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Es sind sieben Tage her.
Sieben Tage, dass ich an sie denke wie an ein Fieber, das nicht sinken will.
Sieben Tage, dass ihr Duft, ihre Haut, ihr Atem mich bis in meine Träume verfolgen.Letzte Nacht noch schreckte ich hoch, schweißgebadet, das Herz schlug viel zu schnell. Das Laken klebte an meiner Haut. Neben mir schlief Éléa, friedlich, die Lippen leicht geöffnet, ahnungslos gegenüber dem Sturm, der mir
ANDRÉSie sagt nichts, aber ich spüre in ihrem Körper diese unmerkliche Vibration, bereit, den Kontakt beim kleinsten falschen Schritt abzubrechen.Ich gleite mit meinen Händen ihre Arme entlang, wie um sie an mich zu verankern, und ziehe sie sanft in Richtung Schlafzimmer.Jeder Schritt ist ein Test, ein angehaltener Atemzug, ein stummes Versprechen, dass sie mich nicht loslassen wird.Das Licht des Flurs verschmilzt mit dem Schatten des Raumes.Ich schließe die Tür hinter uns.Die Stille ist schwer, fast greifbar, und doch könnte ich schwören, dass ich ihr Herz schlagen höre.Sie bleibt neben dem Bett stehen.Ich trete näher, lege meine Hände auf ihre Hüften, führe sie, bis sie sich setzt.Ich knie mich vor ihr nieder, nah genug, um das Beben zu spüren, das durch ihre Schenkel geht, als sie meine Schultern streifen.Ihre Augen sind in mei
ANDRÉIch halte einen Moment inne, bevor ich eintrete, meine Hand zittert noch auf der Klinke, als zögerte ich, diese Schwelle zu überschreiten.Es ist spät. Viel zu spät.Als ich die Tür öffne, zieht sich das Licht des Wohnzimmers durch den Flur.Sie sitzt nicht.Sie läuft. Aufgeregte Hin- und Herbewegungen, die Arme um sich geschlungen, die Schritte hastig, als versuche sie, eine aufsteigende Angst zu bändigen.Als sie mich sieht, bleibt sie abrupt stehen.Ihre Augen weiten sich, ihr Gesicht entspannt sich für einen Augenblick.Sie durchquert den Raum mit schnellen Schritten und wirft sich in meine Arme.— Mein Gott... Ich dachte schon, dir wäre etwas zugestoßen...Ihre Finger krallen sich in meine Jacke, ihr Kopf schmiegt sich an meinen Hals.Ich spüre ihren hastigen Atem, ihr Herz gegen meine Brust schlagen.Und dann... sp&
ANDRÉIch bleibe regungslos liegen, neben Camille, spüre, wie ihr langsamer Atem sich auf meiner Haut beruhigt. Jeder Atemzug, den sie nimmt, scheint zerbrechlich, fast heilig, wie ein zarter Faden, der mich an diesem Augenblick außerhalb der Zeit festhält.Ihre halb geschlossenen Lider suchen noch etwas in der Dunkelheit, ein Licht, ein Versprechen, eine Zuflucht. Ich gleite mit einer Hand durch ihre Haare, streiche sanft über ihre Schläfen, als wollte ich ihr wortlos sagen, dass ich da bin, dass ich jetzt nicht gehen werde.Die Last der Müdigkeit zieht sie sanft in den Schlaf hinüber. Ich sehe zu, wie sie sich hingibt, verletzlich, heiter, und zum ersten Mal seit Monaten überkommt mich ein sanfter Friede, fast fremd.Ich weiß dennoch, dass dieser Augenblick zerbrechlich ist. Eine schwebende Parenthese in einem Leben,
ANDRÉDie Luft im Zimmer scheint geladen mit einer greifbaren, fast viszeralen Elektrizität, als ob jedes Teilchen im Rhythmus unserer pochenden Herzen vibrierte. Ich spüre Camilles warmen Atem meine Haut streifen, diesen Atem, geladen mit Versprechen, Erwartung und einem unterdrückten Zorn, der mein eigenes Gleichgewicht schwanken lässt.Ihre Augen lassen nicht von mir ab, ein wildes und brennendes Feuer, das all meinen Widerständen trotzt. Sie kommt näher, jede Bewegung ist eine Einladung, eine Herausforderung an meine gequälte Seele.— Also, André... du willst wirklich so gehen? Ohne einen letzten Kampf?Das Flüstern ihrer Stimme streichelt die Luft, zärtlich und bedrohlich, wie eine Liebkosung, die alle Dämme brechen lässt.Ich balle die Fäuste, kämpfe gegen dieses innere Tumult, gegen dieses Feuer, das grollt und droht, alles zu verwüsten. J
ANDRÉDie Last der Nacht fällt auf mich wie eine bleierne Decke. Neben Camille liegend, spüre ich noch ihren warmen Atem auf meiner Haut, doch eisige Kälte kriecht in die Tiefen meiner Eingeweide. Dieses Schweigen, das uns trennt, ist schwerer als alles, was ich kenne. Es lastet wie eine dumpfe Bedrohung, ein Riss in dem, was ein Moment der Ruhe hätte sein sollen.Ich starre an die Decke, die Augen offen, unfähig, irgendeinen Trost zu finden. Warum verwandelt sich dieses Feuer, das uns vor wenigen Stunden entflammt hat, in glühende Kohlen, die mich von innen heraus verzehren? Warum bringt mich diese Mischung aus Anziehung und Flucht aus dem Gleichgewicht?Ich spüre ihren brennenden Blick auf mir ruhen. Ein harter Blick, voller Erwartung, stummer Vorwürfe. Ich habe nicht mehr die Kraft, ihn zu belügen, diesem Blick auszuweichen.Sie öffnet langsam die Augen. Ihre Pupillen funkeln, schar
ANDRÉIch spüre ihren Körper an meinem, warm, vibrierend, bereit sich hinzugeben. Unsere Blicke verhaken sich, ein stilles Versprechen geht zwischen uns umher, zerbrechlich und mächtig zugleich.Sanft gleiten meine Hände unter ihre Hüften, hebe sie ein wenig an, bette sie behutsam auf das Bett. Ihre Augen flehen mich an, brennend, hungrig. Ich küsse sie mit neuer Intensität, meine Lippen wandern über ihr Gesicht, ihren Hals, ihre Schultern, erkunden jedes Stückchen dargebotener Haut.Sie beugt sich mir entgegen, ihre Hände suchen meine, halten sie fest, als wollte sie mir wortlos sagen, dass sie bereit ist, dass sie auf mich wartet.Ich streichle sie langsam, meine Finger gleiten über ihre nackte Haut und zeichnen Feuerlinien, die ihr Beben wecken. Ihr Seufzen wird zu Stöhnen, tiefen und vibrierenden Lauten, die zwischen den Wänden des Zimmers widerhallen.—
ClaraDie Stadt schien stillzustehen. Es war heiß. Diese schwere, feuchte, fast tierische Hitze die an der Haut klebt wie eine hartnäckige Erinnerung, wie eine unsichtbare Hand im Nacken.Ich ging, ohne wirklich zu wissen, ob ich das Richtige tat. Meine Schritte hallten auf dem Pflaster wie Herzsc
CLARADie Nacht ist hereingebrochen, und mit ihr hat sich etwas befreit.Die Welt da draußen setzt ihren Lärm fort, aber hier, in dieser Wohnung, die im Halbdunkel erstarrt ist, hat sich alles verlangsamt.Die Sekunden dehnen sich, schwebend, erfüllt von einer dumpfen, köstlichen Spannung.Die Art
MayaDie Bibliothek scheint aus der Zeit gefallen, eine weite Kathedrale der Stille, in der jede umgeblätterte Seite ein Flüstern ist, jeder Schritt ein Verbrechen im gedämpften Ton. Hierher habe ich ihn geführt, meinen Noé, meine Hand in der seinen, meine Finger fest um seine geschlungen, als könn
ClaraIm Apartment herrschte Stille.Eine schwerere Stille als sonst. Eine Spannung hing in der Luft, als würde etwas nur darauf warten, dass ich den Fuß auf den Boden setzte, um sich über mir zu schließen.Julien war nicht da.Ich wusste es. Er kündigt sich immer an. Immer.Doch die Tür stand eine