登入DiegoIch beginne an neutralen Stellen. Die Innenseite ihres Handgelenks, wo der Puls rast. Die Innenseite ihres Ellbogens. Die Kniekehle. Mein Mund folgt der Spur meiner Finger, hinterlässt leichte Küsse, flüchtige Berührungen der Zunge. Sie bleibt reglos, aber ihr Atem beschleunigt sich. Ich spüre, wie sie gegen die Empfindungen kämpft, gegen den Verrat ihres eigenen Fleisches.Ich lasse mir Zeit. Stunden könnten vergehen. Die Außenwelt existiert nicht mehr. Es gibt nur dieses Zimmer, dieses Bett und den Körper unter meinen Händen, unter meinem Mund.Als ich endlich ihre Brüste erreiche, hält sie den Atem an. Ich nehme sie in meine Hände, wiege sie, streichle sie mit einer Ehrfurcht, die sie verwirrt. Dann schließt sich mein Mund um eine Brustwarze. Kein Biss. Ein sanftes, drängendes Saugen, abgewechselt mit leichten Zungenschlägen. Sie wölbt den Rücken, unwillkürlich. Ein kleiner Schrei entfährt ihr.— Ja, so, flüstere ich. Halte dich nicht zurück.Ich mache weiter, unermüdlich. Ic
DiegoMeine Hand legt sich auf die Decke, an die Stelle ihres Schenkels. Sie zittert nicht. Sie ist aus Stein.— Der Sturm, das bist du.— Ich bin auch die Ruhe danach. Lass es mich dir zeigen.Ich beuge mich hinunter und küsse sie, bevor sie protestieren kann. Nicht wie letzte Nacht. Sanft. Überzeugung, nicht Eroberung. Mein Mund streift ihren, lädt ein. Sie hält die Lippen geschlossen, unbeweglich. Ich dränge nicht. Ich begnüge mich mit dieser Berührung und lasse meine Hand unter der Decke ihren Arm entlangwandern.— Du musst Schmerzen haben, murmle ich gegen ihre Lippen. Ein heißes Bad wird dir guttun.Sie lässt es geschehen, als ich sie, in das Laken gehüllt, hochhebe und in das riesige Badezimmer trage. Ich lege sie behutsam auf die Marmorbank, lasse Wasser in die Wanne ein, füge Badesalz mit Lavendel- und Arnika-Duft hinzu. Die Luft füllt sich mit wohltuendem Dampf.Dann, langsam, löse ich das Laken, das sie umhüllt.Sie schließt die Augen, wendet den Kopf ab. Ihre Scham ist rüh
Diego Die Morgendämmerung färbt die Fensterscheiben milchig grau. Im Bett schläft Valentina endlich. Einen unruhigen, tiefen, erschöpften Schlaf. Ihr Rücken ist mir zugewandt, eine blasse, zerbrechliche Rundung unter den schwarzen Seidenlaken. Ich sehe die Linie ihrer Wirbelsäule, die hervorstehenden Schulterblätter wie gebrochene Flügel. Die Spuren meiner Hände auf ihren Hüften sind blassblau geworden. Ich liege wach, einen Arm unter ihrem Nacken, den anderen um ihre Taille geschlungen. Ich spüre die leichte Wärme ihres Körpers, den langsamen Schlag ihres Herzens gegen meinen Unterarm. Eine tiefe, urtümliche Befriedigung erfüllt mich. Eine Ruhe nach dem Sturm. Es ist vollbracht. Die letzte Schwelle ist überschritten. Die letzte Grenze ihrer Rebellion wurde durchquert, erobert, markiert. Ihr Blut auf den Laken – deren Wechsel ich nicht angeordnet habe – ist der greifbare Zeuge, das Siegel. Sie ist jetzt mein
Valentina Der innere Kampf ist ein Orkan. Die Scham. Die Angst. Eine dumpfe Wut, die keinen Ausweg findet. Und diese schreckliche, schreckliche Resignation. Es ist stärker als ich. Meine Muskeln geben unter dem Druck seiner Hände und der Kraft seines Willens nach. Meine Beine öffnen sich. Er entfernt meinen Slip, den letzten Schleier. Und dann sieht er mich an. Intensiv. Vollständig. Dort, im Zentrum meines Wesens, dort, wo noch nie jemand hingesehen hat. Ich fühle mich aufgeschlitzt, bis zur Seele bloßgelegt. — Endlich, haucht er, und in diesem Wort liegt die ganze Geduld eines Jägers, die ganze Erwartung eines Sammlers. Er positioniert sich zwischen meinen Schenkeln. Sein Gewicht lastet auf mir, erdrückt mich in der schwarzen Seide. Ich drehe den Kopf zur Seite, fixiere den Samtvorhang, suche eine visuelle Fluchtmöglichkeit. Er nimmt mein Gesicht wieder, zwingt mich, ihn anzusehen. — Sieh mi
Valentina Sein Blick ist ein Scanner. Er streift über jeden Zentimeter entblößter Haut, verweilt auf den kaum verblassten Spuren seiner letzten Bestrafung, auf der Wölbung meiner Brüste, auf dem wilden Pochen an meinem Halsansatz. Da ist kein rohes, animalisches Verlangen in seinen Augen. Da ist Befriedigung. Besitz. Wie ein Sammler, der ein seltenes Stück nach einer langen Restaurierung betrachtet. — Perfekt, haucht er. Er tritt einen Schritt vor, verringert den Abstand. Seine Hand hebt sich, und dieses Mal begnügt er sich nicht mit Streifen. Er legt seine Handfläche flach auf meinen Bauch, direkt unter meinen Nabel. Die Wärme seiner Haut durchdringt den dünnen Stoff meines Slips, verbrennt mich. Ich halte den Atem an. — Siehst du? Du zitterst vor Angst. Aber auch vor etwas anderem. Dein Körper erkennt mich. Er antwortet mir. — Das ist Terror, bringe ich mü
Valentina Sein Daumen auf meiner Wange ist ein Brandmal. Seine Anwesenheit im Raum, in meinem Raum, den er für mich geschmiedet hat, saugt alle Luft auf. Ich sehe nur ihn. Ich höre nur die ohrenbetäubende Stille meines eigenen Blutes, das an meinen Schläfen pocht. — Du zitterst, stellt er fest, seine Stimme ein Flüstern aus Samt und Stahl. Es ist keine Frage. Es ist die Feststellung eines Experten. Er weiß es. Er weiß, dass jede Faser meines Wesens sich auflehnt, dass jeder Instinkt nach Flucht schreit. Er genießt es. — Das ist normal, fährt er fort. Das erste Mal ist immer von … Ehrfurcht geprägt. Das Wort ist eine als Liebkosung getarnte Beleidigung. Ehrfurcht. Nicht Liebe. Nicht geteiltes Begehren. Die Unterwerfung unter eine höhere Macht. Endlich finde ich meine Stimme, ein heiseres, ersticktes Rinnsal. — Du solltest bei ihr sein. Die Worte komm
LorenzoDie ehrgeizige Frau, von der ich glaubte, sie zu kennen, hätte sich gewehrt. Sie hätte ihre Waffen eingesetzt – diesen Blick, dieses Lächeln, das mich um den Verstand brachte –, um ihr Los zu mildern. Sie hätte versucht, mich erneut zu verführen, die Kontrolle zurückzugewinnen.Aber Giulia
GiuliaDie Tür meiner Wohnung schließt sich hinter mir mit einem dumpfen Klicken, einem endgültigen Geräusch, das die Dichtigkeit der Welt besiegelt. Hier gibt es keinen Lorenzo Conti mehr. Keine strahlende Chiara. Kein Büro, keine Zahlen, keine von Hass erfüllten Blicke. Es gibt nur die Stille. Ei
GiuliaIch löse mich von der Wand und eile mit schnellen Schritten davon, flüchte mich in die Toiletten. Ich schließe mich in einer Kabine ein, das Herz rast. Ich presse meine Handflächen gegen meine Augen, um die drohenden Tränen zurückzuhalten. Sie dürfen hier nicht fließen. Nicht in seinem Gebäu
GiuliaDer Regen schlägt gegen die Fenster des Großraumbüros wie eine unaufhörliche Mahnung. Jeder Tropfen scheint dasselbe Wort zu skandieren: warum, warum, warum. Ich starre auf meinen Computerbildschirm, die Zahlen tanzen vor meinen Augen, ohne dass mein Gehirn sie erfassen kann. Meine Welt best







