LOGINJanna
Ich saß wie gewohnt auf der Küchenarbeitsplatte und beobachtete, wie Sisi sich mit den Zutaten für Pearl s Lieblings-Pasta abmühte. Das einzige echte Rezept kannte Ariana, und weil Pearl heute anreiste, wollten wir es unbedingt richtig hinbekommen. Von Ari hatten wir seit Tagen nichts gehört. Plötzlich Stimmen im Flur. Vater: „Ich bin froh, dass du zurück bist." Ariana: „Ich bin nicht wegen dir hier. Pearl kommt – und nur ich kenne das Rezept." Sisi und ich tauschten erstaunte Blicke. Pearl landete doch erst in drei Stunden? Ari stapfte herein, Funkeln in den Augen. Vater versuchte es mit Charme: „Ich sagte, ich freue mich, dich zu sehen." „Schmeichele jemand anderem." Ari knurrte. Ich sprang von der Theke. „Ariana ..." „Spar's dir, Janna. Ich rede mit ihm." Sie stellte sich vor Vater, die Arme verschränkt. Ari, leise giftig: „Weißt du überhaupt, was Familie ist? Du bekommst nicht mal deine Ehefrau glücklich – von deinen Kindern ganz zu schweigen. Mum hat dich nicht geliebt, wir lieben dich nicht, und Sisi ... reden wir gar nicht erst davon." Ich hielt den Atem an. Vater lief knallrot an, blieb aber stumm. Schließlich murrte er: „Bist du fertig?" „Jetzt schon." Ari drehte ihm den Rücken zu. Vater zog sich wortlos in sein Arbeitszimmer zurück. Sisi grinste matt. „Gut. Die nächsten Tage hören wir keinen Mucks von ihm – er schmollt jetzt." Dann rief er doch noch: „Sisi, bring unseren Gästen etwas zu trinken." Ari hinterher: „Bitte." Vater knirschte: „... bitte." – Punkt für sie. „Wer sind die Gäste?", fragte ich. „Tyler und Damon und du machst hier Drama." Ari zuckte mit den Schultern. „Egal, er soll uns nicht vorspielen, er möge mich. Tut er eh nicht." Ich bat Ari, die Pasta-Anleitung zu diktieren; sie ließ sich breitschlagen – unter der Bedingung, dass Sisi die Zwiebeln schnitt. Während wir kochten, fragte ich flüsternd: „Gibt's niemanden an der Uni?" „Ich halte mich raus. Für Notizen reicht's. Sisi genügt mir als Freundin." Sisi vergaß die Getränke, Ari übernahm – zum Glück. Arianas Mit einem Tablett voller Drinks betrat ich den Wohnraum. Vater funkelte, nahm mir das Tablett ab. Vater: „Tyler fährt dich und Janna später zum Flughafen, um Pearl abzuholen. Ich muss kurzfristig verreisen. Entschuldige mich bei ihr." „Ich habe ein Auto. Wir kommen allein klar", erwiderte ich kühl. Tyler erhob sich, trat bedrohlich nahe. „Deine Schwester ist meine Verlobte und ständig ein Ziel. Ich begleite sie." „Schön." Ich wollte mich abwenden, doch er packte meinen Arm. „So redet man nicht mit dem Boss, Kleines." „Nenn mich nicht so." Meine Stimme war ein Zischen. „Lass los – oder ich trete dir dahin, wo's wehtut." Damon meldete sich träge vom Sofa: „Ty, lass sie. Deine ... Eier braucht deine Braut noch." Tyler löste den Griff. Ich stolperte – Pumps –, Janna fing mich auf. Janna, entsetzt: „Wieso packst du sie an?" Ich: „Ist nichts." „Das wird ein blauer Fleck!", jammerte sie. Wir flohen in die Küche. Drinnen brach sie in Tränen aus. „Er hat dich so fest gepackt." „Janna, bitte. Er hat nur ... kräftige Hände. Halb so schlimm." Da stand Tyler plötzlich in der Tür. „Es tut mir leid, Ariana. Ich war zu grob." Ich nickte, mehr nicht. „Sisi, Leano ruft dich", sagte er und verschwand wieder. Sisi eilte hinaus. Tyler drehte sich noch einmal zu mir. „Wir fahren in einer Stunde." Ich presste die Lippen zusammen – Zustimmung genug.Kapitel 124 – Das Ende der Schuldigen (Damon)„Wir haben sie, Damon!“ Timos Stimme am Telefon war das letzte Puzzlestück. Dr. Birla, die Frau, die Ariana wie eine Ware behandelt hatte, war am Ende ihres Weges. Ich sah durch die Handykamera, wie sie um Gnade flehte – dieselbe Gnade, die sie Ariana verweigert hatte. Ein sauberer Schuss setzte den Schlusspunkt. Ich spürte keinen Triumph, nur eine tiefe, kühle Erleichterung.Tyler und ich sprachen über das unbekannte Mädchen, das an Arianas Stelle sterben musste. Ein „Kollateralschaden“ für Neil, eine Tragödie für uns. New York war nun eine Festung, die Sicherheitsvorkehrungen vervierfacht. Doch die wichtigste Festung war die, die Ariana in ihrem Herzen wieder aufbaute. Als ich an jenem Nachmittag nach Hause kam und sie in diesem glitzernden Kleid in der Küche sah, wusste ich: Die Jagd war vorbei. Jetzt begann das Leben.Kapitel 125 – Die Rückkehr der Sinne (Ariana)Ich hatte Angst, doch das Verlangen nach Damon war stärker. In der Dunkel
Kapitel 121 – Das Zerbrechen der Stille (Damon & Ariana)Die Rückkehr in den Alltag war eine Illusion. Damon hatte Hope alles gekauft, was sie brauchte, doch für uns gab es kein einfaches Rezept zur Heilung. Als ich ihn bat, beim Duschen die Tür nicht abzuschließen, war es ein Eingeständnis meiner tief sitzenden Angst. Ich fürchtete nicht nur die Erinnerung, sondern auch den Blick meines Mannes. Würde er mich noch immer mit Begehren ansehen oder nur noch als „beschädigte Ware“?Damon spürte meine Distanz, die dicke Kleidung, die ich wie einen Panzer trug, und das Schweigen, das wie eine Mauer zwischen uns stand. Er riss das Pflaster schließlich ab. „Wir müssen reden“, sagte er und nahm mir das Buch aus den Händen. Er gab mir das Versprechen, auf das ich nicht zu hoffen gewagt hatte: Dass er in mir nicht den Abschaum sah, der mir Gewalt angetan hatte, sondern die Frau, die er liebte. „Du gehörst noch immer mir“, sagte er, und in diesem Besitzanspruch lag kein Zwang, sondern die heilend
Kapitel 115 – Das Erwachen im Licht (Ariana & Damon)Das Weiß des Zimmers war kein klinisches Sterben, sondern das Versprechen eines neuen Morgens. Ich erwachte in meinem eigenen Bett, umgeben von der Vertrautheit, die Neil mir monatelang vorenthalten hatte. Damon saß an meiner Seite, seine Hand ein warmer Anker in der Realität. Zwanzig Stunden hatte ich geschlafen – ein tiefer, traumloser Abgrund, den mein Körper brauchte, um die Gifte des Bunkers auszuspülen.Damon gestand mir seine Sorge und seinen Zorn darüber, dass ich ihn verlassen hatte, doch in seinen Augen las ich nur unendliche Erleichterung. Ich bereute nichts. Jedes Opfer, jede Sekunde in Neils Gewalt war der Preis für das Leben, das nun in greifbare Nähe rückte. Wir waren keine Trümmer eines Krieges; wir waren die Überlebenden, die nun begannen, die Steine wieder aufeinanderzusetzen.Kapitel 116 – Hope Precious Carta (Ariana)Dann brachte er sie mir. Nach sechs Monaten der Trennung, nach einer Ewigkeit aus Schmerz und Seh
Kapitel 109 – Die Waffen einer Frau (Ariana)Das Gurgeln auf dem Bett war verstummt. Neil war Geschichte, doch draußen tobte die Hölle. Schwere Stiefel hämmerten gegen die Tür, Stimmen brüllten Befehle. Ich durfte nicht stehen bleiben. Mit zitternden Händen, die vom Blut meines Peinigers glitschig waren, durchsuchte ich seine Sachen. In seiner Jackentasche fand ich eine Glock 17 und zwei Ersatzmagazine.Ich hockte mich hinter den massiven Eichenschrank, das Atmen fiel mir schwer, jeder Muskel in meinem Körper schrie vor Schmerz. Als das Schloss der Tür unter dem Druck einer Ramme barst, feuerte ich. Der erste Mann stürzte nach hinten, getroffen in die Brust. Der zweite erwiderte das Feuer, Kugeln zerfetzten das Holz über meinem Kopf. „Kommt nur!“, schrie ich, und meine Stimme klang nicht mehr nach dem Mädchen, das sie entführt hatten. Es war die Stimme einer Mutter, die nach Hause zu ihrem Kind wollte.Kapitel 110 – Der Pfad der Verwüstung (Damon)Ich sah rot. Wortwörtlich. Jede Wache
Kapitel 100 – Die Fahrt in den Abgrund (Ariana)Neil schubste mich auf den Rücksitz, die getönten Scheiben trennten mich endgültig von der Welt der Cartas. Ich starrte auf die Trennwand zum Fahrer und stellte mir vor, wie ich Neil in den Hals beiße, wie wir gemeinsam in einen tödlichen Unfall rasen – ein Ende, das fast schon verlockend klang. Seine hellblauen Augen funkelten mich an, unschuldig für einen Herzschlag, bevor sich das pure Böse darin offenbarte.Er nannte mich eine Herausforderung, einen wilden Hengst, den er zähmen wollte. Als seine Hand über meinen Oberschenkel glitt, zuckte ich vor Ekel zurück, doch er lachte nur. Die Drohung, mich seinem Bruder zu teilen, ließ mein Blut gefrieren. Alice war nur der Anfang gewesen. Neil wollte mich nicht nur besitzen; er wollte mich brechen, Schicht für Schicht. „Wenn wir ankommen, werde ich dich so hart ficken, dass du eine Woche nicht sitzen kannst“, versprach er mit einer Beiläufigkeit, die mich erschaudern ließ. Ich gab ihm die ein
Kapitel 97 – Der Schattenwall (Damon)Die Gasse war ein Schlund aus Finsternis, nur mühsam erhellt von einer einsamen Laterne. In mir herrschte jene unheimliche Stille, die mich immer überkommt, wenn es um Leben und Tod geht. Tyler neben mir war nervös, doch ich funktionierte wie eine Maschine. Ariana stand zwischen uns, eine Löwin vor dem Sprung, und gab uns ihren letzten Befehl: „Findet Dr. Birla und tötet sie. Sie hat mir mein Baby weggenommen.“ Die Offenbarung traf mich wie ein Schlag. Die Ärztin, die mich mit Informationen gefüttert hatte, war das wahre Monster im weißen Kittel.Dann zerrissen die Scheinwerfer der SUVs die Nacht. Soldaten mit Sturmgewehren sicherten das Gelände, als wäre es ein Kriegsgebiet. Und dann sah ich sie: Jasmin Milten. Ihr Anblick war eine Anklage an die Menschheit. Übersät mit Hämatomen, die Muskeln verkümmert, das Gesicht gezeichnet von monatelanger Folter. In ihren zitternden Armen hielt sie ein kleines Bündel. Neil stieg hinter ihr aus, ein grinsende






