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Die zweite Chance der Luna
Die zweite Chance der Luna
Author: Jacob50

Kapitel 1

Author: Jacob50
last update publish date: 2026-06-03 07:15:41

Kapitel 1

Natalias POV

„Hör auf, dagegen anzukämpfen, Natalia.“

Alpha Liams Stimme war viel zu ruhig für jemanden, der seine eigene Frau direkt vor seinen Augen sterben sah. 

Meine Beine gaben nach und ich krachte auf den kalten Marmorboden, während meine ganze Energie verschwand. Ich schmecke Metall in meinem Mund. Es war dick, blutig und mit etwas Bitterem, Gift, vermischt. 

Ich wusste genau in dem Moment, als es sich in meine Kehle brannte, dass es Gift war. 

Ich lag flach auf dem Boden und meine Finger kratzten nutzlos am harten Stein. 

„Du... hast mich vergiftet…“, flüsterte ich und meine Stimme brach, als mir immer wieder Blut aus den Lippen lief. 

Auf der anderen Seite des Raumes lehnte sich Liam auf seinem Thron zurück. Er sah völlig gelangweilt aus, als er zusah, wie mein Körper abschaltete. 

Das war der Mann, für den ich alles aufgegeben hatte. Das war der Mann, der mein Schicksal sein sollte. 

„Ja“, antwortete er mit einem Grinsen, „Ja, ich habe dich vergiftet.“

Seine Worte hallten im Saal wider und zerstörten das letzte Fünkchen Hoffnung, das ich in meinem Herzen hatte. Mein Wolf wimmerte in mir, das Gift war stark genug, um sogar sie zu töten. 

Fünf Jahre lang habe ich dieses Rudel aus dem Nichts aufgebaut, aus seinem Reichtum, seinen Allianzen, seinem Überleben. 

Und am Ende war ich nichts weiter als etwas zum Wegwerfen. Es war keine Übertreibung zu sagen, dass ich Adrian alles gegeben hatte, was ich hatte, und erst jetzt verstand ich, warum ich immer das Gefühl hatte, dass zwischen uns ein Raum herrschte. 

In seinem Herzen war ich nie seine Luna, ich war nur nützlich. 

Gerade als ich in meiner Verzweiflung versunken war, ertönte hinter mir ein leises Lachen. Ich musste mich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, wer es war. 

Selene, meine beste Freundin. 

Langsam, aber schmerzhaft hob ich meinen Kopf, gerade als sie aus dem Schatten trat und in Sicht kam. 

Sie grinste mich an, als sie auf Liams Thron zuging und seine Hand hielt. Ihr langes blondes Haar schimmerte im goldenen Glanz der Sonne und das Lächeln auf ihrem Gesicht war teuflisch. 

„Du warst immer etwas langsam, Natalia.“ zischte sie spöttisch,

Mein Magen drehte sich um, als mein Blick brannte,

Selenes Verrat schmerzte mich mehr, als ich zugeben konnte. Sie ist seit unserer Kindheit meine beste Freundin. Sie kannte alle meine Geheimnisse, kannte jedes noch so kleine Verlangen, das ich hatte, und ich dachte, ich kenne auch ihres. 

Anscheinend war ich der Idiot. 

„Wie lange bist du schon bei ihm?“ Es dauerte eine Weile, aber ich schaffte es, die Worte herauszubekommen. 

Selene legte den Kopf schief und tat tatsächlich so, als würde sie über ihre nächsten Worte nachdenken. 

„Oh“, ihr Grinsen wurde breiter, „wir sind jetzt seit über vier Jahren zusammen.“

Die Welt um mich herum ist untergegangen, und das geschah nicht durch Gift. 

Die Tatsache, dass sie schon so lange mit meiner Freundin zusammen war, bedeutete, dass sie fast die ganze Zeit, in der wir zusammen waren, eine Affäre hatten. 

Liam stand schließlich auf und begann, mit immer noch um Selene geschlungenen Händen, auf mich zuzugehen. Seine Stiefel hallten laut auf dem Marmorboden wider wie das Ticken einer Uhr. 

„Du warst eine gute Luna“, sagte er, als er mich erreichte und stehen blieb, „Aber das war alles, was du warst. Du hättest nie bleiben sollen.“

Meine Augen weiteten sich, als er direkt vor mir in die Hocke ging. Seine Augen waren kalt und sein Blick war voller Feuer. 

Hinter ihm machte Selene einen Schritt nach vorne. „Mach dir keine Sorgen, mein Freund“, lächelte sie, „ich werde eine weitaus bessere Luna abgeben, als du es jemals sein könntest.“

Meine Brust zog sich zusammen, als Erinnerungen durch mich strömten. Das Silver-Ridge-Rudel hatte mich schon immer ständig unter Druck gesetzt. Ich wurde beschuldigt, verspottet und sogar angespuckt. Und die ganze Zeit hatte ich geglaubt, das läge daran, dass eine Luna zu sein bedeutete, einige Dinge opfern zu müssen. Ich hatte gedacht, Liam liebte mich. 

„Wie erbärmlich“, Selene schüttelte den Kopf und trat einen Schritt zurück. 

Liam folgte ihr. 

„Das Gift wird seine Arbeit bald beenden“, sagte er ohne einen Funken Mitleid in seinem Ton. 

Mein Wolf heulte schwach in mir und ich spürte, wie die Wut in mir aufstieg. 

„Das werdet ihr beide bereuen!“ Ich zischte,

Selene brach in Gelächter aus. „Bedauern?“ Sie kicherte. „Oh nein, wir werden deinen Tod feiern.“

Ich versuchte, mich auf sie zu stürzen, aber mein Körper war viel zu schwach. 

Die Dunkelheit begann sich bereits in meine Sicht einzuschleichen, mein Herz klopfte wie wild und ich wusste sofort, dass es das war. 

Fünf Jahre voller Opfer und meine einzige Belohnung war der Tod. 

Eine seltsame Ruhe überkam mich, als ich meine letzten Worte flüsterte. 

„Wenn ich noch eine Chance hätte ... Wenn die Mondgöttin mir ein anderes Leben geben würde ... würde ich nie wieder denselben Fehler machen. Niemals.“

Diese Worte verließen meine Lippen, gerade als die Welt dunkel wurde. 

Und ich bin gestorben. 

****************

„Natalia.“

Eine schwere Hand schüttelte meine Schulter. 

„Natalia“, rief die Stimme erneut, diesmal in einem viel härteren Ton, „Wach auf, Kind.“

Meine Augen öffneten sich und ich holte tief Luft. 

Mein Kopf war verwirrt, aber ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. Meine Brust hob und senkte sich schnell, während ich an die Decke und den Raum starrte, in dem ich mich befand. 

Sonnenlicht fiel durch ein Fenster, das alt, aber vertraut war. Die Vorhänge waren verblasst, aber auch vertraut, und die samtenen Wände des Zimmers, in dem ich mich befand, würde ich sogar im Schlaf wiedererkennen. 

Dies war ein Raum, in dem ich seit Jahren nicht gewesen war, aber er gehörte mir und es war unmöglich. 

Mein Herz blieb stehen, als mir klar wurde, was ich sah. 

„Natalia?“

Die Stimme rief erneut, aber dieses Mal klang Besorgnis mit. 

Ich drehte langsam meinen Kopf und erstarrte, als ich meine Mutter mit ungeduldigem Gesichtsausdruck neben meinem Bett sitzen sah. 

Sie sollte nicht am Leben sein. Sie war vor drei Jahren bei einem Schurkenangriff gestorben. 

Mein Puls donnerte in meinen Ohren. 

*Nein*, zischte ich leise, *Das kann nicht real sein*. 

„Hast du mich überhaupt gehört, Natalia?“ fragte meine Mutter oder die Illusion von ihr. 

Meine Stimme klang heiser und ungewohnt. „Was hast du gesagt?“

Meine Mutter Sarah seufzte. „Ich habe gefragt, ob du mich gehört hast“, antwortete sie. „Ich weiß, dass du gerne stur bist, aber das ist nicht der richtige Zeitpunkt.“

Ihre Worte trafen mich wie ein Blitz und mir wurde klar, warum ich ein Déjà-vu-Erlebnis hatte. 

Ich erinnerte mich genau an diesen Moment. Dies war der Moment, in dem sich alles verändert hatte. 

Meine Mutter verschränkte die Arme und sah mir in die Augen. „Alpha Liam hat Interesse daran bekundet, dich als seinen Partner zu haben.“

Der Raum drehte sich um mich herum, als ich zu hyperventilieren begann. Das war vor fünf Jahren. 

Aber wie? 

„Du solltest dankbar sein“, fuhr meine Mutter fort. „Weißt du, wie viele Mädchen für genau diese Gelegenheit töten würden?“

Sie redete weiter, aber ich konnte sie nicht hören. Mein Herz klopfte, als ich mich daran erinnerte, was an diesem Tag passiert war. 

It was the day I had said yes to Liam. Der Tag, an dem ich mich an den Mann gekettet hatte, der mich schließlich töten würde. 

Meine Mutter runzelte die Stirn. „Na?“ Sie fragte: „Was ist deine Antwort?“

Ich setzte mich langsam auf und starrte in mein Spiegelbild im Spiegel gegenüber meinem Bett. 

Ich war jünger und gesünder. 

Die Erinnerungen an meinen Tod brannten noch immer in meinem Kopf. Ein langsames Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, als ich mich zu meiner Mutter umdrehte. 

„Bitte erzähl Alpha Liam etwas für mich“, sagte ich leise. 

Die Augen meiner Mutter weiteten sich und sie nickte. „Was?“

Ich begegnete ihrem Blick und entschied mich zum ersten Mal in meinem Leben für mich selbst. 

„Sag ihm“, sagte ich ruhig, „dass ich ihn ablehne.“

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