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ES WAR SCHON IMMER DU
ES WAR SCHON IMMER DU
Author: Whendhie

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Author: Whendhie
last update publish date: 2026-08-06 04:34:58

Jensen Packard öffnete die Tür zu seinem Haus und trat ein.

Er warf sein Handy und seine Schlüssel auf den Tisch. Er zog seinen Sakko aus und pfefferte ihn auf den nächstgelegenen Stuhl. Dann ging er zur Bar … und nahm eine Flasche Rotwein und ein Glas. Er ging zurück ins Wohnzimmer und stellte beides ebenfalls auf dem Tisch ab.

Er ging in die Küche. Schnurstracks steuerte er auf den Kühlschrank zu, holte eine Tüte Saft heraus und setzte sie an die Lippen. Er trank die Hälfte aus und stellte sie dann wieder hinein.

Er ging zur Hintertür. Durch die Fensterscheibe blickte er hinaus in die dunkle Nacht, und nach einem Moment hörte er draußen eine hektische Bewegung, gefolgt von einem feurigen Kratzen am Holzwerk.

„Rufus!“ Er zog die Tür auf, und ein großer grauer Hund stürmte in einem Schwall kalter Luft in die Küche.

„Hey, Kumpel“, sagte er. „Ich habe dich auch vermisst.“

Jensen beugte sich hinunter, um dem Hund über den Kopf zu streicheln. „Du hast einen furchtbaren Atem, weißt du das eigentlich?“ Er kraulte den drahtigen Kopf des Hundes und lachte. „Und du bist auch ein kleiner Strubbelpeter. Wenn du jemals hoffst, den kleinen Pekingesen die Straße runter für dich zu begeistern, wirst du etwas an dir ändern müssen.“

Er wärmte etwas Futter für Rufus auf. Während Rufus fraß, schnappte er sich etwas zu essen aus einem Schrank. Dann ging er zurück ins Wohnzimmer und setzte sich. Er goss sich ein Glas Wein ein. Er führte das Glas an den Mund, nahm einen langen Schluck und stellte es wieder auf dem Tisch ab.

Es waren Momente wie dieser, in denen er sich wünschte, kochen zu können – oder zumindest jemanden da zu haben, der es für ihn tat. Er hatte immer gesagt, er brauche keinen Koch. Seine Schwester Elaine wohnte nicht weit entfernt. Sein Bruder Dillon war auch in der Nähe, obwohl er jetzt eine Familie hatte. Sie hatten zusammenbleiben wollen. Genau wie damals, als sie Kinder waren … nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen waren. Außerdem liebten sie alle die Stadt, also waren sie alle geblieben. Und so hatte er nie die Notwendigkeit gesehen, einen Koch einzustellen.

Tja, genau jetzt wünschte er sich, er hätte einen … Schade nur, dass er keine Ahnung vom Kochen hatte. Der samtige Geschmack des Weins lag auf seiner Zunge, aber wonach es ihn wirklich gelüstete, waren Eiersalatsandwiches.

Gegen seinen Wunsch konnte er nichts tun, also tat er das Einzige, was ihm übrig blieb …

Er aß eine verdammte ganze Tüte Barbecue-Kartoffelchips.

Er war müde. Nach monatelanger, unermüdlicher Arbeit war sein Gebäude ‚Crimson Bay‘ endlich fertig. Er war glücklich, aber extrem erschöpft. Sein Handy auf dem Glastisch summte. Er ignorierte es.

Er war heute nicht mehr in der Stimmung für Arbeit. Und er war sich sicher, dass es in der Nachricht um Arbeit ging. Worum sollte es auch sonst gehen? Er war müde, und genau jetzt würde er sich ausruhen. Nach so viel Arbeit hatte er es sich verdient. Er würde die Nachricht morgen prüfen. Von wem auch immer sie war.

Er verließ das Wohnzimmer. Er brauchte eine Dusche. Aber er glaubte nicht, dass er noch die Kraft hatte, ins verdammte Badezimmer zu gehen. Also machte er sich nicht einmal die Mühe zu duschen.

Stattdessen ging er direkt ins Schlafzimmer. Er legte sich aufs Bett.

Er schlief ein.

Katherine Kavell starrte auf ihr Handy.

Eine Stunde war vergangen, seit sie diese Nachricht abgeschickt hatte … und noch immer keine Antwort. Sie begann im Wohnzimmer auf und ab zu laufen. Sie begann, ihre Tat zu bereuen. Vielleicht war das Absenden dieser Nachricht doch keine so gute Idee gewesen.

Sie seufzte. Es hatte sie Stunden gekostet … eigentlich Tage, um sich dazu durchzuringen, diese Nachricht abzuschicken.

Das war alles Jons Schuld, dachte sie. Das war seine verfluchte, dumme Idee gewesen. Er war derjenige gewesen, der auf die Idee gekommen war, Jensen zu schreiben. Jensen Packard … den sie seit Jahren nicht gesehen hatte … seit fünf Jahren, um genau zu sein. Sie hatten in den letzten verdammten fünf Jahren nicht einmal miteinander gesprochen. Und sie hatte ihm gerade geschrieben … und ihn gefragt, ob sie nächste Woche zusammen zu Mittag essen wollten. Als wäre nichts zwischen ihnen vorgefallen. Als wären sie all die Jahre Freunde geblieben. Als hätten sie Kontakt gehalten.

Ehrlich gesagt wäre sie überrascht, wenn er antworten würde. Eigentlich rechnete sie nicht einmal damit. Und doch wurmte es sie ungemein, dass er genau das tat, was sie erwartet hatte.

Sie hatte sich von ihrem Bruder Jonathan dazu überreden lassen. Das hätte sie nicht tun dürfen. Das wurde ihr erst jetzt klar.

„Vertrau mir“, hatte Jon gesagt. „Jensens neues Gebäude wird perfekt für dich sein. Du musst es dir ansehen, Süße, es ist umwerfend.“

„Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?“, hatte sie gefragt. „Wenn man bedenkt, wie die Dinge zwischen uns geendet haben.“

„Mach dir keinen Kopf“, hatte Jon erwidert. „Das ist fünf Jahre her … es ist doch eigentlich gar nichts passiert. Ihr wart diejenigen, die so ein Riesendrama daraus gemacht haben. Ich bin sicher, das wird kein Problem sein.“

Natürlich dachte er so. Er und Jensen waren schon seit Ewigkeiten befreundet. Und so hatte sie sich von ihm breitklopfen lassen. Katherine starrte wieder auf ihr Handy. Immer noch keine Antwort. Sie wurde langsam wütend … auf Jensen, weil er nicht antwortete … auf sich selbst, weil sie auf Jon gehört hatte, und auf Jon, weil er so eine absolut dumme Idee gehabt hatte.

Sie würde jemanden anrecyceln müssen. Und diese Person würde Jon sein. Er würde es wirklich von ihr abbekommen. Sie wusste, dass er ihr nur helfen wollte. Aber seine Hilfe sorgte dafür, dass sie dastehen würde wie ein Idiot und sich schrecklich fühlte. Sie wollte am liebsten in ein Kissen schreien.

Ein Geräusch aus dem Flur unterbrach ihre Gedanken. Sie drehte sich um.

Ihr achtjähriger Sohn Timothy stand im Türrahmen.

„Hey Mama“, sagte er.

„Hey Schatz“, antwortete sie. „Warum bist du wach? … Du solltest schlafen.“

„Ich habe ein Geräusch gehört … Es hat mich aufgeweckt“, sagte Tim und rieb mit dem einen Bein am anderen.

„Oh … Das war dann wohl ich“, sagte Katherine. „Es tut mir leid, dass ich dich aufgeweckt habe … Aber du musst wieder ins Bett, Liebling.“

Er runzelte die Stirn. „Warum bist du denn wach, Mama? Ist irgendwas nicht in Ordnung?“

„Nein, eigentlich nicht … Ich habe nur auf eine Nachricht gewartet … Oder einen Anruf … Ich bin mir selbst nicht sicher, was ich erwartet habe … aber es ist schon gut. Es ist nichts.“

„Geht es darum, dass wir umziehen? … Du änderst doch jetzt nicht deine Meinung … Oder? … Du weißt, ich möchte unbedingt in der Nähe von Onkel Jon wohnen.“

Katherine lächelte. „Ja … Ich weiß … Und nein … Ich ändere meine Meinung nicht … Also bringen wir dich wieder ins Bett.“

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