LOGINOder genügte es Adrian nicht, nur die Sendung zu streichen? Wollte er ihn jetzt auch noch bestrafen? Vielleicht dafür sorgen, dass Lennart nie wieder in der Branche arbeiten konnte? Und wenn er seinen Zorn sogar an ganz K7 ausließ?Ein schrecklicher Gedanke jagte den nächsten. Mit jedem wurde ihm kälter, bis er vor Angst kaum noch klar denken konnte.Rüdiger sah, wie er vor Angst erstarrte, und schlug ihm wütend auf den Hinterkopf. „Was stehst du da noch herum? Nimm ab! Entschuldige dich und bitte ihn um Verzeihung. Wenn du ihn durch dein Zögern noch mehr verärgerst und den ganzen Sender mit hineinziehst …“Er sprach den Satz nicht zu Ende. Sein düsterer Blick genügte.Der Schlag brachte Lennart zur Besinnung. Er schluckte mühsam. Sein Daumen zitterte so sehr, dass er all seine Kraft zusammennehmen musste, um den Anruf anzunehmen. Dann schaltete er den Lautsprecher ein.„Herr Wolfhardt … Es tut mir leid. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich hätte Sie nicht belästigen dürfe
Lennart lief rastlos vor dem breiten Schreibtisch aus rotbraunem Edelholz auf und ab. Programmdirektor Rüdiger Lenz sah zu, wie er sich immer wieder durch das schüttere Haar fuhr, bis es in alle Richtungen abstand.„Herr Lenz, Sie müssen mir helfen! Bitte!“Lennarts Stimme war heiser vor Verzweiflung. „An der Karsilien-Ausgabe von ‚Liebe am Scheideweg‘ arbeite ich seit drei Jahren. Ich habe das Konzept immer und immer wieder überarbeitet! Die Werbung läuft bereits, wir sind mit möglichen Gästen im Gespräch. Das wird ein Erfolg, sobald wir mit den Dreharbeiten anfangen! Warum wird das alles mit einem einzigen Wort gestrichen? Warum?“Je länger er redete, desto mehr steigerte er sich hinein. Vor lauter Empörung bemerkte er nicht einmal, wie nah er Rüdiger dabei kam. Fast flog dem die Spucke ins Gesicht.„Warum?“ Rüdiger schlug so heftig auf den Tisch, dass der Deckel seiner Teetasse klapperte. Seine Miene verfinsterte sich. Er fuchtelte mit dem Zeigefinger dicht vor Lennarts Nase herum.
Adrian erstarrte. Hatte Yuna tatsächlich gesagt, dass sie ihn am liebsten hatte? War das ein Traum? Aber er hatte jedes Wort deutlich gehört, und ihre Lippen lagen noch immer auf seinen. Es war wirklich geschehen.Mit einem Mal brach all die zurückgehaltene Freude in Adrian auf und erfasste ihn mit voller Wucht. Sein Blick glühte. Er legte die Hand an Yunas Hinterkopf, zog sie an sich und erwiderte ihren Kuss – tief und so heftig, dass von seiner anfänglichen Starre nichts mehr übrig war.Sein Kuss wurde immer stürmischer, fordernd und beinahe besitzergreifend. In diesem Augenblick wollte er ihr so nah sein, wie es nur ging. Yuna wich nicht zurück. Sie erwiderte seinen Kuss, ließ sich an ihn sinken und schmiegte sich in seine Arme.Yuna hatte sich lange davor gefürchtet, jemandem noch einmal ihr Herz anzuvertrauen. Am Anfang einer Liebe konnte alles wunderschön sein. Umso mehr schmerzte es, wenn der andere sich abwandte. Doch jetzt wollte sie dieses Risiko eingehen.Sie wusste nicht, w
Das machte ihn ihr nur noch lieber. Mit einem Blick deutete Yuna auf das Handy am Boden. „Meinst du den da?“Sie ließ sich Zeit mit der Antwort. Adrian hielt unwillkürlich den Atem an.„Der Anzug ist deinem Stil schon ziemlich ähnlich“, sagte sie gedehnt. „Gut sieht er auch aus, und arm wirkt er nicht gerade. Eigentlich ein ganz ansehnlicher Mann.“Adrians Gesicht verfinsterte sich zusehends. Yuna lächelte und rückte näher, bis ihre Nasenspitze seine fast berührte.„Aber er sieht nicht so gut aus wie du. Er ist nicht so groß, und an deine Ausstrahlung kommt er erst recht nicht heran. Er mag nett sein – dich gibt es nur einmal.“Ihr warmer Atem streifte seine Lippen und benebelte ihm beinahe die Sinne. „Wenn ich die Wahl habe, nehme ich natürlich den Besten. Glückwunsch, Adrian. Du hast gewonnen.“Einen Moment lang pochte Adrians Herz so heftig, dass er sein Blut in den Ohren rauschen hörte. Er schluckte. Seine Stimme klang heiser, als er fragte: „Und wenn du einen ganz anderen Typ Mann
Adrian trat die Tür auf. Sie schlug mit einem lauten Knall gegen die Wand. Er stand im Türrahmen und verdeckte fast das ganze Licht. Von der eben noch heiteren Stimmung im Zimmer war nichts mehr übrig.Die beiden Bediensteten hielten Yuna gerade ihre Handys mit den Fotos hin. Sie erstarrten vor Schreck. Eines der Geräte fiel zu Boden, das Display nach oben.Adrian sah hinunter. Auf dem Foto war ein Mann im schwarzen Anzug zu sehen, mit ernstem Gesicht. Selbst sein Kleidungsstil erinnerte ein wenig an Adrian. Sie hatten also schon einen Ersatz gefunden, der ihm ähnlich sah?Seine Miene verfinsterte sich vollends. In seinen Augen lag eine Wut, die den beiden Frauen Angst machte. Adrian kam langsam auf sie zu. Mit jedem Schritt wirkte er bedrohlicher; schließlich wagten sie kaum noch zu atmen.„Ist Ihnen die Arbeit am Königshof zu langweilig geworden?“, fragte er eisig. „Wollen Sie lieber Heiratsvermittlerinnen werden?“Er blieb vor ihnen stehen und sah auf sie hinunter. Um seinen Mund la
„Dann werden selbst die Fans, die noch an Ihre Ehe mit Frau Sommer glauben, nach und nach die Hoffnung verlieren. Die Leute werden Ihre Beziehung zu Kronprinzessin Claudia leichter akzeptieren. Und wenn Sie beide später heiraten, wird auch die Hochzeit im Land mehr Zuspruch finden …“„Scheidung?“ Adrian schnitt Lennart das Wort ab. Seine Stimme war so kalt, dass der Regisseur am anderen Ende der Leitung verstummte. Das Licht der Küche warf harte Schatten auf Adrians Gesicht.„Wer behauptet, dass ich mich scheiden lassen will?“Lennart fröstelte. „Im … im Internet steht es überall. Das letzte gemeinsame Essen, der letzte Kuss … Seit Tagen sind diese Schlagzeilen in den Trends. Alle sagen, Sie und Frau Sommer nehmen vor der Scheidung Abschied voneinander.“Mit jedem Wort wurde seine Stimme leiser. Hatte er sich etwa geirrt? Andererseits: Ein Mann mit Adrians Einfluss hätte solche Gerüchte doch nicht tagelang stehen lassen. Oder lag es daran, dass … Lennart wagte den Gedanken nicht zu E
Yuna war zurückgekommen, um ihre Sachen zu holen.Kaum hatte sie die Tür aufgestoßen, drang ein schrilles Lachen an ihr Ohr.Henrik, der sonst nie lachte, saß neben Chiara und erzählte ihr trockene Witze, um sie aufzuheitern.„Hatschi…“Chiara nieste lieblich.„Frierst du?“, fragte Henrik sofort bes
„Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta
„Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna







