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Kapitel 6

Author: Neunrausch
Genau diese Johanna wagte es, seine Geschäfte zu ruinieren!

Mit einem einzigen scharf formulierten Artikel löste sie im Internet einen gewaltigen Skandal aus.

Seine Bar, in die er mehr als ein halbes Jahr Arbeit investierte, wurde daraufhin geschlossen.

Diese Rechnung wollte er ihr schon lange präsentieren.

Damals plante er lediglich, sie von seinen Leuten zusammenschlagen zu lassen.

Danach sollten seine Kumpel sich an ihr vergehen und einige Fotos machen, um sie später erpressen zu können.

Wer dachte, dass Johanna so viel Glück hatte?

Sie entkam ihnen tatsächlich.

Und nun stand sie freiwillig wieder vor ihm.

„Du hast wirklich keine Angst vor dem Tod.“

Adrian nahm das Handtuch entgegen, das ihm einer seiner Leibwächter reichte, und presste es auf die Wunde an seinem Kopf.

Diese verdammte Frau zog ihm tatsächlich eine Flasche über.

Beim zweiten Schlag konnte er gerade noch rechtzeitig ausweichen.

Sonst fielen die Verletzungen deutlich schlimmer aus.

Doch allein die blutende Platzwunde genügte bereits, um ihn vor all diesen Leuten lächerlich aussehen zu lassen.

Egal was heute geschah.

Er ließ sie dafür bezahlen.

Mit einem grausamen Grinsen beugte er sich zu ihr hinunter.

„Glaub bloß nicht, dass dir jedes Mal das Glück hilft.“

„Du willst mich anzeigen?“

Er legte den Angriff bewusst auf den Tag, an dem seine Schwester Clara nach Hause zurückkehrte.

Für den schlimmsten Fall sorgte er bereits vor.

Selbst wenn Sebastian später davon erfuhr, konnte er sich immer noch auf Claras Einfluss verlassen.

Doch Johanna schaltete tatsächlich die Polizei ein.

Als die Ermittlungen schließlich zu ihm führten, schützte Sebastian ihn wirklich.

Offenbar bedeutete Johanna in Sebastians Augen weniger als nichts.

Welcher Ehemann sieht tatenlos dabei zu, wie seine Frau zusammengeschlagen wird?

Das bewies nur eines: Sebastian verachtete sie zutiefst.

„Ein einziges Wort meiner Schwester genügt, und Sebastian schützt mich. Und du? Hat er jemals auch nur einen Funken Mitleid für dich empfunden? Johanna, das ist die Strafe dafür, dass du vor drei Jahren meiner Schwester den Mann weggenommen hast.“

Johannas Gesicht versteifte sich für einen Moment.

Als Adrian ihre Starre bemerkte, wurde sein Lächeln noch bösartiger.

„Du wirst bereuen, was du heute getan hast.“

Ein stechender Schmerz fuhr durch ihr Herz.

Johanna schnaubte verächtlich.

Ihr Blick ruhte auf ihm, als sähe sie Müll.

„Das Einzige, was ich bereue, ist, dass ich nicht kräftiger zugeschlagen habe.“

„Dann wärst du jetzt tot und könntest hier nicht mehr herumkriechen wie ein Stück Dreck.“

Das Grinsen verschwand augenblicklich aus Adrians Gesicht.

„Verdammt!“

Wütend brüllte er: „Packt sie! Zieht ihr die Hose aus! Heute bringe ich sie um!“

Selbst jetzt zeigte sie noch eine große Klappe.

Zwischen den Flaschen auf dem Tisch griff Adrian wahllos nach einer.

Mit einem Schlag zertrümmerte er den Boden.

Die scharfkantigen Glassplitter glänzten kalt im Licht.

Auf seinen Befehl hin stürzten zwei Männer vor.

Sie wollten sich beweisen und Johanna festsetzen.

Als sie lachten, erkannte Johanna ihre Stimmen sofort.

Es waren dieselben Männer, die sie in jener Nacht angegriffen hatten.

Gut.

Dann musste sie sie wenigstens nicht mehr suchen.

Im selben Augenblick zog sie blitzschnell ein Springmesser aus ihrer Tasche.

Die Klinge bohrte sich tief in den Oberschenkel eines der Männer.

„Aaaah!“

Ein markerschütternder Schrei hallte durch den Raum.

Der Mann brach vor Schmerzen auf die Knie.

Der zweite begriff noch gar nicht, was passierte.

Da blitzte bereits etwas in seinem Augenwinkel auf.

Johanna riss ihr rechtes Bein hoch und trat ihm mit voller Wucht den Absatz ihres Stiefels in den Oberschenkel.

Im nächsten Moment schrie auch er auf und sackte zu Boden.

Mit dem blutigen Messer in der Hand blickte Johanna kalt auf die beiden Männer hinunter.

Ganz gleich, wer von ihnen ihr damals gegen das Bein trat.

Ein Bein für jeden.

Keiner von ihnen war unschuldig.

Damals war sie unvorbereitet.

Sie überfielen sie aus dem Hinterhalt.

Glaubten sie wirklich, eine Investigativjournalistin konnte sich überhaupt nicht verteidigen?

Leopold hatte extra einen professionellen Trainer engagiert, der ihr Selbstverteidigung beibrachte.

Während ihrer Schwangerschaft trainierte sie kaum.

Ihre Reflexe rosteten ein.

Doch für eine Notsituation reichte es noch immer.

Wenn Leopold erfuhr, dass sie zusammengeschlagen wurde, brach er vermutlich sofort sämtliche Dreharbeiten ab und kam zurück.

Das wollte sie nicht.

Sie wollte nicht, dass er auf sie herabsah.

Nicht einmal diese Rache konnte sie selbst vollenden?

„Alle auf sie!“

Als Adrian sah, wie seine Leute verletzt wurden, lief sein Gesicht vor Wut rot an.

„Seid ihr allesamt nutzlose Idioten?!“

„Ihr bekommt nicht einmal eine Frau unter Kontrolle?!“

Mehr als zehn Leibwächter umringten ihn.

Johanna wich rasch zurück.

Sie erkannte sofort, dass diese Männer professionell ausgebildet waren.

Mit ihnen konnte sie sich nicht direkt anlegen.

Deshalb versuchte sie nicht einmal, die Konfrontation zu suchen.

Stattdessen warf sie einen schnellen Blick in Richtung Ausgang.

Sie betrat diesen Ort nicht ohne Vorbereitung.

Außerhalb des Clubs positionierte sie Sicherheitskräfte einer Sicherheitsfirma.

Alles war sorgfältig geplant.

Warum tauchten sie noch nicht auf?

Irgendetwas stimmte nicht.

Während Johanna von allen Seiten bedrängt wurde, packte sie plötzlich einer der Leibwächter von hinten und verdrehte ihr die Arme.

Adrians blutverschmiertes Gesicht erschien unmittelbar vor ihr.

Seine Hand schloss sich um ihren Hals.

„Ganz schön wild, Johanna.“

„Mal sehen, wie lange du heute noch wild bleibst.“

Er drückte ohne jede Zurückhaltung zu.

Johanna bekam kaum noch Luft.

Ihr Gesicht verfärbte sich bereits.

Doch kein Laut kam über ihre Lippen.

Selbst jetzt sah sie ihn noch an wie Abfall.

„Du willst sterben!“ Adrian verlor endgültig die Beherrschung.

„Hör auf!“

Plötzlich ertönte eine Frauenstimme aus der Ferne.

Die Hand an Johannas Hals erstarrte.

„Clara...? Warum bist du hierher gekommen?“

Adrian drehte sich um.

Er wollte sehen, wer kam.

Doch die erste Person, die ihm ins Auge fiel, war nicht Clara, sondern der Mann, der neben ihrem Rollstuhl stand, Sebastian Falk.

Ihre Blicke trafen sich.

Die dunklen Augen des Mannes wirkten tief wie ein Abgrund.

Adrian spürte augenblicklich, wie ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief.

Warum war Sebastian ebenfalls hier?

Johannas Blick glitt über Adrians Schulter hinweg.

Als sie Sebastian sah, wurde ihr Gesicht schlagartig blass.

Ungläubig starrte sie ihn an.

In diesem Moment verstand sie alles.

Die Leute, die sie vor dem Club positionierte, wurden von Sebastian abgefangen.

Um sicherzustellen, dass die Geburtstagsfeier des kleinen Bruders seiner Jugendliebe nicht gestört wurde, griff er persönlich ein.

Ihre Augen färbten sich rot.

Ein spöttisches Lächeln erschien auf ihren Lippen.

Dann richtete sie den Blick wieder auf Adrian, der für einen Moment ablenkte.

Der ganze Hass, den sie in sich getragen hatte, brach hervor.

Mit aller Kraft riss sie sich aus dem Griff des Leibwächters los.

Ein Tritt schleuderte Adrian zurück.

Im nächsten Augenblick stürzte sie sich auf ihn.

Sie drückte ihn zu Boden, griff nach einer zerbrochenen Flasche und schlug sie ihm gegen den Kopf.

Ihre Augen waren blutrot.

Die Flasche zerbarst direkt auf Adrians Schädel.

Glassplitter flogen durch die Luft.

Mehrere Umstehende schrien erschrocken auf.

Niemand konnte sie aufhalten.

Die Menschen im Raum waren wie gelähmt.

Selbst die Leibwächter reagierten zu spät.

Johanna wirkte nicht mehr wie ein Mensch.

Sie erinnerte eher an einen Rachegeist, der direkt aus der Hölle zurückkehrte.

Adrian lag bereits halb bewusstlos am Boden.

Nachdem sie ihn aus nächster Nähe wieder und wieder mit der Flasche getroffen hatte, murmelte er nur noch unverständliche Worte.

Vielleicht waren es Hilferufe.

Vielleicht Beschimpfungen.

Niemand wusste es.

Johanna jedoch dachte nicht daran aufzuhören.

Sie griff das Springmesser um, packte Adrian am Kragen und stieß die Klinge nach unten. Schnell. Präzise. Entschlossen.

Jeder, der sie sah, war überzeugt, dass sie ihn töten wollte.

Plötzlich schloss sich eine Hand um ihr Handgelenk.

Der Griff war so stark, dass sie keinerlei Möglichkeit hatte, sich zu wehren.

Ihre Kraft verschwand augenblicklich.

Das Messer fiel klirrend zu Boden.

Lukas runzelte die Stirn.

„Frau Falk.“

Selbst ihn erschütterte dieser Anblick.

Johanna kniete auf dem Boden.

Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Lukas ihre Hand losließ und das Springmesser aufhob.

Er war Sebastians engster Vertrauter.

Er gehorchte ausschließlich Sebastian.

„Wie ist das? Wenn er Leute schickt, um mich umzubringen, ist das in Ordnung. Aber wenn ich seinen Kopf will, brauche ich eure Erlaubnis?“ Johanna lachte leise.

Beim Zerbrechen der Flasche schlitzte ein Splitter ihre Wange auf.

Blut färbte die Hälfte ihres Gesichts rot.

Lukas erstarrte.

Plötzlich verstand er.

Sein Herz zog sich zusammen.

Unwillkürlich hob er den Blick und sah zu Sebastian hinüber.

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  • Herr Falk, Sie sind raus!   Kapitel 27

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  • Herr Falk, Sie sind raus!   Kapitel 26

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Higit pang Kabanata
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