MasukLuna stockte.Damaris stand schwankend da. Genau in dem Moment kam der Kellner mit dem Tablett, sie stieß versehentlich dagegen, der Kellner murmelte eine Entschuldigung. Doch sie griff nach den Schüsseln auf dem Tablett und schmetterte sie zu Boden.„Das mit dem Fondue. Das mit den Imbissbuden. Das alles nur, weil du da warst! Er ist dir nachgelaufen! Spazierengehen, Kino, immer hinter dir her!“„Mich hat er nie zum Wohnheim gebracht. Du und ich wohnten in verschiedenen Wohnheimen, da bestand keine Chance, dass er dir dabei über den Weg lief. Selbst wenn ich gebettelt habe, ein einziges Mal, nur ein einziges Mal – er wollte nicht. Er hat es nicht getan!“Damaris ließ alles heraus, was sich in den letzten zwei Wochen in ihr aufgestaut hatte. Ringsum zückten Leute ihre Handys, sie kümmerte sich nicht darum.Luna hob den Kopf und sah sie an. Etwas in ihr war getroffen, ein leises Zittern lief durch ihren Blick.„Auch dass er sich überhaupt auf mich eingelassen hat, lag nur daran, d
Vivian hatte das anfangs für einen Scherz gehalten. Doch Luna nahm sie tatsächlich zu einem Essen mit Damaris mit.Sie waren als Erste da. Erst nach einer Weile rauschte Damaris mit ihrem Leibwächter herein, betont spät.Schon vom Eingang aus fixierte sie Luna unverwandt, und Luna hielt dem Blick stand. Je näher sie kam, desto fester verhakten sich ihre Augen ineinander, und Luna war ehrlich überrascht.In knapp drei Wochen war Damaris erschreckend abgemagert.Normalerweise fielen ihre eigenwilligen, südländischen Züge mit der markanten Augenpartie sofort auf. Jetzt hatte sie kaum noch Polster im Gesicht, und selbst das sorgfältige Make-up konnte kaum verbergen, wie verlebt sie aussah.Damaris war Mitte zwanzig und sah schon ausgelaugt aus.Luna dagegen trug über ihrem Kostüm einen mintgrünen Mantel. Auf ihrer hellen Haut kam die Farbe zur Geltung. Daneben wirkte Damaris fahl und stumpf.Genau das konnte Damaris am wenigsten ertragen. Ihr Blick wurde noch kälter. Kaum saß sie, s
Julian sah ihn nur an und schwieg.Er trank einen Schluck. Im Halbdunkel der Bar war sein Gesicht nicht zu deuten.Max behandelte ihn wie einen Leidensgenossen. Er schnippte den Barkeeper heran und bestellte sich einen Drink, schnalzte missbilligend: „Diese Frauen. Warum müssen die immer so anstrengend sein?“Er zog sein Zigarettenetui hervor und bot Julian eine an.Kaum hatte er die Zigarette angezündet, hörte er vom anderen Ende des Tresens zwei Männer reden: „Nein danke, lass mal. Meine Frau und ich wollen gerade Nachwuchs, da sind Alkohol und Rauchen tabu. Ein Zitronenwasser tut’s.“Die beiden, die eben noch genüsslich Whisky getrunken und geraucht hatten, hielten unwillkürlich inne.Und drückten wie auf Kommando die Zigaretten aus.…Auf Dauer konnte Julian in Weststadt nicht bleiben. Am nächsten Morgen frühstückte er mit Luna und fuhr mit Frida nach Flussstadt zurück.Luna begleitete ihn nicht hinaus, sie blieb sitzen und aß weiter.Vivian betrat den Frühstücksraum und
Max sah sie intensiv an.Vivian schob seine Hand zur Seite und sagte tonlos: „Wenn du Langeweile hast und Streit suchst, dann such jemanden, der Zeit hat. Ich habe Akten zu lesen.“Ihre Gleichgültigkeit brachte ihn auf die Palme. Er griff fester nach ihrer Hand: „Du bist Anwältin, ich komme gegen dich nicht an.“Er drückte sein Knie hoch unter ihren Rock, ein grobes „Ich nehme dich, bis du –“ auf der Zunge, dann senkte er den Kopf und biss in ihre Lippe.Vivian spürte, dass dieser Akt nicht wie sonst enden würde. Ihre sonst so beherrschte Stimme kippte: „Max! Hör auf damit!“Er tat genau das Gegenteil.Er drückte ihre Hände gegen die Wand und schob mit der anderen Hand ihren Rock bis zur Hüfte. Wusste sie eigentlich, wie aufreizend ihre Figur in diesem Bürokostüm war? Florian hatte sie heute Abend mit Augen abgemessen, die nicht hingehörten.Verbissen riss Max ihr Strumpfhose und Slip zugleich herunter.Vivians Widerstand war chancenlos. Er machte sich nicht einmal die Mühe, si
Florian sah ihr kühles Gesicht an und lächelte gelassen weiter: „Du bist wütend. Du machst dir noch etwas aus mir. Sieben Jahre haben wir gehabt. Niemand kennt dich besser. Wenn ich dir nichts wäre, würdest du nicht so reagieren, wenn ich dich kurz anfasse.“Sein Ton wurde sanfter. „Vivian. Ich habe mich von ihr getrennt. Lass uns neu anfangen.“Vivian sagte regungslos: „Max und ich haben keine Feier ausgerichtet, aber dass wir verheiratet sind, wissen genug Leute. Haben Sie davon nichts gehört, Herr Reiter?“Florian glaubte nicht, dass sieben Jahre für sie spurlos vergangen waren. Er sagte dunkel: „Vivian, ich habe dir die Brücke gebaut.“Bevor sie antworten konnte, tauchte Max auf und trat Florian in die Seite. „Verdammt nochmal, baggerst du mir meine Frau an?“Florian konnte nicht mehr ausweichen. Auf dem schwarzen Anzug blieb ein Schuhabdruck zurück.Florian hob den Kopf, das Gesicht blieb gefasst: „Max, warum du Vivian geheiratet hast, glaub bloß nicht, ich wüsste es nicht.
Vor dem Fenster war die Nacht so dicht, dass kein Lichtschimmer durchkam. Wind und feine Schneeflocken zogen durch den Fensterspalt herein. Die leichte Kälte konnte die heiße, feuchte Luft im Zimmer nicht vertreiben.Luna streckte einen schmalen, zarten Arm aus der Decke, um die Nachttischlampe anzuknipsen.Da legte er sich wieder auf ihren nackten Rücken und küsste ihren Nacken. Als sie zu zittern begann, machte er erst recht weiter und küsste sich die Wirbel hinunter bis zum Kreuz.Luna lag bäuchlings auf dem Kissen, krümmte sich unter dem Kitzeln und wollte sich umdrehen, um ihn wegzuschieben. Julian verschränkte seine Finger mit ihren und legte sie neben das Kissen, beugte sich zu ihr und küsste sie.Luna fand, dass Julian … irgendwie anhänglich war.Gestern Abend hatte der kranke Mann wie ein Streuner zu ihren Füßen gelegen. Jetzt klammerte er sich an sie und ließ nicht mehr los.Sie hatte das eigentlich kein zweites Mal mit ihm gewollt. Er rieb sich an ihr, und sie versank,







