LOGINInara Hale dachte, sie heiratet einen Milliardär. Sie ahnte nicht, dass sie seine Obsession heiratet. Jahrelang beobachtete Lucien Mercer Inara aus der Ferne und redete sich ein, es sei nichts weiter als Schuldgefühl. Bis sich sein Stiefbruder, Erik Revani, in sie verliebte. Als Lucien plötzlich ihre Verlobung bekannt gibt, ahnt Inara nicht, dass er diese Entscheidung bereits getroffen hatte, lange bevor sie überhaupt seinen Namen kannte. Nun ist sie in der glamourösen, aber skrupellosen Revani-Familie gefangen, wo Macht ihren Preis hat, alte Wunden nie heilen und jedes Geheimnis ein Opfer fordert. Doch je näher Inara ihrem mysteriösen Ehemann kommt, desto schwerer fällt es ihr zu unterscheiden, ob Lucien sie beschützt... ...oder nur sicherstellt, dass sie ihn niemals verlassen wird.
View MoreAls Inara Noah zum ersten Mal bewusstlos sah, vergaß sie zu atmen. Alles danach geschah nur noch in Bruchstücken.
Das Kreischen der Krankenwagentüren. Behandschuhte Hände, die ihren jüngeren Bruder auf eine Trage hoben. Jemand, der nach einem Trauma-Team rief, während eine andere Stimme Fragen abfeuerte, die sie nicht beantworten konnte.
„Was ist passiert?“
„Wie lange war er bewusstlos?“
„Ist er gegen irgendwelche Medikamente allergisch?“
Sie erinnerte sich nur an eine einzige Sache.
„Da war Blut... Zu viel davon.“ Ihre Stimme brach.
Noahs Kapuzenpullover war komplett durchnässt. Seine Unterlippe war aufgeplatzt, eine Seite seines Gesichts schwoll bereits an, und sein Atem ging in flachen, unregelmäßigen Stößen, als das Notfallteam ihn durch die Doppeltüren mit der Aufschrift NOTAUFNAHME eilte.
„Miss?“ Eine Krankenschwester hielt sie sanft am Arm zurück, bevor sie ihnen folgen konnte. „Wir müssen ihn zuerst untersuchen.“
Inara nickte mechanisch, obwohl sich ihre Beine zu schwach anfühlten, um sie zu tragen.
Die Türen schwangen zu. Und einfach so war Noah aus ihrem Blickfeld verschwunden.
Der Wartebereich roch nach Desinfektionsmitteln und verbranntem Kaffee. Ein hoch an der Wand angebrachter Fernseher zeigte ein Morgenmagazin, das niemand zu verfolgen schien, während irgendwo in der Nähe ein Kind weinte und ein älterer Mann hinter einer Papiermaske hustete.
Inara ließ sich auf einen der Plastikstühle sinken. Erst da bemerkte sie das getrocknete Blut unter ihren Fingernägeln.
Noahs Blut.
Ihr Magen krampfte sich zusammen.
Bitte, lass es ihm gut gehen... Bitte...
Fast vierzig Minuten später kam endlich ein Arzt auf sie zu.
„Der Vormund von Noah?“
Inara schoss in die Höhe.
„Der Zustand Ihres Bruders ist stabil.“
In dem Moment, als diese Worte fielen, wurde Inara klar, dass sie die Luft angehalten hatte. Ihre Lungen brannten. Als das erdrückende Adrenalin schlagartig aus ihrem Körper wich, begannen ihre Hände – noch immer mit Noahs Blut befleckt – unkontrollierbar zu zittern.
„Er hat mehrere Rippenbrüche, eine Gehirnerschütterung und diverse Weichteilverletzungen erlitten. Glücklicherweise gibt es keine inneren Blutungen, die eine Notoperation erfordern würden.“
Sie schloss die Augen. Gott sei Dank...
„Wir möchten ihn zur Beobachtung über Nacht hierbehalten.“
„Natürlich. Danke, Herr Doktor.“
Der Arzt schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln, bevor er wegging und Erleichterung gepaart mit purer Angst in ihrer Brust zurückließ.
Denn das Überleben war nur das erste Problem. Das zweite folgte fünf Minuten später.
„Ms. Hale?“ Die Frau hinter dem Anmeldeschalter schenkte ihr ein höfliches Lächeln. „Wir müssen die Aufnahme Ihres Bruders bearbeiten.“
Inara trat vor und umklammerte den Riemen ihrer abgenutzten Segeltuchtasche. Die Empfangsdame tippte einen Moment lang, bevor sie den Monitor zu ihr drehte.
„Ihre Versicherung deckt einen Teil der heutigen Notfallbehandlung ab.“
Hoffnung flackerte auf...
„Der verbleibende Betrag beläuft sich auf zweitausendachthundertsechsundvierzig Dollar.“
Dann verschwand sie vollständig.
Inara starrte auf den ausgedruckten Kostenvoranschlag. „Wie bitte?“
„Das sind nur die geschätzten Kosten bis morgen früh“, erklärte die Empfangsdame sanft. „Sollten weitere Behandlungen notwendig werden, kann sich der Betrag noch erhöhen.“
Inaras Finger krampften sich so fest um ihr Handy, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie öffnete ihre Banking-App.
Verfügbares Guthaben: 517,38 $
Sie schluckte schwer. Ihr Hals fühlte sich an wie Sandpapier. Das war alles. Ihr Gehalt aus der letzten Woche. Das Geld, das sie für Miete, Lebensmittel und die Stromrechnung, die nächsten Montag fällig war, gespart hatte.
Jeder Cent, den sie besaß.
„Ich fürchte, wir benötigen eine Anzahlung, bevor er in ein privates Zimmer verlegt wird“, sagte die Empfangsdame.
Inara blickte durch die Glasscheibe in den Flur, in dem Noah verschwunden war. Er war neunzehn und sollte sich eigentlich Sorgen um seine College-Prüfungen machen, und nicht darum, ob seine Schwester es sich leisten konnte, ihn in einem Krankenhausbett zu behalten.
„Ich...“ Ihre Stimme versagte. Sie zwang sich zum Atmen. „Können Sie mir ein paar Minuten geben?“
„Natürlich.“
Inara trat vom Schalter weg und lehnte sich gegen die nächste Wand. Sie umklammerte ihr Handy, bis ihre Gelenke schmerzten.
Es musste einen Weg geben. Sie konnte sich Geld leihen, etwas verkaufen, mehr freiberufliche Aufträge annehmen, die ganze Nacht durcharbeiten, wenn es sein musste.
Sie würde eine Lösung finden. Sie musste. Denn was auch immer nötig war, sie würde nicht die einzige Familie verlieren, die ihr noch geblieben war.
Einige Meilen entfernt begann ein weiterer Morgen in völliger Stille. Die Präsidentensuite blickte durch raumhohe Fenster über die Stadt, während sich das Sonnenlicht über polierten Marmor und dunkle Walholzböden ergoss.
Ein unberührtes Frühstück stand auf dem Esstisch neben zwei Kristallgläsern, während ein schwacher Hauch von Parfüm noch in der Luft hing.
Vanessa trat aus dem Schlafzimmer und legte sich Luciens weißes Hemd über die Schultern. „Ich dachte, wir hätten vereinbart, dass du zum Frühstück bleibst.“
Lucien schloss die Manschette seines schwarzen Hemdes, ohne aufzusehen. „Ich kann mich nicht erinnern, dem zugestimmt zu haben.“
Sie lachte leise. Ein bitteres Lachen. „Das tust du nie.“
Sein Handy vibrierte auf dem Nachttisch. Das Display zeigte einen einzigen Namen an.
Declan Hayes.
Lucien ging sofort ran. „Was gibt es?“
Die Stimme seines Assistenten kam ruhig und professionell durch die Leitung. „Es gab einen Vorfall mit Noah Hale.“
Luciens Hand hielt über seiner Uhr inne. „Wie schlimm?“
„Er wurde vor etwa einer Stunde vor ihrem Apartment angegriffen. Mehrere Angreifer. Der Rettungsdienst hat ihn ins St. Gabriel Medical Center gebracht.“
Luciens Gesichtsausdruck blieb vollkommen unleserlich. „Und Inara?“
Es gab eine kurze Pause. „Sie hat eingegriffen.“
Luciens Hand blieb völlig stehen. „Wurde sie verletzt?“
„Sie wurde nicht schwer verletzt, aber einer der Angreifer hat sie während des Überfalls gegen ein Betongeländer gestoßen.“
Eine schwere, erdrückende Stille legte sich über die Suite.
„Sir?“ „Ich bin unterwegs.“
Lucien beendete das Gespräch. Vanessa sah zu, wie er nach seinem Jackett griff.
„Geschäftlich?“
„So etwas in der Art.“
„Rufst du mich an?“
Er war bereits auf dem Weg zur Tür. „Nein.“ Die Tür der Suite fiel leise hinter ihm ins Schloss.
Zehn Minuten später stand Lucien in einem privaten Konferenzraum auf der Vorstandsetage. Declan wartete bereits auf ihn; ein Tablet war bereits mit dem großen Bildschirm verbunden.
Die Aufnahmen der Überwachungskamera begannen ohne Ton.
Ein dunkler Flur eines Wohnhauses. Noah tauchte zuerst auf. Vier Männer folgten. Die Konfrontation dauerte nur Sekunden, bevor die Fäuste flogen. Niemand schien sich darum zu kümmern, dem Jungen zu helfen.
Dann trat Inara ins Bild. Noah!
Sie rannte ohne zu zögern auf sie zu. Sie warf sich zwischen ihren Bruder und die Angreifer.
Einer der Männer stieß sie so hart, dass sie gegen das Betongeländer krachte. Sie fiel auf ein Knie, war aber fast sofort wieder auf den Beinen und griff verzweifelt nach Noah.
Declan pausierte das Video.
„Unser Sicherheitsteam traf vierunddreißig Sekunden später ein. Die örtliche Polizei reagierte etwa zwei Minuten danach.“
Lucien sagte nichts. Sein Blick blieb auf das eingefrorene Bild von Inara fixiert, die neben ihrem bewusstlosen Bruder kniete und eine zitternde Hand auf Noahs blutende Stirn presste.
Declan fuhr fort. „Sie sind jetzt beide im St. Gabriel.“ Er wischte über das Tablet. Ein vorläufiger Krankenhausbericht erschien auf dem Bildschirm. „Mr. Hales Zustand ist stabil.“
Lucien sah endlich weg. „Was ist mit dem Krankenhaus?“
„Sie haben um eine Notfallkaution gebeten.“
„Wie viel?“
„Knapp unter dreitausend Dollar.“
Declan wartete. Er wusste bereits, was nun kommen würde.
„Aktivieren Sie die Mercer Foundation.“
„Das Notfallhilfeprogramm?“
Lucien nickte einmal. „Genehmigen Sie die vollständige Behandlung.“
Declan tippte auf den Bildschirm. „Ich werde das Krankenhaus anweisen, Mr. Hale in den VIP-Flügel zu verlegen.“
„Nein.“
Die Ablehnung kam sofort.
„Standardzimmer“, sagte Lucien. „Der beste Traumaspezialist. Was immer er braucht.“
Declan zögerte, bevor er weiter tippte. „Und die Abrechnung?“
„Die Stiftung übernimmt alles.“
„Wenn Ms. Hale fragt, warum sie ausgewählt wurde?“
„Sagen Sie ihnen, der Fall habe sich im Rahmen der Emergency Recovery Initiative qualifiziert.“
„Sie könnte Nachforschungen anstellen. Und wenn sie herausfindet, dass die Stiftung zu Revani Holdings gehört...“
Lucien richtete den Ärmel seines maßgeschneiderten Jacketts. „Das wird sie nicht.“
Declan zog eine Augenbraue hoch. „Weil?“
Luciens Blick kehrte zu dem eingefrorenen Bild auf dem Bildschirm zurück.
„Weil sie Leute wie mich nicht ansieht.“
Declan sagte nichts. Lucien ließ sein Handy in die Tasche gleiten und wandte sich der Tür zu.
„Beobachten Sie weiter.“
„Das Krankenhaus?“
Lucien hielt an der Tür inne. „Sie.“
Inara starrte ihn an, ihre Brust hob und senkte sich in schnellen, flachen Atemzügen. Die Demütigung brannte in ihrer Kehle, aber das Raubtier, das zwischen ihren Knien stand, hielt alle Trümpfe in der Hand.Langsam, mit quälendem Widerwillen, wanderten ihre zitternden Finger zu dem Knoten an ihrer Taille. Sie löste ihn und ließ den dicken Stoff gerade so weit auseinandergleiten, dass ihre von blauen Flecken übersäten Schlüsselbeine, Rippen und nackten Oberschenkel der kalten Luft und seinem durchdringenden Blick preisgegeben waren.Lucien lächelte nicht. Es gab keine sanfte Entschuldigung in seinen Augen. Er drückte einen Tropfen des klaren, medizinischen Gels auf seine Fingerspitzen.Er trat direkt in ihren persönlichen Raum, seine hoch aufragende Gestalt zwang ihre Knie leicht auseinander, als er bündig an der Kante des Sofas stand. Seine schwieligen Finger berührten den dunklen, aufblühenden Bluterguss an ihrem Schlüsselbein.Inara keuchte auf. Das Gel war eiskalt, aber seine Fing
Der dumpfe, schwere Schmerz in ihrem Unterleib weckte sie noch vor dem Sonnenlicht.Inara schlug langsam die Augen auf. In der riesigen Master-Suite war es still, die schweren Verdunkelungsvorhänge waren noch immer fest gegen das Morgenlicht zugezogen. Sie verlagerte ihr Gewicht, und ein scharfes Einatmen entwich ihren Lippen, als die Reibung der anthrazitfarbenen Laken über die empfindliche, von blauen Flecken übersäte Haut ihrer inneren Oberschenkel und ihres Schlüsselbeins strich.Jede körperliche Empfindung war eine brutale, eindringliche Erinnerung an die vergangene Nacht.Sie drehte den Kopf. Der Platz neben ihr auf dem riesigen Bett war leer. Für eine flüchtige Sekunde überkam sie eine Welle der Erleichterung. Sie dachte, sie wäre allein. Dann hörte sie das leise Klirren von Glas.Inaras Kopf ruckte in Richtung der kleinen Sitzecke am Fenster. Lucien saß in dem dunklen Ledersessel.Er trug noch keinen vollständigen Anzug. Er trug eine dunkle, maßgeschneiderte Hose und ein strah
Inaras Stimme brach bei jedem abwärts gerichteten Stoß. Die Laute, die sie machte, waren kein Widerstand mehr; sie waren der rohe, nasse Beweis dafür, wie gründlich er den Trotz aus ihr heraus fickte.Lucien beobachtete jedes Zucken – ihre Wimpern flatterten, die Lippen geöffnet und glänzend, der glasige Schimmer in ihren Augen ertränkte, was immer an Stolz noch übrig gewesen war.Er hielt eine große Hand leicht um ihre Kehle gelegt, den Daumen über dem hektischen Puls, während die andere ihren Oberschenkel höher schob, bis ihr Knie fast ihre eigene Schulter berührte.Der neue Winkel ließ ihn unmöglich tiefer vordringen. Ein roher, erschrockener Schrei riss aus Inaras Kehle, als der schwere Grat seines Schwanzes hart über die geschwollene Stelle in ihr zog, die ihr Sehvermögen weiß werden ließ.„Spür das“, knurrte er gegen ihren Mund, die Stimme tief und rau vor kontrolliertem Hunger. „Jeder verdammte Zentimeter von dir ist auf meinem Schwanz aufgespannt.
Das Lob hing in der schweren Luft. Inaras Brust zuckte, ein kleines, unwillkürliches Winseln riss aus ihrer Kehle, als die quälende Leere sich dort niederließ, wo seine Berührung eben noch gewesen war.Lucien ließ sie nicht lange warten. Seine großen Hände packten die dünne Spitze an ihren Hüften. Mit einer glatten, abwärts gerichteten Bewegung streifte er die letzte Barriere ab und warf sie auf den Boden. Nun trug sie nichts mehr als die durchsichtigen Seidenstrümpfe, die ihre Oberschenkel hinaufliefen.Er verlagerte sein Gewicht, bewegte sich wieder nach oben, um sie zu bedecken. Seine breite Brust drückte gegen ihre nackte Haut, der harte, warme Muskel erzeugte eine Reibung, die sie keuchen ließ. Er fing beide ihrer Handgelenke in seiner linken Hand, zog sie über ihren Kopf und pinte sie in die anthrazitgrauen Laken. Der Griff war unentrinnbar und zw






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