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Kapitel 7

Author: Eternity
An meinem ersten Tag in Westbridge brauchte ich zwei Stunden, um den Schreibtisch in meinem Zimmer aufzubauen.

Als ich die letzte Schraube festzog, steckte meine Mitbewohnerin Riley den Kopf durch die Tür. »Wir gehen zum Abendessen. Wenn du nicht fertig bist, lass es liegen. Komm mit.«

Ich starrte sie an. »Ihr wartet auf mich?«

»Natürlich. Die eigene Mitbewohnerin am ersten Tag zurückzulassen wäre ziemlich mies.«

Unsere beiden anderen Mitbewohnerinnen standen im Flur. Eine hielt vier Essenskarte
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    Drei Jahre nachdem die Pflegevereinbarung in Kraft getreten war, kam Dad mit einer Lungenembolie auf die Intensivstation.Die Pflegekoordinatorin rief zuerst Sofia an. Sie ging nicht ans Telefon. Als zweite Notfallkontaktperson erhielt ich um zwei Uhr morgens den Anruf des Arztes.Ich genehmigte die erforderlichen Untersuchungen, beschaffte Dads Medikamentenliste und kontaktierte Mom sowie den Familienanwalt. Als sein Zustand stabil war, nahm ich den frühesten Flug nach New Jersey.Als Dad aufwachte, stand ich vor seinem Zimmer und prüfte den Rehabilitationsplan.Er beobachtete mich lange. Seine ersten Worte waren keine Beschwerde darüber, dass ich zu spät gekommen war.»Sofia ist nicht ans Telefon gegangen, oder?«»Die Pflegekoordinatorin wird es weiter versuchen.«Er schloss die Augen und schien in diesem Moment um Jahre zu altern. »Lass es.«Sofia erschien schließlich am Tag seiner Entlassung. Mit einer dunklen Sonnenbrille blieb sie zwanzig Minuten. Dann sagte sie: »Mein Geld ist k

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    Fünf Jahre nachdem ich Belleview Harbor verlassen hatte, begann ich am Westbridge Institute zu promovieren — im Bereich medizinische Robotik.Meine Tage bestanden aus Experimenten, Fachartikeln und Prototypen, die häufiger scheiterten als funktionierten. Die Arbeitszeiten waren mörderisch, doch es war meine Arbeit.Riley wurde zu meiner Familie. Maya blieb an der Ostküste und schickte mir hin und wieder Neuigkeiten von zu Hause, überbrachte aber nie Nachrichten mit der Aufforderung zurückzukehren.In Westbridge fiel es den Menschen auf, wenn ich das Abendessen verpasste, weil ein Test länger dauerte. Riley stellte mir Essen vor das Labor und beschwerte sich, mein Roboter bekäme mehr Zeit von mir als sie. Mein Doktorvater erinnerte sich an meinen Geburtstag, ohne dass ein Assistent ihn darauf hinweisen musste. Nichts davon war eine große Geste — und genau deshalb bedeutete es so viel.Anfangs riefen meine Eltern ständig an und schickten teure Geschenke. Jeden Luxusartikel, der eine Ents

  • Dreitausend Meilen entfernt   Kapitel 7

    An meinem ersten Tag in Westbridge brauchte ich zwei Stunden, um den Schreibtisch in meinem Zimmer aufzubauen.Als ich die letzte Schraube festzog, steckte meine Mitbewohnerin Riley den Kopf durch die Tür. »Wir gehen zum Abendessen. Wenn du nicht fertig bist, lass es liegen. Komm mit.«Ich starrte sie an. »Ihr wartet auf mich?«»Natürlich. Die eigene Mitbewohnerin am ersten Tag zurückzulassen wäre ziemlich mies.«Unsere beiden anderen Mitbewohnerinnen standen im Flur. Eine hielt vier Essenskarten in der Hand. Es fehlte keine.Einen Moment lang brachte ich kein Wort heraus. Menschen, denen man wichtig war, brauchten keine Erinnerung und rechneten nicht aus, wer gerade an der Reihe war.Wir hatten kaum die Lobby erreicht, als die Studierendenverwaltung anrief. Angehörige hatten sich wegen einer dringenden Angelegenheit an die Universität gewandt.Ich fragte, ob jemand im Krankenhaus lag oder verletzt war.Nein.Meine Eltern hatten lediglich beschlossen, dass sie mit mir sprechen wollten.

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    Am letzten Sonntag im August reservierte das La Serata seinen innersten Speisesaal für die Morettis.Zehn Jahre lang war ich immer zuerst angekommen. Ich achtete darauf, dass Moms Mineralwasser Zimmertemperatur hatte, erinnerte die Küche daran, bei Dads Essen mit Salz zu sparen, und ließ jede Sauce mit Milchprodukten von Sofias Mahlzeit streichen. Ich wechselte das Thema, bevor die Streitereien meiner Eltern Feuer fingen, und verzögerte den ersten Gang, wenn Sofia sich verspätete.Niemand hatte mich je darum gebeten.Sie betrachteten meine Fürsorge einfach als Teil des Restaurantservices.Als Mom eintrat und ungeöffnete Speisekarten sowie unberührte Gedecke vorfand, blieb sie abrupt stehen.Dad und Sofia kamen durch die gegenüberliegende Tür herein.»Wo ist Emilia?«, fragte Dad. »Warum hat sie noch nicht bestellt?«Mom stellte ihre Handtasche ab. »Ihre Koffer waren heute Morgen weg. Ich dachte, sie hätte sie zu dir schicken lassen.«»Ich habe sie nicht gesehen.«Sofia sah auf die Uhr u

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