Mag-log inNolans PerspektiveIch erwachte vom süßen Duft nach Rosen.Talia schlief noch immer in meinen Armen. Ihr Rücken drückte leicht gegen meine Brust. Sie atmete langsam und gleichmäßig. Unter meiner Haut summte die Gefährtenbindung leise und stetig.‚Sie hat uns vollkommen angenommen‘, sagte mein Wolf. ‚Wir sollten sie jetzt markieren.‘„Nein“, fuhr ich ihn an. „Noch nicht.“‚Ich habe das Warten satt. Sie gehört UNS. Markiere sie‘, entgegnete mein Wolf.„Ja, sie ist unsere Gefährtin“, stimmte ich zu. „Das bedeutet nicht, dass wir sie drängen dürfen. Wir wären keinen Deut besser als dieser Abschaum, der sie verraten hat.“Mein Wolf murrte, blieb dann aber still. Ich würde das wenige Vertrauen, das ich mir verdient hatte, nicht zerstören, nur weil er ungeduldig war.Ich senkte den Kopf und küsste ihre Stirn. Dann ihre Wange und schließlich die Seite ihres Halses. Daraufhin regte sie sich, und noch während des Kusses flatterten ihre Augen auf.Für einen kurzen Moment zeigte sich Verw
Talias PerspektiveDie Türen schlossen sich hinter ihnen, und ich warf Nolan einen verstohlenen Blick zu. Er hatte sein Hemd ein wenig aufgeknöpft und schenkte sich ein weiteres Glas Wein ein. Erst da begriff ich wirklich, dass wir uns für die Nacht ein Zimmer teilen würden.Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug. Ich versuchte, mich zu beruhigen, damit Nolan meine Nervosität nicht über die Gefährtenbindung spürte. Ich wünschte, ich hätte das Kraut zur Unterdrückung der Gefährtenbindung genommen, damit er nicht alles mitbekam, was in mir vorging.„Das ist nichts Neues. Ich muss mich einfach beruhigen“, sagte ich mir.Ich hatte schon einmal in seinem Zimmer geschlafen. Nolan war betrunken gewesen und hätte mich leicht ausnutzen können, doch das hatte er nicht getan. Heute Nacht war es anders. Ich hatte ihn als meinen Gefährten angenommen und er mich als seine Gefährtin.Diesmal gab es keinen Alkoholnebel, hinter dem ich mich verstecken konnte. Meine Nervosität gewann die Oberha
Talias PerspektiveMichaels Verhalten änderte sich fast augenblicklich, nachdem Nolan gesprochen hatte.Seine Schultern entspannten sich, und auch seine Miene entspannte sich, als hätte er einfach einen Schalter umgelegt. Es war beunruhigend, wie schnell er sich anpasste. Michael war schon immer unberechenbar gewesen, doch dieser Wandel verstörte mich.„Ein Krieg würde niemandem nützen“, sagte Michael nach einer kurzen Pause. Seine Stimme war jetzt ruhiger, fast beschwichtigend. „Das Shadowclaw-Rudel hat bereits genug unter der Unruhe gelitten.“Nolan antwortete nicht. Er beobachtete Michael aufmerksam. Durch unsere Gefährtenbindung spürte ich, dass auch er Michaels Stimmungswechsel misstraute.Michael wandte sich wieder mir zu. „Prinzessin Talia, meine erste Reaktion war … impulsiv. Ich entschuldige mich dafür.“Ich unterdrückte den Impuls, die Augen zu verdrehen. Er meinte es ernst. Michael versuchte nur, den Schaden zu begrenzen, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass Nolan
Talias PerspektiveWir erreichten den Grenzkontrollpunkt des Shadowclaw-Rudels kurz vor Sonnenuntergang. Ein Metalltor versperrte die Straße. Dahinter standen zwei schräg geparkte Geländewagen. Dieses Tor war neu. Michael hatte schnell gehandelt, nachdem er erfahren hatte, dass Jason erneut gescheitert war. Es spielte keine Rolle, was er tat. Er würde das Shadowclaw-Rudel verlieren und verbannt werden.Als Nolan langsamer fuhr, kamen zwei bewaffnete Wachen auf uns zu. Ich hörte Nolan tief in seiner Kehle knurren. Ich berührte seinen Unterarm und sagte: „Bleib ruhig. Wir müssen klug vorgehen.“„Ich weiß“, antwortete Nolan, ohne mich anzusehen.Hinter uns fuhren Della und Marco in ihrem eigenen Wagen vor und hielten an. Weiter hinten kam das Transportfahrzeug zum Stehen.„Nennen Sie den Grund Ihres Besuchs“, sagte die erste Wache, als sie an das Fenster auf der Fahrerseite trat.„Wir sind im Auftrag des Alpha-Königs hier“, antwortete Nolan.„Wir haben Befehle vom Ältesten Michael.
…von Shadowclaw wirklich bis zum Schluss zur Seite stehen würde.Er war mein Gefährte der zweiten Chance. Unsere Gefährtenbindung bedeutete mir viel. Doch ich hatte auf die harte Tour gelernt, dass sie keine Treue garantierte.„Reiß dich zusammen“, sagte ich zu mir selbst.Ich ließ mir keine Zeit, weiter darüber zu grübeln. Ich musste mich beschäftigen. Vor meiner Abreise gab es noch einiges zu klären.Zuerst waren Leslie und Solon an der Reihe.Am nächsten Tag fand ich die beiden in einem der Besprechungsräume der Krankenstation. Solon stand am Fenster. Leslie ging auf und ab und drehte dabei eine kleine Phiole zwischen den Fingern.Als ich eintrat, sahen beide zu mir.„Du hast dir aber Zeit gelassen“, sagte Leslie trocken. „Was war so dringend, dass wir schon so früh hier sein mussten?“Ich hob eine Augenbraue. Ich hatte Leslie gesagt, weshalb sie kommen sollte. Offenbar tat sie jetzt so, als wüsste sie nicht, dass Solon ihrer Bedingung bereits zugestimmt hatte.„Ich wollte
Nolans PerspektiveColin legte mir eine Hand auf die Schulter. „Glückwunsch euch beiden.“ Wie versprochen stellte er Talias Entscheidung nicht infrage und verließ die Bühne.Mein Wolf regte sich mit einem zufriedenen Knurren in mir.‚Sie hat uns gewählt. Jetzt markiere sie.‘‚Nicht hier. Noch nicht. Hab Geduld‘, sagte ich zu ihm. Er knurrte über meine Zurückhaltung, drängte aber nicht weiter. Ich wollte diesen Sieg genießen und Talia in der Privatsphäre meines Zuhauses als meine Gefährtin beanspruchen.Der Alpha-König hob die Hand, und ein Bediensteter trat mit einem kleinen Tablett heran. Auf einem schwarzen Kissen lagen zwei Ringe. In einen schlichten Ring war das Wappen von Silverfang eingearbeitet, der andere war mit Diamanten besetzt.„Diese Ringe zeigen, dass Silverfang eure Gefährtenbindung anerkennt. Sie werden die Bindung stärken und euch daran erinnern, dass ihr beide von diesem Moment an Verpflichtungen tragt, die über euch selbst hinausgehen“, erklärte der Alpha-König







