ログインLiebe Tintenliebhaber 🌸💞 Wenn du das hier liest, hast du es durch das Feuer geschafft. Und ich meine nicht nur die Flammen, die das Nightfall-Rudel verbrannt haben. Ich meine die Flammen des Verrats, des Herzschmerzes, des Zusehens, wie Figuren, die du geliebt hast, auseinanderfallen und wieder aufstehen. Ich meine die Flammen einer Geschichte, die dir nie ein glückliches Ende versprochen hat – nur ein ehrliches. Dieses Buch sollte nie sanft sein. Es sollte nie sicher sein. Es sollte sich echt anfühlen – roh, gebrochen und schmerzhaft menschlich, selbst in einer Welt voller Wölfe und Flüche und schicksalhafter Gefährten. Als ich anfing, diese Geschichte zu schreiben, wusste ich genau, wie sie enden würde. Nicht weil ich wollte, dass sie so endet, sondern weil die Figuren es verdienten. Adrians Tod war nie eine Strafe – er war eine Vollendung. Er verbrachte zwanzig Jahre damit, vor seinem Fluch davonzulaufen, sich vor sich selbst zu verstecken, alle wegzustoßen, weil er To
🪷ISORA🪷 Sechs Monate waren vergangen seit dem Feuer, und ich stand immer noch. Das Rudel hatte seinen Rhythmus wiedergefunden. Die Krieger trainierten im Hof, ihre Schwerter klirrten, und ihre Stimmen riefen Befehle. Die Diener bewegten sich durch die Hallen, ihre Schritte leise auf dem Stein, ihre Hände mit ihren Aufgaben beschäftigt. Die Kinder spielten in den Gärten, ihr Lachen hallte von den Wänden wider wie ein Lied, das zu lange gefehlt hatte. Das Leben hatte nicht aufgehört. Es war einfach weitergegangen, so wie es immer tat, so wie es immer tun würde. Garrick hatte die Rolle des amtierenden Alphas mit einer Stabilität übernommen, die ich bewunderte, seine Gegenwart füllte die Räume, die Adrian hinterlassen hatte. Er hatte nicht versucht, ihn zu ersetzen. Er hatte einfach das Rudel zusammengehalten, so wie Adrian es gewollt hätte. Olivine war sein Anker geworden, ihre grünen Augen fanden ihn immer über den Raum hinweg, ihre Hand griff immer nach seiner, wenn sie dachte, n
🪷ISORA🪷 Das Tagebuch zitterte in meinen Händen, als ich auf die dritte Seite starrte. Die Tränen fielen bereits, verschwommen meine Sicht, aber ich konnte es trotzdem klar sehen. Ein zwei Jahre altes Baby-Mädchen, das auf den Stufen eines Hauses saß, ihr dunkles Haar ein Durcheinander aus Locken, ihre haselnussbraunen Augen weit und unschuldig. Das Baby, das die Bestie angelächelt hatte. Das Baby, das ihn zum ersten Mal zurückverwandelt hatte. Das Baby, das ich gewesen war. Meine Finger zitterten, als ich die Seite umblätterte. Eine weitere Zeichnung. Ein Mädchen in einem schlichten grauen Kleid, das in seinem Arbeitszimmer stand, ihre Augen brannten vor Hass. Der erste Tag, an dem ich sein Rudel betreten hatte. Der erste Tag, an dem er mich gesehen hatte. Der Tag, an dem ich versucht hatte, ihn zu töten. Ich erinnerte mich so klar an diesen Tag, die Art, wie er mich angesehen hatte, die Art, wie er mich gebeten hatte, ihn anzusehen, die Art, wie die Bindung sich geschlossen hatt
🪷ISORA🪷 Das Feuer brannte immer noch. Ich saß auf dem kalten Boden, meine Knie an meine Brust gezogen, meine Augen auf die Flammen gerichtet, die ihn verzehrten. Der Regen hatte vor Stunden aufgehört, aber der Himmel war immer noch dunkel, und die Luft war dick vom Geruch von Rauch und Asche und Kummer. Ich saß seit Stunden hier, sah zu, wie das Feuer brannte, sah zu, wie die Flammen an seinem Körper leckten, sah zu, wie die letzten Spuren von ihm in den Himmel verschwanden. Meine Hände waren taub vor Kälte, mein Gesicht war roh von den Tränen, und meine Kehle war roh vom Schreien, aber ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte nicht wegsehen. Ich konnte nichts tun außer hier zu sitzen und ihm beim Brennen zuzusehen. Sein Gesicht war immer noch da, durch die Flammen, durch den Rauch. Ich konnte seine Augen sehen, seine Lippen, die Narbe an seinem Kiefer. Ich konnte sehen, wie er mich angesehen hatte, als er sagte, dass er mich liebt. Ich konnte sehen, wie seine Hand von meinem Ge
🪷ISORA🪷Die Hände des Heilers lagen immer noch auf Adrians Brust, seine Finger drückten gegen die Stelle, wo sein Herz hätte schlagen sollen. Ich beobachtete sein Gesicht, sah zu, wie seine Augen sich verdunkelten, wie sein Kiefer sich anspannte.„Der Zauberer." Sagte der Heiler, seine Stimme leise und dringend. „Die Verbindung wurde durch ihn gebunden. Azrian hat seine Magie benutzt. Wenn der Zauberer stirbt, könnte die Bindung brechen."Ich wartete nicht, um den Rest zu hören. Ich war bereits auf den Beinen, rannte zum Verlies, meine Beine trugen mich schneller, als ich mich je bewegt hatte. Der Regen fiel immer noch, durchnässte meine Kleider, vermischte sich mit den Tränen, die mein Gesicht hinunterströmten. Ich spürte nichts davon. Ich konnte nichts fühlen außer der hohlen Leere, wo die Bindung gewesen war. Die Abwesenheit von ihm war ein physisches Gewicht, drückte auf meine Brust, machte das Atmen schwer. Meine Lungen brannten, meine Beine schrien, und mein Herz hämmerte so h
🪷ISORA🪷Ich sah Adrian auf die Knie fallen, und etwas in mir zerbrach.Kira war unter meiner Haut auf und ab gegangen, seit Azrian an den Toren erschienen war, ihre Wut baute sich mit jedem Spott, jedem Lachen auf, jedes Mal, wenn das Blut meines Gefährten auf den Stein floss. Aber als ich Adrian stolpern sah, als ich ihn kämpfen sah, als ich seine Hand gegen seine Seite gepresst sah und das Blut durch seine Finger sickern sah, konnte ich sie nicht länger zurückhalten.„Du hast mir seinen Tod versprochen." Kiras Stimme war ein Knurren in meinem Kopf, roh und uralt und erfüllt von Jahren des Kummers. „Du hast es bei der Asche unserer Eltern geschworen. Jetzt nimm es."Ich dachte nicht. Ich zögerte nicht. Ich verwandelte mich mit Lichtgeschwindigkeit, meine Knochen brachen und formten sich neu, mein Körper schoss nach vorne, bevor mein Verstand aufholen konnte. Mein weißer Wolf war schneller als alles, was ich je gekannt hatte, ein Streifen aus Silber und Wut, der die Distanz zwischen







