MasukKapitel 300Ninas SichtDas schwere rote Satinbett krachte mit einem ohrenbetäubenden metallischen Knall auf den polierten Holzboden. Ein plötzlicher Schwall Meeresluft strömte durch den Raum. Die dicken Samtvorhänge rund um das Bett bewegten sich leicht im schwachen Pulsieren der violetten und roten Neonlichter und warfen lange, dramatische Schatten über die luxuriöse Suite.Die bewaffneten Frauen, die den gesamten Raum umstellt hatten, brachen sofort in lauten Applaus aus. Sie klatschten in die Hände. Ihr helles Kichern und ihre verspielten Jubelschreie hallten wie bei einer bizarren Feier von den samtverkleideten Wänden wider.Ich starrte das riesige, runde Bett entsetzt an. Kalter Schweiß trat mir im Nacken aus, und mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein gefangener Vogel, der verzweifelt versuchte, sich zu befreien. Mein Atem stockte, als mir die schreckliche Realität der Situation mit erdrückender Wucht bewusst wurde.Ich blickte zu der großen Kommandantin auf und schluckt
Kapitel 299Ninas SichtMeine Augen flackerten auf, begleitet von dem sanften, rhythmischen Wiegen des Meeres.Ein beruhigendes, warmes Gefühl breitete sich auf meiner Haut aus. Ich lag auf einem plüschigen Velours-Massagetisch in einem luxuriösen, sonnigen Raum, der mit goldenen Spiegeln ausgekleidet war. Zwei wunderschöne Frauen in kurzen Seidenroben trugen aromatische Öle auf meine Schultern und Arme auf, was sich wie eine hochklassige Wellnessbehandlung anfühlte.Ich blinzelte schnell und schob den schwindelerregenden Nebel aus meinem Gehirn beiseite, als die Erinnerungen an das eiskalte Ozeanwasser in meinen Verstand zurückfluteten. Ich richtete mich abrupt auf, schnappte nach Luft und klammerte mich mit dem Seidenlaken an meine Brust.„Wo ist Nikolai?“, fragte ich mit rauer, verzweifelter Stimme, während ich den ungewohnten Raum musterte. „Wo habt ihr ihn hingebracht?“Die beiden Frauen stoppten ihre Bewegungen und tauschten einen langen, ernsten Blick aus, bevor sie sich wieder
Kapitel 298Nikolais SichtKlick.Der letzte Stift im Inneren des schweren Metallgehäuses rastete ein. Der massive Schließmechanismus gab mit einem leisen metallischen Klacken nach, und die schwere Zellentür öffnete sich einen winzigen Spalt.Ich hielt im Schatten der dunklen Zelle den Atem an. Meine Finger ließen den dünnen Metalldraht los. Ich wollte gerade die Tür aufdrücken, an den beiden abgelenkten Wachen vorbeischlüpfen und lautlos im Flur verschwinden.Doch ich hatte noch nicht einmal einen Fuß aus der Zelle gesetzt, als das Geräusch feuchter, atemloser Küsse plötzlich verstummte.Die beiden Frauen, die sich gerade noch gegenseitig die Brüste geküsst und ihre Hüften an den Gitterstäben aneinandergerieben hatten, brachen in helles, melodisches Gelächter aus. Geschmeidig lösten sie sich voneinander, wischten sich mit den Handrücken über den Mund und drehten sich mit breiten, schelmischen Grinsen zu mir um.Die blonde Wache kicherte, warf ihr Haar über die Schulter und stemmte be
Kapitel 297Nikolais SichtIch saß auf dem kalten Stahlboden der Arrestzelle, den Rücken fest gegen die Metallwand gepresst.Ich griff nach unten, um den provisorischen Verband zu inspizieren, den ich aus meinem Hemd gerissen hatte. Das straffe Tuch um meinen rechten Oberschenkel war dunkelrot durchtränkt, aber der starke Druck hatte schließlich seine Arbeit getan. Die tiefe Messingwunde hörte auf, heftig zu bluten, und ging in einen langsamen, dumpfen pochenden Schmerz über, den ich problemlos ausblenden konnte. Mein taktisches Training setzte ein und erlaubte es mir, die körperliche Agonie ganz an das Ende meines Bewusstseins zu drängen.Meine Priorität war klar. Ich musste aus dieser Zelle herauskommen, Nina finden und einen Weg von diesem seltsamen Schiff sichern, bevor Dante und Enzo den gesamten Quadranten in Stücke sprengten.Ein leises Klicken hallte durch den Flur, gefolgt von dem rhythmischen Tappen von High Heels auf den polierten Dielen.Ich hob den Kopf und erwartete, das
Kapitel 296Dantes SichtIch stand am Rande der nassen Landebahn und blickte auf die vierzig bewaffneten Männer, die stramm vor mir antraten. Der Ozeanwind trug den Geruch von brennendem Kerosin über den Tarmac, doch mein Geist war völlig auf das kalte Meer fixiert.„Hört mir ganz genau zu“, sagte ich, und meine Stimme sank in einen so tiefen, furchterregenden Tonfall ab, dass sich bei jedem einzelnen Mann die Wirbelsäule streckte. „Wenn ihr meinen Zorn überleben wollt, müsst ihr mir Nina zurückbringen. Ihr bringt mir ihren Körper zurück, tot oder lebendig. Verstanden?“Der Truppenführer schluckte schwer und neigte abrupt den Kopf. „Und Lord Nikolai, Sir?“„Nikolai ist wenigstens ausgebildet und scharf“, antwortete ich und verschränkte die Arme vor meiner breiten Brust. „Ich vertraue darauf, dass er in jedem Kampf auf sich selbst aufpassen kann. Aber Nina ist da draußen völlig hilflos. Wenn sie ertrinkt oder auch nur eine einzige Kugel ihre Haut berührt, sind eure Leben verwirkt.“Die
Kapitel 295Dantes SichtDas Fahrwerk kreischte über den Asphalt, während dichte weiße Rauchwolken von den brennenden Reifen aufstiegen.Mit aller Kraft meiner Arme riss ich den Steuerknüppel zurück und zwang die beschädigte Nase des Jets auf die versteckte Landebahn. Die Landebahn unserer Privatinsel raste durch den Nebel auf uns zu. Dunkelgrüne Palmen verschwammen hinter den zerbrochenen Cockpitfenstern zu scharfkantigen Schatten.Neben mir blutete Enzo aus einer tiefen Schnittwunde an der Stirn. Seine Knöchel waren weiß, während er die hydraulischen Notsteuerungen manuell betätigte, um den restlichen Treibstoff abzulassen.„Bremsen! Sperr die linke Turbine!“, brüllte Enzo. Seine Stimme durchdrang das ohrenbetäubende Kreischen des sich verbiegenden Metalls. „Sie zieht stark nach Backbord, Dante! Halt sie gerade!“Ich trat mit meinen Stiefeln auf die Notsteuerpedale und kämpfte gegen das bockende Flugzeug an, während es unkontrolliert über den Asphalt schlitterte.Die linke Tragfläch







