus meinen Augen. Seine Worte zertrümmerten meine Seele und bohrten sich wie Messer in mein Herz. „Du warst nur mit mir verheiratet, weil Keira ihr College-Zertifikat brauchte. Und du? Du wolltest einfach nur Hausfrau sein, aber selbst das hast du nicht geschafft.“ Seine Worte trafen mich noch härter. Er trat einen Schritt näher, und ich wich einen Schritt zurück. Er beugte sich vor und flüsterte mir ins Ohr: „Liam gehört tatsächlich mir, und genau deshalb werde ich ihn behalten.“ Er grinste. „Was?“ Meine Stimme war kaum hörbar. „Du … du kannst mir meinen Sohn nicht wegnehmen. Er gehört auch mir“, protestierte ich. Ich packte ihn am Hemd und schrie: „Du kannst mir meinen Sohn nicht wegnehmen, du Bastard!“ Doch er stieß mich zu Boden. Ich schlug auf dem Boden auf, und ein stechender Schmerz schoss durch meinen Knöchel. Entsetzte Rufe erfüllten die Halle, doch niemand bewegte sich, um mir zu helfen. „Wenn du mich noch einmal anfasst, lasse ich dich hängen.“ Seine Stimme war kalt. Darin lag nichts als Ablehnung und Verachtung. Tränen brannten auf meinen Wangen. Zade hatte mich nie geliebt. Er hatte nur einen Erben gebraucht, und ich hatte ihm einen geschenkt … Jetzt war seine wahre Liebe zurück, und ich war überflüssig geworden. Ich blickte zu Keira. Ihr Lächeln war so breit, dass es deutlich zeigte, wie glücklich und aufgeregt sie war. Das letzte Mal, als wir miteinander telefoniert hatten, bevor sie angekommen war, war der Tag gewesen, an dem ich Liam zur Welt gebracht hatte. Sie hatte mit einer unglaublich süßen Stimme zu mir gesagt: „Ich freue mich so für dich, Nyx. Wenigstens hat es sich gelohnt, das College aufzugeben. Du hast einen Mann, der dich liebt, und jetzt hast du auch noch ein Kind.“ Sie hatte diese Worte gesagt, und ich hatte geglaubt, dass sie für mich da war. Ich hatte jedes einzelne Wort geglaubt, das sie gesagt hatte. Ich hatte jede Handlung Zades geglaubt und auch die Liebe, die er mir gezeigt hatte – oder besser gesagt, die Liebe, die er nur vorgetäuscht hatte. Der Mann, den ich einst geliebt hatte, hatte mich verraten. Wut schoss durch meine Adern. Ich stürzte mich auf die beiden und schrie: „Du verdammter Bastard!“ Ich schlug und biss so fest nach ihnen, wie ich nur konnte. Keira stieß mich zu Boden, nachdem sie es geschafft hatte, meine Hand aus ihren Haaren zu reißen. Ich wurde viel zu fest festgehalten, als dass ich mich hätte wehren können. Ich war inzwischen viel zu gebrochen. Es war kindisch und töricht, aber es war das Einzige, worüber ich noch Kontrolle hatte. „Sperrt sie ein! Sie verdient es nicht länger, unter uns zu sein“, befahl Zade. Die Wachen packten mich sofort und zerrten mich fort, während ich schrie, um mich trat und flehte. „Zade! Gib mir meinen Sohn zurück!“ Die Wachen schleiften mich durch die Halle. Ich schrie nach Liam, bis meine Kehle brannte, doch niemand hörte mir zu. Dann warfen sie mich in den Kerker. In einen der Kerker, die für rangniedrige Schurken bestimmt waren. Die Tür fiel krachend hinter mir ins Schloss. Mein Körper zitterte vor Kälte, doch mein Verstand brannte nur für einen einzigen Gedanken: Ich würde Liam zurückholen – ganz gleich, was es mich kosten würde.Caspians POVEin neuer AnfangDie Morgensonne tauchte das Schloss in einen warmen Schein, doch die Steine und Böden waren noch immer kalt. Ich rief den Butler. Nyx musste gut behandelt werden, damit mein Plan aufgehen konnte.„Sorg dafür, dass ihr Frühstück ordentlich serviert wird. Frisches Brot, Obst, Honig. Alles, was sie vielleicht haben möchte. Ich will, dass sie satt und wohlversorgt ist, wenn sie aufwacht“, befahl ich.„Ja, Alpha.“Er nickte hastig. Er war bereits an meine Art gewöhnt – präzise, fordernd und niemals zweimal fragend.Mein Wolf mochte ruhen, aber meine Autorität hatte man mir nicht genommen.Ich wartete nicht darauf, mich davon zu überzeugen, dass alles erledigt wurde. Ich vertraute auf die Effizienz meines Butlers. Stattdessen machte ich mich auf den Weg in den Garten. Er war schon immer mein persönlicher Zufluchtsort hinter dem Haus gewesen – ein Ort, den keiner meiner Diener und nicht einmal die Mätressen, mit denen ich handelte, zu betreten wagten.Ich ging a
Nyx’ POVIch war noch immer überwältigt von dem Luxus in Caspians Haus, als er sich zu mir beugte und sagte:„Was wäre, wenn wir einen Deal abschließen?“„Was für einen Deal? Ich habe kein Interesse an irgendwelchen albernen Spielchen, Alpha Caspian“, sagte ich und wies alles zurück, was auch immer er im Sinn hatte. „Ich habe nicht vor, eine Spielfigur in deinen Spielen zu sein.“Doch mit demselben wahnsinnig machenden Grinsen schnippte er mit den Fingern.„Vielleicht musst du dich einfach daran erinnern, wie sich Komfort anfühlt“, sagte er und stand auf.Er holte sein Handy heraus, und im nächsten Moment stürmten die Dienstmädchen eines nach dem anderen herein.„Kümmert euch darum, dass sie gebadet wird, gebt ihr frische Kleidung und bringt sie zurück, sobald sie fertig ist.“Sie führten mich sanft mit sich, als hätte ich in dieser Angelegenheit überhaupt nichts zu sagen, und schon bald war ich aus Caspians Blickfeld verschwunden.Ich widersprach nicht. Ich war müde, schmutzig und wü
Nyx’ POV„Alpha Caspian“, rief der Wächter.Alpha Caspian … Ich hatte noch nie von einem Alpha mit diesem Namen gehört. Er stammte definitiv nicht aus der benachbarten Stadt Nashville.„Was ist?“, fragte Alpha Caspian.„Welche deiner Mätressen sollen wir freilassen? Diese Närrin macht schon wieder eine Szene“, erklärte der Wächter.„Kümmere dich selbst darum“, seufzte er und ballte die Faust. „Du kannst gehen.“Der Wächter bewegte sich nicht, nachdem Caspian ihn weggeschickt hatte. Sein Gesicht war ausdruckslos, doch seine Haltung blieb fest, als hätte er Angst davor, was passieren würde, wenn er ging … oder vielleicht steckte etwas anderes dahinter.Caspian drehte den Kopf leicht. „Worauf wartest du noch? Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin?“ Sein Gesichtsausdruck wurde langsam gereizt.„Ich dachte nur … wenn wir auch die letzten beiden freilassen, wäre das nicht zu deinem Vorteil. Und es ist meine Aufgabe, auf dich aufzupassen.“„Darum habe ich dich nicht gebeten. Tu einfach,
Nyx’ POVIch war weder richtig eingeschlafen noch wirklich wach. Mein Körper war taub und mein Verstand benommen.Es fühlte sich an, als wäre die Welt verschwunden und ich dazu gezwungen worden, dieses elende Leben irgendwie zu überleben …Die Mondgöttin lachte wahrscheinlich ebenfalls über meine Dummheit … Wie konnte ich nur glauben, dass Zade mich tatsächlich liebte? Alles, was er wollte, war, mit mir zu schlafen, um einen Erben zu bekommen.Meine Lippen waren vor Dehydrierung rissig, aber ich musste für meinen Sohn stark bleiben.Ich hörte Schritte, die näher kamen.Dann Stimmen.Diese Stimmen waren unverkennbar, laut und scharf.Angst kroch über meine Haut, während die Schritte immer näher kamen.Ich zwang meine Augen auf, blinzelte in der Dunkelheit und klammerte mich an den Saum meines Kleides.Die Tür knarrte auf und ein wenig Licht fiel in die Zelle, doch ich konnte noch immer nichts erkennen.Drei Schatten traten ein, ihre Gesichter von Masken bedeckt.Plötzlich riss mich ein











