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Chapter two

Author: Orejay
last update publish date: 2026-08-20 00:26:12

Sarahs POV

Alle Köpfe drehen sich zu der Person, und ich keuche auf, als mein Blick auf ihn fällt. Er ist derselbe Mann wie heute Morgen, der kalte, teuflisch attraktive Mann.

Unsere Blicke treffen sich, mein Mund steht leicht offen und sein Gesichtsausdruck ist so kalt wie eh und je.

„200.000 Dollar“, sagt er mit ausdrucksloser Stimme, und ich schlucke. Mein Herz setzt für einen Moment aus.

Wer ist dieser Mann?

Seine kühle Stimme hallt einige Sekunden lang in meinen Ohren wider.

Ich kann immer noch kaum glauben, dass es Menschen wie ihn gibt, die so viel Geld verschwenden, nur um eine Auktion zu gewinnen. Reiche Menschen werden für mich immer ein großes Rätsel bleiben. Egal, wie sehr ich mich bemühe, ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie diese Menschen denken. Was wollen sie damit beweisen?

Der ganze Raum verfällt in ohrenbetäubende Stille, und Sekunden später wird er von Gemurmel, Getuschel und erschrockenen Ausrufen erfüllt. Ich starre voller Ehrfurcht und Verwirrung auf den Mann, der kurz davorsteht, heute Abend der Höchstbietende zu werden. Er sitzt so selbstbewusst und entspannt auf seinem Stuhl und trägt diesen selbstgefälligen Ausdruck, der ihm offenbar nie langweilig wird. Unsere Blicke sind noch immer ineinander verhakt, seine Blicke brennen sich förmlich in mich. Meine Beine drohen nachzugeben und ich werde mir plötzlich meiner selbst bewusst. Mein Herz rast.

„Du musst dich zusammenreißen, Sarah“, flüstere ich mir selbst zu.

Alles, was ich tun will, ist, zu ihm hinüberzugehen und ihn zu fragen, wie er eine solch lächerliche Summe bieten kann, nur um im Gegenzug ein Date zu bekommen. Ich weiß, ich sollte begeistert sein, dass er bereit ist, so viel Geld für ein Date mit mir zu bezahlen und dass ich mit mindestens 50.000 Dollar nach Hause gehen werde, aber trotzdem kommt mir das alles unwirklich vor.

„Wer bietet 250? Zum Ersten für 250.000 Dollar! Wer noch? Niemand?“, dröhnt Mr. Maguire scherzhaft. Mittlerweile schreit er beinahe.

Ich wette, innerlich jubelt er vor Freude. Sein dicker Bauch bebt und ihm läuft wahrscheinlich das Wasser im Mund zusammen bei dem leichten Geld, das er gleich verdienen wird. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie er das Ganze organisiert und diese Männer dazu gebracht hat, hierherzukommen. Aber ich glaube, ich sollte mir darüber keinen Kopf machen. Ich habe viel zu viele andere Dinge, um die ich mich kümmern muss.

Und Mr. Maguire war schon immer ein gieriger und gerissener Mann. Er besitzt einen Nachtclub und eine Spielhölle hier im Herzen von Cole Spring City, wo ich mein ganzes Leben verbracht habe. Er ist außerdem ein Kredithai, und zwar ein ziemlich skrupelloser. Vor vielen Jahren war er mit meinem verstorbenen Vater befreundet. Schließlich musste ich bei Mr. Maguire Kredite aufnehmen, um für meine Familie zu sorgen.

Jetzt habe ich gewaltige Schulden bei ihm zu begleichen, einschließlich seiner überhöhten Zinsen, die jedes Mal weiter steigen, wenn ich mit einer Zahlung in Verzug gerate, und noch mehr Schulden häufen sich an, während ich darum kämpfe, über die Runden zu kommen.

Als er mir diese Idee mit der Auktion vorgeschlagen hatte, hielt ich sie für verrückt. Das tue ich immer noch. Aber wenn es irgendwie meine Last erleichtern kann, nehme ich es gerne in Kauf. Und es ist ja nicht so, als würde ich etwas anderes tun, als auf ein Date zu gehen. Wenn überhaupt, ist es eine Win-win-Situation für uns beide – wobei Mr. Maguire eindeutig am meisten davon profitiert.

„Zum Ersten für 200.000 Dollar!“, schreit Mr. Maguire und reißt mich aus meinen tiefen Gedanken. Die Freude ist deutlich in seiner Stimme zu hören, während seine Augen über die Gesichter aller anwesenden Männer wandern.

Ich verdrehe die Augen und schüttle leicht den Kopf, bevor ich meinen Blick wieder auf den attraktiven Mann im schwarzen Anzug richte, meinen zukünftigen Date-Partner. Unsere Blicke treffen sich erneut, und ich stelle fest, dass er mich die ganze Zeit angestarrt hat. Sein eisiger Blick brennt auf meiner Haut. Wieder spüre ich dieses seltsame Ziehen in meiner Brust und schaue schnell weg.

„250.000 Dollar!“, ruft eine Stimme, und alle drehen sich in die Richtung, aus der sie kommt.

Ich mustere die Person von oben bis unten. Noch ein verschwenderischer reicher Mistkerl. Oh, wie ich reiche Menschen hasse.

Er ist groß, hat dichtes dunkelbraunes Haar und einen Bartschatten, der sein Kinn ziert und ihm ein markantes Aussehen verleiht. Er sieht gut aus, aber nicht so gut wie Mr. Grim. Ich kenne seinen Namen nicht, also muss Mr. Grim vorerst reichen. Er trägt einen grauen Anzug und sein Haar ist leicht zerzaust, aber auf eine Art, die ihn noch attraktiver macht.

Ein breites, zufriedenes Grinsen bildet sich auf seinen Lippen, nachdem er den Einsatz erhöht hat. Er muss sich unglaublich selbstgefällig und zufrieden mit sich selbst fühlen. Ich schätze, wir haben heute Abend unseren Höchstbietenden. Oder doch nicht?

Wir alle drehen uns zu Mr. Grim um, gespannt darauf zu sehen, ob er aufgibt oder den Einsatz noch weiter erhöht. Und er enttäuscht uns nicht.

„300.000 Dollar“, antwortet er diesmal noch gelassener, was mir Angst macht. Er dreht den Kopf zu dem Mann, der es gewagt hat, höher zu bieten als er, und ich beobachte, wie die beiden sich einen tödlichen Blick zuwerfen. Sie scheinen sich zu kennen, und wenn man bedenkt, wie sie sich gegenseitig anstarren, kann jeder ihre Rivalität erkennen.

„350.000 Dollar!“, kontert der zweite Mann. Sein Grinsen verblasst langsam und seine Augen verlassen seinen Gegner keine Sekunde.

„400.000 Dollar“, antwortet Mr. Grim gelassen. Alles an ihm ist so ruhig, dass es mir langsam unheimlich wird.

„450.000 Dollar!“, schlägt der andere Mann erneut zu, und nun ist sein Grinsen vollständig verschwunden und einem verzweifelten Ausdruck gewichen.

Es ist beinahe so, als würde die Auktion nur zwischen den beiden stattfinden, während alle anderen totenstill werden, völlig gebannt von dem Drama, das sich vor ihnen abspielt, und fassungslos über diese absurde Zurschaustellung von Reichtum. Wir lassen unsere Blicke zwischen den beiden Männern hin und her wandern und fragen uns, welcher von ihnen heute Abend mit mir hier herausgehen wird.

„500.000 Dollar“, kontert Mr. Grim und richtet seine Krawatte, während er seinem Gegner einen Blick zuwirft, der zu sagen scheint: „Ich würde gerne sehen, wie du das überbietest.“

Aber natürlich ist der andere Kerl genauso unerbittlich, und ich bekomme langsam das Gefühl, dass es hier längst nicht mehr um die Auktion geht. Zwischen ihnen herrscht böses Blut, und jetzt versuchen sie, sich unter dem Deckmantel dieser Veranstaltung gegenseitig zu übertrumpfen.

Der Mann zögert, bevor er vermutlich aus Frustration schreit: „600.000 Dollar!“

Mr. Grim sagt nichts. Ich sehe ihn an, mein Blick fleht ihn geradezu an, noch höher zu bieten und diesen Kerl endgültig zum Schweigen zu bringen, aber nichts. Er sitzt einfach nur da, völlig sprachlos.

Ich hätte kein Problem damit, mit einem von beiden hier herauszugehen, aber aus irgendeinem Grund will ich Mr. Grim.

„Zum Ersten für 600.000 Dollar! Wer bietet 650.000?“, fragt Mr. Maguire. Als niemand reagiert, steht Mr. Grims Rivale auf und geht mit einem siegessicheren Lächeln auf mich zu.

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