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Kapitel 5

Author: Glamor Pig
Am Samstagmorgen pflanzte ich Blumen auf dem Balkon.

Orion kam zu mir.

„Yvette, was machst du da?“

Überall auf dem Boden lag Erde, und der Blumentopf war leer.

„Du bist wach? Komm und pflanz mit mir.“

„Gut. Du hast die Setzlinge tagelang liegen lassen. Warum willst du sie plötzlich doch einpflanzen?“

„Ich hatte einfach Lust darauf. Hilfst du mir?“

„Natürlich!“

Er krempelte die Ärmel hoch und nahm mir die Schaufel aus der Hand.

Ich hielt die Setzlinge fest und betrachtete ihn aufmerksam.

„Warum siehst du mich so an?“

„Nichts. Wir haben uns nur lange nicht gesehen.“

„In Zukunft haben wir jede Menge Zeit.“

„Orion, erinnerst du dich noch daran, was du vor drei Jahren bei deinem Heiratsantrag zu mir gesagt hast?“

„Natürlich. Wie könnte ich das vergessen?“

„Kannst du es heute noch einmal sagen?“

Er klopfte sich die Erde von den Händen und sah mich liebevoll an.

„Natürlich.

Yvette, ich habe mir damals unzählige Arten vorgestellt, wie ich dir einen Antrag machen könnte. Aber keine davon konnte ausdrücken, was du in mir auslöst. Ich möchte jeden Morgen aufwachen und dich sehen. Und wenn ich die Augen schließe, sollst du noch immer da sein.

Yvette, ich liebe dich. Willst du mich heiraten?“

Es klingelte an der Tür.

Er stand auf und ging öffnen, blieb jedoch im Wohnzimmer noch einmal stehen.

„Ich warte noch auf deine Antwort.“

Als die Tür aufging, stand Natalie davor.

Sie sagte nichts.

Sie legte Orion lediglich einen medizinischen Bericht in die Hände.

Er drehte sich zu mir um.

„Entschuldige. Heute kann ich nicht bei dir bleiben.“

„Warum?“

„Ich kann sie nicht allein zur Untersuchung gehen lassen.“

„Warum nicht?“

„Du verstehst das nicht. Bei ihrem Zustand darf sie nicht allein sein.“

Er wusch sich die Erde von den Händen, nahm die Autoschlüssel und wollte gehen.

Ich rief ihm hinterher.

„Und meine Antwort? Willst du sie nicht mehr hören?“

„Wir sind doch schon verheiratet. Die Antwort ist nicht mehr wichtig.“

„Und die Blumen? Pflanzen wir sie noch ein?“

„Warte auf mich, ja?“

Ohne meine Antwort abzuwarten, ging er.

Seine Gestalt verschwand aus meinem Blickfeld.

„Wir sind geschieden.

Und ich warte nicht mehr.“

Ich setzte mich mit gekreuzten Beinen auf den Boden.

Ich beseitigte die Erde.

Auch die schwarze Erde, die Natalie mitgebracht hatte, räumte ich weg.

Dann zog ich die bereits eingepflanzten kleinen Setzlinge wieder aus dem Blumentopf.

Alles landete im Müll.

Mein Handy leuchtete auf. Orion.

[Yvette, mach dir keine Sorgen. Ich werde nicht mehr so sein wie vor drei Jahren. Warte zu Hause auf mich. Ich koche für dich.]

Lange starrte ich auf die Nachricht.

Dann löschte ich sie.

Anschließend blockierte ich ihn.

Ich löschte alles, was zwischen uns noch übrig war.

Ich rief eine Umzugsfirma.

Keine halbe Stunde später stand der Lastwagen vor der Tür, und die Arbeiter kamen hoch.

„Miss, was sollen wir mitnehmen?“

„Alles.“

Der Fernseher, der Kühlschrank und andere Elektrogeräte füllten ein Drittel des Laderaums.

Die Möbel, das Sofa und unser Ehebett nahmen ein weiteres Drittel ein.

Der Rest spielte keine Rolle mehr.

Ich hatte all diese Dinge in den vergangenen drei Jahren gekauft.

Ich wollte sie nicht einfach zurücklassen.

Aber behalten konnte ich sie ebenfalls nicht.

Ich legte das Scheidungsurteil auf den Tisch.

Daneben hinterließ ich einen Zettel.

[Orion, das Haus hast du gekauft. Das nehme ich nicht mit. Alles andere darin habe ich bezahlt. Ich lasse es dir nicht zurück. Ich wünsche dir und Natalie alles Gute.]

Ich nahm meine Tasche und verließ die Wohnung, ohne mich umzudrehen.

Unten wartete bereits mein Wagen.

Das Auto fuhr an.

In der Ferne erschien plötzlich eine vertraute Gestalt.

Quietschende Bremsen durchschnitten die Luft.

„Yvette!“

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