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Istri yang Ditinggalkan sang Miliarder
Istri yang Ditinggalkan sang Miliarder
作者: Enny

Chapter 1

作者: Enny
last update publish date: 2026-07-26 00:31:45

Kapitel 1

ROOSEVELTS POV

Der intensive Duft von Rosmarin und zischender Butter erfüllte das Esszimmer, doch ich brachte keinen Bissen herunter. Meine Aufmerksamkeit galt ganz dem Mann, der mir gegenübersaß, Zyran.

Das sanfte Licht des Kronleuchters spiegelte sich in seinem rabenschwarzen Haar, das selbst nach einem langen Arbeitstag noch perfekt saß. Er hatte sein Sakko ausgezogen, und die Ärmel seines weißen Hemdes bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, wodurch kräftige, von Adern durchzogene Unterarme sichtbar wurden, die sich leicht anspannten, während er sein Steak anschnitt. Er sah aus wie ein Meisterwerk, geschaffen von einem Gott, mit einer markanten Kieferlinie, hohen Wangenknochen und Lippen, die meist zu einer festen Linie geschlossen waren.

Er war atemberaubend, er war mächtig, und er gehörte mir.

Heute war unser vierter Hochzeitstag. Normalerweise ließ Zyran seinem Assistenten ein Geschenk schicken, eine Diamantenkette oder eine Designerhandtasche, und danach gingen wir wieder getrennte Wege. Doch dieses Jahr hatte ich mir etwas anderes gewünscht. Ich wollte Zeit. Einfach ein gemütliches Abendessen zu Hause, von mir gekocht.

Trotz seines vollen Terminkalenders als Leiter eines Imperiums, das sich über die halbe Welt erstreckte, hatte Zyran tatsächlich zugestimmt. Er war früh nach Hause gekommen. Diese kleine Geste ließ mein Herz wie einen gefangenen Vogel flattern.

Ich entschied mich, ihm direkt gegenüber zu sitzen, statt am Kopfende des Tisches. Ich wollte jede Veränderung in seinem Gesicht sehen, jedes Flackern in diesen dunklen, verschlossenen Augen, wenn ich ihm endlich die Nachricht mitteilte, die mir beinahe über die Lippen platzte.

Unbewusst glitt meine Hand über meinen flachen Bauch unter der Seide meines Kleides.

Ich bin schwanger.

Ich hatte es erst heute Morgen erfahren. Die zwei rosa Linien auf dem Test fühlten sich an wie die Antwort auf jedes Gebet, das ich in den vergangenen vier Jahren im Dunkeln geflüstert hatte. Zyran war distanziert, ja. Er war kalt, und manchmal fühlte es sich an, ihn anzusehen, als würde ich eine wunderschöne Eisskulptur betrachten, die ich nicht berühren konnte. Aber ein Baby? Ein Baby verändert alles. Ein Kind würde die Brücke sein, um endlich sein Herz zu erreichen, die Wärme, die seine eisige Fassade zum Schmelzen bringen konnte.

„Du starrst mich an, Roosevelt“, durchbrach Zyrans tiefe Stimme meine Gedanken und ließ mich zusammenzucken.

Ich blinzelte hastig und spürte, wie Wärme in meine Wangen stieg. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich völlig in Gedanken versunken war.

„Ich... ich war einfach glücklich“, stammelte ich und hob mein Weinglas hoch, um meine zitternden Hände zu beschäftigen. Statt vom Wein nahm ich einen Schluck Wasser und erinnerte mich daran, dass ich jetzt auf Alkohol verzichten musste. „Es ist schön, dass du hier bist. Nur wir beide.“

Zyran sah nicht sofort auf. Er nahm noch einen Bissen von dem Essen, für dessen Zubereitung ich drei Stunden gebraucht hatte, in der Pfanne gebratenes Wagyu mit einer Trüffelreduktion. Ich hielt den Atem an. Ich war keine professionelle Köchin, sondern Innenarchitektin. Meine Tage verbrachte ich damit, Möbel zu arrangieren, nicht schwitzend an einem heißen Herd zu stehen. Aber heute Abend wollte ich, dass alles perfekt war.

Er kaute langsam, schluckte und hob schließlich den Blick, bis sich unsere Augen trafen.

„Das Steak ist ausgezeichnet“, sagte er ruhig. „Besser als das des Kochs in diesem schicken Bistro, in dem wir letzten Monat waren.“

Mein Herz machte einen Satz. Ein Kompliment? Von Zyran? Das war so selten wie ein Schneesturm im Juli.

„Wirklich?“ japste ich, während sich ein breites Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete. „Ich habe ein neues Rezept ausprobiert. Ich weiß, wie wählerisch du bei der Konsistenz bist, deshalb habe ich besonders darauf geachtet, es nicht zu lange zu garen.“

„Es ist perfekt“, sagte er, und für einen kurzen Moment schienen die harten Linien um seine Augen weicher zu werden. „Du hast ein Talent für Details, Roosevelt. Egal, ob du einen Raum gestaltest oder ein Gericht anrichtest, du gibst dir immer Mühe.“

So, wie er Mühe sagte, klang es wie das größte Lob überhaupt.

„Danke, Zyran. Das bedeutet mir viel, gerade weil es von dir kommt“, sagte ich leise, meine Stimme schwer vor Emotionen.

Er schwenkte den Rotwein in seinem Glas, während seine Augen der dunkelroten Flüssigkeit folgten. „Du hättest dir trotzdem nicht so viel Arbeit machen müssen. Ich wäre auch mit Essen zum Mitnehmen zufrieden gewesen, wenn du dich dafür nicht so verausgabt hättest. Du siehst... blass aus.“

Er hatte es bemerkt?

Aufregung stieg in meiner Kehle auf. Das war der Moment. Die perfekte Gelegenheit. Er war aufmerksam, machte mir Komplimente und machte sich Sorgen um meine Gesundheit. Die Stimmung war genau richtig.

Ich legte meine Gabel hin, verschränkte die Hände auf dem Tisch und beugte mich leicht nach vorne.

„Eigentlich gibt es einen Grund, warum ich wollte, dass dieser Abend etwas Besonderes wird, Zyran“, begann ich, während mein Herz so heftig klopfte, dass ich sicher war, er müsste es hören. „Es gibt etwas, das ich dir unbedingt erzählen möchte.“

Zyran hielt inne, sein Glas halb auf dem Weg zu seinen Lippen. Langsam stellte er es wieder ab, während sich seine dunklen Augen neugierig verengten.

„Oh? Geht es um deine Designfirma? Hast du den Vertrag mit der Hilton-Gruppe bekommen?“

„Nein, es geht nicht um die Arbeit“, sagte ich und schüttelte den Kopf. Ein nervöses Lachen entfuhr mir. „Es geht um uns. Um unsere Familie.“

Ich griff nach meiner Handtasche, die neben meinem Stuhl auf dem Boden stand, und meine Finger strichen über die kleine Schachtel mit dem positiven Schwangerschaftstest.

„Zyran“, flüsterte ich, während meine Augen von ungeweinten Freudentränen glänzten. „Ich weiß, wir waren nie das gewöhnlichste Paar. Ich weiß, dass du deinen Freiraum und deine Ordnung magst. Aber... ich glaube, die Dinge werden bald ein wenig chaotischer werden. Auf die schönste Art.“

Ich holte die Schachtel heraus, stellte sie auf den Tisch und schob sie sanft zu ihm hinüber.

„Alles Gute zum Hochzeitstag, Zyran.“

Er sah die mit Samt bezogene Schachtel an und dann wieder zu mir. Sein Gesichtsausdruck war nicht zu deuten. Diese vertraute Maske legte sich wieder über seine Züge. Er streckte die Hand aus, seine langen Finger schwebten über dem Deckel.

Ich hielt den Atem an und stellte mir das Lächeln vor, das sein Gesicht erhellen würde. Ich stellte mir vor, wie er aufstand, auf meine Seite des Tisches kam und mich in seine Arme zog. Ich stellte mir vor, wie er eine Hand auf meinen Bauch legte und mir endlich, endlich sagte, dass er mich liebte.

Doch in dem Moment, als seine Finger die Schachtel berührten, zerriss der laute, aufdringliche Klingelton seines Handys die Stille.

Zyran erstarrte.

Es war sein privates Handy. Nur eine Handvoll Menschen hatte diese Nummer.

„Ignoriere es“, flüsterte ich eindringlich, während sich plötzlich ein Gefühl der Angst in meinem Magen ausbreitete. „Bitte, Zyran. Mach zuerst die Schachtel auf.“

Doch der Zauber war gebrochen. Zyran runzelte die Stirn und warf einen Blick auf das Display. Seine Augen weiteten sich. Eine so unverfälschte, schockierte Reaktion, dass sie mir mehr Angst machte als sein Zorn jemals gekonnt hätte.

Er öffnete die Schachtel nicht. Er griff nach dem Telefon und nahm den Anruf entgegen, bevor ich noch ein Wort sagen konnte.

„Hallo?“, sagte er mit dringlicher Stimme.

Ich wusste nicht, wer am anderen Ende der Leitung war, aber ich sah, wie meinem Mann sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich. Die Wärme, die eben noch da gewesen war, verschwand und wurde durch eine hektische Anspannung ersetzt, wie ich sie bei ihm noch nie erlebt hatte.

„Wo bist du?“, verlangte er ins Telefon, während er so abrupt aufstand, dass sein Stuhl über den Holzboden schrammte. „Bleib dort. Beweg dich nicht, ich komme.“

Er legte auf und sah mich an, doch es war, als würde er mich gar nicht wirklich sehen. Sein Blick ging durch mich hindurch.

„Zyran?“ fragte ich mit zitternder Stimme. „Was ist los? Was ist passiert?“

„Ich muss gehen“, sagte er und bewegte sich bereits zur Tür, während er nach seinem Sakko griff.

„Gehen? Jetzt?“ Ich stand auf, Panik zog sich um meine Brust zusammen. „Aber... das Abendessen. Das Geschenk. Zyran, ich habe dir die Neuigkeit noch gar nicht erzählt!“

Er blieb im Torbogen des Esszimmers stehen und drehte sich noch einmal um. Seine Augen wirkten gehetzt und abgelenkt.

„Es tut mir leid, Roosevelt. Es ist etwas dazwischengekommen. Es ist ein Notfall.“

„Was für ein Notfall ist wichtiger als unser Hochzeitstag?“ rief ich, während der Schmerz meine Stimme schärfer werden ließ. „Wer hat dich angerufen?“

Er zögerte, seine Kiefermuskeln spannten sich an.

„Eine alte Freundin. Sie... sie steckt in Schwierigkeiten.“

Sie.

Dieses eine Wort hing wie eine Klinge in der Luft.

„Ich werde es wieder gutmachen“, sagte er, bevor er sich umdrehte und zur Tür hinausging.

Ich blieb im stillen Esszimmer stehen, während mir der Geruch des inzwischen kalten Steaks Übelkeit bereitete. Die Schachtel stand ungeöffnet auf dem Tisch, genau dort, wo er sie zurückgelassen hatte.

Ich war nicht allein im Raum, doch zum ersten Mal seit vier Jahren fühlte ich mich vollkommen und restlos verlassen.

Ich wartete drei Stunden. Die Kerzen auf dem Tisch waren vollständig heruntergebrannt und hatten kleine Wachspfützen auf der Tischdecke hinterlassen. Das wunderschöne Steak war inzwischen kalt und zäh.

Langsam stand ich auf und begann, den Tisch abzuräumen. Meine Hände zitterten, während ich das Essen in den Mülleimer kratzte. Ich kam mir töricht vor. Ich fühlte mich klein. Wieder berührte ich die Schachtel in meiner Tasche. Der Schwangerschaftstest war noch immer darin. Jetzt war er ein schweres Geheimnis statt einer freudigen Nachricht.

Gerade als ich das Licht im Esszimmer ausschaltete, sah ich die Scheinwerfer eines Autos durch das Frontfenster aufleuchten. Ein Motor heulte auf der Einfahrt auf.

Mein Herz setzte einen Schlag aus. Er war zurückgekommen.

„Zyran“, flüsterte ich. Vielleicht hatte er seinen Fehler erkannt. Vielleicht war er zurückgekehrt, um sich zu entschuldigen und mit mir doch noch das Dessert zu essen.

Ich eilte zur Haustür und öffnete sie, noch bevor er klopfen konnte.

„Zyran, ich bin so froh, dass du...“

Die Worte blieben mir im Hals stecken.

Zyran stand dort, aber er war nicht allein. Er hatte den Arm um eine Frau gelegt. Sie war klein und schlank, mit langem braunem Haar, das ihr ins Gesicht fiel. Sie trug ein weißes Kleid, dessen Saum schmutzig war, und schluchzte leise an Zyrans Brust.

Zyran blickte zu mir auf. Er wirkte nicht reumütig. Er sah müde und ernst aus.

„Roosevelt“, sagte er mit scharfer Stimme. „Geh zur Seite. Wir müssen hineingehen.“

Verwirrt trat ich einen Schritt zurück. „Zyran? Wer ist das?“

Er führte die Frau in unseren Flur. Das helle Licht des Kronleuchters beleuchtete ihr Gesicht. Sie war wunderschön, auf eine zerbrechliche, verletzte Art. Sie sah aus wie eine Puppe, die beschützt werden musste.

„Das ist Mina“, sagte Zyran. „Sie ist die Freundin, die angerufen hat. Ihre Wohnung ist abgebrannt. Sie hat sonst nirgendwo, wo sie hin kann.“

Mina sah mich unter Tränen an. Ihre Augen waren groß und unschuldig, doch irgendetwas an ihrem Blick ließ sich mein Magen zusammenziehen.

„Es... es tut mir leid, dass ich störe“, sagte Mina mit leiser, zitternder Stimme. „Ich wollte Ihren Abend nicht ruinieren.“

„Du ruinierst gar nichts“, sagte Zyran bestimmt und zog sie näher an sich. Dann wandte er sich an mich. „Roosevelt, geh das Gästezimmer vorbereiten. Das neben unserem.“

Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Brust.

„Das neben unserem? Zyran, dieses Zimmer ist nicht vorbereitet. Und... heute ist unsere Hochzeitsnacht. Kann sie nicht in einem Hotel übernachten?“

Zyrans Blick wurde eiskalt.

„Sie hat ein Trauma erlitten, Roosevelt. Ich werde sie nicht allein in ein Hotel schicken. Tu einfach, was ich sage.“

Er wartete meine Antwort nicht ab. Er ging an mir vorbei und führte Mina die Treppe hinauf. Ich blieb wie erstarrt stehen. Mein Mann brachte an unserem Hochzeitstag eine andere Frau in unser Haus und behandelte mich wie ein Dienstmädchen.

Ich ballte die Fäuste und folgte ihnen die große Treppe hinauf.

„Zyran, wir müssen darüber reden. Du kannst nicht einfach...“

„Nicht jetzt“, fuhr er mich an. Oben auf dem Treppenabsatz angekommen, sagte er: „Ich muss ihr etwas Wasser holen. Bleib bei ihr.“

Zyran ließ Mina los und eilte den Flur entlang zum Badezimmer, sodass ich mit ihr allein auf der Treppe zurückblieb.

Der Flur war still. Das einzige Geräusch war das Ticken der Standuhr unten.

Ich sah Mina an. Ich wollte freundlich sein und mich wie eine gute Ehefrau verhalten. Aber ich war wütend.

„Ich hoffe, es geht Ihnen gut“, sagte ich steif. „Aber mein Mann und ich haben heute Abend gefeiert.“

Mina hörte augenblicklich auf zu weinen. Sie richtete sich auf und wischte sich die Tränen weg. Plötzlich verschwand der unschuldige Ausdruck aus ihrem Gesicht. Ein kaltes, dunkles Lächeln erschien auf ihren Lippen.

Sie trat näher zu mir. Wir standen direkt am Rand der Treppe.

„Er spricht über Sie, wissen Sie“, sagte Mina. Ihre Stimme zitterte nicht mehr. Sie war ruhig und spöttisch. „Er sagt, Sie sind pflichtbewusst. Langweilig.“

„Wie bitte?“ keuchte ich. Ich konnte nicht glauben, was ich gerade gehört hatte.

Mina legte den Kopf leicht schief.

„Wenn wir beide in Gefahr wären, wen glauben Sie, würde Zyran zuerst retten?“, fragte sie plötzlich.

„Was?“

Ich hatte keine Zeit, ihre Worte zu verarbeiten.

Im nächsten Augenblick schoss ihre Hand nach vorn. Ich spürte einen harten, brutalen Stoß gegen meine Brust.

„Ah!“

Ich verlor augenblicklich das Gleichgewicht. Meine Füße rutschten an der Kante der Stufe weg. Ich griff nach dem Geländer, doch ich war zu spät.

Die Welt drehte sich um mich, als ich rücklings fiel, die Treppe hinunterrutschte und in die Dunkelheit unter mir stürzte.

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