Mag-log inYunas Blick glitt unwillkürlich immer wieder zu Adrians Körper hinüber.…Bei Henrik hatte sie kaum eine Nacht ruhig geschlafen. Nun war die Gefahr vorüber. Kaum hatte sie sich hingelegt, schlief sie auch schon tief und fest.Erst dann öffnete Adrian langsam die Augen.Im Halbdunkel wandte er den Kopf zu ihr. Lange ruhte sein Blick voller Verlangen auf ihrem friedlichen Gesicht. Darin lagen die tiefe Erleichterung, sie wieder bei sich zu haben, eine schmerzliche Sehnsucht und ein Anflug mühsam gebändigter Besessenheit.Schließlich stützte er sich auf die Arme und ließ sich lautlos in den Rollstuhl gleiten. Ebenso geräuschlos verließ er das Schlafzimmer und fuhr zu einem verborgenen Aufzug, der in den Keller führte.…Unten war die Luft kalt und stickig. Nichts erinnerte an die behaglichen Räume darüber.In einem dunklen, schallisolierten Raum waren die zwölf verschwundenen Mitglieder des Familienrats sowie mehrere Führungskräfte der Wolfhardt-Gruppe eingesperrt. Von ihrer einstigen Mac
„Für Yuna ist mir keine Mühe zu viel“, erwiderte Adrian gelassen.Daniela wandte sich ihrer Tochter zu. „Adrian behandelt dich hundertmal besser als Henrik. Henrik hat immer nur von dir verlangt, dass du dich zurücknimmst und alles stillschweigend erträgst. Diesmal musst du wissen, was du an Adrian hast.“Yuna lächelte gequält und nickte, doch innerlich widersprach sie.Das Anwesen wirkte tatsächlich wie ein eigens für sie geschaffenes Zuhause. Dennoch erinnerte es sie auf seltsame Weise an die Villa in England.Wahrscheinlich hatte Adrian dieses Anwesen ursprünglich für Christine herrichten lassen. Doch kaum war er in Schwierigkeiten geraten, hatte sie ihn verlassen. Nun profitierte ausgerechnet Yuna davon.Der Hausarzt der Familie wartete bereits.Yuna hielt ihn für Adrians Arzt und wollte zur Seite treten. Er ging jedoch direkt auf sie zu. „Frau Wolfhardt, setzen Sie sich bitte. Ich möchte Sie untersuchen.“„Mich?“„Herr Wolfhardt hat mich vorab informiert. Ihr Fieber ist erst vor K
„Yuna, willst du es immer noch vor uns geheim halten?“Daniela gab ihrer Tochter einen tadelnden Klaps auf den Arm. „Wir sind sehr wohl im Internet unterwegs und lesen Nachrichten. Wir wissen längst, dass du Adrian geheiratet hast.“Yuna zwang sich zu einem Lächeln. „Ich wollte es euch sagen, sobald sich eine passende Gelegenheit ergibt.“„Jetzt ist die Gelegenheit da. Also erzähl uns: Warum hast du so plötzlich geheiratet?“Unter dem prüfenden Blick ihrer Mutter bekam Yuna ein schlechtes Gewissen.Adrian war als der Schatten berüchtigt. Man sagte ihm skrupellose Methoden nach, und Henrik hatte ihn Yunas Eltern gegenüber gezielt als grausamen Wahnsinnigen hingestellt. Deshalb hatten Hugo und Daniela ihre Tochter immer wieder gewarnt, sich von ihm fernzuhalten.Nun wussten sie, dass Yuna ausgerechnet Adrian geheiratet hatte. Sie mussten sich furchtbare Sorgen machen.Während Yuna noch nach den richtigen Worten suchte, antwortete Adrian, ohne sich das Geringste anmerken zu lassen.„Unser
Als Yuna aus der Kirche trat, holte sie tief Luft. Endlich konnte sie wieder frei atmen.Doch ihr Körper blieb angespannt. Hastig löste sie ihre Hand aus Adrians Griff, rückte ein wenig von ihm ab und hielt höflich Abstand.Adrians Finger schlossen sich kurz ins Leere. Sein Blick verdunkelte sich, und plötzlich lag eine seltsame Spannung zwischen ihnen.Nach kurzem Zögern fragte Yuna leise: „Stehen die Wolfhardts wirklich vor dem Ruin?“„Ja.“ Adrians Stimme blieb vollkommen ruhig.„Warum übernimmst du das Familienunternehmen nicht selbst? Schließlich gehört es deiner Familie.“Yuna verstand seine Entscheidung nicht. Eine Übernahme versprach deutlich mehr wirtschaftlichen Nutzen als die Zerschlagung. Außerdem ließ sich auf diese Weise wenigstens ein Teil seines Familienerbes bewahren.Adrians Blick wurde eisig, und alter Hass drängte an die Oberfläche. „Eine durch und durch verkommene Familie muss untergehen.“Das Wort „untergehen“ klang so endgültig und grausam, dass Yuna erschauerte.
Adrian betrachtete Henriks Gesicht, aus dem allmählich jede Farbe wich, und lachte verächtlich auf. „Du, Henrik Wolfhardt, bist nichts weiter als eine armselige Witzfigur, die einem anderen Mann die Frau entreißen wollte.“„Nein … Das ist unmöglich! Wie konntest du den Todesvermerk so schnell aufheben lassen, ohne dass ich auch nur das Geringste davon mitbekommen habe?“Henriks Finger zitterten. Die Kontrolle glitt ihm aus den Händen, und blanke Panik erfasste ihn.Adrian lachte kalt auf. „Du hast die Wolfhardts also wirklich für allmächtig gehalten?“Das Bild auf der Leinwand wechselte. Nun jagte eine Wirtschaftsmeldung die nächste über die Projektionsfläche.Eilmeldung: Orbis Capital nimmt die Wolfhardt-Gruppe ins Visier – Wolfhardt-Aktie im freien FallKrise bei der Wolfhardt-Gruppe: Zwölf Mitglieder des Familienrats und mehrere Führungskräfte seit heute Morgen spurlos verschwundenAnalysten warnen: Wolfhardt-Gruppe vor beispielloser Krise – Insolvenz drohtWeitere Schlagzeilen folg
Ein zuversichtliches Lächeln spielte um Yunas Lippen. „Er kommt, um mich abzuholen.“„Dich abholen?“ Henrik lachte ungläubig. „Wie soll ein Toter dich abholen? Kriecht er dafür aus der Hölle? Yuna, hör auf, dich an solchen Hirngespinsten festzuklammern.“Henrik zog sie fester an sich und sah auf sie hinunter. Seine Stimme klang sanft, duldete jedoch keinen Widerspruch. „Von heute an bist du meine rechtmäßige Ehefrau. Alles, was zwischen uns stand, habe ich aus dem Weg geräumt. Akzeptiere die Wirklichkeit und bleib bei mir. Nur dann haben du und deine Eltern eine sichere Zukunft.“Feierlicher Chorgesang erfüllte die weiß geschmückte Kirche. Sonnenlicht fiel durch die Buntglasfenster und warf farbenfrohe, doch seltsam kalte Lichtmuster auf den Boden.Henrik stand siegessicher vor dem Altar. Er rückte sorgfältig seine Fliege zurecht und gab dem Pfarrer anschließend mit einem knappen Nicken das Zeichen zum Beginn.Der ältere Geistliche hielt die Bibel in den Händen und begann mit ernster
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta
„Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna
Im VIP-Luxuszimmer der Klinik.Chiara lehnte im Krankenhausbett und nippte an dem warmen Wasser, das ihr Henrik eingeschenkt hatte. „Henrik, ich habe von der Hausangestellten gehört, dass Yuna heute Morgen in einem Rolls-Royce zurückgekommen ist. Und dass sie die ganze Nacht weg war … vielleicht ist
„Henrik, das Kind in ihrem Bauch – ist es deins?“Yuna war kreidebleich. Sie traute ihren eigenen Ohren nicht.Vor sieben Monaten war Henriks älterer Bruder Erwin Wolfhardt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus Mitleid mit Chiara Jensen, der jungen Witwe, die zudem schwanger war, hatte Yuna s






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