FAZER LOGINVor acht Tagen hat Alessia eine ihrer Nieren hergegeben, um ihren Milliardär-Ehemann Nicola zu retten. Sie dachte, dieses Opfer würde ihn endlich dazu bringen, sie zu lieben. Stattdessen hat er sie angesehen, als wäre sie Luft. „Du liebst mich doch nur wegen meines Geldes!“ Diese gemeinen Worte waren erst der Anfang. Als dann auch noch Guila auftaucht – die Frau, die Nicola früher einmal geliebt hat – begreift Alessia, wie austauschbar sie für ihn wirklich ist. Wie kann der Mann, für den sie fast gestorben wäre, so einfach eine andere wählen? Rausgeworfen in den kalten Regen, schwach, blutend und mit dem Herzen in tausend Stücken, bricht sie zusammen. Dann fängt sie ein mächtiger Fremder auf. Lorenzo Enzo Moretti. In dem Moment, in dem er das mondsichelförmige Muttermal an ihrem Hals sieht, bleibt seine ganze Welt stehen. „Meine Tochter… du bist meine lange verschollene Tochter.“ Wie kann Alessia, die ungewollte Ehefrau, plötzlich die Alleinerbin des mächtigen Moretti-Imperiums sein? Warum hat ihr richtiger Vater jahrelang nach ihr gesucht? Jetzt will Nicola seine weggeworfene Frau zurück. Aber Alessia ist nicht mehr die ohnmächtige Frau, die er erniedrigt hat. Und zwischen ihnen steht Stefano Enzo Moretti – Lorenzos rücksichtsloser, gefährlich attraktiver Erbe –, der längst seine Entscheidung getroffen hat. „Du gehörst mir.“ Will Stefano Alessia wirklich beschützen… oder hat er seine eigenen Geheimnisse? Wird Nicola bereuen, dass er die Frau weggeworfen hat, die alles für ihn geopfert hat? Wird Alessia dem Ehemann verzeihen, der ihr das Herz gebrochen hat? Kann sie der Familie trauen, die sie plötzlich für sich beansprucht? Warum ist Stefano so besessen davon, sie zu besitzen? Und wenn die Wahrheit über Alessias Verschwinden endlich ans Licht kommt… Wen wird sie wählen – den Ehemann, den sie verstoßen hat, oder den Erben, den sie nicht mehr gehen lässt?
Ver maisKapitel 1
Alessia „Alessia!“ „Alessia!!“ Lavina hatte meinen Namen schon tausendmal gebrüllt, während ich hier stand und vor Schmerzen kaum atmen konnte. Es waren erst acht Tage her seit der Nephrektomie. Acht Tage, seit sie mich aufgeschnitten und meine linke Niere rausoperiert hatten, um das Leben meines Mannes zu retten. „Alessia, sag mir nicht, dass du immer noch so tust?“ Ich zuckte zusammen. Meine Schwiegermutter Lavina stand im Küchentürrahmen, die Arme vor ihrem Designer-Kleid verschränkt. Die Lippen zu einem harten, trockenen Lächeln verzogen. „Ich habe nur kurz Luft geholt, Lavina“, sagte ich endlich. „Ach, Alessia, das ist doch Quatsch.“ Lavina rollte genervt mit den Augen. „Glaubst du etwa, du bist die einzige Frau auf der Welt, die mal operiert wurde? Du bist einfach nur… schwach.“ „Lavina“, brachte ich mühsam heraus, „mir wurde ein Organ aus dem Körper geschnitten. Ich habe Nicola meine Niere gegeben. Und der Arzt hat gesagt, ich soll mich schonen.“ Ich flüsterte die letzten Worte. „Dein Arzt hat hier nichts zu sagen“, konterte Lavina und trat einen Schritt näher. „Weißt du was, Alessia?“ Ich drehte mich zu ihr um. „Du solltest dankbar sein, dass mein Sohn dich überhaupt als Spenderin akzeptiert hat. Das ist das Einzige, was diese Ehe von euch überhaupt rechtfertigt.“ Ihre Worte trafen. Mehr, als ich zugeben wollte. Ich drehte mich wieder um und machte weiter mit dem Essen. „Und beeil dich bitte. Wir haben heute Abend wichtige Gäste.“ „Gäste?“ Ich schaute wieder zu ihr. „Heute Abend? Aber ich kann doch kaum stehen.“ Lavina schoss mir einen eiskalten Blick zu. „Es ist mir egal, ob du stehen kannst oder nicht. Alle, die zählen, werden hier sein. Inklusive Emilia und ihrer Tochter.“ Bei dem Wort „ihrer Tochter“ lächelte Lavina besonders breit. Ich ignorierte das. „Du meinst Guila kommt?“ „Ja, Guila“, sagte sie stolz. „Also erzähl mir jetzt bloß nicht, dass du willst, dass sie sich über mich lustig macht. Dass die Tochter meiner Freundin sieht, wie die Frau meines Sohnes hier im eigenen Haus wie eine schwache, nutzlose Magd rumhängt – das wäre peinlich.“ Ich wurde sofort genervt. „Ich bin Nicolas Frau“, sagte ich, und jedes Wort kostete Kraft. „Alessia, es werden alle kommen! Beeil dich und deck den Tisch! Mein Sohn ist jeden Moment zu Hause. Und du wirst diese Familie nicht blamieren!“ Ich ignorierte jedes weitere Wort und tat, was sie wollte. Genau in dem Moment ging die Haustür auf. Nicola war da. Ich drückte mich vom Tresen ab. Bei jedem Schritt zuckte der Schmerz in meiner Seite. Trotzdem zwang ich mich in den Flur. Nicola stand an der Tür und löste sich die Krawatte. Er sah makellos und atemberaubend aus – nur die dunklen Schatten unter seinen Augen verrieten, wie erschöpft er war. „Nicola, willkommen zu Hause.“ Ich machte einen Schritt auf ihn zu, hob die Arme ein Stück, sehnte mich verzweifelt nach einer Umarmung. Nicola ging einfach an mir vorbei. Seine Schulter prallte hart gegen meine, sodass ich taumelte. „Komm mir nicht zu nah, Alessia“, sagte er kalt. Meine Arme sanken herab. Die Demütigung brannte in meinen Wangen. „Ich wollte dich nur begrüßen.“ „Lauf mir ein Bad ein“, befahl er und ging Richtung Treppe. „Und kümmere dich um die Investoren für die Pharma-Übernahme. Ich will die kompletten Berichte in zehn Minuten auf meinem Schreibtisch.“ „Nicola“, flehte ich und folgte ihm bis zum Fuß der Treppe. „Deine Mutter will, dass ich den Esstisch vorbereite. Wir haben Gäste.“ Nicola blieb auf der ersten Stufe stehen. Langsam drehte er sich um. Seine dunklen, kalten Augen bohrten sich in meine. „Na und?!“ Ich wich zurück. „Kannst du das nicht alles gleichzeitig schaffen?“ knurrte er und sah auf mich herab, als wäre ich Dreck. „Warum jammerst du ständig?“ „Ich jammere nicht! Ich kann einfach nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Und meine Narbe blutet wieder.“ „Hör auf, das als Ausrede zu benutzen!“ Nicola brüllte, kam die Stufen wieder herunter und turmte sich über mir auf. „Du hast eine Niere gespendet, Alessia, nicht dein Rückgrat! Du bist die Frau eines CEOs – fang endlich an, dich danach zu verhalten, statt eine Belastung zu sein! Ich bezahle deine Klamotten, ich gebe dir ein Dach über dem Kopf, und du schaffst nicht mal ein einfaches Dinner?“ Tränen brannten in meinen Augenwinkeln. „Ich habe dir meine Niere gegeben, weil ich dich liebe.“ „Du hast es getan, weil du auf eine Auszahlung gehofft hast“, höhnte er. Die Worte schnitten mir mitten ins Herz. „Nicola, bitte“, würgte ich hervor und versuchte verzweifelt, ihn zu erreichen. „Ich hatte gehofft, wir könnten mal in den Urlaub fahren. Nur wir zwei. Wir driften immer weiter auseinander und haben kaum noch Zeit füreinander. Wir müssen das irgendwie retten.“ Nicola lachte hart und höhnisch auf. Kein Funken Humor war darin. „Urlaub? Mit dir?“ Er musterte mich von oben bis unten mit purer Abscheu. „Du bist schon in diesem Haus kaum erträglich, Alessia. Warum sollte ich mich auf einer Insel mit dir einsperren, während du den ganzen Tag heulst und über deine Schmerzen jammert? Mach deinen Job. Bad einlaufen. Sofort.“ Er drehte mir den Rücken zu und ging die Treppe hoch. Ich blieb allein stehen. Eine einzelne Träne rollte über meine Wimpern. „Bist du taub?“ zischte Lavina aus dem Türrahmen. „Ab in die Küche!“ Ich zwang mich, den stechenden Schmerz im Bauch zu ignorieren. Ich deckte den Esstisch mit dem besten Kristall und Silber. Ich arrangierte die Gestecke. Ich ließ Nicolas Bad genau so ein, wie er es mochte. Als es an der Tür klingelte, war ich schwindelig, blass und schweißnass. Ich stand in der Ecke des Esszimmers, während Lavina die Haustür öffnete. „Emilia! Guila! Willkommen!“ rief Lavina überschwänglich, die Stimme triefte vor falscher Süße. Emilia kam zuerst herein, übersät mit Diamanten. Aber es war Guila, die meine Aufmerksamkeit fesselte. Sie trug ein enges rotes Kleid, das jede Kurve betonte. Ihr blondes Haar war perfekt gestylt, die Lippen in glänzendem Karmesinrot. Schritte erklangen auf der Treppe. Nicola kam in einem frischen schwarzen Hemd herunter. „Nicola!“ quietschte Guila. Mir stockte der Atem. Nicola lächelte. Es war nicht sein übliches Grinsen. Nicht sein arroganter Zug um den Mund. Es war ein breites, von einem Ohr zum anderen reichendes Lächeln, das bis in seine dunklen Augen reichte und sein ganzes Gesicht verwandelte. Mich hatte er so gut wie nie so angelächelt. Nein, das war gelogen. Er hatte mich nie so angelächelt. Es waren Jahre her, dass ich ihn so unglaublich, so echt glücklich gesehen hatte. Sie hätte mich nicht so fühlen lassen dürfen – wir waren verheiratet. Aber ich konnte den erdrückenden Schmerz in meiner Brust kaum ignorieren, als Nicola an mir vorbeiging und Guila in eine tiefe Umarmung zog. „Du siehst wunderschön aus, Guila“, sagte Nicola mit einer weichen, warmen Stimme. Einem Ton, den er bei mir nie benutzte. „Und du siehst aus wie immer“, schnurrte Guila und legte ihre flache Hand auf seine Brust. „Setzen wir uns, das Essen ist fertig“, verkündete Lavina und führte sie ins Esszimmer. Sie nahmen Platz. Nicola setzte sich an das Kopfende. Guila direkt zu seiner Rechten. Ich blieb an der Wand stehen. „Alessia“, knurrte Nicola, und die Wärme war im Bruchteil einer Sekunde aus seiner Stimme verschwunden. „Bring den Wein.“ Ich nahm die schwere Flasche aus dem Kühlschrank und ging hinüber. Ich schenkte Emilia ein, dann Lavina. Als ich bei Guila ankam, wurde mir leicht schwindelig. Meine Hand zitterte ein wenig und ein einzelner Tropfen Rotwein landete auf dem weißen Tischtuch. „Pass doch auf, du ungeschickte Idiotin!“ schrie Nicola und knallte mit der Hand auf den Tisch. Ich zuckte zusammen und presste die Flasche an die Brust. „Es tut mir leid, meine Hand ist nur ausgerutscht—“ „Bist du blind?“ beschimpfte mich Nicola laut, eindeutig für Guila in Szene gesetzt. „Du kannst nicht mal richtig einschenken. Du bist komplett nutzlos.“ „Ihr fehlt jede Feinheit, Nicola“, mischte sich Lavina ein und lachte grausam. „Was erwartest du auch von jemandem mit ihrem Hintergrund? Die gehört in die Küche, nicht an den Esstisch.“ Guila hielt sich die Hand vor den Mund und kicherte leise. „Das muss so anstrengend für dich sein, Nicola. Jeden Tag mit so einer Inkompetenz klarzukommen.“ „Es ist ein Albtraum“, stimmte Nicola zu und hob sein Glas. Seine Stimme wurde etwas ruhiger. „Geh in die Küche, Alessia. Bring die Vorspeisen.“ Mein Gesicht brannte vor blanker Demütigung. Sie behandelten mich wie bezahltes Personal. „Ja, Nicola“, flüsterte ich, drehte mich um und ging zurück in die Küche. Ich lehnte mich an den kalten Kühlschrank, presste beide Hände gegen meine Seite und versuchte, die Tränen zurückzuhalten. Ich hörte sie im Esszimmer lachen. Nicolas tiefes, volles Lachen vermischte sich mit Guilas hohem Gekicher. Ich blieb lange in der Küche, richtete das Essen an und wurde von der Familie, für die ich meinen eigenen Körper geopfert hatte, komplett ignoriert. „Entschuldigung, Lavina“, hörte ich Guilas Stimme den Flur entlangschweben. „Könnten Sie mir zeigen, wo das Badezimmer ist?“ „Den Flur entlang rechts, Liebes“, antwortete Lavina. „Eigentlich zeige ich es dir“, sagte Nicola sofort. Ich hörte, wie sein Stuhl über den Boden schabte, als er aufstand. „Das Licht im Gästeflur spinnt.“ „Oh, mein Held“, kicherte Guila. Ich lauschte ihren Schritten den Korridor entlang. Zehn Minuten vergingen. Dann fünfzehn. Lavina und Emilia unterhielten sich laut im Esszimmer, völlig unbeeindruckt davon, dass der Hausherr mit der Gästin verschwunden war. Ein übler Geschmack breitete sich in meinem Magen aus. Ich wischte mir die Hände an einem Handtuch ab, ignorierte den Schmerz im Bauch und ging langsam aus der Küche. „Nicola?“ rief ich leise. Keine Antwort. Ich ging weiter. Die Badezimmertür stand weit offen, das Licht war aus. Sie waren nicht da. Wo konnten sie sein? Ich ging bis ans Ende des Flurs, wo Nicolas privates Arbeitszimmer lag. Langsam näherte ich mich. Je näher ich kam, desto deutlicher hörte ich ein Geräusch. Ein leises, atemloses Stöhnen. „Nicola…“ flüsterte Guilas Stimme aus dem Zimmer. Es war kein Kichern mehr. Es war verzweifelt. Keuchend. „Du treibst mich in den Wahnsinn“, knurrte Nicolas raue, dunkle Stimme als Antwort. Ich konnte nicht atmen. Der Flur begann sich zu drehen. Langsam, mit zitternder Hand, streckte ich die Finger aus und legte sie flach gegen das Holz der Arbeitszimmertür. Ich drückte sie auf – und in dem Moment zerbrach mein Herz vor Schmerz. Es fühlte sich an, als wäre die ganze Welt auf meinen Schultern zusammengestürzt. „Was zum Teufel—“Kapitel 4ALESSIA Genau sieben Tage waren vergangen.Sieben Tage, seit ich meinen blutenden, gebrochenen Körper aus Nicolas Villa in den eiskalten Regen gezogen hatte. Sieben Tage, seit meine gesamte Realität zerbrochen war.Und sieben Tage, seit Lorenzo, der mächtigste Milliardär, das Muttermal an meinem Hals gesehen und erkannt hatte, dass ich die Tochter war, um die er fünfundzwanzig Jahre lang getrauert hatte.Meine Wunden von der Nierenoperation heilten endlich. Ich sah in den Spiegel und erkannte die Frau, die mir entgegenblickte, kaum wieder.Nora hatte ein Team exklusiver Pariser Stylisten kommen lassen. Ich trug ein maßgeschneidertes, mitternachtsschwarzes Abendkleid.Ein leises Klopfen hallte durch den Raum.„Herein.“In der vergangenen Woche hatte ich alles über den Mann erfahren, der jetzt vor mir stand. Stefano war nicht Lorenzos leiblicher Sohn; er war im Alter von zehn Jahren aus einem Waisenhaus in London adoptiert worden. Aber er lebte nicht vom Lorenzo-Namen. Stefan
Kapitel 3ALESSIADer eiskalte Regen prasselte gegen die riesigen Glasfronten des Luxus-Einkaufszentrums draußen.Ich hatte keinen Mantel. Ich hatte keine Tasche. Alles, was ich besaß, war mein Handy, das ich mit zitternder Hand umklammerte, und die wenigen Dollar, die noch auf meinem digitalen Konto waren. Ich brauchte nur Gaze. Ich brauchte starke Schmerzmittel. Ich musste die Blutung stoppen, bevor ich auf dem Boden zusammenbrach.Ich bog zu schnell um die Ecke; mein Fuß rutschte leicht auf dem Boden aus.Ich krachte direkt gegen eine feste, breite Brust. Zwei starke, ruhige Hände fingen mich an den Oberarmen und hielten mich vorsichtig aufrecht.„Es tut mir so leid“, keuchte ich, die Stimme brach, während ich nach Luft rang und aus reiner Panik verzweifelt versuchte, mich loszureißen. „Es tut mir so leid, ich habe Sie nicht gesehen, ich—“„Ganz ruhig, Kind.“Ich zwang meinen Blick nach oben. Der Mann, der mich festhielt, war älter, vielleicht Ende fünfzig, gekleidet in einen anthr
Kapitel 2ALESSIA Nicola hatte Guila an die Kante seines massiven Schreibtisches gepresst. Seine Hände umklammerten fest ihre Taille, und sein Gesicht war tief in ihrem Hals vergraben. Die Träger ihres engen roten Kleides waren von den Schultern gerutscht und ließen ihre Haut unter dem schwachen Schein der Schreibtischlampe gerötet und entblößt zurück.„Nicola“, brach meine Stimme. Das Wort riss mir wie zerbrochenes Glas aus der Kehle.Nicola erstarrte.„Ich habe dir ausdrücklich gesagt, du sollst in der Küche warten, Alessia“, sagte Nicola. Seine Stimme war vollkommen ausdruckslos, als hätte ich lediglich ein Geschäftsgespräch gestört.„Du bist mein Mann. Wie… wie konntest du mir das antun?“„Und du bist eine Plage“, spuckte er zurück und richtete beiläufig die Manschetten seines Hemdes.Guila machte sich nicht einmal die Mühe, ihr Kleid hochzuziehen. Sie blieb an den Schreibtisch gelehnt, ein bösartiges, triumphalen Grinsen auf den glänzenden Lippen, während sie mich von oben bis u
Kapitel 1Alessia„Alessia!“„Alessia!!“Lavina hatte meinen Namen schon tausendmal gebrüllt, während ich hier stand und vor Schmerzen kaum atmen konnte.Es waren erst acht Tage her seit der Nephrektomie. Acht Tage, seit sie mich aufgeschnitten und meine linke Niere rausoperiert hatten, um das Leben meines Mannes zu retten.„Alessia, sag mir nicht, dass du immer noch so tust?“Ich zuckte zusammen. Meine Schwiegermutter Lavina stand im Küchentürrahmen, die Arme vor ihrem Designer-Kleid verschränkt. Die Lippen zu einem harten, trockenen Lächeln verzogen.„Ich habe nur kurz Luft geholt, Lavina“, sagte ich endlich.„Ach, Alessia, das ist doch Quatsch.“ Lavina rollte genervt mit den Augen. „Glaubst du etwa, du bist die einzige Frau auf der Welt, die mal operiert wurde? Du bist einfach nur… schwach.“„Lavina“, brachte ich mühsam heraus, „mir wurde ein Organ aus dem Körper geschnitten. Ich habe Nicola meine Niere gegeben. Und der Arzt hat gesagt, ich soll mich schonen.“ Ich flüsterte die let











