Se connecterAVADie Fahrt zu seinem Anwesen schien endlos. Straßenlaternen verschwammen hinter den getönten Scheiben, während die Stadt langsam ruhigeren, exklusiveren Straßen wich, gesäumt von hohen Mauern und schweren Toren. Ich zog Nicos Anzugjacke eng um meine Schultern und atmete den dezenten Duft seines Parfums ein. Er war warm und kostbar und umhüllte mich wie eine Erinnerung daran, wem ich nun gehörte.Als der Wagen endlich langsamer wurde und durch ein massives schmiedeeisernes Tor fuhr, stockte mir der Atem. Das Anwesen war gewaltig. Steinmauern erstreckten sich, soweit das Auge reichte, perfekt gepflegte Rasenflächen lagen unter sanfter Landschaftsbeleuchtung, und überall, wohin ich blickte, sah ich Männer in dunklen Anzügen. Sicherheitspersonal. Sie lümmelten nicht herum und unterhielten sich nicht. Sie bewegten sich mit scharfer, militärischer Präzision, scannten das Gelände, kommunizierten leise über Ohrhörer, die Hände stets an den Seiten. Dies war nicht das Haus eines gewöhnlichen
AVASobald ich die Bühne betrat, trafen mich die Scheinwerfer, heiß und blendend. Ich hielt den Kopf hoch und meine Bewegungen langsam, genau wie geübt. Die rote Spitzenunterwäsche wirkte unter all den Blicken noch kleiner, der hauchdünne Morgenmantel streifte bei jedem Schritt meine Oberschenkel. Ich hörte das Gemurmel im Publikum, aber ich konzentrierte mich auf die Musik und den Rhythmus. Das war nur ein weiterer Auftritt. Das redete ich mir immer wieder ein.Bis die Auktion begann.Die Zahlen schnellten in die Höhe. Zehntausend. Fünfzehn. Mit jedem Sprung verkrampfte sich mein Magen stärker, doch ich hielt meine Haltung aufrecht. Dann rief jemand zwanzigtausend, und einen Augenblick lang schien der Raum den Atem anzuhalten.Als der Sprecher nach endgültigen Geboten über zwanzigtausend fragte, durchbrach eine tiefe Stimme von hinten den Lärm.„Einhundertfünfzigtausend.“Es herrschte Stille.Ich suchte in der Menge, bis ich ihn fand. Er stand da, groß und breitschultrig, in einem pe
NICOIch war noch nie der Typ Mann, der auf irgendetwas wartet. In meiner Welt sieht man, was man will, und nimmt es sich. Entweder mit Gewalt oder durch Unterwerfung. Aber Kitty ging mir schon seit drei langen Monaten nicht mehr aus dem Kopf, und ich hatte immer noch keinen Schritt unternommen.Sie war der einzige Grund, warum ich immer wieder ins Sanctum zurückkehrte. Diese elegante schwarze Lederkatzenmaske, die sie während ihrer Auftritte nie abnahm. Die Art, wie sie sich über die Bühne bewegte, als gehöre ihr jedes einzelne Paar Augen im Raum. Sie ließ sich von niemandem berühren. Niemand durfte ihr wahres Gesicht sehen. Dieses Geheimnis, diese Kontrolle – es verstärkte meine Faszination mit jedem Mal, wenn ich sie sah.Heute Abend betrat ich den Club und erwartete einen ganz normalen Abend. Ich würde ein paar Drinks nehmen, ihr beim Tanzen zusehen, falls sie auf dem Programm stand, und dann weiterziehen, um den Rest des Abends zu verbringen. Doch in dem Moment, als ich den Club
AVADrei Monate waren seit jenem ersten nervösen Abend auf der Bühne vergangen, und alles fühlte sich jetzt anders an.Ich hatte mich von der neuen Kellnerin, die Männern kaum in die Augen sehen konnte, zu einer der besten Tänzerinnen im Sanctum entwickelt. Mein Künstlername war Kitty, und die schwarze Lederkatzenmaske war zu meinem Markenzeichen geworden. Niemand sah jemals mein wahres Gesicht. Das war unabdingbar. Es gab mir ein Gefühl der Sicherheit, als könnte ich Ava von dem Mädchen unterscheiden, das sich unter diesen Lichtern bewegt hatte. Auch das Geld hatte etwas verändert. Ich hatte meine Studiengebühren abbezahlt, mein Auto repariert und sogar etwas zurückgelegt. Zum ersten Mal seit Jahren überprüfte ich nicht mehr jeden Tag panisch mein Bankkonto.Aber heute Abend, in dem Moment, als ich den Club betrat, merkte ich, dass etwas nicht stimmte.Die gewohnte laute, pulsierende Energie fehlte. Die Musik war leiser, sanfter und kontrollierter. Die Beleuchtung wirkte intimer. In
AVAIch zählte mein Trinkgeld zweimal nach, in der Hoffnung, beim ersten Mal etwas übersehen zu haben. Nach einer Acht-Stunden-Schicht hatte ich nur 83 Dollar verdient. Die Miete war in neun Tagen fällig, meine Studiengebühren rückten näher und mein Auto brauchte immer noch neue Bremsen.Ich stopfte das Geld in meine Tasche und ging die sechs Blocks zu meiner Wohnung. Die kalte Nachtluft schnitt mir durch die Jacke. Morgen wieder ein langer Uni-Tag, dann zurück ins Diner. Alles beim Alten, nur ein anderes Datum.So zog sich der Monat endlos hin. Ich übernahm jede freie Minute zusätzliche Schichten, ernährte mich von Instantnudeln und schwarzem Kaffee und sah trotzdem zu, wie mein Konto schneller leer wurde, als ich es auffüllen konnte. Meine Mitbewohnerin ist letzte Woche ausgezogen, jetzt muss ich die gesamte Miete alleine bezahlen. Ich wusste, ich musste etwas ändern.So bin ich schließlich bei Sanctum gelandet.Lena, die Managerin, stellte mich nach einem kurzen Vorstellungsgespräc
Das Morgenlicht drang durch die Hüttenfenster, fahl und wässrig nach dem Sturm. Ich wachte auf, Millie lag an meiner Brust, ihr nackter Körper warm unter den dicken Decken, die wir vor das erlöschende Feuer gezogen hatten. Wir waren dort irgendwann tief in der Nacht eingeschlafen, erschöpft und ineinander verschlungen.Eine ganze Minute lang beobachtete ich sie nur beim Schlafen, während Schuldgefühle und Verlangen in meiner Brust miteinander rangen. Mein Penis war schon halb steif an ihrem Oberschenkel, bei der Erinnerung an alles, was wir getan hatten. Als sie sich rührte und die Augen öffnete, traf uns die ganze Tragweite der Situation wie ein Schlag.Wir standen leise auf. Ich schürte das Feuer neu, während sie Kaffee kochte. Zuerst sprachen wir beide kaum. Ich fand den kleinen Schokoladenkuchen, den wir auf dem Weg zur Hütte gekauft hatten – eigentlich für das „Familienwochenende“, das nie stattfand – und stellte ihn mit zwei Tellern auf den Tisch.Wir saßen uns im sanften Morgen







