Dunkle Besessenheit

Dunkle Besessenheit

last updateLast Updated : 2026-03-23
By:  DéesseUpdated just now
Language: Deutsch
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Den Schlägen entfliehend, verschmilzt sie mit der Dunkelheit eines Nachtclubs. Ihre gebrochene Schönheit erregt die Aufmerksamkeit Volkovs, eines Verbrecherbosses. Ihre Begegnung war ein Gift: eine rohe Leidenschaft, ein Gemisch aus glühendem Verlangen und einer Umklammerung, die das Blut gefrieren lässt. Als sich das Kind ankündigt, erblickt sie darin kein Leben, sondern ewige Ketten. Sie flieht, ihr Leib wird zugleich ihre Last und ihre einzige Waffe. Die Jagd ist eröffnet. Volkov verfolgt sie, nicht aus Liebe, sondern aus Besitzerstolz. Und er wird sich zurückholen, was ihm gehört, und sei es durch Blut.

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Chapter 1

Kapitel 1: Volkov

Sasha

Der Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerrissene Kleid, das durch Schweiß und etwas Zäheres an meinem Körper klebt , das eingetrocknete Blut einer gescheiterten Auseinandersetzung. Meine Rippen erinnern mich bei jedem Atemzug an ihre Existenz, aber ich beiße die Zähne zusammen. Hier, in der Eclipse, stellt niemand Fragen. Nicht bei den Stroboskoplichtern, die die Gesichter in Splitter aus Fleisch und Schatten zerhacken, nicht bei dem beißenden Geruch von Alkohol, vermischt mit Testosteron und billigem Parfum.

Ich zwänge mich zwischen den Körpern hindurch, meine Hüften wiegen sich wider Willen im Takt der dumpfen Musik. Es ist nichts Einstudiertes. Es ist älter als das. Animalischer. Meine Finger streifen über die kalte Stahltheke, suchen Halt, einen Grund, nicht zusammenzubrechen. Der Barkeeper , ein Typ, dessen Arme mit Gefängnistätowierungen übersät sind , wirft einen Seitenblick auf mich. Er sieht die Blutergüsse, die auf meinem Schlüsselbein erblühen, die Schwellung meiner aufgesprungenen Lippe. Er sagt nichts. Er schiebt mir nur ein Glas hinüber, bernsteinfarben und brennend. Ich leere es in einem Zug und spüre, wie der Whiskey mir wie ein Segen die Kehle hinunterbrennt.

Dann drehe ich mich zur Tanzfläche um.

Und ich tanze.

Nicht wie die anderen. Nicht diese Mädchen, die sich im Takt räkeln, auf der Suche nach Blicken, nach Händen auf ihren Hüften, nach Geldscheinen, die ihnen in die Tangas gesteckt werden. Nein. Ich bewege mich, als hätte ich den Teufel im Nacken. Als wäre jede Drehung meiner Hüften eine Beleidigung, jede Krümmung meines Rückens eine Provokation. Mein Haar schwarz, dick, verfilzt  fliegt um mich herum, klebt in feuchten Strähnen an meinem Nacken. Das Kleid, dieser Fetzen roter Seide, der einmal ein Kleid gewesen war, hebt sich bei jeder Bewegung und gibt die Rundung meines Gesäßes preis, die blasse Haut meiner Oberschenkel. Ich spüre die Augen auf mir. Dutzende. Aber es ist mir egal.

Bis ich ihn spüre.

Ein Schauder, der nichts mit der defekten Klimaanlage zu tun hat. Ein Druck, wie eine unsichtbare Hand, die sich um meine Kehle legt. Ich verlangsame meine Bewegungen, gerade genug, um über meine Schulter zu blicken.

Und ich sehe ihn.

In einer erhöhten Nische, halb verdeckt von schwarzen Samtvorhängen. Volkov. Den Volkov. Ich brauche nicht zu fragen, wer das ist – sein Name macht die Runde im Flüsterton des Clubs wie ein Fluch oder ein Gebet. Der Boss. Der Mann, dem dieses Rattenloch gehört und allem, was sich darin bewegt. Groß. Breit. Die Statur eines slawischen Boxers, aber mit einer Eleganz, die auf etwas anderes schließen lässt – etwas Gefährlicheres als bloße Körperkraft. Sein Haar ist kurz geschnitten, fast an den Seiten abrasiert, oben länger, an den Schläfen ergraut. Sein Kiefer könnte Glas schneiden. Und seine Augen …

Verdammt, seine Augen.

Von einem so blassen Grau, dass sie beinahe weiß wirken. Wie Eis, das kurz davor ist, zu brechen. Sie sind auf mich gerichtet. Nicht auf meine Brüste, nicht auf meinen Schritt, den mein Kleid erahnen lässt, wenn ich mich drehe. Nein. Auf mich. Als sähe er durch das Fleisch, die Knochen hindurch auf jenes Etwas in mir, das knurrt und sich weigert, sich zu unterwerfen.

Ich wende den Blick ab. Oder versuche es.

Aber mein Körper, dieser Verräter, krümmt sich ein Stück mehr. Meine Finger gleiten meine Flanken entlang, wandern hinauf zu meinen schmerzenden Rippen, streifen den Rand meiner Brüste. Ich spüre sie, schwer und empfindlich, als ob jede Nervenendigung blank läge. Die Musik pulsiert zwischen meinen Beinen, und ich presse meine Oberschenkel zusammen, gerade so, dass ich die feuchte Wärme spüre, die sich dort sammelt. Ich sollte nicht. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht, während er mich ansieht, als wäre ich bereits sein.

Und dennoch tue ich es.

Ich tanze für ihn.

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