LOGIN
Jensen Packard öffnete die Tür zu seinem Haus und trat ein.
Er warf sein Handy und seine Schlüssel auf den Tisch. Er zog seinen Sakko aus und pfefferte ihn auf den nächstgelegenen Stuhl. Dann ging er zur Bar … und nahm eine Flasche Rotwein und ein Glas. Er ging zurück ins Wohnzimmer und stellte beides ebenfalls auf dem Tisch ab.
Er ging in die Küche. Schnurstracks steuerte er auf den Kühlschrank zu, holte eine Tüte Saft heraus und setzte sie an die Lippen. Er trank die Hälfte aus und stellte sie dann wieder hinein.
Er ging zur Hintertür. Durch die Fensterscheibe blickte er hinaus in die dunkle Nacht, und nach einem Moment hörte er draußen eine hektische Bewegung, gefolgt von einem feurigen Kratzen am Holzwerk.
„Rufus!“ Er zog die Tür auf, und ein großer grauer Hund stürmte in einem Schwall kalter Luft in die Küche.
„Hey, Kumpel“, sagte er. „Ich habe dich auch vermisst.“
Jensen beugte sich hinunter, um dem Hund über den Kopf zu streicheln. „Du hast einen furchtbaren Atem, weißt du das eigentlich?“ Er kraulte den drahtigen Kopf des Hundes und lachte. „Und du bist auch ein kleiner Strubbelpeter. Wenn du jemals hoffst, den kleinen Pekingesen die Straße runter für dich zu begeistern, wirst du etwas an dir ändern müssen.“
Er wärmte etwas Futter für Rufus auf. Während Rufus fraß, schnappte er sich etwas zu essen aus einem Schrank. Dann ging er zurück ins Wohnzimmer und setzte sich. Er goss sich ein Glas Wein ein. Er führte das Glas an den Mund, nahm einen langen Schluck und stellte es wieder auf dem Tisch ab.
Es waren Momente wie dieser, in denen er sich wünschte, kochen zu können – oder zumindest jemanden da zu haben, der es für ihn tat. Er hatte immer gesagt, er brauche keinen Koch. Seine Schwester Elaine wohnte nicht weit entfernt. Sein Bruder Dillon war auch in der Nähe, obwohl er jetzt eine Familie hatte. Sie hatten zusammenbleiben wollen. Genau wie damals, als sie Kinder waren … nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen waren. Außerdem liebten sie alle die Stadt, also waren sie alle geblieben. Und so hatte er nie die Notwendigkeit gesehen, einen Koch einzustellen.
Tja, genau jetzt wünschte er sich, er hätte einen … Schade nur, dass er keine Ahnung vom Kochen hatte. Der samtige Geschmack des Weins lag auf seiner Zunge, aber wonach es ihn wirklich gelüstete, waren Eiersalatsandwiches.
Gegen seinen Wunsch konnte er nichts tun, also tat er das Einzige, was ihm übrig blieb …
Er aß eine verdammte ganze Tüte Barbecue-Kartoffelchips.
Er war müde. Nach monatelanger, unermüdlicher Arbeit war sein Gebäude ‚Crimson Bay‘ endlich fertig. Er war glücklich, aber extrem erschöpft. Sein Handy auf dem Glastisch summte. Er ignorierte es.
Er war heute nicht mehr in der Stimmung für Arbeit. Und er war sich sicher, dass es in der Nachricht um Arbeit ging. Worum sollte es auch sonst gehen? Er war müde, und genau jetzt würde er sich ausruhen. Nach so viel Arbeit hatte er es sich verdient. Er würde die Nachricht morgen prüfen. Von wem auch immer sie war.
Er verließ das Wohnzimmer. Er brauchte eine Dusche. Aber er glaubte nicht, dass er noch die Kraft hatte, ins verdammte Badezimmer zu gehen. Also machte er sich nicht einmal die Mühe zu duschen.
Stattdessen ging er direkt ins Schlafzimmer. Er legte sich aufs Bett.
Er schlief ein.
Katherine Kavell starrte auf ihr Handy.
Eine Stunde war vergangen, seit sie diese Nachricht abgeschickt hatte … und noch immer keine Antwort. Sie begann im Wohnzimmer auf und ab zu laufen. Sie begann, ihre Tat zu bereuen. Vielleicht war das Absenden dieser Nachricht doch keine so gute Idee gewesen.
Sie seufzte. Es hatte sie Stunden gekostet … eigentlich Tage, um sich dazu durchzuringen, diese Nachricht abzuschicken.
Das war alles Jons Schuld, dachte sie. Das war seine verfluchte, dumme Idee gewesen. Er war derjenige gewesen, der auf die Idee gekommen war, Jensen zu schreiben. Jensen Packard … den sie seit Jahren nicht gesehen hatte … seit fünf Jahren, um genau zu sein. Sie hatten in den letzten verdammten fünf Jahren nicht einmal miteinander gesprochen. Und sie hatte ihm gerade geschrieben … und ihn gefragt, ob sie nächste Woche zusammen zu Mittag essen wollten. Als wäre nichts zwischen ihnen vorgefallen. Als wären sie all die Jahre Freunde geblieben. Als hätten sie Kontakt gehalten.
Ehrlich gesagt wäre sie überrascht, wenn er antworten würde. Eigentlich rechnete sie nicht einmal damit. Und doch wurmte es sie ungemein, dass er genau das tat, was sie erwartet hatte.
Sie hatte sich von ihrem Bruder Jonathan dazu überreden lassen. Das hätte sie nicht tun dürfen. Das wurde ihr erst jetzt klar.
„Vertrau mir“, hatte Jon gesagt. „Jensens neues Gebäude wird perfekt für dich sein. Du musst es dir ansehen, Süße, es ist umwerfend.“
„Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?“, hatte sie gefragt. „Wenn man bedenkt, wie die Dinge zwischen uns geendet haben.“
„Mach dir keinen Kopf“, hatte Jon erwidert. „Das ist fünf Jahre her … es ist doch eigentlich gar nichts passiert. Ihr wart diejenigen, die so ein Riesendrama daraus gemacht haben. Ich bin sicher, das wird kein Problem sein.“
Natürlich dachte er so. Er und Jensen waren schon seit Ewigkeiten befreundet. Und so hatte sie sich von ihm breitklopfen lassen. Katherine starrte wieder auf ihr Handy. Immer noch keine Antwort. Sie wurde langsam wütend … auf Jensen, weil er nicht antwortete … auf sich selbst, weil sie auf Jon gehört hatte, und auf Jon, weil er so eine absolut dumme Idee gehabt hatte.
Sie würde jemanden anrecyceln müssen. Und diese Person würde Jon sein. Er würde es wirklich von ihr abbekommen. Sie wusste, dass er ihr nur helfen wollte. Aber seine Hilfe sorgte dafür, dass sie dastehen würde wie ein Idiot und sich schrecklich fühlte. Sie wollte am liebsten in ein Kissen schreien.
Ein Geräusch aus dem Flur unterbrach ihre Gedanken. Sie drehte sich um.
Ihr achtjähriger Sohn Timothy stand im Türrahmen.
„Hey Mama“, sagte er.
„Hey Schatz“, antwortete sie. „Warum bist du wach? … Du solltest schlafen.“
„Ich habe ein Geräusch gehört … Es hat mich aufgeweckt“, sagte Tim und rieb mit dem einen Bein am anderen.
„Oh … Das war dann wohl ich“, sagte Katherine. „Es tut mir leid, dass ich dich aufgeweckt habe … Aber du musst wieder ins Bett, Liebling.“
Er runzelte die Stirn. „Warum bist du denn wach, Mama? Ist irgendwas nicht in Ordnung?“
„Nein, eigentlich nicht … Ich habe nur auf eine Nachricht gewartet … Oder einen Anruf … Ich bin mir selbst nicht sicher, was ich erwartet habe … aber es ist schon gut. Es ist nichts.“
„Geht es darum, dass wir umziehen? … Du änderst doch jetzt nicht deine Meinung … Oder? … Du weißt, ich möchte unbedingt in der Nähe von Onkel Jon wohnen.“
Katherine lächelte. „Ja … Ich weiß … Und nein … Ich ändere meine Meinung nicht … Also bringen wir dich wieder ins Bett.“
Sie kuschelte sich tiefer in seine Umarmung. Sie hatte bezüglich des Kuschelns nicht gelogen. Sie hatte ihn so sehr vermisst. Und sie war einfach so froh, in den Armen des Mannes zu liegen, den sie liebte. Sie liebte diesen Mann. Sie liebte ihren Ehemann. Und sie wollte, dass er nach Hause kam. Sie schüttelte den Kopf, als ihr klar wurde, dass er sprach und sie gar nicht zugehört hatte.„Wir haben Optionen“, sagte Jensen.Sie blinzelte und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Hier und Jetzt und auf die Tatsache, dass sie nach leidenschaftlichem Sex mit dem Mann, den sie liebte, im Bett lag.Sie konnte sich ein Stöhnen verkneifen.„Welche Optionen?“, fragte sie heiser.„Ich kann dich füttern. Ich kann mich wieder wild und leidenschaftlich mit dir lieben. Oder wir können ein kurzes Nickerchen machen und dann entweder Option eins oder zwei wählen. Oder beide. Siehst du? Ich bin pflegeleicht“, sagte er.Sie lächelte und drückte ihn an sich. Sie liebte ihn wirklich. Es machte ihr ei
„Reit auf mir“, sagte er mit angestrengter Stimme. Seine Pupillen weiteten sich, und seine Stirn zog sich zusammen. Tiefe Falten zeichneten sich auf seiner Stirn ab, und seine Hände umklammerten ihre Hüften so fest, dass sie nichts anderes tun konnte, als ihre inneren Muskeln um seine Erektion zusammenzuziehen.„Heiliger Himmel“, stöhnte er.Sie würde es nicht mehr lange aushalten, und sie konnte nichts dagegen tun. Sie musste sich bewegen. Sie musste es einfach tun.Sie legte die Handflächen flach auf seine Brust, wand sich aus seinem Griff und begann, sich auf und ab zu bewegen. Sie nahm ihn in sich auf, ließ ihn wieder frei und nahm ihn erneut auf. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt, und er ließ ihren Blick keine Sekunde los. Er zog sie näher zu sich, damit er ihre Brüste umfassen konnte. Sie füllten seine beiden Handflächen aus, und er strich mit dem Daumen über die schmerzhaft aufgerichteten Brustwarzen.„Ich kann mich ni
Sein Atem strich heiß über ihr Kinn und wanderte dann zu ihrem Kiefer. Er küsste sich bis zu ihrem Ohr, bevor er ihr Ohrläppchen zwischen die Zähne nahm und sanft daran saugte. Ein Schauer durchlief sie. Winzige Gänsehautperlen überzogen ihre Haut, bis sie unkontrolliert zu zittern begann.Er trat einen Schritt zurück und ließ seine Hände zu ihrem Hosenbund gleiten. Seine Finger verharrten am Druckknopf, während er reglos dastand und auf ihre sich heftig hebende Brust blickte.„Du bist so wunderschön“, sagte er. „Ich habe dich so sehr vermisst.“Er hob einen Finger und hakte ihn in den Träger ihres BHs ein. Langsam ließ er ihn daran hinauf- und wieder hinabgleiten, bevor seine Fingerspitze sanft die Rundung ihrer Brust streifte.„Ich liebe diese Dessous“, sagte er.Sie lehnte sich gegen die Kommode und stützte ihre Handflächen auf der Oberfläche ab, um ihm einen besseren Blick auf ihr Dekolleté zu ermöglichen.„Du bist wirklich gnadenlos, nicht wahr?“, murmelte er.Sie lächelte und re
„Reiß dich zusammen, Katherine“, murmelte sie. Herrgott, wenn es um Jensen ging, verlor sie aber auch sämtliche Gehirnzellen.Sie lachte unvermittelt laut auf, und das hatte die Wirkung, als stäche jemand ihre Gedankenblase mit einer scharfen Nadel auf. Der Fahrer blickte im Rückspiegel hoch, und sie versuchte tapfer, mit einer ernsthaften Miene zurückzublicken. Wenn er nur wüsste, was für absurde Gedanken sie gerade verarbeitete.Wenn sie wirklich das unartige Mädchen aus ihren Fantasien wäre, wäre sie mit nichts als einem Trenchcoat über ihrer sexy Lingerie hergefahren. Wenn sie dann in Jensens Zimmer träte, könnte sie den Mantel ablegen und seine Reaktion beobachten.Die Idee hatte durchaus etwas für sich, und falls sie je wieder eine solche Einladung wie heute Abend von ihm erhalten sollte, würde sie sie ernsthaft in Erwägung ziehen. Nur um ihn zu necken. Aber für den Moment würde sie sich auf den Augenblick konzentrieren.Einige Minuten später hielt der Fahrer vor dem luxuriösen
„Sie brauchten nur ein wenig Überzeugungsarbeit. Ich bin gerade dabei, die Dokumente für die Auflösung der Partnerschaft fertigzustellen. Ich weiß, dass es dir vielleicht schwerfällt, mir zu verzeihen, aber ich möchte nicht, dass wir uns deswegen voneinander entfernen. Niemand ist das wert. Also bitte sag mir, dass du mich auch wieder zu Hause haben willst, Kat. Und vielleicht kommt das jetzt ein bisschen zu schnell, aber das ist mir egal: Ich möchte heute Nacht bei dir sein. Es ist schon so lange her. Lass mich dich heute Nacht festhalten.“Katherine seufzte. Oh, der Mann wusste wirklich, wie er sie herumkriegen konnte – mit seinen Worten, seinen Berührungen, seinen Küssen. Mit einfach allem. „Jensen“, begann sie erneut und verstummte sogleich wieder, als es eher wie ein klagendes Wimmern als ein Protest klang.„Ich werde dir einen Wagen schicken, Katherine“, sagte er. „Du bist meine Frau. Aber ich möchte, dass das etwas Besonderes wird – irgendwie wie ein erstes Date, wie du schon s
Er sah sie an, als sei das Letzte eine Herausforderung. Sie schob ihr Kinn nach oben und starrte ihn kühl an. Sie hoffte, dass sie so gelassen wirkte, wie sie sich zu geben versuchte.„Warum bist du heute in mein Büro gekommen, Jensen?“, fragte sie.Sein Mund verengte sich kurz, bevor er sich entspannte und sie mit leise verhülltem Amüsement musternde Blicke zuzuwerfen schien. „Wir sind verheiratet, Kat“, sagte er. „Darf ich meine Frau nicht zum Mittagessen ausführen?“Sie ballte ihre Finger zu festen Fäusten. „Jensen“, sagte sie. Sie hielt inne, als ihre Stimme brach. Sie fühlte sich wie die schlimmste Art von Idiotin. Im Moment kam sie sich lächerlich auf den Mund gefallen vor.„Ja?“, forderte er sie auf. Er trug ein neugieriges Lächeln, fast so, als fände er sie und die Situation amüsant. Es machte sie wütend.„Schau, Jensen, ich werde nicht so tun, als hätte ich dich nicht vermisst. Das habe ich. Aber ich weiß nicht, was du vorhast, und wenn du denkst, dass…“Sie beendete ihren Sa







