LOGIN•Edwards POV•Ich bemerkte nicht einmal, wann ich meine Richtung änderte und statt nach Hause zu fahren vor einer Bar hielt – einem der Orte, an denen ich mich normalerweise wiederfand, wenn ich mit meinen Gefühlen für Raya kämpfte und versuchte, Juliets nerviges Verhalten zu ignorieren.Doch jetzt fühlte es sich an, als hätte ich den größten Fehler meines Lebens begangen, indem ich es versäumt hatte, Juliet zuerst zu lieben.Ich musste meinen Kopf freibekommen, und ein bisschen laute Musik und Alkohol konnten mir dabei wirklich helfen.Mit einem scharfen Ausatmen stellte ich den Motor ab und stieß die Autotür auf, bevor ich auf die schwach beleuchtete Straße trat. Das Neon-Schild über der Bar flackerte und warf einen unheimlichen Schein auf den feuchten Asphalt. Gedämpfte Musik und Gelächter drangen durch die Holztüren – ein krasser Gegensatz zu dem Sturm, der in mir tobte.Ich schob die Hände in die Taschen und ging hinein.Wie erwartet, hatte der Ort noch immer dieselbe abgenutzte
•Juliets POV•„Mama, warum ist dieser Mann uns überallhin gefolgt?“, fragte Jace, während ich ihn auf den Stuhl setzte und ihn näher an den Tisch zog, damit er den bereits aufgeschnittenen Kuchen erreichen konnte.Ich zögerte einen Moment und wählte meine Worte sorgfältig.„Weil Mama ihn früher gekannt hat, mein Schatz. Und er war nicht nett zu Mama.“Ich nahm ein kleines Stück Kuchen und hielt es ihm hin. Er nahm es mit dem Mund von meinen Fingern und schenkte mir ein freches Lächeln, das mein Herz trotz der Schwere in meiner Brust höherschlagen ließ.„Ist er wie Eric Lawson?“Jaces blaue Augen weiteten sich neugierig, während seine kleinen Finger nach einem weiteren Stück Kuchen griffen.Ich wackelte mit dem Finger und dachte über den Vergleich nach.Jace mochte Eric nicht, weil er meine Anweisungen so streng befolgte, aber Edward – Edward war noch einmal eine ganz andere Kategorie von böse.„Nein, mein Schatz. Dieser Mann ist viel schlimmer. Eric ist kein schlechter Mensch.“Jace s
•Edwards POV•Ich stand mitten in der jubelnden Menge, meine Hände zu Fäusten geballt, während der Applaus donnernd durch den prächtigen Saal hallte. Mein Blick folgte Juliet, als sie anmutig von der Bühne ging. Ihre Ausstrahlung verlangte Respekt und Bewunderung – alles, von dem ich einst geglaubt hatte, dass sie es niemals erreichen könnte.Das kann nicht wahr sein. Wie ist sie so erfolgreich geworden?Erinnerungen an die Vergangenheit drängten sich ungebeten und unerbittlich in meinen Kopf. Ich erinnerte mich an den Tag, an dem sie mir die Scheidungspapiere gegeben hatte. Damals hatte sie nichts gehabt – keinen Reichtum, keinen Status, keine Aussichten. Nur eine Frau mit einem Koffer, die in ein heruntergekommenes altes Taxi stieg und aus meinem Leben verschwand wie ein Flüstern im Wind.Und jetzt?Jetzt stand sie auf dieser Bühne und wurde als CEO gefeiert.Der Gedanke traf mich wie eine Klinge, schärfer, als ich mir eingestehen wollte.Ich beobachtete sie und hoffte, dass sie in
Während Edward abgelenkt war, zog ich meine Hand vorsichtig aus seinem Griff und ging auf die Höhe meines Sohnes hinunter, als er seine kleinen Arme um mich schlang. Seine Wärme erdete mich, obwohl mein Puls raste.„Mein Schatz, er ist …“ Ich zögerte einen Moment und sah kurz zu Edward, bevor mein Blick wieder auf meinen Sohn fiel. „Er ist ein Gast, der zu Mamas Party eingeladen wurde.“Jace legte den Kopf schief und musterte Edward mit seinen leuchtenden Augen neugierig. Bevor er noch etwas fragen konnte, durchbrach Edwards scharfes Einatmen den Moment.„Du hast einen Sohn?“, hauchte er. Seine Stimme war angespannt vor Unglauben.Langsam richtete ich mich auf und nahm instinktiv Jaces Hand in meine, als wollte ich ihn vor dem Sturm schützen, der in Edwards Augen aufzog.„Ja“, murmelte ich und hielt meinen Ton ruhig.Edward stand wie erstarrt da. Sein Blick wanderte zwischen mir und Jace hin und her. Die Ähnlichkeit war unbestreitbar, und ich sah genau den Moment, in dem er die Wahrhe
Die Menge der Gäste teilte sich wie das Rote Meer und machte Platz für zwei Frauen, die mit königlicher Ausstrahlung auf uns zukamen. Mein Puls beschleunigte sich, und mir stockte der Atem, sobald ich sie sah.Meine Mutter.Ihre vertrauten hohen Wangenknochen und scharfen Augen musterten die Szene, bevor ihr Blick auf mir hängen blieb. Ein Anflug von Schock huschte über ihr Gesicht, bevor sich ihr Ausdruck schnell in etwas Kälteres verwandelte.„Juliet?“ In ihrer Stimme lag ein Hauch von Unglauben, als hätte sie nie erwartet, mich jemals wiederzusehen.Raya verlor keine Zeit. Sie trat vor und warf ihr Haar dramatisch zurück.„Kannst du das glauben?“, sagte sie und deutete höhnisch auf mich. „Nach all den Jahren des Schweigens spaziert sie einfach hier herein und tut so, als wäre sie jemand, der sie gar nicht ist. Manche Gewohnheiten sterben wohl nie.“Der Gesichtsausdruck meiner Mutter wurde undurchschaubar.„Was machst du hier?“, fragte sie mit schneidender Stimme. „Wurdest du überha
~Drei Jahre später~„Mama, müssen wir jetzt schon gehen?“, jammerte der kleine Junge neben mir. Seine Unterlippe war zu einem Schmollmund vorgeschoben, während seine blauen Augen von ungeweinten Tränen glänzten. Er drehte sich noch einmal um, um unsere Wohnung ein letztes Mal anzusehen. Sein Blick war schwer von Traurigkeit.Ich ging auf die Knie, bis ich auf seiner Höhe war, und strich ihm eine weiche Locke aus der Stirn.„Jace, mein Schatz“, murmelte ich und nahm sein kleines Gesicht in meine Hände. „Wir gehen nicht für immer. Wir machen nur eine Reise, okay? Mama muss in New York etwas Wichtiges erledigen.“Seine kleinen Finger klammerten sich an den Saum meines Mantels.„Aber ich will nicht gehen. Ich mag es hier.“Ich seufzte, während sich mein Herz zusammenzog.„Ich weiß, mein Schatz. Aber ich verspreche dir, dass wir bald wiederkommen.“Er schniefte, nickte aber widerwillig.Ich drückte ihm einen Kuss auf die Stirn, bevor ich aufstand und seine Hand nahm.„Komm, unser Flug wart







