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Kapitel 275

Autor: Chloe Laurent
Rosalies Perspektive

Jeffery rief an einem Donnerstagnachmittag an. Zwischen zwei Terminen hatte ich etwas Zeit.

Ich sah seinen Namen und rechnete mit einem gewöhnlichen Gespräch. Vertraut. Unkompliziert. Seit er näher wohnte, telefonierten wir mehrmals pro Woche. Eine angenehme Routine.

Diesmal ging es um etwas anderes.

„Wer“, begann er noch vor meinem richtigen Hallo, „hat dieser Dokumentarfilmfirma meine Nummer gegeben?“

Ich setzte mich.

„Sie haben dich angerufen?“

„Vor vierzig Minuten. Clair
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  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 331

    Aidens PerspektiveIch wusste nicht, dass mein Leben einmal so aussehen würde.Ich sah Mila an.Das war der Mann, der ich sein wollte.Nicht der Mann, den ich ursprünglich aus mir machen wollte. Auch keiner, für den ich mich irgendwann ganz bewusst entschied. Sondern der, der ich vielleicht längst sein konnte, sobald ich aufhörte, vor mir selbst davonzulaufen.Ein Mann, der an einem Donnerstagabend im März im Krankenhaus saß und sein drittes Kind hielt. Dieses Kind gab es nur, weil ich damals in der Hotelsuite die Entscheidungen traf, die mich hierherführten.Mila blinzelte.Sorgen schien sie keine zu haben. Sie sah sich um, befand die Lage offenbar für zufriedenstellend und betrachtete nun mich. Mit dieser unbefangenen Offenheit eines kleinen Menschen, der gerade ankam und sich erst einmal ein Bild von allem machte.Ich erlebte ihren Anfang mit.Das kann mir niemand mehr nehmen.„Ich war da“, sagte ich leise. Leise genug, um Rosie nicht zu wecken, falls sie schon schlief. Laut genug f

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 330

    Aidens PerspektiveUm Viertel nach neun nahm ich sie zum ersten Mal in die Arme. Die anderen waren gerade gegangen.Ich wartete nicht ungeduldig darauf. Den ganzen Abend war ich hier. Erlebte alles mit. Aber es ergab sich eine Reihenfolge.Zuerst Rosie. Dann Lucy. Danach Oberst Russo. Schließlich durfte Alessandro sie kurz halten. Rosie führte seine Hände und stützte ihn dabei.Gegen neun waren die Kinder mit Frau Willow wieder zu Hause. Oberst Russo fuhr ins Hotel die Straße hinunter. Für den nächsten Morgen versprach er seinen Besuch.Im Zimmer wurde es ruhiger. Die Geräte zeichneten ihre Werte auf. Die Schwester kam zu ihren Kontrollen.Rosie ruhte.Sie schlief nicht. Ihr Körper war erschöpft, der Kopf noch wach. Dieser Zustand nach einer großen Anstrengung, in dem man langsam begriff, was geschah.Mila lag im kleinen Bett neben ihr.Ich saß eine Weile auf dem Stuhl und sah ihr zu. Ohne die Anspannung, die mich früher in solchen Momenten beherrschte. Ich wollte das so lange erleben.

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 329

    Rosalies PerspektiveIch zeigte es ihr.Sie hörte aufmerksam zu und setzte jeden Hinweis sorgfältig um. Ihre Arme stützten Mila sicher. Die Hände lagen dort, wo ich es ihr zeigte. Sie hielt sich so, dass die Kleine bequem lag.Mila sah zu ihr hoch.Lucy sah hinunter.„Hallo. Ich bin deine große Schwester. Ich bringe dir alles bei.“Mila blinzelte.„Sie versteht mich.“Lucy meinte es vollkommen ernst.In diesem Moment glaubte ich ihr.Mein Vater stand in einer Ecke.Er ließ Lucy Raum für diese erste Begegnung. Die Arme hingen an seinen Seiten. In seinem Gesicht lag der Ausdruck, den ich inzwischen von Familienmomenten kannte.Worte reichten ihm dann nicht.Seine Gefühle waren größer als das, was er darüber sagen konnte.Er betrachtete Mila in Lucys Armen.Dann kam dieser Laut.Kein richtiges Wort. Etwas Tiefes, Unwillkürliches.Ein Mann sah seine Enkelin. Seine Tochter im Krankenhausbett. Lucy mit dem neuen Familienmitglied im Arm. An diesem Donnerstagabend stand er vor all dem, was sei

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 328

    Rosalies PerspektiveSie kam an einem Donnerstag um 18:47 Uhr.Nicht zu früh. Nicht zu spät. Zu ihrer Zeit. Irgendwie passte das zu allem, was sie mir während der Schwangerschaft bereits über sich mitteilte.Die Geburt ging schneller als die beiden davor. Beim dritten Kind kam das häufiger vor, erklärte Dr. Oswell. Häufig bedeutete allerdings nicht immer. Medizinische Wahrscheinlichkeiten und Gewissheiten konnte ich inzwischen auseinanderhalten.Schneller hieß nicht leicht. Irgendwann bestand meine Welt nur aus dem nächsten Atemzug, der nächsten Wehe und dem, was ich unmittelbar danach schaffen musste. Aiden blieb bei mir. Die ganze Zeit. So, wie er die Schwangerschaft mit mir erlebte.Ohne Aufheben. Ohne sich zurückzuziehen.Von Anfang an.Auch um 18:47 Uhr war er da.Dr. Oswell legte mir unsere Tochter in die Arme.Sie war klein. Zierlich, ohne zerbrechlich zu wirken. Dunkle Locken lagen auf ihrem Kopf. Selbst diese wenigen Haare schienen schon genau zu wissen, was sie wollten.Sie s

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 327

    Aidens Perspektive„Du bist früher da.“„Ja.“„Davon hast du nichts gesagt.“„Nein.“Sie sah zum Essen. „Dasselbe Gericht wie damals. Mit dem Schwangerschaftstest.“„Ist mir auch aufgefallen. Erst beim Kochen.“Sie setzte sich vorsichtig. Im achten Monat wählte sie ihre Bewegungen und Sitzplätze mit Bedacht. Sie stellte die Tasche ab und betrachtete den Tisch.„Das Museum hat die Anfrage bestätigt. Meine Agentin hat dort angerufen. Sie haben auf ihre Rückmeldung gewartet.“ Eine Pause. „Sie haben gehofft, dass ich zusage.“Ich ließ sie weiterreden.„Die Kuratorin will ein bestimmtes Bild. ‚Die Rückkehr‘. Es soll im Mittelpunkt stehen. Sie sagt, darin steckt genau das, was die Ausstellung zeigen soll.“ Rosie sah auf ihre Hände. „Genau das.“„Was ist es?“„Dass Gefühle sichtbar werden können. Dass sich ein innerer Zustand so genau malen lässt wie ein Gesicht.“ Sie sah mich an. „Und ihrer Meinung nach gelingt das diesem Bild besser als allen anderen, die sie bisher gesehen hat.“Ich drehte

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 326

    Aidens PerspektiveSie rief während einer Besprechung an.Ein gewöhnlicher Projekttermin. Drei Mitarbeiter, die auch ohne mich weiterkamen. Ich sah ihren Namen, gab ein kurzes Zeichen und ging auf den Flur.An ihrem ersten Laut hörte ich, dass etwas anders war.„Alles in Ordnung?“Dann erzählte sie. Nichts Schlimmes. Das Gegenteil. Aber gute Nachrichten konnten einen ebenso aus der Fassung bringen.Vor der Konferenzraumtür hörte ich ihr zu. Das Museum. Die Kuratorin. Ihr Artikel. Das Buch, das Rosie mit neunzehn in der Bibliothek las. Ich unterbrach sie nicht.Dann sagte ich: „Du wusstest, dass es irgendwann passiert.“„Das kannst du nicht einfach behaupten.“„Doch.“„Aiden.“„Nicht unbedingt genau so. Aber du hast gewusst, dass deine Arbeit eines Tages gesehen wird. Daran hast du immer geglaubt.“Sie schwieg. Dann: „Ich sage zu. Ich rufe meine Agentin an. Um sechs bin ich zu Hause.“„Ich koche.“„Das musst du nicht.“„Für diesen Anlass lohnt es sich.“Wir blieben noch ein paar Sekunde

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