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Chapter 5: Taylors Sicht

Autor: Crystal L.C
last update Data de publicação: 2026-08-31 00:24:10

Die Stille, die den Raum erfüllte, war erstickend, aber ich bemerkte sie kaum. Alles, was ich sehen konnte, war Nicole, die dort stand, ihre Stimme zitterte, als sie ihre Schwangerschaft verkündete.

Ich hatte immer davon geträumt, eines Tages Kinder zu haben, eine Familie zusammen aufzubauen.

Doch als ich das jetzt hörte, kreiste mein Geist in hundert verschiedene Richtungen, jede dunkler als die letzte.

Ich versuchte, ihr Gesicht zu lesen, zu verstehen, ob irgendetwas davon wahr war. Ich wollte so sehr an sie glauben, aber wie konnte ich? Die Beweise, der Verrat, die Lügen – all das lastete schwer auf mir, zu viel, um es einfach zu ignorieren.

Mein Blick verhärtete sich, aber tief innen spürte ich einen Riss. Für einen Moment wollte ein Teil von mir ihr wieder vertrauen.

Vielleicht irrte ich mich. Vielleicht log sie nicht, und ich war dabei, die Frau, die ich liebte, und unser ungeborenes Kind wegzuwerfen.

Aber bevor ich es auch nur in Betracht ziehen konnte, durchschnitt die Stimme meiner Mutter meine Gedanken. „Du kannst das doch nicht glauben, Taylor! Nach allem, was sie getan hat, glaubst du ihr wirklich? Sie lügt! Siehst du nicht, dass sie alles sagen wird, um dich davon abzuhalten, sie zu verlassen?“

Ich ballte die Fäuste, hin- und hergerissen zwischen Wut und Verwirrung. Nicoles Gesicht zerfiel, und ihre Stimme zitterte, als sie flehte: „Ich lüge nicht! Ich habe es Sarah gesagt. Sie weiß es!“

Sarah, die abseits stand, blickte Nicole kalt an. „Hör auf, mich in dein Netz aus Lügen zu ziehen, Nicole. Du hast mir nichts von einer Schwangerschaft erzählt.“

Ich spürte einen Schub von Wut und dann Leere. Meine eigene beste Freundin bestätigte, was ich die ganze Zeit gefürchtet hatte: Nicole war eine Lügnerin.

Ihr Verrat war so lebendig wie der verletzte Ausdruck in ihrem Gesicht. Ich drehte mich ab, unwillig, sie die Verwüstung sehen zu lassen, die sie verursacht hatte.

„Raus aus meinem Haus“, befahl ich, meine Stimme leise und kalt. Sie zuckte zusammen, als hätte ich sie geschlagen, und dieser winzige, schuldige Teil von mir regte sich, aber ich erstickte ihn.

Sie trat näher, ihre Augen nass vor Verzweiflung. „Taylor, bitte, ich habe dir gerade gesagt, dass ich schwanger bin. Wirfst du mich wirklich raus?“

Ihre Worte waren wie Gift und drehten das Messer tiefer. Ich lachte bitter, hohl. „Ich habe genug von deinen Lügen, Nicole. Ich will dich aus meinem Leben. Ich hasse dich nicht nur – ich verachte dich.“

Als die Worte meinen Mund verließen, spürte ich ihre Endgültigkeit sich über mich legen. Ein Teil von mir fühlte sich zerschmettert, aber ich konnte mir nicht erlauben, so zu fühlen. Sie hatte mich verraten. Sie verdiente jedes bisschen Wut, das mir noch blieb.

„Gut“, flüsterte sie, wischte sich die Augen und stand aufrechter, als riefe sie jede Kraft zusammen, die ihr noch blieb. „Gib mir die Papiere. Ich unterschreibe sie.“

Sie wartete nicht auf meine Antwort. Stattdessen ging sie zum Tisch, unterschrieb die Scheidungspapiere, ohne einen zweiten Blick, und reichte sie mir zurück. Ich starrte auf ihre Unterschrift hinab und konnte kaum glauben, was gerade geschehen war. Es fühlte sich an, als wäre eine ganze Lebenszeit zwischen uns mit einem einzigen, hastigen Kritzel ausgelöscht worden.

„Hier“, sagte sie, ihre Stimme hohl. „Du hast bekommen, was du wolltest.“

Ich nahm die Papiere von ihr und versuchte, meine Fassung zu bewahren. „Lass mich wissen, wohin ich deine Sachen schicken soll.“

Ich drehte ihr den Rücken zu und zwang mich wegzugehen, so schnell wie möglich Distanz zwischen uns zu bringen. Sie war jetzt aus meinem Leben, und ich konnte nicht zurückblicken.

Oben schloss ich mich in meinem Zimmer ein, lehnte mich an die Tür und schloss die Augen. Mein ganzes Leben fühlte sich entwurzelt und verdreht an, und ich erkannte mich selbst nicht mehr. Ich hätte erleichtert sein sollen, frei von der Frau, die mich verraten hatte – aber alles, was ich spürte, war Leere.

Die Schritte meiner Mutter hallten im Flur, als sie kam, um nach mir zu sehen. Sie klopfte, ihre Stimme sanft, aber beruhigend. „Du hast das Richtige getan, Taylor. Sie ist jetzt aus deinem Leben, und du musst dich nicht länger von ihr manipulieren lassen.“

Ich versuchte zu nicken, ihre Worte mich trösten zu lassen, aber tief innen fühlte ich, als fehle mir etwas. Was, wenn Nicole gegen jede Logik die Wahrheit sagte?

Ich ging im Zimmer auf und ab und versuchte, den Zweifel beiseitezuschieben. Sie war eine Lügnerin. Sie sagte mir nur, was ich hören wollte. Aber warum ließ dann dieses nagende Gefühl der Unsicherheit nicht los?

Ich erinnerte mich an den Ausdruck in ihrem Gesicht, als sie sagte, sie sei schwanger, die Verzweiflung in ihren Augen, die Art, wie ihre Stimme gezittert hatte. Sie hatte so aufrichtig gewirkt, so echt ängstlich.

Ich wollte ihr vertrauen, auch wenn ich es besser wusste. Aber was, wenn meine Mutter irgendwie unrecht hatte?

Ich sank auf mein Bett und vergrub den Kopf in den Händen. Mein Herz wollte Nicole glauben, aber mein Verstand schrie, dass sie mich verraten hatte.

Jeder Fetzen Beweis sagte, sie sei schuldig; meine eigene Mutter, meine Familie und Sarah standen alle gegen sie.

Das Klopfen an meiner Tür riss mich aus meinen Gedanken. Es war wieder meine Mutter. „Taylor, Liebling, komm runter. Ich finde, du solltest jetzt nicht allein sein.“

Ich nickte und erhob mich, zwang mich, die Gedanken beiseitezuschieben, während ich ihr die Treppe hinunterfolgte. Alle anderen hatten den Raum verlassen, und wir gingen schweigend in das leere Wohnzimmer.

„Ich weiß, dass das hart für dich war“, sagte sie und legte eine sanfte Hand auf meine Schulter. „Aber du wirst darüber hinwegkommen. Bald wirst du sehen, dass sie nie die Richtige für dich war.“

Ich versuchte zuzuhören, ihre Beruhigung anzunehmen. Aber als ich mich umdrehte, um sie anzusehen, lag etwas in ihren Augen, das mir vorher nicht aufgefallen war; ein Hauch von Triumph, von Genugtuung.

Es hinterließ einen bitteren Geschmack in meinem Mund.

Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich um und ging zum Fenster, beobachtete, wie draußen der Regen begann zu fallen. Es hätte sich nicht so anfühlen sollen.

Nicole zu verlieren hätte mich erleichtert fühlen lassen sollen, aber stattdessen fühlte es sich an, als hätte ich mir gerade ein Stück von mir selbst herausgerissen.

Und just als ich begann, in der Flut der Verwirrung zu ertrinken, sah ich es: Nicole, die die Straße hinuntertaumelte, ihren Bauch umklammerte, ihr Gesicht vor Schmerz verzerrt.

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