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Kapitel 2

Author: Warmwort
Nach Leos Weggang betrat sein persönlicher Assistent Moritz Klein mit einem Tablett, das eine Pille und ein Glas Wasser trug.

Er reichte Zoe die Pille und sagte respektvoll: „Frau Engel, bitte entschuldigen Sie die Störung.“

Eine Verhütungspille. Da Leo sie nicht liebte, wollte er natürlich nicht, dass sie sein Kind trug.

Nach jedem intimen Moment schickte er Moritz, um ihr die Pille zu bringen, mit der ausdrücklichen Anweisung, sicherzustellen, dass sie sie vor seinen Augen einnahm.

Zoe betrachtete die kleine weiße Tablette und ein stechender Schmerz durchfuhr ihr Herz.

Sie wusste nicht, ob es an ihrem Herzversagen lag oder an Leos Herzlosigkeit, doch der Schmerz war so stark, dass sie kaum atmen konnte.

„Frau Engel…“

Moritz, beunruhigt durch ihre Reaktionslosigkeit, erinnerte sie sanft, besorgt, sie könnte die Pille verweigern.

Zoe sah ihn an, nahm wortlos die Tablette, führte sie zum Mund und schluckte sie ohne einen Schluck Wasser hinunter.

Erst dann entspannte sich Moritzs besorgter Gesichtsausdruck. Er griff in seine Aktentasche, zog einen Stoß Eigentumsurkunden und einen Scheck hervor und legte beides vor Zoe.

„Frau Engel, das ist die Entschädigung von Herrn Brandt für Sie. Neben der Immobilie und den Fahrzeugen erhalten Sie zusätzlich fünfzig Millionen Euro. Bitte nehmen Sie es an.“

Ziemlich großzügig.

Doch leider war es niemals Geld gewesen, wonach sie strebte.

Zoe blickte zu Moritz auf und lächelte traurig. „Ich möchte nichts davon.“

Moritz war einen Moment sprachlos, verständnislos. „Verzeihung, Frau Engel, meinen Sie, die Entschädigung ist… unangemessen?“

Bei diesen Worten fühlte Zoe sich tief verletzt.

Sogar Moritz dachte, es ginge ihr um das Geld – von Leo ganz zu schweigen.

Mit dieser hohen Abfindung sollte sichergestellt werden, dass sie ihn später nicht noch einmal wegen des Geldes belästigen würde.

Zoe lächelte bitter, griff zu ihrer Handtasche, zog die Mastercard Gold heraus und reichte sie Moritz. „Die hat er mir gegeben. Bitte geben Sie sie ihm zurück und richten Sie ihm aus, dass ich keinen Cent von ihm angerührt habe und daher auch keine Abfindung annehmen werde.“

Moritz war jetzt völlig verblüfft. Hätte Frau Engel in all den fünf Jahren tatsächlich kein Geld von Herrn Brandt verwendet?

Egal, ob Moritz es glaubte oder nicht, Zoe legte die Karte einfach obenauf.

Sie drehte sich um und verließ die Villa.

Der Winter in Frankfurt war kalt.

Zoe ging die Straße im Villenviertel entlang.

Ihre schmale Silhouette warf einen schwachen, dürren Schatten auf den Boden.

Sie zog ihren beigefarbenen Mantel enger zusammen, biss die Zähne zusammen und tapste auf ihren hohen Absätzen zurück zu ihrer Wohnung.

Sie öffnete die Tür. Obwohl die Wohnung riesig war, eine gesamte Etage einnahm und extrem luxuriös ausgestattet war, durchströmte Zoe sofort ein eisiges Gefühl der Leere. Sie war genauso kalt und lebensfeindlich wie Leos Herz.

Doch für Zoe fühlte sie sich eiskalt und lebensleer an, genau wie Leos Herz.

Sie setzte sich eine Weile stumpf auf das Sofa, dann begann sie, ihre Sachen zu packen.

Diese Wohnung hatte Leo ihr gegeben.

Nun, da er sie nicht mehr wollte, würde sie auch nichts von ihm annehmen.

Zoe holte ihren Koffer, öffnete den Kleiderschrank und packte all ihre Kleider hinein.

Sie hatte nicht viel mit hierher gebracht, also war sie schnell fertig. Sie nahm ihren Koffer und verließ die Wohnung.

Sobald sie im Auto saß, schickte sie Moritz eine Nachricht:

[Herr Klein, die Zugangscode für das Wolkenkratzer Plaza ist 0826.]

Moritz, intelligent wie er war, verstand sofort.

Frau Engel hatte nicht nur kein Geld von Herrn Brandt ausgegeben – sie lehnte sogar die von ihm geschenkte Wohnung ab.

So entschlossen und klar, ganz anders als die Frau, die vor fünf Jahren Herrn Brandt angefleht hatte, sie für eine Nacht für eine Million Euro zu kaufen.

Er kehrte umgehend zum Unternehmen zurück, übergab Leo die hinterlegten Gegenstände und übermittelte Zoes Worte originalgetreu.

Leo richtete seinen kühlen, distanzierten Blick auf die Gegenstände. Sein eisiger Blick haftete schließlich auf der Karte.

„Da ist eine Million Euro zu viel auf der Karte?“, fragte er kühl.

Moritz nickte sofort. „Jawohl.“

Bevor Moritz ins Büro zurückgekehrt war, hatte er die Karte bei der Bank überprüfen lassen.

Neben den monatlichen Überweisungen, die Herr Brandt angeordnet hatte, war tatsächlich eine zusätzliche Million Euro drauf.

Ganz offensichtlich hatte Frau Engel Herrn Brandt das Geld zurückgegeben – es war, als hätte sie sich all die Jahre umsonst hingegeben.

Leo runzelte nachdenklich die Stirn. Nach einem Moment griff er mit seinen schlanken, markanten Fingern nach der Karte und brach sie entzwei.

Dann schob er die Eigentumsurkunden zu Moritz und wies ihn an: „Erledigen Sie das.“

Moritz öffnete den Mund, um etwas Positives über Frau Engel anzumerken, doch da bemerkte er, dass Leo bereits arbeitete.

Also hielt Moritz taktvoll den Mund, nahm die Gegenstände und verließ das Büro des CEOs.

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