INICIAR SESIÓNLYDIATränen füllen meine Augen und lassen alles vor mir verschwimmen. Für einen Moment kann ich nicht einmal atmen, dann nicke ich, meine Stimme zittert unter dem Gewicht meiner Gefühle. „Ich werde es tun“, flüstere ich und sehe zu ihm auf. „Ich werde dich heiraten.“Dex lächelt auf eine Weise, die meinen ganzen Körper erwärmt. Bevor ich noch etwas sagen kann, hebt er mich in seine Arme und wirbelt mich herum. Mein Lachen sprudelt frei und hell aus mir heraus und hallt durch die stille Luft.Als er schließlich stehen bleibt, finden seine Lippen meine. Sein Kuss ist zunächst sanft, voller Liebe und Versprechen. Doch darunter brennt ein Feuer, das ich schon so lange spüre. Es durchströmt mich, bis mein Herz sich anfühlt, als könnte es bersten. Alles, was ich will, ist, für immer in seinen Armen zu bleiben und die restliche Welt verblassen zu lassen.„Stört es dich, wenn ich …?“, beginne ich, unsicher, welche Worte ich wählen soll.„Ich habe dasselbe gedacht“, murmelt Dex lächelnd an me
LYDIADie Musik schwebt sanft durch die Nacht, eine zarte Melodie, die sich wie Seide um die Luft legt. Alle scheinen entspannt zu sein, obwohl in jedem Lachen und Flüstern eine leise Aufregung liegt. Clara und Brad tanzen in der Mitte der Tanzfläche, ihre Hände ineinander verschränkt, und kichern, während sie versuchen, sich gegenseitig Kuchenstücke zu füttern, ohne sich dabei schmutzig zu machen. Ihr Lachen hallt über den See, hell und frei.Ich sitze etwas abseits der Feier, direkt am Ufer des Sees, wo sich die Spiegelung des Mondes wie ein Traum auf dem Wasser kräuselt. Ein Glas Champagner ruht in meiner Hand und fängt das silberne Licht ein. Die Nacht riecht nach Blumen und dem schwachen Rauch der Fackeln, die den Weg säumen. Ich nehme einen langsamen Schluck und lächle sanft über die Geräusche der Freude um mich herum.Dex gesellt sich einen Moment später zu mir. Er setzt sich neben mich, ohne ein Wort zu sagen, sein Blick auf die leuchtende Szene vor uns gerichtet. Seine Famili
LYDIADer Mond steigt hoch am Himmel empor und taucht den Garten in sein sanftes Licht. Blumen in allen Farben schmücken den Ort, und ihr süßer Duft erfüllt die Nachtluft. Die Oberfläche des nahe gelegenen Sees ist ruhig und spiegelt den Mond und die Sterne so vollkommen wider, dass es sich anfühlt, als würde sich unter dem Wasser eine andere Welt befinden.„Du siehst wunderschön aus“, sage ich zu Clara, als sie sich umdreht, um uns ihr Hochzeitskleid zu zeigen. Ihre Wangen färben sich rosa, und sie lächelt wie ein Kind, dessen größter Traum wahr geworden ist.Im Silver-Crescent-Rudel halten Wölfe nicht oft Hochzeiten so ab, wie es die Menschen tun. Wir haben Bindungszeremonien beim ersten Licht des Vollmonds, einem heiligen Moment, in dem zwei Seelen unter dem Blick der Göttin miteinander verbunden werden. Jede Braut darf selbst entscheiden, wie sie feiern möchte, und Clara hat menschliche Traditionen schon immer geliebt. Deshalb hat sie sich dafür entschieden – für eine echte Hochze
LYDIA Sie nimmt meine Hand und sieht mir in die Augen. Ihre Berührung fühlt sich dieses Mal anders an, sanfter, nicht voller Wut wie zuvor.„Eines Tages“, sagt Linda leise, „können wir uns hinsetzen und über unser Leben reden. Vielleicht werden wir uns sogar für alles vergeben, was passiert ist.“„Vielleicht“, murmele ich. „Aber wir haben noch viel zu bewältigen. Es könnte Jahre dauern, bis all das wirklich vergeben ist.“„Dann lass die Zeit verstreichen“, erwidert sie ruhig. „Ich bin es leid, nach den Regeln anderer zu leben. Dieses Mal werde ich mein eigenes Tempo bestimmen. Kein Druck, keine Fristen und keine Gestaltwandler oder Göttinnen, die mir sagen, was ich tun soll.“Ich kann mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Lindas Lächeln ist nicht voller Liebe, aber es ist ehrlich. Und im Moment ist das das Beste, was ich von ihr verlangen kann.Sie steht langsam auf und testet ihre Kraft, als wollte sie sicherstellen, dass ihr Körper sie tragen wird. Nach einem tiefen Seufzer sie
LYDIA„Weißt du“, sage ich zu Clara, die gerade damit beschäftigt ist, die Decken um mich herum glattzuziehen, während Brad etwas über meine Genesung in seine Notizen kritzelt, „ich hätte nichts dagegen, wenn ich diesen Ort nie wieder sehen müsste.“Clara lächelt sanft, vollkommen bewusst, was ich meine. Brad hebt eine Augenbraue und wirft mir einen misstrauischen Blick zu.„Nun, ich hätte nichts dagegen, wenn du aufhören würdest, meine Liege zu belegen“, neckt er mich. „Du weißt schon, einige meiner anderen Patienten brauchen auch Aufmerksamkeit.“Ich lache schwach. Er hat allerdings recht. Ich bin die Einzige, die noch auf der Krankenstation festsitzt. Alle anderen wurden bereits entlassen. Ihre Verletzungen waren nicht so schwer wie meine, und sie mussten sich weder mit Vampirgift noch mit beinahe tödlichen Opfern auseinandersetzen, um das Leben des Alphas zu retten. Sowohl Dex als auch Brad bestanden darauf, dass ich länger bleibe, nur um sicherzugehen, dass ich mich vollständig e
DEXGerade als ich kurz davor bin, jede Hoffnung zu verlieren, hallt ein schwacher Herzschlag durch die Luft. Meine Augen schnellen auf, und ich sehe, wie Lydias Lippen sich leicht öffnen. Sie atmet ein, zunächst sanft und flach, wie jemand, der versucht, sich selbst am Leben festzuhalten. Dann kehrt langsam wieder Farbe in ihre blasse Haut zurück.„Es funktioniert“, sagt Brad neben mir und lacht, wobei sich Ungläubigkeit und Erleichterung miteinander vermischen.Auch ich stoße ein zittriges Lachen aus und beuge mich vor, um Lydia auf die Stirn zu küssen. Die Wunde auf ihrer Brust beginnt sich zu schließen, und das Blut, das einst aus ihrem Herzen strömte, beginnt langsamer zu fließen. Ihre Wangen bekommen einen zarten rosigen Schimmer, ihre Augenlider gewinnen wieder Wärme, und ihre Lippen verlieren ihr lebloses Blau. Ihre Haut, die einst eiskalt war, fühlt sich unter meiner Berührung warm an.Während sie heilt, spüre ich, wie sich tief in mir etwas verändert. Lydia und ich waren sch







