Geschieden: Lieber Ex, das ist dein Verlust

Geschieden: Lieber Ex, das ist dein Verlust

last updateLast Updated : 2026-09-25
By:  CJ FantasiesUpdated just now
Language: Deutsch
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Als eine vernachlässigte Ehefrau endlich ihren kalten Milliardärs-Ehemann verlässt, erwartet die ganze Welt, dass sie zurückgekrochen kommt. Doch stattdessen baut sie sich eine mächtige Karriere auf und lässt ihn weit hinter sich, während sie ein Imperium gründet und ihr gemeinsames Kind geheim hält. Schon bald stehen Verehrer aus den höchsten Kreisen der Gesellschaft Schlange, um ihre Hand anzuhalten. Doch als ihr Ex-Mann erkennt, was er verloren hat, ist er bereit, alles zu riskieren, um sie zurückzugewinnen. Wird sie ihm eine zweite Chance geben, oder ist es für eine Wiedergutmachung bereits zu spät?

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Chapter 1

Kapitel 1

„Urgh … Edward … Arghh, bitte … fick mich härter … Ich gehöre ganz dir.“

Rayas Stimme hallte durch die Wände, ihr Stöhnen vermischte sich mit dem rhythmischen Quietschen des Bettes. Mein Atem stockte, mein Körper erstarrte, während ich im Türrahmen stand und den Blick nicht abwenden konnte.

In dem Moment, als meine Mutter sich nach drei Jahren des Schweigens bei mir meldete und so tat, als würde sie sich um mich kümmern, hätte ich merken müssen, dass sie Hintergedanken hatte. Als sie mir erzählte, dass meine Stiefschwester einen Unfall gehabt hatte, und mich drängte, nach ihr zu sehen, hätte ich wissen müssen, dass es eine Lüge war.

Doch nichts hätte mich auf diesen Anblick vorbereiten können.

Mein Körper wurde taub. Das gesamte Blut schien in meine Füße zu strömen und ließ mich innerlich leer zurück. Ich stand nur wenige Schritte von dem Zimmer entfernt. Die Tür stand weit genug offen, sodass ich meinen Ehemann sehen konnte – den Mann, dem ich fünf Jahre meines Lebens gewidmet, den ich geliebt und unterstützt hatte. Er hielt die Taille meiner Stiefschwester fest, während er immer wieder hart in sie stieß.

„Ja, fick mich“, stöhnte Raya lauter. Ihre Stimme schnitt wie ein gezackter Pfeil durch meinen Schädel. Ein lautloses Schluchzen bildete sich in meiner Brust, doch als ich den Mund öffnete, kam kein Laut heraus. Ich wollte schreien. Ich wollte Antworten verlangen. Ich wollte sie auseinanderreißen.

Doch ich stand einfach nur da.

Wer war schuld? Mein Ehemann, der in den letzten Wochen immer distanzierter und kälter geworden war und mir eine Ausrede nach der anderen wegen langer Nächte und zusätzlicher Arbeit auftischte? Oder Raya, die Schwester, die mich genauso wie meine Mutter einfach aus ihrem Leben gestrichen hatte?

Ich hatte die Zeichen ignoriert und mir eingeredet, dass Edward einfach nur beschäftigt war, dass unsere Liebe und unsere fünf gemeinsamen Jahre ihm noch etwas bedeuteten.

Wie dumm ich gewesen war.

Mein Körper bewegte sich wie von selbst. Meine Absätze klackten über die Marmorkacheln, doch sie bemerkten mich nicht. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und ging weiter, wobei ich mich zwang, mich nicht noch einmal umzudrehen.

Das Gewicht meines Handys in meiner Hand brannte auf meiner Haut. Ich blickte auf den Bildschirm hinunter. Eine Nachricht von der Frau, die mich kein einziges Mal wie ihre Tochter behandelt hatte, leuchtete auf.

{Ich bin sicher, du weißt jetzt, wem Edward wirklich gehört. Raya ist die bessere Wahl.}

Die Worte brannten sich in meinen Kopf und vergifteten die letzten Reste meiner Kraft.

Edward hatte sich mit Raya getroffen. Aber wie lange schon? Hatten sie hinter meinem Rücken gelacht und ihre heimlichen Momente genossen, während ich die hingebungsvolle Ehefrau spielte?

Ich hätte es wissen müssen. Von Anfang an hatten alle erwartet, dass Edward sich für Raya entscheiden würde. Sie war die Makellose, das Model mit den perfekten Kurven, die Tochter, mit der meine Eltern überall angaben, als wäre sie ein wertvoller Preis. Ich hingegen war ihre Enttäuschung, diejenige, die sie hinter verschlossenen Türen hässlich nannten.

Doch er hatte sich für mich entschieden. Und fünf Jahre lang hatte ich mich an diesem Gedanken festgehalten, daran, dass er mich liebte.

Bis jetzt.

Ich steckte mein Handy in meine Tasche und schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter. Der Schmerz saß tief in meiner Brust, während sich das Bild von Edward und Raya immer wieder vor meinem inneren Auge abspielte.

Als ich zu Hause ankam, fühlten sich meine Beine bleischwer an. Ich ließ mich auf das Sofa sinken und presste meine Handfläche gegen mein Gesicht, in dem verzweifelten Versuch, den Sturm in meinem Inneren zu beruhigen.

Doch die Stille hielt nicht lange an.

Bald hörte ich das Knarren der Haustür und anschließend leise Schritte.

„Schatz, ich bin zu Hause“, erklang Edwards Stimme. Ruhig wie immer. Dieselbe Stimme, die mir einst Trost geschenkt hatte, ließ jetzt einen Schauer des Ekels durch meinen Körper laufen.

Ich bewegte mich nicht. Ich eilte nicht zu ihm, um ihn wie früher zu begrüßen. Ich saß einfach nur da, während mein Herz gegen meine Rippen hämmerte wie ein gefangenes Tier.

Ich wartete, bis er das Wohnzimmer betreten hatte. Erst dann hob ich den Kopf und begegnete seinem Blick.

Seine blauen Augen sahen mich unschuldig an, als hätte er mich nicht gerade betrogen, als wäre der Mann, den ich in Rayas Wohnung gesehen hatte, jemand völlig anderes gewesen.

Seine Stirn legte sich in Falten.

„Was ist los?“ Er sah sich um, als würde er erwarten, einen offensichtlichen Grund für meine Kälte zu entdecken. „Ist etwas passiert, während ich weg war?“

Ich stand auf. Meine Beine zitterten unter mir. Mein Herz schlug so laut, dass es alles andere übertönte.

„Wo warst du?“

Die Frage rutschte mir über die Lippen, bevor ich sie zurückhalten konnte. Ich wusste selbst nicht, warum ich überhaupt fragte, obwohl ich bereits wusste, dass er es abstreiten würde.

Er zuckte mit den Schultern, als wäre meine Frage völlig absurd, und trat einen Schritt auf mich zu.

„Ich war bei der Arbeit.“

Er hielt inne, als er bemerkte, dass ich nicht so reagierte, wie er es erwartet hatte. Kein schwaches, zögerliches Lächeln. Kein erleichtertes Seufzen.

Stattdessen griff ich nach dem Umschlag auf dem Tisch – dem Umschlag, den ich in dem Moment vorbereitet hatte, als ich Rayas Wohnung verlassen hatte.

Ich hielt ihn ihm hin. Meine Finger waren ruhig, obwohl in meinem Inneren ein Sturm tobte.

„Edward, ich will die Scheidung.“

Sein ganzer Körper versteifte sich. Sein Blick wanderte von meinem Gesicht zu dem Umschlag, als wäre er ein fremdartiger Gegenstand, dessen Bedeutung er nicht begreifen konnte.

„Was soll das bedeuten?“, verlangte er zu wissen, während seine sorgfältig aufgebaute Fassade langsam zu bröckeln begann.

Ich atmete tief durch und sammelte mich.

„Was glaubst du, was es bedeutet?“

Meine Stimme klang erschreckend hart, obwohl meine Brust schmerzte.

„Ich will die Scheidung, Edward. Ich habe genug davon, deine Lügen zu glauben. Ich habe genug davon, deine Närrin zu sein.“

Er schnaubte. Seine Lippen verzogen sich zu etwas zwischen Unglauben und Belustigung. Doch er nahm den Brief nicht an.

Stattdessen verschränkte er die Arme vor der Brust und sein Blick wurde scharf.

„Du übertreibst, Juliet. Nimm dieses Ding weg, und ich werde so tun, als wäre das hier nie passiert.“

Ich hätte beinahe gelacht.

Er glaubte tatsächlich, ich würde nachgeben. Dass ich den Schmerz einfach hinunterschlucken würde, so wie ich es immer getan hatte.

Er glaubt wirklich, ich wüsste es nicht. Dass ich ihn nicht gesehen hätte.

Einen Moment lang tat er mir leid – die Art, wie er glaubte, mich manipulieren zu können, die Art, wie er davon ausging, dass ich immer die naive Ehefrau bleiben würde, die mit offenen Armen auf ihn wartete.

Doch diese Frau war ich nicht mehr.

Ich trat einen Schritt vor und drückte ihm den Umschlag gegen die Brust.

„Ich meine es ernst, Edward. Es ist vorbei. Du musst dich nicht länger wie ein Feigling hinter meinem Rücken herumtreiben. Du kannst Raya jetzt haben.“

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Erst war da Schock, dann etwas anderes.

Einen Moment lang glaubte ich, Bedauern in seinen Augen zu sehen.

Doch dann lachte er.

Ein leises, bitteres Lachen.

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