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Kapitel 2

Author: CJ Fantasies
last update publish date: 2026-09-17 17:50:28

„Raya“, schnaubte er und ließ seinen Blick auf die Scheidungspapiere sinken, die zu seinen Füßen lagen. „Also geht es hier um sie?“

Frustriert fuhr er sich durch sein rabenschwarzes Haar, bevor er einen Schritt auf mich zukam. Seine Nähe fühlte sich erdrückend an.

„Ich habe dir mehrmals gesagt, dass ich nichts mit Raya zu tun habe. Seit unserer Hochzeit habe ich sie nicht mehr gesehen.“

Die Welt um mich herum schien sich zu drehen, während mir der Atem im Hals stockte. Seine Worte trafen mich wie eine Klinge – nicht, weil sie unerwartet kamen, sondern weil er so mühelos log.

Meine Beine fühlten sich schwach an, und für einen kurzen Moment dachte ich, ich würde unter der Last von allem zusammenbrechen.

Er hatte keine Ahnung.

Er wusste nicht, dass ich ihn mit Raya gesehen hatte. Er wusste nicht, dass meine Mutter die gesamte Situation so perfekt eingefädelt hatte, dass er nicht einmal geahnt hatte, erwischt zu werden.

Ich ballte meine Hände zu Fäusten und presste sie fest gegen meine Brust, um mich irgendwie zusammenzuhalten.

„Und wer ist dann das?“, fragte ich. Meine Stimme war angespannt, aber fest.

Ich hob mein Handy. Der Bildschirm leuchtete im dämmrigen Raum auf. Das Video lief lautlos ab, doch Worte waren nicht nötig.

Die Fassade, die er so sorgfältig aufgebaut hatte, zerbrach augenblicklich.

Sein Gesicht verzog sich vor Entsetzen, während sein Blick vom Bildschirm zurück zu mir schnellte.

Doch genauso schnell, wie der Schock aufgetaucht war, verschwand er wieder und machte etwas Kälterem Platz.

„Ich wusste nicht, dass du so besessen bist“, höhnte er. „Also stalkst du mich jetzt? Nimmst du Videos auf wie irgendeine verzweifelte, eifersüchtige Ehefrau?“

Meine Augen weiteten sich bei seiner Antwort.

Selbst nachdem er auf frischer Tat ertappt worden war, zeigte er keinerlei Reue. Nicht den kleinsten Funken Schuldgefühl.

Nur Arroganz und Leugnung.

Ich zwang mich, stillzustehen und gleichmäßig zu atmen. Ich würde ihm nicht die Genugtuung geben, mich zerbrechen zu sehen.

„Du glaubst wirklich, das würde irgendetwas ändern?“ Seine Stimme war kalt und berechnend. Er ließ ein trockenes Lachen hören und schüttelte den Kopf.

„Juliet, ich habe dich nie geliebt. Ich habe dich wegen Raya geheiratet. Sie war von Anfang an diejenige, die ich wollte.“

Die Luft entwich schmerzhaft aus meinen Lungen, als hätte man mir in den Magen geschlagen.

Meine Finger schlossen sich fester um mein Handy, während sich meine Nägel in meine Handfläche bohrten.

Seine Worte hätten mich zerstören sollen.

Doch stattdessen entfachten sie etwas anderes in mir.

Wut.

„Warum zum Teufel hast du sie dann nicht einfach geheiratet?“

Meine Stimme war ruhig, doch innerlich zerfiel ich.

„Warum hast du so getan, als wäre alles echt? Warum hast du mich all das durchmachen lassen?“

Edward zuckte mit den Schultern, als wäre die Antwort offensichtlich.

„Weil sie damals unerreichbar war. Deine Mutter hat dafür gesorgt. Aber jetzt … hat sich alles verändert.“

Sein Grinsen wurde breiter, während seine Augen einen verdrehten Glanz annahmen.

„Ich war nie dein, Juliet. Ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet, um sie zu bekommen.“

Ein bitteres Lachen entwich mir.

„Du bist widerlich.“

Mein ganzer Körper zitterte, doch ich weigerte mich, ihn meine Schwäche sehen zu lassen.

„Na schön. Herzlichen Glückwunsch. Du kannst sie haben. Aber nicht als verheirateter Mann.“

Ich deutete auf die Scheidungspapiere, die noch immer auf dem Boden lagen.

„Unterschreib.“

Sein Grinsen verschwand.

„Nein.“

Ich blinzelte überrascht.

„Nein?“

Er verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ich werde nicht unterschreiben.“

Eine Welle der Übelkeit überrollte mich.

Ich hatte mich auf vieles vorbereitet – Wut, Leugnung, vielleicht sogar Flehen.

Aber das?

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich schlichtweg weigern würde.

Ich holte tief Luft und zwang mich, ruhig zu bleiben.

„Du hast keine Wahl, Edward. Wenn du nicht unterschreibst, werde ich das Video veröffentlichen. Die ganze Welt wird sehen, was für ein verdammtes Arschloch du bist, das seine Frau betrügt.“

Zum ersten Mal, seit unsere Auseinandersetzung begonnen hatte, sah ich es.

Ein kurzer Anflug von Angst flackerte in seinen Augen auf.

Er wusste genau, was dieses Video mit ihm machen würde.

Sein makelloses Image, sein Ruf, alles, worauf er so stolz war – es würde in sich zusammenfallen.

Und Raya?

Auch sie würde nicht verschont bleiben.

„Das würdest du nicht tun“, sagte er, doch seine Stimme hatte nicht mehr ihre gewohnte Arroganz.

„Probier es aus“, forderte ich ihn heraus und trat näher.

„Ich habe nichts zu verlieren. Aber du? Du hast alles aufs Spiel gesetzt. Deine Geschäftspartner, deine Familie, das perfekte Image, das du dir aufgebaut hast – sie alle werden die Wahrheit erfahren.“

Edwards Kiefer spannte sich an. Seine Hände ballten sich zu Fäusten an seinen Seiten.

„Du glaubst, du kannst mich mit diesem Video dazu bringen, alles zu tun, was du willst, Juliet. Glaubst du wirklich, dass nach so etwas noch jemand dich haben wollen würde? Glaubst du, du wirst jemanden finden, der dich tatsächlich liebt?“

Seine Worte schmerzten, aber ich weigerte mich, sie an mich heranzulassen.

„Das ist mir egal“, sagte ich entschlossen. „Ich bin lieber allein, als mit einem Mann zusammenzubleiben, der mich von Anfang an nie wollte.“

Eine angespannte Stille breitete sich zwischen uns aus.

Er war in die Enge getrieben, und er wusste es.

Sein Atem wurde unregelmäßig, seine Nasenflügel bebten, während er mich wütend anstarrte.

Dann stieß er scharf die Luft aus und ging auf mich zu. Er schnappte sich die Papiere vom Boden und sah mich mit einem strengen Blick an, bevor er die Scheidungspapiere direkt vor meinen Augen in Stücke riss.

Die zerfetzten Papierfetzen schwebten kurz durch die Luft, bevor sie zu Boden fielen.

„Wenn du glaubst, dass du mich dazu bringen kannst, das zu unterschreiben, indem du mir Scheidungspapiere vorlegst oder versuchst, mich zu erpressen …“, sagte er und deutete mit geballter Faust auf die Papierfetzen am Boden, „dann liegst du falsch.“

Mein Blut kochte bei dem Gedanken, dass er es tatsächlich gewagt hatte, mich zu betrügen und sich dann auch noch weigerte, die Scheidungspapiere zu unterschreiben.

Ich biss mir vor Wut auf die Lippen, obwohl sich mein Herz anfühlte, als würde es mir aus der Brust springen.

„Dann werden wir ja sehen, wie falsch ich liege“, knurrte ich, während sich mein Magen vor Wut zusammenzog.

„Morgen werde ich neue Scheidungspapiere vor Gericht bereithaben. Und wenn du nicht erscheinst …“

Ich schnappte nach Luft, als ich plötzlich Edwards Hand an meiner spürte. Im nächsten Moment zog er mich grob an sich.

Sein Griff um mich wurde fester, bis es schmerzte.

Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Sein warmer Atem strich über meinen Hals.

„Wag es nicht, dich mir gegenüber klug aufzuspielen. Du gehörst mir, Juliet. Und wenn du weißt, was gut für dich ist, gehst du jetzt in die Küche und bist die brave Ehefrau, die du bist!“, knurrte er, bevor er meine Hand losließ.

Ich taumelte rückwärts und versuchte, mein Gleichgewicht wiederzufinden. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und sah ihm nach.

Er war bereits dabei, den Raum zu verlassen.

„Wenn du morgen nicht erscheinst, werde ich allen von deiner Affäre mit Raya erzählen!“, rief ich ihm hinterher.

Doch er blieb nicht stehen.

In dem Moment, als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, brach ich auf dem Sofa zusammen und weinte hemmungslos.

Ich konnte den Schmerz nicht kontrollieren.

Die Liebe, an der ich fünf Jahre lang festgehalten hatte, war nichts weiter als eine Lüge gewesen.

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