แชร์

Kapitel 4

ผู้เขียน: Peachy
Ich stemmte mich vom Boden hoch und klopfte den Staub von meinem seidenen Nachthemd.

Das Feuer warf einen warmen Schein auf mein Gesicht, doch meine Stimme war eiskalt.

„Schon gut. Ich habe sie geöffnet und dachte, ich hätte Schimmel gesehen. Also habe ich sie verbrannt.“

Als er sah, wie ich mich aufrappelte, wurde ihm klar, dass er zu weit gegangen war.

Er holte tief Luft.

„Alles in Ordnung? Tut mir leid, ich war … außer mir. Ein ganzes Jahrhundert haben wir daran gesammelt. Die Schatulle sollte bei unserer Blutbandzeremonie vor dem ganzen Bund stehen. Warum hast du sie einfach verbrannt?“

„Wenn etwas geschimmelt war, hättest du auf mich warten können. Oder mir schreiben. Ich hätte mich darum gekümmert.“

Dieser Mann war nicht mehr der Junge, der mir einst geschworen hatte, mich für alle Ewigkeit zu beschützen.

Ich konnte ihn nicht einmal mehr ansehen.

„Du warst lange nicht mehr hier. Bestimmt hast du viel um die Ohren. Ich wollte dich mit so etwas nicht behelligen.“

„Und, Kaelan –“ Ich lächelte, kalt wie ein Grab. „Nichts davon war jemals für mich. Ein ganzes Jahrhundert lang hast du die Welt nach jedem Rosenschatz durchkämmt. Aber kein einziges Mal hast du innegehalten und gefragt…“ Ich hielt inne. Die Stille dehnte sich zwischen uns. „… was mir eigentlich gefällt.“

Seine Pupillen verengten sich. „Was soll das heißen?“

Ich sah ihm in die Augen und sagte, Wort für Wort: „Ich hasse Stygische Rosen.“

Er stand neben mir, den Blick schuldbewusst gesenkt.

Die Ironie war kaum zu ertragen.

Er spielte den hingebungsvollen Liebhaber, kannte aber nicht einmal die Lieblingsblume der Frau, mit der er ein Jahrhundert verbracht hatte. Dafür wusste er jede Vorliebe einer menschlichen Assistentin, die er erst vor ein paar Monaten kennengelernt hatte.

Ich drehte mich um und wollte gehen. Er hielt es für einen Wutanfall. Er griff nach meinem Arm und zog mich an sich.

Seine kalte Gegenwart umschloss mich. Es schüttelte mich.

Er ließ nicht los. Seine Stimme wurde weich vor Sorge.

„Hast du deine Kraft noch nicht zurück? Es tut mir leid. Ich gebe zu, ich habe dich in letzter Zeit vernachlässigt. Wenn die nächsten Tage rum sind, suchen wir zusammen neue Geschenke aus – welche, die dir wirklich gefallen. Einverstanden? Das Doppelte, versprochen!“

Einst hätten diese Worte gereicht, und ich hätte ihm sofort verziehen.

Doch nachdem ich beinahe an den Silberglöckchen zugrunde gegangen war, wollte ich nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Er hatte mein tödliches Gift vergessen – wegen einer anderen Frau. Ich konnte mir diese Liebe nicht länger schönreden.

Als er sich beruhigt hatte, löste ich entschlossen seine Arme von mir.

„Entschuldige dich nicht. Wenn es dir wirklich leidtut, dann mach es mit einer richtigen Jahrhundertfeier wieder gut.“

Mein Jubiläum war unter den Tisch gefallen, weil er zu sehr mit seinem Bund beschäftigt gewesen war.

Doch ich würde in zwei Tagen abreisen. Ich wollte eine letzte Feier – mit ihm.

Meine Bitte war so schlicht, dass sie ihn zu verunsichern schien.

Ein Anflug von Unbehagen huschte über sein Gesicht.

Er nickte, setzte an, etwas zu fragen – doch sein Telefon klingelte.

Er warf einen Blick auf das Display und sprach gehetzt.

„Die Ältestensitzung wurde vorverlegt. Ich muss los. Sobald die Verteilung des synthetischen Bluts geregelt ist und deine Familie die ‚Karmesinrote Krone‘ stützt, läuft alles. Warte heute Nacht nicht auf mich. Ich mach's wieder gut, versprochen.“

Die Worte sprudelten aus ihm heraus, während er sich bereits rückwärts entfernte.

Noch bevor der Satz zu Ende war, hatte er sich in Nebel aufgelöst und war durch das Tor verschwunden.

Ich stand da und lauschte, wie sein Klingelton in der Nacht verklang.

Sylvias Klingelton. Ich kannte ihn.

Doch ich sagte nichts.

Am nächsten Abend war die große Halle des Anwesens aufgedonnert dekoriert.

Sylvia trat als „Planungsassistentin für die Feier“ auf.

Sie scheuchte die Diener herum, die billige Dekoration aufhängen mussten.

Plastikblumen, kitschige Girlanden und Luftballons, die aussahen wie vom Wühltisch.

„Frau Silbermond, wie gefällt Ihnen die Dekoration?“, fragte sie mit zuckersüßem Lächeln. „Ich habe die leidenschaftlichsten Farben ausgewählt – passend zum Jahrhundert der Liebe zwischen Ihnen und Kaelan.“

Ich betrachtete den Jahrmarkt vor mir und empfand nichts.

„Ganz dein Stil.“

Die Nacht brach herein, und die sogenannte „Jahrhundertfeier“ begann.

Nur eine Handvoll Bundesmitglieder war erschienen. Die meisten tuschelten untereinander.

Ich wusste, worüber sie redeten.

„Der Herr ist da!“

Kaelan erschien schließlich, in einem schwarzen Anzug mit steifem Kragen.

Er kam auf mich zu und griff nach meiner Hand.

Da bemerkte ich Sylvia. Sie stand in der Menge, eine Kette um den Hals.

Eine Mondsteinkette.

Die Mondsteinkette meiner Familie. Ein Erbstück.

Vor drei Monaten hatte ich sie verloren. Ich hatte alles auf den Kopf gestellt.

Sie also hatte sie die ganze Zeit gehabt.

„Frau Silbermond“, sagte Sylvia und kam herüber, als sie meinen Blick bemerkte. „Sind Sie zufrieden mit der Feier? Ich habe mir solche Mühe gegeben.“

Sie spielte mit dem Mondstein an ihrem Hals und lächelte – süß und herausfordernd zugleich.

„Wunderhübsch“, sagte ich mit eiskaltem Blick. „Fälschungen stechen eben immer ins Auge.“

Kaum war das letzte Wort gesprochen, riss Sylvia einen silbernen Brieföffner vom nächsten Tisch.

„Ich weiß, dass Sie mich nicht ausstehen können!“, schrie sie. „Aber ich habe nichts Falsches getan!“

Im nächsten Moment rammte sie sich die Klinge in den eigenen Arm.

„Aah–!“

Blut schoss aus der Wunde. Sie sackte zu Boden und schluchzte hemmungslos.

„Sylvia!“

Kaelan war im Nu da. Eine Druckwelle seiner Kraft traf mich und schleuderte mich mehrere Schritte zurück.

„Hast du den Verstand verloren?!“, fauchte er. Seine Augen glühten karmesinrot, während er sich schützend vor sie stellte. „Sie ist ein zerbrechlicher Mensch! Was fällt dir ein, sie anzugreifen?!“

Er riss die zitternde Sylvia an sich und verschwand in die Nacht, ohne mich eines Blickes zu würdigen.

Die Gäste tauschten beklommene Blicke, dann gingen sie. Einer nach dem anderen.

In weniger als einer halben Stunde war ich allein. Die riesige Halle – leer.

Die ganze Nacht saß ich dort.

Am Morgen brachte ein Diener eine Torte.

Schwarzwälder Kirschtorte. Eine einzige weiße Kerze.

Ich schenkte mir ein Glas gereiftes Blut ein und hob es.

„Auf unser Jahrhundert.“

Ich leerte das Glas und blies die Kerze aus.

Mein Countdown war abgelaufen.

Ich zog meinen Koffer durch das Haupttor hinaus.

Im Wagen zum Flughafen holte ich mein Telefon hervor und schickte Kaelan eine letzte Nachricht.

„Unser Jahrhundert ist vorbei.“

Ein einziger Satz. Darin hundert Jahre meiner Jugend – und mein endgültiger Abschied von Kaelan.

Das Flugzeug hob ab. Sofort vibrierte mein Telefon ohne Unterlass – seine Anrufe, einer nach dem anderen.

อ่านหนังสือเล่มนี้ต่อได้ฟรี
สแกนรหัสเพื่อดาวน์โหลดแอป

บทล่าสุด

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 10

    Die Blutmondkapelle erstrahlte im Lichterschein.Auf dem uralten Altar warteten zwei Kristallkelche auf den heiligen Ritus. Das Licht des Blutmondes fiel durch die Buntglasfenster und tauchte alles in einen gespenstischen roten Schein.„Prinzessin Rosalie vom Haus Silbermond, Fürst Damien vom Obsidianthron – tretet vor“, sprach der Hohepriester. Seine Stimme war tief und getragen.Da eilte meine Tante Elara herein. Sie trug ein prächtiges violettes Kleid, die Augen feucht vor Freude.„Meine liebe Nichte“, flüsterte sie und küsste meine Stirn. „Mögest du wahres Glück finden.“Damien und ich traten Seite an Seite vor den Altar.„Reicht einander die rechte Hand“, sagte der Hohepriester.Ich streckte meine Hand aus. Damiens Handfläche legte sich auf meinen Handrücken.Kalt. Aber fest.„Im Angesicht des Blutmondes, bei den uralten Schwüren, die wir ablegen…“Der Hohepriester begann die heiligen Worte des Blutbandes zu sprechen.Gerade als er zum Schnitt ansetzte –„Halt! Ich widerspreche!“

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 9

    Ich löschte Sylvias Nachricht. Kein Wort davon glaubte ich.Jetzt das Opfer spielen? Zu spät.Gerade als die Maskenbildnerin meinen Kopfschmuck richtete, klopfte es an der Tür.„Hoheit, eine Zustellung für Euch“, sagte der Butler mit einer Verbeugung.„Jetzt?“ Ich runzelte die Stirn. „Wer schickt am Tag einer Blutbandzeremonie etwas?“Der Butler reichte mir ein Samtkästchen, umwickelt mit einem blutroten Band.Auf der Karte standen nur drei Worte: Für meine Prinzessin.Meine Hand zitterte.Dieser Name. Meine Prinzessin. Ein ganzes Jahrhundert lang hatte nur Kaelan mich so genannt. Es war sein Wort für mich gewesen.„Hoheit?“, fragte die Maskenbildnerin leise. „Soll ich öffnen?“Ich holte tief Luft und löste das Band.In der Schatulle lag eine einzige, makellose Stygische Rose.Keine gewöhnliche Blume. Eine ewige Blüte, eingeschlossen in klarem Kristall.Die 999.Die letzte, die er mir je versprochen hatte.Auf der Rückseite der Karte eine einzige handgeschriebene Zeile:„Verzeih die Ve

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 8

    „Lasst Vater und Mutter nichts davon hören“, sagte ich leise. „Ich nehme das Gespräch in meinem Zimmer entgegen.“Sie nickte und führte meinen Vater hinaus.Ich schloss die Tür und nahm ab.„ROSALIE!“Kaelans Brüllen hätte mir fast das Trommelfell zerrissen.„Was zum Teufel soll das?! Ein Porträt mit einem anderen Mann? Hast du völlig den Verstand verloren?!“Ich ließ seine Raserei über mich ergehen.„Wer ist dieser Damien? Was hat er mit dir zu schaffen?“ Seine Stimme war schwer vor Wut und Besitzgier. „Du wagst es, mich zu hintergehen?!“„Hintergehen?“ Ich lachte auf – kurz, kalt und spöttisch. „Mit welchem Recht nimmst du dieses Wort in den Mund, Kaelan?“„Du kommst sofort zurück! Auf der Stelle!“ Er befahl es wie einem Untergebenen. „Ich verbiete dir jeden Kontakt mit einem anderen Mann!“„Du verbietest mir?“ Ich holte tief Luft. Meine Stimme war eiskalt. „Kaelan, unser Jahrhundert ist vorbei. Was ich tue, geht dich nichts mehr an.“„Was heißt hier vorbei? Was redest du da für eine

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 7

    „Die Prinzessin von Silbermond.“ Seine Stimme war ein tiefes, magnetisches Raunen, durchzogen von der eisigen Eleganz einer längst vergangenen Zeit. „Willkommen am Obsidianthron.“Er neigte kaum merklich den Kopf. Der Gruß eines Fürsten.Meine Mutter flüsterte aufgeregt neben mir: „Was für ein Mann!“„Fürst Damien“, mein Vater trat vor. „Wir danken Euch, dass Ihr diese Verbindung angenommen habt.“„Die Ehre ist ganz meinerseits.“ Damiens Blick ruhte unverwandt auf mir. „Ein Bündnis mit dem Haus Silbermond ist ein Privileg.“Eine Zofe in prachtvollem Gewand trat heran. „Hoheit, wenn Ihr mir bitte folgen würdet. Euer Zeremonienkleid wartet.“In einem Ankleidezimmer ganz oben im Schloss hatte eine Schneiderin ein Kleid für mich vorbereitet.Es war ein Kleid aus flüssigem Mondlicht – so wirkte es zumindest. Der Stoff schimmerte wie ein Band aus Sternen und fiel in weichen Bahnen bis zum Boden. Bei jeder Bewegung wogte der Rock wie Wasser.Ich stand vor dem Spiegel und betrachtete mein Spie

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 6

    „Vater, Mutter, ich kümmere mich um alles“, sagte ich, wischte mir die Tränen ab und zwang meine Stimme zur Ruhe. „Diese arrangierte Verbindung… Ich werde mich nicht dagegen sträuben.“Meine Eltern tauschten einen Blick – sichtlich erleichtert.„Gut.“ Mein Vater nickte. „Ich wusste, dass sich unsere Tochter nicht ewig von diesem Dreckskerl blenden lässt.“„Erzähl mir von Kaelan“, bat ich. „Alles.“Ein kaltes Funkeln trat in die Augen meines Vaters. „Wer als Anführer von den Ältesten anerkannt werden will, muss in eine uralte Familie einheiraten. Das ist seit tausend Jahren so.“„Er hat sich an dich herangemacht, weil er die Macht und den Namen unserer Familie brauchte.“„Ohne dich“, setzte meine Mutter hinzu, die Stimme schneidend vor Empörung, „hätte die Karmesinrote Krone nie einen Sitz im Nachtrat bekommen. Dieses undankbare Geschöpf hat ein ganzes Jahrhundert lang deine Liebe ausgebeutet, unsere Familie ausgepresst, und jetzt wagt er es –“Klingeling – klingeling – klingeling –Ein

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 5

    Wie lange war es her, dass er meinetwegen so außer sich gewesen war?Fünfzig Jahre? Achtzig? Vielleicht länger.In meiner Erinnerung waren wir immer unzertrennlich.Wir kannten einander besser als irgendjemand sonst auf der Welt.Ich hatte ihm alles gegeben. Alle Mittel meiner Familie, ohne zu zögern.Er war sich so sicher gewesen, der nächste Anführer des Bundes zu werden. Ich war mir so sicher gewesen, an seiner Seite zu stehen. Mein ganzes Leben hatte ich auf ihn ausgerichtet.Niemals würde ich ihn verlassen.Und genau deshalb konnte er mich bedenkenlos verletzen. Bedenkenlos vor meinen Augen eine andere Frau umgarnen.Mein Telefon blinkte ohne Unterlass.Kaelans Worte hallten in meinem Kopf nach. So überheblich. „Rosa, ohne mich bist du verloren“, hatte er einmal gesagt. „In dieser Nachtwelt kann nur ich dich beschützen. Nur ich kann dir geben, wonach du dich wirklich sehnst.“Lächerlich.Ich sperrte seine Nummer.Der Wagen glitt über die Autobahn. Ich begann, ihn aus meinem Leben

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 3

    Nachdem ich aufgelegt hatte, ging ich zurück in mein Atelier.Mein Telefon kam nicht zur Ruhe.Ich öffnete das interne Netzwerk des Bundes – das „Nachtsauge“. Die Nachrichten überschlugen sich.Der angepinnte Beitrag sagte alles.Verfasst von: Sylvia_MenschDas Foto zeigte Kaelan, wie er hochkonzent

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 2

    Kaelan war nicht allein. Sylvia war bei ihm.Die zerbrechliche Menschenfrau hing matt an seinem Arm, als könnte sie jeden Moment in sich zusammensacken.Doch was mich wirklich traf, war das, was sie bei sich trugen: Einkaufstüten und ein Schlüssel.Ein goldener Wohnungsschlüssel, der im Mondlicht gl

  • Ein Jahrhundert Liebe, zu Asche verbrannt   Kapitel 1

    In dem Moment, als meine Mutter begriff, dass es zwischen mir und Kaelan vorbei war, begann sie, die Verbindung in die Wege zu leiten.Ich hatte mich gerade aus dem Heilbecken der Gruft geschleppt. Das Gift der Silberglöckchen sickerte noch immer durch meine Adern. Jede Faser meines Körpers schmerzt

บทอื่นๆ
สำรวจและอ่านนวนิยายดีๆ ได้ฟรี
เข้าถึงนวนิยายดีๆ จำนวนมากได้ฟรีบนแอป GoodNovel ดาวน์โหลดหนังสือที่คุณชอบและอ่านได้ทุกที่ทุกเวลา
อ่านหนังสือฟรีบนแอป
สแกนรหัสเพื่ออ่านบนแอป
DMCA.com Protection Status