Share

Ich schenkte ihm seine Freiheit
Ich schenkte ihm seine Freiheit
Penulis: Glamor Pig

Kapitel 1

Penulis: Glamor Pig
„Ist es vorbei?“

Kaum war ich aus dem Gerichtsgebäude getreten, kam meine Mutter auf mich zu.

„Es ist vorbei.“

„Er ist immer noch nicht erschienen?“

„Nein.“

„Weiß er davon?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Das Gericht hat die öffentliche Bekanntmachung sechzig Tage lang laufen lassen. Niemand konnte ihn erreichen. Ich glaube nicht, dass er Zeit hatte, sie zu sehen.“

Die Stimme meiner Mutter zitterte.

„Alles wegen Natalie?“

„Ja. Damals wurde sie operiert. Sie schwebte zwischen Leben und Tod.“

Meine Mutter wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln.

„Und ... geht es ihr inzwischen besser?“

„Vielleicht.“

„Yvette, du liebst ihn noch immer, oder?“

„Drei Jahre lang hat er sich jeden Tag um jede einzelne ihrer Mahlzeiten gekümmert, ohne auch nur einen Tag auszulassen. Mama, vielleicht gibt es einen Platz für mich in seinem Herzen. Aber für sie gibt es dort ebenfalls einen.“

Die Traurigkeit im Gesicht meiner Mutter vertiefte sich. Sie sagte jedoch nichts mehr.

Vor fünf Jahren hatten wir uns im Krankenhaus kennengelernt.

Damals war Orion bereits der renommierteste Thoraxchirurg der gesamten Provinz.

Und ich war seine Patientin.

Jeden Morgen um acht Uhr führte er die anderen Ärzte bei der Visite an. Sein Blick blieb nie länger auf mir liegen.

Doch jedes Mal ließ er mir ein Bonbon zurück.

„Die Medizin ist ein wenig bitter. Mit einem Bonbon geht es leichter.“

Am Tag meiner Entlassung kam Orion Young allein in mein Zimmer.

„Du bist wieder gesund. Du musst nicht mehr zurückkommen.“

Ich konnte die Enttäuschung in meinen Augen nicht verbergen.

Dann sagte er etwas, das mir vollkommen die Sprache verschlug.

„Du bist jetzt nicht mehr meine Patientin. Darf ich dich zu einem Date einladen?“

Damals wusste jeder im Krankenhaus, dass Orion mich mochte.

Während des Monats, den ich dort verbrachte, tauschte er jeden möglichen Dienst, nur um mich ein weiteres Mal sehen zu können.

Tagelang arbeitete er Tag- und Nachtschicht direkt hintereinander, nur um mir eine einzige Frage stellen zu können:

„Wie fühlst du dich heute?“

Ding.

Die Aufzugtüren öffneten sich. Das Geräusch riss mich aus meinen Erinnerungen.

Als ich zu Hause ankam, leuchtete mein Handy auf. Es war Orion.

Er hatte mir ein Foto geschickt.

Ein Flugticket von South City nach North City.

Abflug: morgen.

Eine Sekunde später kam die nächste Nachricht.

[Schatz, ich komme bald nach Hause!]

Ich stand im Eingangsbereich und starrte lange auf diese Worte.

Im vergangenen Jahr hatte ich eine akute Blinddarmentzündung bekommen.

Auf dem Weg ins Krankenhaus hatte ich ihm eine beinahe identische Nachricht geschickt.

Der einzige Unterschied war, dass meine eine Frage gewesen war.

[Schatz, kannst du nach Hause kommen?]

Mein Handy war den ganzen Tag still geblieben.

Später sah ich ihn in einem der Vlogs von Natalie Sullivan.

Er wirkte angespannt. Die Kamera fuhr langsam zurück, und ich sah, wie er mit großer Sorgfalt Glasur auf einer Torte verteilte.

Er schrieb darauf:

[Alles Gute zum Geburtstag, Natalie. Ich wünsche dir Gesundheit und Glück.]

Drei Jahre.

Und ausgerechnet an dem Tag, an dem ich beschlossen hatte, ihn loszulassen, teilte er mir mit, dass er nach Hause kommen würde.

Ich öffnete die Tür, zog Hausschuhe an und sah mich in der Wohnung um.

Wohin ich auch blickte, überall fanden sich nur Spuren meines eigenen Lebens.

Das einzige Paar Herrenhausschuhe im Schuhschrank war nie aus der Verpackung genommen worden. Seit drei Jahren stand es dort.

Auf dem Balkon hing nur meine Kleidung.

Kaum etwas in dieser Wohnung gehörte ihm.

Und nichts gehörte uns beiden gemeinsam.

Ich öffnete Natalies angeheftetes Video. Es war zugleich ihr meistgeliktes.

Darin zeigte sie das Haus, in dem sie mit Orion in South City lebte.

Unter dem Schuhschrank standen ordentlich zwei Paar Hausschuhe. Eines rosa. Das andere blau.

Die Sohlen des blauen Paars waren bereits glattgelaufen.

Auf dem Balkon hing ihre Kleidung Seite an Seite.

Sie wirkten wie ein verheiratetes Paar.

Dann schwenkte die Kamera in den Garten. Leuchtende, farbenfrohe Blumen füllten den Bildschirm.

Natalie trat mit strahlendem Lächeln ins Bild und stellte sie eine nach der anderen vor.

Rosen, Gänseblümchen, Sonnenblumen und Bougainvillea.

Orion hatte sie alle für sie gepflanzt.

Er brauchte dafür keinen besonderen Anlass. Er wollte sie einfach glücklicher machen.

Im zweiten Jahr unserer Ehe begann auch ich, auf unserem Balkon Blumen zu pflanzen.

Doch er vergaß ständig, sie zu gießen.

Einmal fragte ich:

„Orion, kannst du dir dabei nicht ein bisschen mehr Mühe geben?“

Er antwortete:

„Es sind doch nur Blumen.“

Nur Blumen.

Diese beiden Worte galten offenbar nur mir.

Bei mir hatte es ihn schlicht nie genug interessiert.

Lanjutkan membaca buku ini secara gratis
Pindai kode untuk mengunduh Aplikasi

Bab terbaru

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 11

    Spät in einer Nacht klingelte mein Handy.Es war Orion.„Schatz, wer ist es?“„Orion.“Zach hielt einen Moment inne.„Geh ran. Vielleicht ist es dringend.“Ich nahm den Anruf an.„Yvette.“„Was ist los? Warum rufst du an?“„Yvette, ich bin so müde.“Seine Stimme war heiser, als hätte er lange nicht gesprochen.Zach öffnete Natalies neuestes Video.Darin hatte Natalie erneut einen Zusammenbruch.Sie hielt sich ein Messer an den Hals und zwang Orion, das zu tun, was sie wollte.Ich erkannte das Innere ihres Hauses in South City.Alles war vollkommen verwüstet.Offensichtlich hatte es einen heftigen Kampf gegeben.„Yvette, ich bereue es.“„Es ist spät. Geh schlafen.“„Yvette, ich habe dich vor drei Jahren nicht verlassen, weil ich Natalie geliebt habe. Ich konnte es nur nicht akzeptieren. Ich wollte, dass sie sieht, wie gut ich bin. Aber ich habe mich geirrt. Ich hätte nie gedacht, dass ich dich dadurch verlieren würde.“„Das liegt alles hinter uns. Natalie braucht dic

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 10

    Nachdem Orion mein Haus verlassen hatte, fuhr er nicht nach Hause.Er ging nach South City, wo Natalie noch immer lebte.Später begann Natalies Vlog, der drei Jahre lang still gewesen war, plötzlich wieder mit neuen Beiträgen.Orion kam danach nie wieder zurück.Sechs Monate später arrangierte meine Mutter ein Blind Date für mich.Wir trafen uns in einem Café.Als ich ankam, saß der Mann bereits dort.„Hallo, ich bin Zach Watson.“„Ich bin ...“„Yvette. Yvette Johnson.“„Hat meine Mutter Ihnen meinen Namen verraten?“Er schüttelte den Kopf.„Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Ihre Mutter hat nichts gesagt. Ich habe Sie erkannt, als ich Sie sah.“„Wegen ... der Videos?“„Ja. Eigentlich wollte ich überhaupt nicht zu einem Blind Date. Aber als ich gesehen habe, dass Sie es sind, war ich froh, gekommen zu sein.“„Danke.“„Orion hat es schon vor langer Zeit bereut, Sie verloren zu haben.“„Hm?“„Haben Sie das nicht gesehen?“Verwirrt sah ich ihn an.„Was habe ich verp

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 9

    Drei Jahre später endeten meine Reisen schließlich.Ich kehrte in mein eigenes Zuhause zurück.Noch am selben Abend erschien Orion unten vor meiner Wohnanlage.Vom Fenster aus blickte ich zu ihm hinunter.Er hatte viel Gewicht verloren.Sein Bart war ungepflegt.Seine Kleidung schien seit drei Jahren dieselbe zu sein.Sogar sein Haar war grau geworden.Meine Mutter trat neben mich und seufzte.„Du warst all die Jahre nicht da. Er ist oft zu mir gekommen.Manchmal hat er zugehört, wenn ich ihm Geschichten aus deiner Kindheit erzählt habe. Manchmal saß er einfach schweigend da und betrachtete deine Fotos.Meistens blieb er in deinem Zimmer. Er hielt eure Heiratsurkunde in den Händen und wirkte vollkommen teilnahmslos.“Meine Mutter deutete auf die zusätzlichen Dinge im Haus. Ihr Gesichtsausdruck wurde kompliziert.„Vor zwei Jahren habe ich einmal erwähnt, dass mein Rücken weh tut. Daraufhin hat er diesen Massagesessel gekauft.Als ich zu einer Untersuchung musste, sagte der

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 8

    Einen Monat später rief Ruby mich an.Ich zögerte kurz, nahm dann aber trotzdem ab.„Frau Young, was ist los?“„Yvette, ich bin’s.“Es war Natalie.„Was willst du?“„Yvette, Orion hat das alles nur getan, um mich zu retten. Du kannst ihn nicht so behandeln.“„Ich habe mich von ihm scheiden lassen, damit er sich ohne jede Belastung um dich kümmern kann. Ist das nicht genau das, was du wolltest?“„Das ist nicht dasselbe.“„Was ist daran anders?“„Er muss sich noch um seine Großmutter kümmern.“„Und wo ist das Problem?“„Aber das war doch früher deine Aufgabe.“Ich lachte.„Sie ist seine Großmutter. Nicht meine.“„So sollte es nicht sein. Alles ist falsch. Hast du ihm etwas gesagt? Er will mich künftig nicht mehr zu meinen Kontrolluntersuchungen begleiten. Er sagt, er hätte bereits genug für mich getan.“Also darum ging es wirklich.Sie wollte mich zur Rede stellen.Doch schon früher hatte sie dazu kein Recht gehabt.Jetzt erst recht nicht.„Wenn du nur deswegen anrufs

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 7

    Meine erste Station war Highvale.Man sagte, Mai und Juni seien die schönste Reisezeit für Highvale.Ich sah die Silvercrest Mountains und den Lake Evermere. Ich bestieg den Mount Frostpeak und beobachtete, wie die Sonne über dem goldenen Gipfel aufging.Am Ende blieb ich am Lake Evermere.In der dritten Nacht im Gästehaus saßen wir alle am Lagerfeuer und unterhielten uns.Als ich eine Wahrheitskarte zog, brach der ganze Raum in Gelächter aus.Der Besitzer hob eine Hand und brachte alle zur Ruhe.„Ist Orion dein Ehemann?“Ich hielt einen Moment inne.„Er ist mein Exmann.“Der Raum wurde still.„Kennt ihr ihn alle?“Eines der Mädchen meldete sich.„Wir haben seinen Entschuldigungsvlog gesehen.Er hat erzählt, dass du allein unterwegs bist, und alle gebeten, die dich treffen, ein bisschen auf dich aufzupassen.Außerdem sollen wir dir ausrichten, dass er zu Hause auf dich wartet.“Ich nahm einen Schluck Wein.„Und was jetzt? Wollt ihr mich überreden?“Das Mädchen schütte

  • Ich schenkte ihm seine Freiheit   Kapitel 6

    Es war Orion.„Yvette, willst du wirklich gehen?“Das waren seine ersten Worte, als er vor meinem Wagen stand.Seine zweite Frage lautete:„Warum?“Sein Haar war schweißnass und klebte an seiner Stirn. Seine Augen waren vor Panik gerötet.Ich stieg aus.„Wenn ich nicht rechtzeitig gebremst hätte, wärst du tot.“„Warum?“„Was machst du hier?“„Deine Mutter hat mir gesagt, dass du gehst.“„Wenn du das weißt, dann geh zur Seite.“„Yvette, warum? Uns ging es doch gut.“Ich lachte.„Warum bist du dann vor drei Jahren gegangen?“„Meine Mutter war krank ...“„Der 28. Mai 2021 ist der Todestag deiner Mutter. Muss ich wirklich noch weiterfragen?“„Du weißt also alles?“„Ja.“Seine Stimme wurde heiser.„Ich war nur mit ihr befreundet. Jetzt bin ich zurück. Ich werde nie wieder gehen.“Er war zurück.Also sollte ich die vergangenen drei Jahre einfach auslöschen?Er hatte mich nicht betrogen, also war ich wohl nur überempfindlich.Er war endlich zurückgekommen, also sollte

Bab Lainnya
Jelajahi dan baca novel bagus secara gratis
Akses gratis ke berbagai novel bagus di aplikasi GoodNovel. Unduh buku yang kamu suka dan baca di mana saja & kapan saja.
Baca buku gratis di Aplikasi
Pindai kode untuk membaca di Aplikasi
DMCA.com Protection Status