LOGINIch kam nicht mal wirklich in New Orleans an und es passierte etwas schreckliches, mein Vater hatte anscheinend Schulden, die er nicht bezahlen konnte und so wurden meine jüngere Schwester und ich verschleppt. Meine Schwester wurde schwer misshandelt doch bevor ich zu ihr gelangen konnte, ging ein junger Mann dazwischen. Ich musste das Leben meiner Schwester retten. Wie alles andere im Leben, hat das seinen Preis, ich versprach Jace Rodriguez alles zu tun was er verlangte und musste ihn für die Sicherheit meiner Schwester heiraten. Woher hätte ich wissen können, dass es sich bei der Ehe nur um eine verkorkste Rache Aktion handelt? Da waren genug Probleme mit Jace und es kam ein neues hinzu, jemand misshandelte in verschiedenen Gebieten Frauen und tötete sie. Der Kartell-Rat, dem Jace und ich angehörten, wollten den Kopf dieses Mannes. Dann drohte ein Clan Krieg auszubrechen, den nur ich stoppen konnte. Wir hatten Verräter unter uns... Würde Jaces Hass sich lindern? Würde es Frieden zwischen den Familien geben? Konnte ich jemals glücklich werden? Trigger Warning! Diese Story enthält möglicherweise explizite Schilderungen von sexualisierter Gewalt, die unter Umständen retraumatisierend sein könnte!!! Außerdem Körperliche wie Seelische Gewalt. ACHTUNG! EINE SEHR WICHTIGE SACHE! Dies hier ist nur eine fiktive Story und lehnt sich an einer wahren Story. ALSO sich selbst zu verletzen ist abzuraten! Eine wirkliche Hilfe ist das selbstverletzende Verhalten natürlich nicht. Denn die eigentlichen Probleme verschwinden damit nicht. Besser ist es, sich jemandem anzuvertrauen - und professionelle Hilfe zu holen. Also noch mal, das ist nur eine fiktive Geschichte und es wird nur Charlottes psyche beschrieben! Wer das nicht möchte, sollte aufhören zu lesen!
View MoreElena
Mein Telefon klingelte und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Jeden Tag geschah es zur exakt selben Uhrzeit. Mein Vater. „Hi Dad. Ja, mir geht es super. Ich hoffe, dir und Isabella geht es auch gut", fing ich wie gewohnt an, ohne ihn überhaupt zu Wort kommen zu lassen. „Chiara, uns geht es gut. Aber ich will, dass du endlich nach Hause kommst." Chiara. Ein leises Seufzen entwich mir. „Es heißt immer noch Elena, Dad. Aber das wirst du wohl nie lernen." „Ja, ja, Dad. Ich komme nächste Woche, versprochen", fügte ich lächelnd hinzu. „Warum erst nächste Woche? Ich habe mein Mädchen seit drei Jahren nicht mehr gesehen", beschwerte er sich mit dieser typischen Mischung aus Sehnsucht und Vorwurf in der Stimme. „Dad, ich muss mich hier erst einmal von allen verabschieden", log ich, ohne dass sich mein Gewissen meldete. In Wahrheit gab es hier nur Tante Ava, der Abschiedsschmerz bereiten würde. Freunde hatte ich in New York keine gefunden. „Sag mir bitte nicht, dass du einen Freund hast." Die Laune meines Vaters schien schlagartig in den Keller zu sinken. Typisch. „Tatsächlich ..." Ich machte eine kurze Pause. „Nicht!", scherzte ich dann. „Mein Herz ist für eine Sekunde stehen geblieben", brummte er. „Komm zurück. Ich will Zeit mit dir und deiner Schwester verbringen. Bella will jetzt auch studieren. Wer weiß, wie lange ich sie dann nicht mehr sehen werde." Dads Stimme wurde emotional, und ich spürte einen kleinen Stich im Herzen. Ich verstand ihn ja. Ich seufzte leise. „Ja Dad, mach dir keine Sorgen. Ich komme ja schon. Es ist nur noch eine Woche, dann kochen wir zusammen und reden bis tief in die Nacht", versprach ich ihm fest. „Gut. Wir hören uns morgen." Ich lachte leise. „Ja. Pass auf dich auf, Dad." „Du auch, Mäuschen." Ich legte auf und blickte hoch. „Dein Dad?", fragte eine Stimme. „Dein Bruder!", bestätigte ich lachend. Meine liebe Tante Ava stand vor mir. Sie war eine zierliche Frau mit dunklen Haaren und einem herzlichen, ovalen Gesicht. Ihre Lachfalten waren wie kleine Landkarten eines glücklichen Lebens, die sie sicher bis ins Grab begleiten würden. „Du hast ihn angelogen. Du fliegst doch schon morgen zurück", sagte sie und schüttelte amüsiert den Kopf. „Ich will ihn überraschen", murmelte ich und suchte nach meinem Koffer. „Nun ja, das wird ihm wahrscheinlich nicht wirklich gefallen. Du weißt, dass es da unten gefährlich sein kann." „Schon klar, Ava. Ich bin inzwischen groß, ich krieg das schon hin." Ich zwinkerte ihr zu, um ihre Sorgen zu zerstreuen. „Gut. Bist du fertig mit dem Packen?" Ich nickte. „Ich dachte, wir machen uns einen gemütlichen letzten Abend. Komm mal her, lass dich drücken. Ich werde dich schrecklich vermissen", sagte meine Lieblingstante und zog mich in eine feste Umarmung. Ava war vor zwanzig Jahren mit ihrem Mann nach New York gezogen. Nach der Scheidung war sie nie nach New Orleans zurückgekehrt, was sich im Nachhinein als die sicherere Entscheidung herausgestellt hatte. Mein Vater hatte versucht, alle aus dem alten Familiengeschäft herauszuhalten. Mit Erfolg, wie es schien. Mein Großvater war zwar ein herzensguter Kerl gewesen, so wie ich ihn in Erinnerung hatte, aber er soll oft tief in illegale Machenschaften verstrickt gewesen sein. Nach seinem Tod hatte mein Vater alles umgekrempelt und das alte Leben hinter sich gelassen. Jetzt besaß er ein Restaurant namens Taj Mahal, weil er die indische Küche über alles liebte. Mein Großvater würde im Grab rotieren, behauptete Dad immer wieder mit einem Augenzwinkern. „Pass auf dich auf und halt dich von zwielichtigen Typen fern", warnte Ava mich noch einmal eindringlich. Ich lächelte nur. „Klar doch. Komm, lass uns essen." Am nächsten Tag in New Orleans Ich nahm mir ein Taxi vom Flughafen. Unser Haus lag praktischerweise nur einen Steinwurf vom Restaurant entfernt, sodass ich direkt vor der Tür abgesetzt wurde, ohne dass Dad mich sofort entdecken konnte. Der Taxifahrer war so freundlich, mir mit dem schweren Gepäck zu helfen. Nachdem ich ihn bezahlt hatte, blieb ich einen Moment stehen und sog die vertraute Luft tief ein. Es roch nach einer schweren, köstlichen Mischung aus Basmati-Reis, würzigem Curry, frischen Samosas und Biryani. Sofort meldete sich mein Magen mit einem lauten Knurren. Ich zog meine Koffer hinter mir her und betrat das Restaurant. „Macht das ordentlich, verdammt noch mal!", hörte ich meinen Vater in der Küche schimpfen. Ich musste unwillkürlich lächeln. Alles war genau wie immer. Ich ließ meine Koffer diskret neben der Tür stehen, schlich mich von hinten an ihn heran und legte ihm die Hände über die Augen. „Bella, ernsthaft? Ich habe jetzt keine Zeit für Spielchen", beschwerte er sich genervt. „Falsch geraten. Du hast noch einen Versuch." Ich grinste breit. Mein Vater wirbelte herum. Sobald er mich erkannte, sprangen alle Sorgen aus seinem Gesicht. Ich fiel ihm sofort um den Hals. „Dad!" „Chiara!", rief er voller Freude aus. „Ich hatte heute noch gar nicht mit dir gerechnet. Sag mal, bist du gewachsen?" Ich schüttelte lachend den Kopf. „Nein, das liegt nur an den hohen Absätzen." „Du hättest mir vorher Bescheid geben müssen, Mädchen!", schimpfte er gutmütig, während er mich immer noch fest im Arm hielt. „Überraschung!" Ich breitete die Arme aus. „Meine Kleine, geh schon mal rüber ins Haus. Ich komme sofort nach." Ich nickte brav, schnappte mir meine Koffer und verließ das Restaurant durch den Hinterausgang. Als ich auf unsere Haustür zuging, schwang diese plötzlich auf. Isabella prallte fast mit mir zusammen und erstarrte vor Schreck. Während ich Dad drei Jahre lang nicht gesehen hatte, hatte Bella jede Ferien bei Ava und mir in New York verbracht. „Elena!", strahlte sie und drückte mich so fest, dass mir fast die Luft wegblieb. „Ach, meine Kleine, ich habe dich so sehr vermisst", sagte ich zu ihr. Dabei war sie mit ihren achtzehn Jahren gar nicht mehr so klein. Sie war für mich wie eine eigene Tochter, obwohl uns nur drei Jahre trennten. Ich war erst sechs, als unsere Mutter starb. Damals blieb uns nur die dreijährige Isabella. Sie sah in mir oft einen Mutterersatz und ich liebte sie über alles. Ich gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Jetzt bist du endlich da! Komm rein, ich hol uns was zu essen", sagte sie hastig. „Nein, komm, setzen wir uns erst mal. Dad bringt gleich etwas mit", beruhigte ich sie. Gemeinsam betraten wir unser zweistöckiges Haus. Es wirkte fast unverändert, nur das Restaurant schien eine Renovierung erhalten zu haben. Wir ließen uns auf das Sofa fallen und quatschten über alles, was in Bellas Leben vorging. Sie brannte förmlich darauf, endlich mit dem Studium zu beginnen. „Izzi, du weißt doch, dass Dad noch ein bisschen Zeit braucht. Er hat das Geld bald zusammen, dann kannst du dich einschreiben." Sie nickte eifrig. „Endlich jemand, der mich Izzi nennt. Dad sagt den ganzen Tag nur Bella, Bella, Bella!" „Ja, weil du eben Bella heißt!", rief mein Vater, der gerade zur Tür hereinkam. Ich schmunzelte. „Mein Name ist Isabella und ich bevorzuge nun mal Izzi als Abkürzung." Ich lachte laut auf. „Chiara, sag doch auch mal was dazu!", forderte Dad mich auf. „Ich heiße Elena, Dad!", gab ich lachend zurück. Diese Namenskonflikte würden in dieser Familie wohl niemals enden. Mein voller Name war tatsächlich Chiara Elena Annalena Sanchez, aber ich wollte schlicht Elena genannt werden. Isabella hingegen war einfach nur Isabella Sanchez. „Elena, er fängt schon wieder an, uns zu nerven!", beschwerte sich meine kleine Schwester spielerisch. „Wenn ihr schon beide wieder unter meinem Dach seid, dann nutze ich das auch aus!", stellte Dad klar. Er hatte sich wirklich wacker geschlagen mit zwei jungen Mädchen und dafür gesorgt, dass es uns an nichts fehlte. Er war ein großartiger Vater. Auch wenn wir oft Kindermädchen hatten, war er immer für uns da gewesen. „Wollt ihr beide heute noch was unternehmen?", fragte er uns. „Sollen wir eine Runde durch die Stadt drehen?", fragte Izzi mich mit bittendem Blick. Ich nickte zustimmend. „Klar, warum nicht." „Super. Ich schicke euch sofort das Essen rüber. Ruht euch erst mal aus. Bella, du hast für heute frei." Izzi grinste glücklich und Dad verschwand wieder in Richtung Restaurant. „Du hast frei? Wow, das ist neu", sagte ich erstaunt. „Ich kriege meistens frei, wenn dieser komische Kerl auftaucht. Dad will mich nicht in seiner Nähe haben. Wenn er unangekündigt kommt, schickt Dad mich sofort weg, egal wie viel im Restaurant zu tun ist." Ich lächelte leicht, auch wenn mich eine leise Vorahnung beschlich. Was hatte das zu bedeuten? Ich ließ mir jedoch nichts anmerken; Bella sollte sich keine Sorgen machen müssen. „Wenn du hier bist, vermisse ich Mom gar nicht mehr so schrecklich", seufzte sie und schmiegte sich an meine Schulter. „Ach ja? Du bist doch jetzt schon so groß. Mom ist gestorben, als du drei warst ..." „Aber du hast so eine Ähnlichkeit mit ihr. Du bist wie eine Mutter für mich, weil ich mich an sie selbst überhaupt nicht erinnern kann. Erzähl mir was von ihr, bitte", bat sie mich leise. „Unsere Mutter war einer der liebsten Menschen, die man sich vorstellen kann", begann ich. Lüge!, schrie mein Inneres sofort auf. „Sie hat nie die Stimme gegen jemanden erhoben." Lüge. Alles Lüge!, tobte es in meinem Kopf. „Sie war sanftmütig und hat uns beide über alles geliebt", schloss ich. Alles nur Lügen. Die Wahrheit war, dass sie uns eigentlich gar nicht gewollt hatte. Aber Isabella sollte weiterhin in ihrer heilen Traumwelt leben dürfen. Es klingelte an der Tür. „Ich hol das Essen!" Bella sprang auf und rannte zur Tür. Sie hatte gerade ihren Highschool-Abschluss in der Tasche, und genau wie Dad wollte ich sie so schnell wie möglich aus dieser Stadt heraushaben. Ich selbst war mit meinem Literaturstudium fertig. Vielleicht würde Dad wollen, dass ich mir einen Job außerhalb von New Orleans suchte. New York wäre eine Option, auch wenn es dort unglaublich schwer war, Fuß zu fassen. Ich seufzte schwer. „Danke, Akash!", hörte ich meine Schwester rufen. Sie kam mit einem voll beladenen Tablett zurück. „Ich habe einen Bärenhunger, Kleines", sagte ich und biss herzhaft in eine Samosa. Sie schmeckten einfach göttlich. Priya und Akash bereiteten die besten Gerichte der Welt zu. Dad hatte die beiden vor zwölf Jahren eingestellt, und seitdem gehörten sie fest zur Familie des Taj Mahal. Izzi und ich aßen gemeinsam und alberten herum, wie wir es früher immer getan hatten. Danach machte ich mich kurz frisch und wir brachen auf. „Es hat sich wirklich nichts verändert", stellte ich fest, während wir durch das French Quarter schlenderten. Überall tummelten sich Touristen. Manche von ihnen machten Fotos von allem und jedem. Ich verstand nie ganz, warum man Bilder von völlig fremden Menschen in seinen Urlaubsalben haben wollte. Wir ließen uns durch die Gassen treiben, bis wir schließlich den Rückweg antraten. Izzi musste unterwegs noch kurz bei einer Freundin halten, weshalb ich das letzte Stück alleine ging. Ich war in Gedanken versunken und starrte einen Moment zu lang auf meine Schuhe, als ich plötzlich hart gegen jemanden prallte. „Oh, Verzeihung!" Es war ein Mann. Er hielt mich fest, seine Hand hatte sich fest um meinen Oberarm geschlossen. Sein Blick war intensiv, fast schon bohrend, während seine grünen Augen mich musterten. „Bist du eine Touristin?", fragte er interessiert. „Ich habe dich hier noch nie gesehen. Ich bin Will Montgomery." Ich schob mir eine Haarsträhne hinters Ohr und betrachtete ihn kurz. Er war groß, breit gebaut, hatte dunkles Haar und diese auffälligen grünen Augen. Irgendetwas an seinem Auftreten wirkte unseriös, fast schon bedrohlich. Bevor ich antworten konnte, tauchte mein Vater wie aus dem Nichts auf. „Chiara! Was machst du hier draußen? Geh sofort nach Hause." „Ja, Dad", murmelte ich. Der Mann ließ meinen Arm los, aber ich spürte seinen Blick noch lange in meinem Rücken, während ich mich entfernte. Er war seltsam. Als Dad später nach Hause kam, warnte er mich eindringlich vor diesem Kerl. In den nächsten Wochen wurde die Situation immer angespannter. Will Montgomery tauchte immer wieder unangekündigt im Restaurant auf. Manchmal lief ich ihm über den Weg, obwohl ich versuchte, ihn so gut es ging zu meiden. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, hoffte ich, unentdeckt zu bleiben, und machte einen weiten Bogen um ihn. Er versuchte mehrfach, ein Gespräch zu erzwingen, doch meine Familie und die Angestellten passten auf mich auf. Für mich war dieser Kerl wie ein gefährlicher Schatten, ein Monster, das absolut nicht mein Typ war. Doch dann, einige Wochen später, geschah es. Das Taj Mahal wurde von mehreren Männern gestürmt. Sie forderten kein Geld. Während mein Vater sie anflehte, Izzi und mich gehen zu lassen, wurde mir klar, dass das hier kein gewöhnlicher Raubüberfall war. Alles wirkte koordiniert, eiskalt geplant. Sie waren gekommen, um uns mitzunehmen. Als ich die Gesichter der Männer sah, erkannte ich einige von ihnen wieder. Es waren Wills Leute. „Lasst meine Schwester sofort los!", befahl ich mit bebender, aber strenger Stimme. Doch bevor ich weiterreden konnte, wurde mir der Mund zugehalten. Grobe Hände packten uns und zerrten uns nach draußen. Ich hörte noch, wie mein Vater verzweifelt hinter uns her schrie, doch seine Stimme verhallte ungehört in der Dunkelheit. Das konnte einfach nicht wahr sein.ElenaZwei Wochen waren vergangen. Gestern wurden Izzis Fäden gezogen. Die Narben waren so dezent, dass man sie kaum sah, und ich betete inständig, dass sie sich nicht an den Ursprung dieser Verletzungen erinnern müsste, wenn sie aufwachte.„Wir hoffen schon seit gestern darauf. Es braucht Zeit, aber vielleicht ist heute der Tag", sagte die Krankenschwester aufmunternd. Ich schenkte ihr ein müdes Lächeln, setzte mich auf den Besucherstuhl und nahm Izzis Hand. Sobald ich allein war, ließ ich den Kopf auf die Bettkante sinken. Ohne es zu wollen, übermannte mich die Erschöpfung und ich driftete weg.>Mom.Mom„Ich bin hier, Izzi." Hektisch wollte ich nach dem Rufknopf greifen, doch die Tür schwang bereits auf. Jack trat herein, als hätte er es gespürt.„Sie wacht auf", stellte er erfreut fest und trat sofort ans Bett.„Char?", krächzte Isabella.„Ja, ich bin
ElenaEinige Tage waren vergangen. Tante Ava war sofort angereist, als sie von dem Unglück gehört hatte. Sie war außer sich vor Sorge, und ich war ihr unendlich dankbar, dass sie jetzt für Dad da war und versuchte, den Alltag im Restaurant und zu Hause irgendwie am Laufen zu halten. Der Vorfall hatte uns alle gezeichnet, aber Dad schien unter der Last fast zu zerbrechen. Er wirkte kränker, war sichtlich abgemagert und sprach kaum noch ein Wort. Meistens starrte er nur gedankenverloren ins Leere. Ava meinte, ich solle ihm Zeit lassen, er würde sich schon erholen, aber ich hatte meine Zweifel.Meine größte Sorge galt Isabella. Was würde passieren, wenn sie aufwachte? Es war eine Höllenqual gewesen, sie in der Lagerhalle schreien zu hören. Ob ich die Kraft aufbringen würde, sie jetzt weinen zu sehen, wusste ich nicht. Und wie musste es erst in ihr aussehen?Körperlich geschah fast ein Wunder. Ihr Gesicht war nach nur drei Tagen beinahe verheilt. Ava hatte mir geraten, die Wunden vorsicht
Elena„Dad, komm schon. Fahren wir ins Krankenhaus." Ich kniete auf dem Teppich vor dem Sofa, auf dem mein Vater wie versteinert saß, und legte beruhigend eine Hand auf sein Knie.„Sie ist meine Tochter ... und ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll", gestand er mit brüchiger Stimme.„Sei einfach für sie da. Das ist alles, was zählt", sagte ich sanft.„In Momenten wie diesen hasse ich deine Mutter abgrundtief. Der Hass hört einfach nicht auf zu wachsen. Es war schon schwer genug, mit euch beiden über Dinge wie die Periode oder Verhütung zu sprechen ... und jetzt passiert so etwas. Wäre Jocelyn hier ..."„... dann würde sie Izzi erschießen, weil sie sie für schwach hält", unterbrach ich ihn hart. Er senkte den Kopf, die Schultern sackten nach unten.„Ja. Da hast du leider recht", sagte er ergeben.„Komm Dad, lass uns los." Er nickte schwerfällig und stand auf.„Über Rodriguez reden wir noch. Ich habe heute keine Nerven mehr für diesen Teufel." Ich erwiderte nichts, sondern
ElenaDie Dunkelheit war absolut. Das Erste, was ich spürte, war die beißende Kälte des Betonbodens, die durch meine Kleidung drang, und der raue, faserige Geschmack des Stoffes, der mir tief in den Mund gepresst worden war. Mein Kopf dröhnte von einem dumpfen Schlag, doch das Pochen in meinen Schläfen wurde sofort von einem viel schlimmeren Geräusch übertönt: das gellende, verzweifelte Schreien meiner Schwester.Ich versuchte mich aufzusetzen, doch meine Handgelenke waren hinter der Lehne eines harten Stuhls gefesselt. Die Stricke schnitten bei jeder Bewegung tiefer in meine Haut. Ich sah nichts außer schemenhaften Umrissen von aufgestapelten Kisten, die wie bedrohliche Riesen im schwachen Licht der Lagerhalle standen.„Hast heute noch mal Glück gehabt, Mädel", drang eine dreckige Stimme an mein Ohr. Ein Mann trat in mein Sichtfeld, sein Lachen klang wie zerberstendes Glas. „Wir dürfen uns nur an deiner Schwester vergnügen. Du bist noch tabu. Sobald der Boss mit dir durch ist, gehörs





