FAZER LOGINLailas PerspektiveEr erschien so plötzlich, als trat er direkt aus meinen Gedanken heraus. Oder als genügte die Frage des Heilers, um ihn herbeizurufen.„Ich kann gleich spenden“, sagte er. „Und ich gebe Ava weiter Wolfessenz, solange sie welche braucht.“Der Heiler nickte.„Ihre Hilfe ist entscheidend für ihre Genesung. Nach einer erfolgreichen Operation sollte ihre Wölfin allmählich wieder aus eigener Kraft überleben können. Bis dahin sind wir für jede Spende dankbar.“„Ja“, sagte ich. „Danke.“Jason sah mich an. Wieder schien etwas zwischen uns aufzuflammen. Ich versuchte, es zu ignorieren.„Ich tue alles, um ... einem Kind zu helfen.“Vor den letzten Worten zögerte er. Als wollte er ursprünglich etwas anderes sagen.„Dann entschuldigen Sie mich bitte“, sagte der Heiler und ging.Beinahe hielt ich ihn zurück. Nicht wegen einer Frage. Ich wollte einfach nicht mit Jason allein sein.Es war zu viel. Meine Gefühle für ihn waren verwirrender denn je. So früh am Morgen fehlte mir jede Kr
Lailas Perspektive„Du musst dich von ihm fernhalten“, sagte William.„Ich weiß.“„Kündige die Verträge.“„Nein“, erwiderte ich sofort. „Sie bringen uns viel zu viel ein. Und der Erfolg verschafft uns neue Kunden.“Leiser fügte ich hinzu: „Ich brauche das Geld.“„Ich kann dir geben, was du brauchst.“„Nein.“„Sobald wir verheiratet sind ...“„William.“„Ich meine es ernst. Das ist die perfekte Gelegenheit. Ich kann für euch sorgen. Wenn du mit Jason abgeschlossen hast, spricht doch nichts mehr dagegen, meinen Antrag anzunehmen.“Vielleicht hatte er in mancher Hinsicht recht. Trotzdem fühlte es sich falsch an.Ich musste meine Gefühle für Jason loswerden. Das bedeutete aber nicht, dass ich sofort eine neue Beziehung eingehen musste.Oder, bei allen Göttern, gleich eine Ehe!„Du überstürzt das“, sagte ich. „Ich brauche Zeit.“„Ich kann für dich und Ava da sein. Wenn du mir nur vertraust ...“„Darum geht es nicht.“„Worum dann?“„Ich bin noch nicht bereit.“Er seufzte.„Das bist du nie.“
Lailas PerspektiveAuf dem Stuhl neben Avas Bett zu schlafen war inzwischen Gewohnheit. Als ich die Augen öffnete, ihren Herzmonitor hörte und das schmerzhafte Ziehen im Nacken spürte, überraschte mich nichts davon.Mein ganzer Körper war steif. Ich streckte mich vorsichtig. Dabei wachte auch Ava auf.„Guten Morgen, Mami ...“„Guten Morgen, mein Engel. Wie geht es dir?“„Ganz gut.“ Sie rieb sich die Augen. „Bin müde.“„Es ist früh. Schlaf ruhig noch etwas.“„Vielleicht ...“Ihre Lider fielen schon wieder zu.Ich wartete, bis sie gleichmäßig atmete. Dann schlich ich hinaus, um Kaffee zu holen.Meine eigenen Augen hielt ich kaum offen. Ich schlurfte durch den Flur und fühlte mich noch halb im Schlaf. An die Nächte auf dem Stuhl gewöhnte sich mein Körper offenbar nie richtig. Meine Gedanken lagen unter einer dicken Schicht Watte. Am liebsten rollte ich mich irgendwo zusammen und schlief weiter.Kaffee.Ich brauchte eine Tasse, um mich wieder einigermaßen lebendig zu fühlen. Wenigstens etw
Jasons PerspektiveEine Standpauke stand mir bevor. Daran führte kein Weg vorbei.Meine Eltern und Brittany warteten in einem Salon. Als ich eintrat, verschränkte sie die Arme und sah demonstrativ weg. Noch immer wütend.Ich nahm es ihr nicht übel.Mein Vater betrachtete mich mit einem Blick, der seine Enttäuschung überdeutlich zeigte.Nur Mama schien auf meiner Seite zu stehen. Sie sah mich sanfter an. Verständnisvoller. Unser Gespräch brachte uns wieder näher. Bei meinem Vater rechnete ich damit nicht. Mit Brittany wollte ich es im Moment gar nicht versuchen.„Setz dich, Jason.“ Er deutete auf den Platz neben ihr.Ich kam der Aufforderung nach.„Was passiert ist, können wir nicht ändern“, begann er. Sein Blick wanderte zwischen uns hin und her. „So sehr wir es uns auch wünschen.“Ich schwieg.„Jetzt müssen wir den Schaden begrenzen.“„Brittany und ich klären unsere Beziehung selbst.“In diesen Teil unseres Lebens musste er sich nicht einmischen.„Eure Beziehung interessiert mich nich
Jasons PerspektiveSobald ich konnte, zog ich mich in mein Büro im Rudelhaus zurück.Marcus kümmerte sich nebenan bereits um die Verbindung zum Krankenhaus. Als mein Telefon klingelte, rechnete ich deshalb mit einem unserer dortigen Ansprechpartner.Ich nahm ab.„Alpha Jason.“„Hier spricht Randolph, der leitende Heiler des Krankenhauses. Sie möchten mich sprechen?“„Ja. Ich spende einer Ihrer Patientinnen Wolfessenz. Ava Harper. Inzwischen habe ich erfahren, dass eine vollständige Übereinstimmung nur zwischen Blutsverwandten möglich ist. Sie verstehen sicher, weshalb ich diese mögliche Verwandtschaft überprüfen möchte.“„Was genau erwarten Sie von mir?“„Einen Bluttest, der klärt, ob Ava Harper und ich verwandt sind. Sie können die Probe auch an ein unabhängiges Labor schicken. Zumindest möchte ich ihr DNA-Profil mit meinem abgleichen lassen.“Lange blieb es still.„Verzeihen Sie, Alpha. Aber ich darf diese Informationen nicht herausgeben.“„Ihr Krankenhaus steht auf dem Gebiet meines
Lailas Perspektive„Wie viel brauchst du?“, fragte ich.Sie erstarrte kurz und schüttelte den Kopf.„Nein. Es geht nicht um Geld.“Damit überraschte sie mich erneut.„Nicht?“„Nein, ich ...“Sie sammelte sich. Ich wartete und fragte mich, worum es sonst ging. An etwas anderes als Geld dachte ich inzwischen kaum noch.„In letzter Zeit denke ich oft an den Unfall unserer Eltern“, begann sie. „Dabei fallen mir immer mehr Einzelheiten ein.“Soweit ich wusste, war Hannah damals noch klein. Vanessa erzählte mir ein wenig von dem Unfall, bei dem ihre Eltern starben. Nicht genug, um alle Umstände zu kennen. Nur, dass die Sache tragisch und rätselhaft war. Ihren Vater beschrieb sie als vorsichtigen Fahrer. Dass er plötzlich die Kontrolle über den Wagen verlor, ergab für sie keinen Sinn.„Deshalb brauche ich dich“, fuhr Hannah fort.Sie sah mich direkt an. In ihren Augen lagen Entschlossenheit und Angst.„Ich glaube, jemand hat meine Eltern umgebracht. Vielleicht ... jemand aus unserer Familie.“







