ANMELDENDiane
Sechs Monate. Mein Körper gehört nicht mehr mir. Er ist zu einem wandernden Tempel geworden, einem Monument aus Fleisch und Blut, das alle übereinstimmend verehren, das aber niemand – schon gar nicht ich – regieren darf. Ich bin ein Schiff mit gespannter Hülle, das auf einem Meer aus Verboten und Vorsichtsmaßnahmen fährt.
Er hat eine ganze Suite im Erdgeschoss einrichten lassen, um die Treppen zu vermeiden. Das &bdqu
AurélieEr akzeptiert es. Er ist sanft, wie versprochen. Vorsichtig, geduldig. Er sucht, führt mit einer nervtötenden und köstlichen Langsamkeit. Der Druck an meinem Eingang wird eindringlicher, fast fragend, dann direkt, entschlossen.Der Schmerz ist ein weißer Blitz. Kurz, scharf, blendend, ein brennender Messerstich, der mich entzweireißt. Ein schrilles, völlig authentisches Stöhnen entweicht meiner Kehle, vom Kissen erstickt. Ein Laut, den ich nicht wiedererkenne, der Laut eines verwundeten Tieres.Er hält sofort inne. Sein ganzer Körper spannt sich, alarmiert.„Geht es? Dio mio, Aurélie, geht es?“Seine Stimme ist ein raues Flüstern, erfüllt von einer Besorgnis, die mir das Herz grausam zusammenschnürt und mich mit einer so tiefen Scham erfüllt, dass mir übel wird.Ich nicke hektisch, die Augen fest geschlossen, Tränen de
AurélieDer Kellner tritt ein, schiebt seinen silbernen Servierwagen. Neutrales Lächeln, ein Blick, der nichts sieht, auf einen Punkt über unserer Schulter geheftet. Das Klappern des Silberbestecks, das Flüstern des feinen Porzellans auf der Marmorplatte. Dann der Geruch. Frischer Kaffee, herb und kräftig. Warme Butter, fast karamellisiert, süße Himbeermarmelade. Der saubere, beruhigende Geruch von Toastbrot. Er erobert den Raum, greift den anderen Geruch an, den fleischlichen, nächtlichen, überdeckt ihn allmählich. Es ist eine körperliche Erleichterung. Ich kann wieder atmen, ohne dass sich mir der Magen umdreht.Lorenzo hat sich aufgesetzt, das Laken bis zur Taille hochgezogen. Er beobachtet die Szene, amüsiert, die Augen noch schwer, aber ein Funkeln von Appetit blitzt darin auf, auf die goldenen Croissants gerichtet.Als wir allein sind, serviere ich den Kaffee. Schwarz, brühheiß, dampfend. Ich reiche ihm die Tasse. Unsere Finger berühren sich. Ein Funke, ein elektrisierender Kont
AurélieDie Tür der Suite schließt sich hinter mir mit einem dumpfen, endgültigen Klicken. Dasselbe Geräusch wie vor einigen Stunden. Aber alles hat sich verändert.Die Luft ist dick, gesättigt. Ein Geruch von warmer Haut, getrocknetem Schweiß, Sex und verschmutztem Leinen. Ihre Nacht. Mein Magen verkrampft sich, zieht sich zusammen bis zur Übelkeit. Das Morgenlicht, golden und scharf, sickert durch die Schlitze der Vorhänge, streift das Halbdunkel und beleuchtet den tanzenden Staub. Es erhellt das Bett. Ein Schlachtfeld. Zerwühlte Laken, Kissen auf den Boden geschleudert, die Decke zu einem Knäuel am Fußende der Matratze. Ein schwarzer Seidenstrumpf hängt schlaff an einer Ecke des Bettpfostens, wie eine verlassene Fahne auf einem Ort der Niederlage.Lorenzo ist da. Auf der Seite liegend, nackt. Der Rücken mir zugewandt. Eine Masse entspannter Muskeln, goldener Haut. Strähnen seines dunklen Haares kleben an seinem feuchten Nacken. Und ich sehe die Spuren. Leuchtend rote, parallele Str
BéatriceDas Wort hallt seltsam nach. Empfänglich. Nicht leidenschaftlich, nicht glühend. Empfänglich. Wie ein Gefäß. Der Gedanke schießt mir durch den Kopf, brennend und demütigend, und doch schürt er das Feuer in mir.Plötzlich zieht er sich zurück, lässt mich leer, zitternd, frustriert. Bevor ich protestieren kann, legt er sich auf den Rücken.„Komm. Ich will dich sehen.“Ich drehe mich um, wankend. Seine Augen leuchten im Halbdunkel, auf mich geheftet. Ich verstehe. Ich setze mich rittlings auf ihn, lasse mir Zeit, spüre jeden Millimeter seiner Erektion an mir, bevor ich mich hinabsenke. Diese Position gibt mir eine Illusion von Kontrolle. Ich lege meine Hände auf seinen Brustkorb, spüre sein Herz unter meinen Handflächen pochen. Und ich beginne mich zu bewegen. Zuerst langsam, kreisend, den Winkel suchend, der Blitze hinter meinen Lidern funkeln lässt. Dann auf und ab, seine ganze Länge nehmend, mich bei jedem Absenken bis zum Hals füllend.Er sieht mich an, fasziniert. Seine Hän
BéatriceSeine Arme, so fest wie Eichenpfähle, tragen mich aus der Dusche. Meine Beine sind aus Marshmallow, mein Kopf ruht weich an seiner Schulter. Die kühle Luft des Badezimmers nach der feuchten Glut lässt mich erschauern. Er sagt nichts, seine Schritte sind lautlos auf den nassen Fliesen. Sanft legt er mich auf das riesige, zerwühlte Bett, auf die zerknitterten Seidenlaken, die noch den warmen Abdruck unserer Körper und den herben Geruch unserer nächtlichen Spiele tragen.Das Morgenlicht, nun klarer, sickert durch die Ritzen der Vorhänge und streift das Dämmerlicht des Zimmers mit blassgrauen Klingen. Ich kann ihn deutlich sehen. Das Wasser perlt auf seiner gebräunten Haut, auf den gespannten Muskeln seiner Schultern, auf dem dunklen Flaum seiner Brust. Er betrachtet mich, wie ich vor ihm liege, nackt, dargeboten, noch zitternd von den letzten Nachwehen des Orgasmus und dem Schock der Dusche. Sein Blick ist nicht länger fragend. Er ist bewohnt, besitzergreifend. Als hätte er gera
BéatriceZuerst sagt er nichts. Sein Blick wandert langsam, akribisch über meinen Körper, als würde er ihn im grellen Licht des Badezimmers inventarisieren. Er sucht nach den rosanen Spuren seiner Hände auf meinen Hüften, seines Mundes auf meinem Hals, nach den Stellen, an denen meine zu heftig gerubbelte Haut scharlachrot geworden ist. Unter diesem prüfenden Blick entzündet sich mein Körper, den ich reinigen, läutern wollte, erneut. Eine heftige Hitze, völlig unabhängig von meinem Willen, steigt aus meinem Unterleib auf und breitet sich in Schockwellen bis zu den Spitzen meiner Brüste aus, die sich verhärten und so trotz mir mein Verlangen verraten.– Du bist ohne ein Wort aus dem Bett gegangen, sagt er schließlich.Seine Stimme dringt über das Rauschen des Wassers, tief, mit einem Unterton von Vorwurf, der sich mit einer spürbaren Verwirrung mischt. Er m
Titel: Ich will dich, mein BodyguardUntertitel: Er wird mir gehören. Seine Professionalität ist eine Herausforderung, seine Gleichgültigkeit eine Beleidigung. Ich bin Diane, und alles gehört mir – außer ihm. Ich sehe das Verlangen, das er zu verbergen glaubt.Klappentext:Jeder vermiedene Blick, j
DIANEDer Ballsaal funkelt unter den Kristalllüstern, ein Ozean aus gedämpftem Gelächter und berechnenden Blicken. Ich bewege mich durch diese Welt wie ein Raubtier in einem wildreichen Revier, aber ich habe nur Augen für eine Beute.Liam. Mein stiller Schatten. Mein Fels. Meine Qual.Er steht drei
ÉvaDie Rückkehr zur Wohnung der Volkov ist ein Trauerzug. Kein Wort wird im Aufzug gewechselt, der zum Penthouse fährt. Die Stille ist ein Bleigewicht, weit schwerer als jede Gewalt. Sie gehen zu beiden Seiten von mir, ihre Präsenz eine Mauer aus Fleisch und Willen, gegen die jeder Fluchtversuch z
EvaDer Morgen dämmert kaum und färbt die luxuriösen Vorhänge in ein kaltes, graues Licht. Ich wache vor ihnen auf. Ihre schlafenden Körper umschließen mich noch immer – Sasha hinter mir, Niko vor mir. Ihre Atemzüge sind tief, tierisch vor Zufriedenheit. Das Gewicht ihrer Arme auf mir fühlt sich an