ログインKapitel 2
Mein Körper schlug mit einem dumpfen, harten Aufprall auf den Holzboden am Fuß der Treppe. Ein stechender Schmerz schoss durch meinen Knöchel, und mir drehte sich der Kopf. Für einen Moment konnte ich nicht atmen. Ich lag einfach da, starrte an die Decke und versuchte zu begreifen, was gerade passiert war. „Roosevelt!“ Ich hörte schwere Schritte den Flur entlangrennen. Zyran erschien über mir, sein Gesicht war blass. Für einen Moment sah ich Panik in seinen Augen. „Geht es dir gut?“ Er kniete sich neben mich, seine Hände schwebten über meinen Armen. „Was ist passiert? Bist du ausgerutscht?“ Ich biss die Zähne gegen den Schmerz zusammen und blickte an ihm vorbei nach oben. Mina stand am oberen Ende der Treppe. Sie hielt eine Hand vor den Mund, und ihre Augen waren vor gespieltem Entsetzen weit aufgerissen. „Sie hat mich gestoßen“, keuchte ich. Ich griff nach Zyrans Ärmel. „Zyran, sie hat mich gestoßen.“ Zyran runzelte die Stirn. Er sah zu Mina hinauf und dann wieder zu mir. Sein Gesichtsausdruck wechselte von Besorgnis zu Verärgerung. „Roosevelt, sei nicht lächerlich“, sagte er mit tiefer, strenger Stimme. „Mina kann sich kaum auf den Beinen halten. Wie sollte sie dich stoßen können?“ „Ich sage die Wahrheit!“, rief ich und versuchte, mich aufzusetzen. Eine Welle der Übelkeit überkam mich, und ich dachte sofort an das Baby. Meine Hand flog zu meinem Bauch. „Sie hat mir in die Augen gesehen und mich gestoßen.“ „Das habe ich nicht!“, jammerte Mina vom oberen Ende der Treppe. Sie begann zu weinen, ihre Schultern bebten. „Ich wollte sie noch festhalten! Sie ist über ihr Kleid gestolpert. Oh mein Gott, Zyran, ich glaube, sie hasst mich!“ Zyran ließ meinen Arm los und stand abrupt auf. Er half mir nicht vom Boden hoch. Stattdessen sah er mich voller Enttäuschung an. „Sieh nur, was du angerichtet hast“, sagte Zyran kalt. „Du hast sie aufgebracht.“ „Ich habe sie aufgebracht?“, fragte ich mit brechender Stimme. „Zyran, ich bin diejenige, die auf dem Boden liegt. Ich bin diejenige, die verletzt ist!“ „Du bist stark, Roosevelt. Das warst du schon immer“, sagte er und tat meinen Schmerz mit einer Handbewegung ab. „Mina hat gerade ihr Zuhause durch einen Brand verloren. Sie steht unter Schock. Und jetzt beschuldigst du sie auch noch der Gewalt? Das ist unter deiner Würde.“ Er ging an mir vorbei und ließ mich tatsächlich auf dem Boden sitzen. Er stieg ein paar Stufen hinauf und streckte Mina die Hand entgegen. „Komm herunter, Mina. Es ist alles in Ordnung“, sagte er sanft. Seine Stimme war genauso liebevoll wie früher, wenn er mit mir sprach. „Sie hat das nicht so gemeint. Sie ist nur müde.“ Mina ging langsam die Treppe hinunter und tat so, als hätte sie furchtbare Angst. Sie nahm Zyrans Hand und versteckte sich hinter seinem Arm, während sie zu mir herüberspähte. Als Zyran den Kopf drehte, um nach dem Schloss der Haustür zu sehen, blickte Mina mich an. Sie weinte nicht mehr. Stattdessen schenkte sie mir dasselbe dunkle, zufriedene Grinsen, das sie getragen hatte, bevor sie mich gestoßen hatte. Sie hatte gewonnen. Sie wusste ganz genau, wie sie ihn manipulieren musste. „Zyran“, sagte ich und zwang mich aufzustehen. Mein Knöchel pochte, aber ich kämpfte gegen den Schmerz an. „Mein Knöchel ist geschwollen, und ich fühle mich nicht gut. Ich muss ins Krankenhaus.“ Ich musste nach dem Baby sehen lassen. Ich musste wissen, ob der Sturz meinem Kind geschadet hatte. Zyran sah auf seine Uhr und seufzte. „Es ist spät, Roosevelt. Wahrscheinlich ist es nur eine Verstauchung. Wir haben Eisbeutel im Gefrierschrank.“ „Aber...“ „Mina zittert“, unterbrach mich Zyran mit fester Stimme. „Ich muss sie erst im Gästezimmer unterbringen und sicherstellen, dass sie keinen Schock erleidet. Kannst du dir bitte einfach Eis auf den Knöchel legen und aufhören, so ein Theater zu machen? Über deine Ungeschicklichkeit sprechen wir morgen früh.“ Mir blieb der Mund offen stehen. „Meine Ungeschicklichkeit? Zyran, ich bin deine Frau!“ „Dann benimm dich auch wie eine“, fuhr er mich an. „Sei großzügig. Sei freundlich zu unserem Gast.“ Er legte einen Arm um Minas Taille, um sie zu stützen. „Komm, Mina. Du musst dich ausruhen.“ Ich sah ihnen nach, wie sie sich von mir entfernten. Ich sah zu, wie mein Mann sich entschied, die Frau zu trösten, die gerade versucht hatte, mir wehzutun, während ich an unserem Hochzeitstag verletzt zurückblieb. Eine Träne lief mir über die Wange, doch ich wischte sie wütend fort. Ich würde nicht weinen. Nicht vor ihr. Ich humpelte in Richtung Küche, um den Eisbeutel zu holen, und fühlte mich einsamer als je zuvor in meinem Leben. Doch als ich die Küchentür erreichte, riss ein scharfer Krampf durch meinen Unterbauch. Dieser Schmerz war anders. Er saß tief und war erschreckend. Ich klammerte mich an den Türrahmen und rang nach Luft. „Zyran!“, rief ich mit einer Stimme voller plötzlicher Angst. „Ich habe gesagt, es reicht, Roosevelt!“, rief er aus dem Wohnzimmer zurück, ohne auch nur herzusehen. Der Krampf kam erneut, diesmal noch heftiger. Ich blickte auf mein weißes Kleid hinunter. Dort, auf der Seide aufblühend wie eine schreckliche rote Blume, war ein kleiner Blutfleck. Der Schmerz in meinem Bauch war stechend, als würde sich ein Knoten immer fester zusammenziehen. Ich sank gegen den Türrahmen der Küche und umklammerte meinen Bauch. „Zyran...“, flüsterte ich. Der Raum drehte sich. Ich hörte Schritte. Zyran rannte in die Küche. Er sah nicht mehr wütend aus. Als er mich auf dem Boden sah, wurde sein Gesicht kreidebleich. Seine Augen waren vor blankem Entsetzen weit aufgerissen. „Roosevelt!“ Er ließ sich auf die Knie fallen und glitt über die Fliesen zu mir. Er zog mich in seine Arme, seine Hände zitterten, als sie mein Gesicht berührten. „Roosevelt, sieh mich an! Was ist los? Wo tut es weh?“ Seine Stimme war voller Panik. Er war nicht mehr der kalte Milliardär, sondern einfach mein Ehemann, der Todesangst hatte. „Mein Bauch“, keuchte ich und klammerte mich an sein Hemd. „Er tut... so weh.“ Ich spürte warme Flüssigkeit zwischen meinen Beinen. Ich blutete. „Nein, nein, nein“, schluchzte ich und vergrub mein Gesicht an seiner Brust. „Bitte... nicht das.“ Zyran stellte keine Fragen. Mühelos hob er mich auf seine Arme und drückte mich fest an seine Brust. „Ich habe dich“, flüsterte er entschlossen in mein Haar. „Bleib bei mir.“ Er rannte zur Haustür. Als wir am Wohnzimmer vorbeikamen, sah ich Mina dort stehen. Sie wirkte überrascht, Zyran zu sehen, wie er mich trug. „Zyran?“, rief sie. „Wohin gehst du?“ „Steig ins Auto, Mina!“, rief Zyran, ohne stehen zu bleiben. „Wir fahren ins Krankenhaus. Sofort!“ Alles danach verschwamm zu einem Wirrwarr aus Lichtern. Das Letzte, was ich spürte, war Zyrans Hand, die meine so fest umklammerte, dass es fast wehtat, und seine Stimme, die flüsterte: „Verlass mich nicht, Roosevelt. Bitte verlass mich nicht.“ Piep... Piep... Piep... Ich erwachte vom Geruch nach Zitronen und Medikamenten. Das Zimmer war still. Ich blinzelte und öffnete die Augen. Ich lag in einem Krankenhausbett. Meine Hand fühlte sich warm an. Ich blickte nach unten und sah Zyran. Er saß auf einem Stuhl neben dem Bett, den Kopf an meiner Hüfte angelehnt. Er schlief, hielt meine Hand jedoch immer noch fest mit beiden Händen umschlossen. Ich bewegte mich leicht, und sofort wachte er auf. Er setzte sich auf. Sein Haar war zerzaust, und seine geröteten Augen verrieten, dass er überhaupt nicht geschlafen hatte. „Du bist wach“, atmete er erleichtert aus. Die Erleichterung in seiner Stimme traf mich tief. Er hob die Hand und strich mit dem Daumen über meine Wange. „Du hast mir Todesangst eingejagt, Roosevelt. Ich dachte, etwas Schreckliches wäre passiert.“ „Zyran“, krächzte ich. Mein Hals fühlte sich trocken an. „Der Arzt... was hat er gesagt?“ Bevor Zyran antworten konnte, öffnete sich die Tür. Ein grauhaariger Arzt kam mit einem Klemmbrett herein. „Ah, Mrs. King. Schön zu sehen, dass Sie wach sind“, sagte der Arzt freundlich. Zyran stand auf. „Doktor, sie hat Schmerzen. Ist es der Blinddarm? Liegt es am Sturz?“ Der Arzt sah Zyran an und dann mich. Er schien die Spannung zu spüren. Er ging auf die andere Seite des Bettes, weiter weg von Zyran, und senkte leicht die Stimme. „Mr. King, könnten Sie uns bitte einen Moment allein lassen? Ich muss ihre Vitalwerte überprüfen“, sagte der Arzt ruhig. Zyran zögerte. Er wollte nicht gehen. „Ich möchte wissen, was meiner Frau fehlt.“ „Ich informiere Sie in einer Minute“, beharrte der Arzt. Widerwillig drückte Zyran meine Hand ein letztes Mal. „Ich bin direkt vor der Tür“, versprach er. Er ging hinaus und warf mir noch einen besorgten Blick zu, bevor sich die Tür hinter ihm schloss. Sobald er fort war, beugte sich der Arzt zu mir. „Mrs. King, Sie hatten großes Glück“, flüsterte er. „Bei Ihnen lag eine drohende Fehlgeburt vor. Die Blutung wurde durch das Trauma des Sturzes und den starken Stress ausgelöst.“ Meine Hände flogen vor meinen Mund. „Aber... das Baby...?“ „Das Baby hält sich noch“, sagte der Arzt mit einem sanften Lächeln. „Der Herzschlag ist kräftig, aber Sie befinden sich in einer Gefahrenzone. Sie dürfen keinerlei Stress haben, keine Schocks erleben und nichts Schweres heben. Sollten Sie erneut bluten, können wir die Schwangerschaft möglicherweise nicht mehr retten.“ Ein Schluchzen der Erleichterung entwich mir. „Danke. Oh, danke.“ „Weiß Ihr Mann davon?“, fragte der Arzt. Ich schüttelte hastig den Kopf. „Nein. Und bitte erzählen Sie es ihm noch nicht. Zu Hause passiert gerade so viel. Ich muss es ihm sagen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Wenn sich alles beruhigt hat.“ Der Arzt nickte. „Sehr gut. Die ärztliche Schweigepflicht gilt selbstverständlich. Aber Sie müssen sich ausruhen.“ Der Arzt verließ das Zimmer. Wenige Sekunden später kam Zyran wieder herein. Er wirkte entspannter, nachdem der Arzt gegangen war. „Er hat gesagt, dass du einfach Ruhe brauchst“, sagte Zyran und setzte sich auf die Bettkante. „Er meinte, du bist erschöpft, und der Sturz hat dich mitgenommen.“ Er beugte sich vor und küsste mich auf die Stirn. Seine Lippen waren warm. „Es tut mir so leid, Roosevelt. Ich hätte dir wegen der Treppe glauben sollen. Ich war einfach von allem überwältigt, was mit Mina passiert ist.“ „Apropos Mina“, flüsterte ich und zog mich leicht zurück. „Wo ist sie?“ Zyran seufzte. „Sie ist im Wartebereich. Sie hat sich geweigert zu gehen.“ „Zyran, wer ist sie wirklich?“, fragte ich. „Du hast gesagt, sie sei eine alte Freundin, aber...“ Zyran blickte auf seine Hände. „Wir waren im College befreundet. Beste Freunde. Dann lernte sie einen Mann kennen. Sie waren drei Jahre zusammen. Während dieser ganzen Zeit habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich dachte, sie wäre glücklich.“ Er sah mich an, seine Augen waren voller Mitgefühl. „Heute Abend hat sie mich zum ersten Mal seit Jahren angerufen. Sie hat geschrien. Ihre Wohnung stand in Flammen. Sie sagte, sie hätte niemanden sonst.“ „Aber warum dich?“, fragte ich. „Warum nicht die Polizei?“ „Wegen ihres Ex-Freundes“, sagte Zyran düster. „Sie hat ihn vor einem Jahr verlassen, aber...“ Plötzlich flog die Tür meines Zimmers auf. Mina stürmte herein. Sie trug immer noch ihr schmutziges weißes Kleid und sah völlig aufgelöst aus. In ihrer zitternden Hand hielt sie ein Handy. „Zyran!“, rief sie. Zyran sprang sofort auf. „Mina? Was ist los?“ Mina rannte zu ihm und packte seinen Arm, ihre Fingernägel gruben sich in sein Hemd. Sie sah mich an und dann wieder Zyran. Ihre Augen waren vor Panik weit aufgerissen. „Er hat mich gefunden“, flüsterte sie mit zitternder Stimme. „Mein Ex... er weiß, dass ich hier bin.“ Zyran runzelte die Stirn. „Wie? Das Feuer...“ „Er hat mir eine Nachricht geschickt“, brachte Mina mühsam hervor. Sie hielt Zyran das Handy hin, damit er den Bildschirm sehen konnte. „Er hat geschrieben, dass er gesehen hat, wie du eine Frau aus dem Haus getragen hast. Er glaubt... er glaubt, dass ich deine Frau bin.“ Zyran erstarrte. „Was?“ Mina blickte zu mir, auf ihrem Gesicht lag eine verstörende Mischung aus Angst. „Er hält Roosevelt für mich“, flüsterte Mina. „Und er sagt, dass er ins Krankenhaus kommt, um zu Ende zu bringen, was er mit dem Feuer begonnen hat.“Kapitel 60ROOSEVELT’S POV„Zyran, ich kann nicht atmen“, keuchte ich und hielt mich an seinem Hemd fest. „Meine Brust tut weh.“„Sieh mich an“, sagte Zyran sanft. Er hielt mein Gesicht in seinen Händen. „Atme mit mir, Roosevelt. Ein und aus. Ich werde nicht zulassen, dass er sie behält. Ich verspreche es.“„Er ist verrückt“, schluchzte ich und schüttelte den Kopf. „Er glaubt, er würde mich retten.“„Er ist ein toter Mann“, zischte Zyran. „Ich werde seine gesamte Firma zerstören. Ich werde—“Mein Telefon klingelte erneut und erschreckte uns beide.Ich starrte auf den Bildschirm. Diesmal war es keine unbekannte Nummer. Es war Nixie.Meine Hände zitterten so stark, dass ich das Telefon beinahe fallen ließ. Ich drückte auf den grünen Knopf und stellte den Lautsprecher an.„Nixie?“, rief ich. „Hat die Polizei etwas gefunden?“„Rose!“, schrie Nixie. Sie weinte nicht mehr vor Angst. Sie schluchzte vor Freude. „Rose, sie ist hier! Sie ist genau hier!“Die Welt blieb stehen.„Was?“, flüsterte
Kapitel 59ROOSEVELTS POV„Jemand hat sie mitgenommen.“Die Worte hallten durch das Telefon. Die Zeit schien einzufrieren, die Sonne fühlte sich plötzlich eiskalt an.„Nixie, was sagst du da?!“, schrie ich. Meine Beine gaben unter mir nach. Ich fiel hart auf die Betonzufahrt und schürfte mir die Knie auf. „Wer hat sie mitgenommen?!“„Ich weiß es nicht!“, weinte Nixie. Im Hintergrund heulten laut die Polizeisirenen. „Wir waren im Park! Sie war direkt neben mir auf der Schaukel! Ich drehte mich um, um eine Saftpackung wegzuwerfen, und als ich wieder hinsah ... war sie weg, Rose! Eine Frau sagte, sie habe gesehen, wie ein Mann sie in ein schwarzes Auto setzte!“Ich rang nach Luft. Schwarze Flecken tanzten vor meinen Augen. Ich ließ das Telefon zu Boden fallen. Ich packte meine Haare und zog daran, als wollte ich aus diesem Albtraum aufwachen.„Mein Baby“, brachte ich erstickt hervor, meine Lungen brannten. „Mein Baby!“Zyran geriet nicht in Panik.Er kniete sich neben mich, riss das Tele
Kapitel 58ROOSEVELTS POV„Und morgen fange ich mit ihr an.“Zyrans Worte waren kalt, hart und voller Rache. Er sah aus dem Fenster des Jets, sein Kiefer fest angespannt.Ich musterte sein Gesicht und legte sanft meine Hand auf seine Wange.Er drehte schnell den Kopf und schmiegte sich an meine Berührung. Seine dunklen Augen wurden nur für mich weich.„Nein, Zyran“, flüsterte ich sanft.Zyran runzelte die Stirn. „Was meinst du mit nein? Sie hat gedroht, Lorna wegzunehmen. Sie hat diesen DNA-Test zu dir gebracht, um dich zu verletzen. Ich muss sie bestrafen.“„Das musst du nicht tun“, sagte ich und hielt meine Stimme ruhig und fest. „Du musst ihr weder ihren Namen noch ihre Rechte nehmen.“„Roosevelt, sie hat dich vier Jahre lang misshandelt“, argumentierte Zyran, seine Stimme wurde vor Wut lauter. Er ergriff meine Hand und küsste meine Handfläche. „Sie hat dich geschlagen, sie hat dich schreckliche Dinge genannt. Ich kann sie damit nicht davonkommen lassen. Ich muss sie dafür bezahlen
Kapitel 57ROOSEVELT POV„Ich werde nicht nach New York fliegen“, sagte ich und ließ den Umschlag auf seinen Schreibtisch fallen. „Du kannst mich nicht zwingen, meine Tochter zu verlassen.“Zyran warf nicht einmal einen Blick auf den Umschlag. Seine Augen blieben auf den Bildschirm seines Computers geheftet.„Es sind achtundvierzig Stunden, Ms. Evans“, erwiderte Zyran. Seine Stimme klang leer. „Nixie wird auf sie aufpassen.“„Du hast keine Kontrolle über Nixie!“ schoss ich zurück und ballte meine Hände zu Fäusten.„Jetzt schon“, sagte Zyran tonlos. Endlich sah er auf, seine dunklen Augen waren eisig. „Ich habe ihre Einstellung heute Morgen genehmigt. Sie ist meine neue Projektmanagerin. Wenn du willst, dass deine beste Freundin ihren Job behält, wirst du in dieses Flugzeug steigen.“Ich keuchte, die Luft wich aus meinen Lungen. „Du erpresst mich?“„Ich erledige Geschäfte“, sagte Zyran gelassen, während er seinen Laptop zuklappte. „Der Privatjet fliegt heute Abend um acht Uhr ab. Sei a
Kapitel 56ROOSEVELT’S POV„Setz meine Tochter runter. Sofort.“Die Worte rissen wie ein gefährliches Knurren aus Zyrans Kehle.Die ganze Welt schien stillzustehen. Mein Herz schlug heftig gegen meine Rippen.„Deine Tochter?“ rief Lorna von Mateos Schultern. Sie legte den Kopf schief und sah sich im überfüllten Zoo um. „Ist dein kleines Mädchen hier, Mr. Zyran? Wo ist sie?“Mateo runzelte die Stirn und verengte die Augen bei Zyran.Panik trieb mich dazu, schneller zu handeln als jemals zuvor. Ich trat zwischen die beiden großen Männer und versperrte Zyran vollständig die Sicht auf Mateo.„Er meint meine Tochter, Mateo“, sagte ich laut und zwang mich zu einem nervösen Lachen. Ich sah zu Lorna hoch und lächelte. „Mr. King ist mein Chef, Kleine. Er ist nur sehr verwirrt, er arbeitet zu viel.“Mateos Kiefer spannte sich an. Er wusste genau, was ich tat, und spielte mit, um Lorna zu beschützen.„Ah, der Chef“, sagte Mateo kalt und sah über meinen Kopf hinweg zu Zyran. „Nun, Ms. Evans hat h
Kapitel 55ROOSEVELTS POVIch sah Zyran mit Elena auf der anderen Seite des Cafés. Er lächelte sie an, während er ihr Wein einschenkte. Er spielte sein kaltes, distanziertes Spiel perfekt.Ich holte tief Luft und wischte eine Träne von meiner Wange.Wenn er dieses Spiel spielen will, dachte ich, während mein Herz kalt wurde, dann werde ich es besser spielen.Ich wandte mich von seinem Tisch ab und sah direkt Mateo an. Ich schenkte ihm ein strahlendes Lächeln.„Du hast recht, Mateo“, sagte ich leise. „Er entscheidet sich für jemand anderen. Und ich bin fertig damit, über einen Mann zu weinen, der mich nicht will.“Mateos Augen leuchteten auf. Er drückte meine Hand. „Meinst du das ernst, Roosevelt?“„Das tue ich“, versprach ich. „Ich würde Lorna am Sonntag sehr gerne mit dir in den Zoo bringen.“„Damit machst du mich zum glücklichsten Mann in Mailand“, lächelte Mateo.Für den Rest des Mittagessens sah ich nicht zurück. Ich sah nicht nach, ob Zyran uns beobachtete. Ich konzentrierte mich







