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Kapitel 3

Author: CJ Fantasies
last update publish date: 2026-09-17 17:50:49

Am nächsten Morgen wachte ich früh auf und packte meine Sachen. Edward war nach den Ereignissen der vergangenen Nacht nicht nach Hause gekommen. Ich war mir sicher, dass er direkt zu Raya gegangen war.

Aber es war mir inzwischen egal.

Sie war diejenige, die er von Anfang an geliebt hatte, und ich war immer nur das Hindernis gewesen, das zwischen ihnen stand.

Als ich meine Koffer die Treppe hinunterzog, vibrierte mein Handy in meiner Tasche. Ich blieb stehen, um nachzusehen, und mein Herz zog sich zusammen, als ich die Nachricht von Raya sah.

{Ich hoffe, dir hat gefallen, was du gestern gesehen hast. Edward gehört mir. Er hat mir schon immer gehört. Wenn du weißt, was gut für dich ist, dann verlass ihn.}

Ich schnaubte.

Wie dreist sie war, mir zu sagen, ich solle Edward verlassen, als hätte sie das Recht, über meine Entscheidungen zu bestimmen.

Wenn sie nur wüsste …

Ich schenkte ihrer Nachricht keinen weiteren Gedanken, bevor ich mein Handy wieder in meine Tasche steckte.

Meine einzige Hoffnung war, dass Edward vor Gericht erscheinen würde.

Und ich wusste, dass er kommen würde.

Er kannte die Konsequenzen. Wenn er nicht auftauchte, würde ich das Video von ihm und Raya veröffentlichen.

Das allein würde ausreichen, um ihre beiden Ruf zu zerstören.

Genau wie ich vorhergesagt hatte, erschien Edward einige Stunden später vor Gericht.

Sein Gesichtsausdruck war nicht zu deuten. Sein Gesicht war zu einer strengen, emotionslosen Maske erstarrt.

Doch ich kannte ihn gut genug, um die Anspannung in seinem zusammengepressten Kiefer und das leichte Zucken seiner Finger an seinen Seiten zu erkennen.

Er hatte gehofft, ich würde nachgeben.

Aber nachdem ich ihm vor dem Packen meiner Sachen noch eine weitere Nachricht geschickt und ihn daran erinnert hatte, dass ich nicht bluffte, hatte er keine andere Wahl.

Seine verengten Augen brannten sich in mich, als er auf mich zukam.

„Verstehst du überhaupt, was die Konsequenzen davon sind?“

Seine Stimme war leiser als zuvor und von Niederlage gezeichnet.

„Juliet, ich habe dir bereits gesagt, dass du einfach übertreibst. Das alles ist deine Schuld. Wenn du mich nicht gestalkt hättest, wäre nichts davon passiert.“

Ich hätte beinahe darüber gelacht, wie sanft seine Stimme plötzlich geworden war.

Noch letzte Nacht hatte er mit nichts als Grausamkeit mit mir gesprochen.

Doch jetzt stand er vor mir, zerzaust und erschöpft, und versuchte schon wieder, mich zu manipulieren.

„Dafür ist es zu spät, Edward.“

Meine Stimme war kalt, doch in meinem Inneren tobte ein Sturm aus Gefühlen.

„Du hast deine Entscheidung in dem Moment getroffen, als du angefangen hast, mit meiner Schwester zu schlafen.“

Das Wort Schwester hinterließ einen bitteren Geschmack in meinem Mund und erinnerte mich schmerzhaft daran, dass all das von Anfang an geplant gewesen war.

Ich legte die Scheidungspapiere vor ihn und verschränkte die Arme vor der Brust.

Er zögerte, sein Blick wanderte zwischen mir und den Dokumenten hin und her.

Für einen Moment betete ich beinahe dafür, dass er sie nicht wieder zerreißen würde.

Ich holte tief Luft und schob ihm einen Stift zu.

„Wenn du nicht unterschreibst“, sagte ich, während meine Stimme den Schmerz kaum verbergen konnte, „werde ich das Video ins Internet stellen. Ich werde zusehen, wie dein Unternehmen zusammenbricht und Rayas Ruf mit ihm.“

Sein Kiefer spannte sich an und seine Hände ballten sich an seinen Seiten zu Fäusten.

Sein ganzer Körper strahlte Wut aus.

Doch er wusste, dass ich nicht bluffte.

Nach einer langen, angespannten Stille riss er mir den Stift aus der Hand und setzte hastig seine Unterschrift unter die Papiere, bevor er sie mir zurückschob.

„Du wirst das bereuen, Juliet.“

Seine Stimme war scharf und voller Gift.

„Kein Mann wird jemals mit einer Frau wie dir zusammen sein wollen. Du wirst zurückgekrochen kommen. Und wenn du das tust, werde ich dich nicht zurücknehmen.“

Zum ersten Mal seit Jahren fühlte es sich an, als würde eine schwere Last von meinen Schultern fallen.

Ein Gefühl von Freiheit durchströmte mich, und ich lächelte, als ich den Anflug von Bedauern bemerkte, der sich hinter Edwards kaltem Gesichtsausdruck verbarg.

„Ich brauche dich nicht, Edward“, sagte ich schlicht. „Und ich hoffe, dass ich dich nie wiedersehen muss.“

Seine Entschlossenheit geriet für einen Moment ins Wanken, doch er überspielte es schnell mit einem verächtlichen Schnauben.

„Wir werden sehen, wie lange du noch so tun kannst, als wärst du stark.“

Ich ließ ein leises Lachen hören und stand auf. Seine Worte prallten an mir ab wie Wasser.

Er hatte immer geglaubt, ich würde niemals von seiner Affäre mit Raya erfahren.

Er hatte mich unterschätzt.

Ich verließ das Gerichtsgebäude und ging auf das Taxi zu, das draußen auf mich wartete.

Doch gerade als ich einsteigen wollte, fiel mir ein Schopf roter Haare ins Auge.

Raya.

Sie stieg aus einer eleganten Limousine. Ihre karmesinroten Locken waren zu perfekten Wellen gestylt, während ihr goldbraunes, eng anliegendes Kleid jede ihrer Kurven betonte.

Der Schlitz an ihrem Knie gab gerade genug von ihrem Bein preis, um ihre ohnehin schon erdrückende Präsenz noch stärker wirken zu lassen.

Ich verdrehte bei ihrer theatralischen Erscheinung die Augen, als sie mit schnellen, selbstbewussten Schritten auf mich zukam.

„Juliet“, säuselte sie mit einem süßlichen Lächeln auf den Lippen. „Ich habe gehört, dass du dich endlich dazu entschlossen hast, dich von Edward scheiden zu lassen.“

„Ist das nicht genau das, was du immer wolltest?“

Ich verschränkte die Arme und sah sie angewidert an.

„Edward gehört jetzt ganz dir. Du kannst ihn überall zur Schau stellen, ohne auf deine kranken kleinen Intrigen zurückgreifen zu müssen.“

Sie schnalzte mit der Zunge und legte eine Hand auf ihre Brust, als hätte ich sie beleidigt.

„Du weißt doch, dass ich so etwas niemals tun würde. Das war alles Mamas Idee.“

Sie trat einen Schritt näher. Ihre schlanke Gestalt wirkte beinahe einschüchternd, als sie vor mir stand.

„Ich wollte nie, dass du es herausfindest. Ich wusste, dass es dich verletzen würde.“

Die Wut in meiner Brust loderte auf und mein Blut kochte in meinen Adern.

Bevor ich mich zurückhalten konnte, schnellte meine Hand nach oben und traf ihre Wange mit einem scharfen Schlag.

Die Wucht ließ sie taumelnd zurückweichen, während ihre Leibwächter sofort nach vorne stürmten, um sie abzuschirmen.

Raya riss ihre Finger an die gerötete Stelle ihrer Wange. Ihre Augen waren vor Schock weit aufgerissen.

Bevor sie den Mund öffnen konnte, um etwas zu mir zu sagen, hallte ein weiterer Schlag durch die Luft.

Nur diesmal kam er nicht von mir.

Ein stechender Schmerz explodierte in meiner Wange, als mein Kopf zur Seite gerissen wurde.

Ungläubig riss ich die Augen auf und drehte mich zu der Person um, die mich geschlagen hatte.

Meine Mutter.

Sie stand schützend vor Raya, ihr Blick war so scharf, dass er mich hätte durchbohren können.

„Wag es ja nicht, sie anzufassen!“, fauchte sie. Ihre Stimme war voller Abscheu.

„Du warst noch nie etwas wert. Und jetzt besitzt du auch noch die Frechheit, deine eigene Schwester anzufassen?“

Tränen brannten in meinen Augen, doch ich kämpfte dagegen an, sie fallen zu lassen.

Schon bevor Raya in unser Leben getreten war, hatte meine Mutter immer mich für die Fehler meines Vaters verantwortlich gemacht.

Sie hatte mir nie Liebe gezeigt. Nicht ein einziges Mal hatte sie mir das Gefühl gegeben, dass ich ihr etwas bedeutete.

Ich wischte mir die Tränen mit der Handfläche aus dem Gesicht und weigerte mich, sie sehen zu lassen, wie sehr ich zerbrach.

Bevor Edward uns erreichen konnte, drehte ich mich um und stieg in das Taxi.

Ich gab dem Fahrer ein Zeichen, loszufahren.

Die Fahrt zum Haus meiner besten Freundin aus Kindertagen, Vera, kam mir länger vor als erwartet.

Oder vielleicht war es einfach die Schwere in meiner Brust, die die Zeit unerträglich langsam vergehen ließ.

Ich wollte nur noch weg.

Ich wollte allem entkommen, was mich an Edward erinnerte, an meine Familie und an das Leben, an das ich einst so verzweifelt geglaubt hatte.

Als ich ankam, wurde Veras Blick sofort sanfter, als sie mich sah.

Sie zog mich in eine feste Umarmung und hielt mich so, als könnte sie mich vor all dem Schmerz beschützen, den ich mit mir herumtrug.

„Oh, Juliet“, murmelte sie, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten. Ihre Stimme war voller Mitgefühl.

Ich zwang mich zu einem kleinen Lächeln, obwohl ich wusste, dass sie noch nicht das ganze Ausmaß dessen verstand, was passiert war.

Nicht bis der Taxifahrer nach vorne trat und meine Koffer auf den Gehweg stellte.

In diesem Moment sank die Realität wirklich in mich ein.

Von dem Leben, das ich einst gekannt hatte, war nichts mehr übrig.

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