Zauber Der Obsession

Zauber Der Obsession

last updateLast Updated : 2026-05-09
By:  Queen BeeUpdated just now
Language: Deutsch
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In ihrem ersten Jahr an der Universität, geprägt von tiefer Einsamkeit und dem verzweifelten Verlangen nach Zugehörigkeit, greift Lara, eine junge Gotikerin mit hexischem Erbe, zu einem uralten Blutzauber, um von Dorian, ihrem Literaturprofessor, begehrt zu werden. Was als Ritual beginnt, um seine Aufmerksamkeit zu erobern, verwandelt sich rasch in eine Spirale krankhafter Obsession, die beide verschlingt. Dorian, ein verheirateter und angesehener Mann, sieht sein gesamtes Leben zusammenbrechen, als der Zauber seinen Geist korrumpiert und ihn in eine finstere, verdorbene Version seiner selbst verwandelt. Besitzergreifend. Gewalttätig. Unwiedererkennbar. Er gibt alles für Lara auf: seine Ehe, seine Karriere, seine Moral. Doch je mehr er sich der Obsession hingibt, desto stärker verschwimmt die Grenze zwischen Zauber und Realität. Es folgt ein gefährlicher Tanz aus Macht und Unterwerfung, in dem Lara erkennt, dass manche Zauber sich nicht kontrollieren lassen. Gefangen in einem Netz ihrer eigenen Schöpfung, muss sie mit ansehen, wie der Professor, den sie einst vergötterte, sich in einen obsessiven Kerkermeister verwandelt. Er entführt sie in ein verlassenes Haus, in dem Liebe zu Folter verkommt, und Begierde zu Zerstörung.

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Chapter 1

Kapitel 1 – Das Dunkle Erbe

Das Geräusch des Regens, der gegen das Fenster meines Zimmers prasselte, war die einzige Gesellschaft, die ich wirklich besaß. Draußen lag die Welt in dichten Nebel und Finsternis gehüllt – genau so, wie ich es liebte. Hier drinnen, zwischen heruntergebrannten Kerzen und Postern obskurer Bands, konnte ich endlich atmen.

— Lara! — Die Stimme meiner Adoptivmutter hallte die Treppe hinauf und zerschnitt meinen Moment der Ruhe. — Komm sofort runter, dein Vater und ich müssen mit dir sprechen.

Ich seufzte schwer, zog mich widerwillig aus dem Bett und schlurfte barfuß durch das Meer aus verstreuten Büchern zur Tür. Mit zwanzig Jahren wurde ich in meinem eigenen Zuhause immer noch wie eine aufsässige Jugendliche behandelt.

Ich stieg die Treppe hinunter und fand sie im makellos aufgeräumten Wohnzimmer. Meine Mutter, Margaret, saß mit verkrampften Händen im Schoß, während mein Vater, Richard, etwas auf seinem Tablet las, als wäre ich gar nicht da.

— Ja? — fragte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.

Margaret kam gleich zur Sache.

— Wir haben heute eine E-Mail von deiner Universität bekommen. Wegen dieser Praktikumsstelle im Literaturdepartment. — Sie machte eine bedeutungsvolle Pause. — Sie haben angedeutet, dass deine… optische Erscheinung möglicherweise nicht für ein professionelles Umfeld geeignet sei.

— Es ist nur Make-up und Kleidung, Mutter. — Meine Stimme blieb fest. — Und meine akademischen Leistungen sprechen für sich.

Richard hob langsam den Blick.

— Es geht nicht nur um Noten, Lara. Auf dem Arbeitsmarkt zählt das Äußere. Du musst lernen, dich wie ein normaler Mensch zu kleiden, wenn du in dieser Wirtschaft überhaupt eine Chance haben willst.

— Normal? — Ein bitteres Lachen entkam mir. — Wie soll ich denn normal sein, wenn diese Familie mich nie wie ein echtes Mitglied behandelt hat?

Margaret presste die Kiefer aufeinander.

— Fang nicht schon wieder damit an. Wir haben dir alles gegeben, was du brauchst — Bildung, Chancen, ein Dach über dem Kopf…

— Alles, nur keine Akzeptanz. — Die alten Wunden rissen sofort wieder auf.

— Jetzt reicht’s! — Richard schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. — Bis Ende des Monats sorgst du für ein professionelleres Erscheinungsbild. Sonst streichen wir dir das Taschengeld. Verstanden?

Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich um und stieg die Treppe hinauf. Ihre missbilligenden Murmeln verfolgten mich. Oben angekommen, schloss ich die Tür meines Zimmers ab, lehnte mich dagegen und atmete tief durch. Sie würden es nie verstehen. Manche Menschen waren einfach nicht dazu geboren, sich anzupassen.

In diesem Moment kam mir meine verstorbene Großmutter väterlicherseits, Agnes, in den Sinn. Sie war die Einzige gewesen, die mich nie verurteilt hatte. Mit ihren weisen Augen und ihren Geschichten über Kräuter und Zauber. Kurz vor ihrem Tod hatte sie mir zugeflüstert:

— „Es wartet ein Geschenk für dich auf dem Dachboden, Liebes. Für den Tag, an dem du bereit bist.“

Etwas Unerklärliches trieb mich an. Ich zog die Leiter zum Dachboden herunter und stieg hinauf. Die Luft war staubig, schwer und roch nach vergessener Zeit. In einer alten Zedernholztruhe fand ich schließlich ein in abgenutztes Leder gebundenes Tagebuch, auf dessen Einband seltsame Symbole eingraviert waren. Auf der ersten Seite stand in Agnes’ eleganter Handschrift: Hexenkunst der Ahnen.

Während ich die Seiten mit ihren fein notierten Zaubern und Ritualen durchblätterte, überfiel mich eine lebhafte Erinnerung: der Moment, in dem ich Professor Dorian zum ersten Mal gesehen hatte. Auf dem Universitäts-Parkplatz. Mit seiner Frau.

Er hatte sie liebevoll umarmt, mit einem breiten, echten Lächeln. Die Art, wie er sie ansah… als wäre sie sein gesamtes Universum.

Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Solche Liebe hatte ich noch nie gesehen — so rein, so hingebungsvoll. Er war alles, was ich je wollte. Aufmerksamkeit. Hingabe. Leidenschaft. Und ich war entschlossen, ihn zu bekommen.

Ich presste das Tagebuch fest an meine Brust.

— Danke, Oma Agnes, — flüsterte ich in die Schatten hinein. — Ich habe endlich gefunden, wonach ich gesucht habe.

Mit neuer Entschlossenheit stieg ich vom Dachboden herunter. Während meine Eltern unten weiter über Jobs und äußeres Erscheinungsbild diskutierten, lächelte ich zum ersten Mal in dieser Nacht.

Sie wollten, dass ich mich anpasse? Dass ich normal werde?

Nein. Normalität wollte ich nicht.

Ich wollte Macht.

Und mit Agnes’ Tagebuch würde ich sie endlich bekommen.

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