Share

Kapitel 5

Author: Carla Cadete
last update Petsa ng paglalathala: 2026-04-09 18:08:00

Kapitel 5

Caio nahm einen Schluck Kaffee, atmete tief durch und sah seinen Bruder an.

„Sie spricht mit dir, als würde sie eine Antwort erwarten.“

Ein dezentes Lächeln erschien auf seinen Lippen.

„Es ist lange her, dass das jemand getan hat.“

Er machte eine Pause und betrachtete Leons regloses Gesicht.

„Ich hoffe, sie macht weiter. Ich glaube … es tut dir gut.“

Er stand auf, zog das Jackett an und richtete den Kragen.

„Ich muss zur Arbeit. Ich komme später wieder.“ Er gab seinem Bruder zwei leichte Klopfer auf den Arm. „Versuch, Ísis nicht zu viel Arbeit zu machen, okay?“

Er verließ den Raum mit der gewohnten Last auf den Schultern.

***

Im Flur ging Rosie gerade in Richtung ihres Zimmers, als Caíos Stimme durch die angelehnte Tür drang.

„Sie ist sehr schön …“

Ihre Schritte stockten. Sie blieb einen Moment reglos stehen und spürte, wie sich ihre Brust schmerzhaft zusammenzog. In zwei Jahren in diesem Haus hatte sie ihn nie über das Aussehen einer Frau sprechen hören. Nie.

Aber es hatten nur wenige Stunden gereicht, damit Ísis etwas in ihm weckte, das sie selbst nie geschafft hatte.

Rosie senkte den Kopf, atmete tief durch und ging weiter, den bitteren Geschmack herunterschluckend, der ihr die Kehle hinaufstieg.

***

Ísis kam mit einer Schüssel warmem Wasser und einem weichen weißen Handtuch aus der Küche zurück. Sie lächelte, als sie Leon genau dort sah, wo Caio ihn zurückgelassen hatte.

„So … Zeit, dieses schöne Gesicht zu pflegen.“

Sie befeuchtete das Handtuch und fuhr damit zärtlich über seine Stirn, dann über die Wangen und den Hals.

„Ich wette, du warst einer von denen, die gemeckert haben, wenn der Bart anfing zu wachsen“, murmelte sie und lächelte für sich allein. Sie fuhr mit dem Handtuch über sein starkes Kinn. „Oder vielleicht mochtest du ihn so … Wie auch immer, du siehst weiterhin gut aus.“

Sie wrang das Handtuch erneut aus und beendete die Pflege mit derselben Sorgfalt. Dann richtete sie die Decke über seinen Beinen.

„Fertig. Jetzt sieht es viel besser aus.“

Sie betrachtete ihn einige Sekunden zufrieden, nahm die Schüssel und wollte gehen.

***

Kurz vor dem Mittagessen blickte Caio in seinem Büro auf den Monitor. Wie gewohnt warf er einen schnellen Blick auf die Kamerabilder und erstarrte.

Eine Frau ging durch die Flure der Villa, als gehöre ihr das Haus. Ohne Zögern, denn sie kannte jeden Raum.

Die Tasse entglitt seiner Hand. Der heiße Kaffee ergoss sich über den Boden.

„Nein …“

Er griff zum Telefon und wählte die Nummer des Hauses.

„Geht ran!“

Niemand antwortete.

„Verdammt, geht ran!“

Auf dem Bildschirm blieb die Frau vor dem Raum stehen, in dem Leon sich befand. Sie drückte die Tür auf und trat ein.

„Nein …“

***

Ísis kam gerade aus der Küche zurück, als sie eine Unbekannte im Zimmer sah.

„Entschuldigung …“

Sie hielt inne, als sie die Frau neben Leon stehen sah. Die Frau streichelte sein Gesicht mit einer Vertrautheit, die Ísis die Stirn runzeln ließ.

„Kann ich Ihnen helfen?“

Die Unbekannte antwortete nicht. Sie umfasste Leons Gesicht mit beiden Händen, beugte sich langsam vor und küsste ihn. Ein langer, besitzergreifender Kuss. Als sie sich zurückzog, blieb ein intensiver Abdruck ihres roten Lippenstifts auf seinen Lippen zurück.

Ísis blieb die Luft weg. Ihr Magen drehte sich um. Auf den Schock folgte erst die Wut.

„Hey! Weg von ihm!“

Die Frau drehte sich langsam um und lächelte, als würde die Situation sie amüsieren.

Ísis sah sich um. Ihr Blick fiel auf den Schürhaken am Kamin. Ohne nachzudenken, griff sie danach und umklammerte den Griff mit beiden Händen.

„Ich habe gesagt, Sie sollen weg von ihm.“

***

Jemand nahm den Anruf entgegen und Caio brüllte ins Telefon:

„Geht ins Wohnzimmer! Es ist eine Eindringlingin im Haus!“

***

Die Frau öffnete in aller Ruhe ihre Handtasche, holte den Lippenstift heraus und zog sich, ohne den Blick von Ísis abzuwenden, vor dem kleinen Spiegel die Lippen nach.

„Ich bin Leons Frau“, sagte sie schließlich mit leiser, beherrschter Stimme. „Caio kann versuchen, mich fernzuhalten, so viel er will.“ Sie lächelte mit kalter Arroganz. „Aber Leon kommt immer zu mir zurück.“

Ísis atmete schnell, ihre Hände zitterten an ihren Seiten. Sie war so angespannt, dass sie ins Englische rutschte.

„Get away from him.“

Die Frau zog eine Augenbraue hoch. Ísis machte einen Schritt nach vorn.

„Sofort.“

In diesem Augenblick stürmten zwei Sicherheitsmänner ins Zimmer und packten die Frau an den Armen. Sie wehrte sich nicht. Sie drehte nur ein letztes Mal das Gesicht zu Leon und lächelte.

„Ihr könnt meinen Körper von hier wegbringen …“, sie machte eine kurze Pause, die Augen blitzend, „… aber er wird mich niemals vergessen.“

Ísis folgte ihrem Blick. Und ihr Herz setzte fast aus.

Zum ersten Mal, seit sie in diesem Haus angekommen war, waren Leons Augen nicht mehr im Leeren verloren.

Sie waren fest auf diese Frau gerichtet …

Patuloy na basahin ang aklat na ito nang libre
I-scan ang code upang i-download ang App

Pinakabagong kabanata

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 161

    Kapitel 161Das Privatflugzeug der Familie Whitmore landete auf einem kleinen Flughafen in der Nähe des Dorfes. Ísis stieg die Treppe der Maschine hinunter, während Leon ihre Hand hielt.Julian und Hanna gingen gleich hinterher, neugierig und ein wenig schüchtern.Liam und Emma schliefen in den Armen von Sofia und Rosie.Ísis atmete tief durch. Die heiße Luft der Wüste brachte Erinnerungen, die keine Fragmente mehr waren.Sie lächelte.„Hier… bin ich neu geboren.“Leon drückte ihre Hand.„Lassen uns denen danken, die sich um dich gekümmert haben.“***Das Dorf empfing die kleine Gruppe mit Überraschung und Freude. Die Menschen begannen sich zu nähern. Die Heilerin war eine der Ersten.Die Alte ging langsam zu Ísis, ihre Augen glänzten vor Emotion. Ísis umarmte sie zärtlich.Die Heilerin streichelte ihre Haare, wie sie es getan hatte, als sie nur eine Frau ohne Namen war. Sie sagte etwas auf Arabisch. Ísis verstand jedes Wort.„Du bist zurückgekehrt… meine Tochter.“Die Tränen liefen ü

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 160

    Kapitel 160Sobald es dämmerte, öffnete Julian langsam die Augen. Er war noch ein wenig schläfrig und rieb sich die Augen. Er drehte sich zur Seite und erstarrte.Die Mutter lag vor ihm und schlief. Ihre Hand blieb mit der des Vaters über ihm und Hanna verflochten.Julian riss die Augen auf.„Mama…“, seine Stimme kam flüsternd.Ísis öffnete langsam die Augen und brauchte einige Sekunden, um zu verstehen, wo sie war. Dann traf sie das Gesichtchen des Sohnes direkt vor dem ihren und lächelte.„Guten Morgen…“Julian sagte nichts und warf sich auf sie. Sie umarmte ihn fest.„Mein Junge…“, sagte sie zwischen den Tränen.Die Bewegung weckte Hanna, die zum Vater blickte und sich dann umdrehte und die Mutter sah.„Mama?“Ísis öffnete einen Arm und blickte zärtlich auf die Tochter.„Komm her, meine Liebe.“Hanna warf sich ebenfalls in ihre Arme. Leon beobachtete schweigend das Wiedersehen. Sein Herz schien zu klein für so viel Glück.Hanna hob das Gesichtchen.„Bist du zurückgekommen?“Ísis st

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 159

    Kapitel 159„Arthur, fahren Sie einfach. Ohne Eile“, sagte Leon zum Fahrer.„Ja, Herr.“Dann betätigte er den Knopf, der die Privatsphäre-Scheibe zwischen ihnen vollständig schloss.Ísis blinzelte mehrmals und blickte dann zu Leon.„Schau mich nicht so an, Liebe. Alles ist in Ordnung.“ Sein Lächeln war ruhig.Er legte einen Arm um ihre Taille, zog sie näher und setzte sie auf seinen Schoß.Sie riss die Augen auf und legte die Hände auf seine Schultern, um das Gleichgewicht zu halten.„Was machst du?“, fragte sie etwas besorgt.Er lächelte zärtlich.„Ich genieße die Tatsache, dass meine Ehefrau endlich zu mir zurückgekehrt ist.“„Ich kann mich noch nicht richtig erinnern…“„Ich weiß.“Seine Augen wanderten zärtlich über ihr Gesicht. Mit großer Vorsicht streifte er eine Haarsträhne von ihrer Stirn.„Ich werde nur das tun, was du erlaubst.“Sie entspannte die Schultern. Sie strich mit den Händen über seine Brust und spürte das Herz, das noch raschte.„Es schlägt immer noch schnell.“„Dei

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 158

    Kapitel 158Währenddessen in der Küche des Whitmore-Anwesens.„Molly!“Eine der Köchinnen kniete sich neben sie.„Bringt Wasser!“Arthur rief erneut an und jemand nahm ab.„Was ist passiert? Geht es ihr gut?“„Herr Arthur?“„Ja!“„Sie ist ohnmächtig geworden.“„Ruft sofort einen Arzt!“„Haben wir bereits.“„Sagen Sie mir Bescheid, wenn sie aufwacht.“Momente nach dem Schreck öffnete Molly langsam die Augen. Sie blinzelte mehrmals und blickte zur Decke.Sie setzte sich so schnell auf, dass sie alle um sich herum erschreckte.„Das Telefon!“Die Köchin übergab das Gerät und sie rief den Mann an.„Molly!“Sie ließ ihn nicht einmal ausreden.„Hast du mich belogen?“„Nein.“„Schwörst du bei Gott?“Arthur wischte diskret eine Träne ab.„Bei meinem Leben. Sie lebt.“Molly legte die Hand vor den Mund. Und begann laut zu weinen, ein Weinen, das aus der Seele zu kommen schien.„Mein Gott… Mein Gott… Sie lebt…“Arthur atmete tief durch.„Sie sitzt in diesem Moment mit dem Chef an einem Tisch in e

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 157

    Kapitel 157Leon blieb einige Sekunden still und bewunderte Ísis’ Gesicht. Er hob leicht ihr Kinn mit den Fingerspitzen.„Möchtest du hier weg?“Sie hielt seinem Blick einige Augenblicke stand und nickte dann.„Ja.“Er lächelte. Ohne ihre Hand loszulassen, stiegen sie hinunter.Richard sah sie und bemerkte, was der Chef vorhatte.Als er ihn zur Ausgangstür gehen sah, trat er an Wilson heran.„Sie können hinter ihnen hergehen. Ich komme mit dem Taxi zurück.“Wilson stimmte nur mit einer Kopfbewegung zu und ging einige Meter hinter dem Paar, und hielt den gewohnten Abstand.Draußen wartete die lange Limousine auf sie.Der Fahrer öffnete die Tür und runzelte die Stirn, als er die Frau sah.Leon half Ísis einzusteigen und setzte sich dann neben sie. Die Stadt begann langsam an den dunklen Fenstern des Fahrzeugs vorbeizuziehen.Keiner von beiden sprach einige Minuten. Leon beobachtete sie nur. Als hätte er Angst, dass sie erneut verschwinden würde. Sehr langsam öffnete er einen Arm.Ísis v

  • Eine unschuldige junge Frau und ein CEO im Rollstuhl   Kapitel 156

    Kapitel 156Ísis erstarrte. Ihr Herz, das bereits aus dem Takt schlug, schien für eine Sekunde stehen zu bleiben.„Was… was hast du gesagt?“Leon blickte weiterhin zu ihr. In seinen eigenen Augen waren zurückgehaltene Tränen.„Wiederhole es“, ihre Stimme kam beinahe flüsternd.Leon spürte, wie die Brust eng wurde.„Kleine Meerjungfrau.“Sie legte die Hand an den Kopf und taumelte. Er hielt sie fest und in dem Augenblick, in dem ihre Körper sich berührten, schloss sie die Augen. Die Tränen begannen herunterzulaufen.„Ich kenne dich…“, sagte sie mit zitterndem Ton.Leon schloss die Augen für eine Sekunde.„Ja…“, seine Stimme versagte wegen der großen Emotion.Am Eingang beobachteten Richard und Wilson die Szene in absolutem Schweigen. Auf der anderen Seite kamen Nikos, begleitet von Clara und Anastasia.Leon streichelte zärtlich ihr Gesicht mit dem Daumen. Wie er es so oft getan hatte, bevor er sie verlor.„Schau mich an.“Sie tat es. Seine Augen waren gerötet.„Du weißt nicht, wer ich

Higit pang Kabanata
Galugarin at basahin ang magagandang nobela
Libreng basahin ang magagandang nobela sa GoodNovel app. I-download ang mga librong gusto mo at basahin kahit saan at anumang oras.
Libreng basahin ang mga aklat sa app
I-scan ang code para mabasa sa App
DMCA.com Protection Status