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Kapitel 28

Author: Vee
last update publish date: 2026-08-28 21:55:05

Ethans Sicht

Siebzehn zermürbende Jahre waren vergangen, seit ihre kleine Schwester ihnen direkt unter der Nase weggeschnallt worden war. Der Verlust von June hatte einen hohlen Raum im Inneren der Valli-Brüder ausgehöhlt. Sie war ihre absolute Welt gewesen. Mit elf Jahren war Ethan völlig machtlos gewesen, die Entführung zu verhindern, gezwungen, zuzusehen, wie seine Familie an der Seite seiner jüngeren Brüder zerbrach – Julian, der damals erst acht Jahre alt war, und Roman, der gerade einmal
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    Aureas Sicht„Geh nicht! Bitte, verlass mich nicht!“Ich keuchte auf, während meine Augen aufrissen und ein verzweifelter Schrei die Stille des Raumes zerschmetterte. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein gefangener Vogel. Kalter Schweiß feuchtete meinen Haaransatz an. Für eine terrifizierende Sekunde blieb das Bild meiner Pflegeutter vor meinen Augen hängen, wie sie mir den Rücken kehrte und in einen wirbelnden, grauen Nebel schritt.Ich blinzelte rasch und schüttelte den Kopf, während der Traum langsam zurückwich und mein Schlafzimmer preisgab. Die vertrauten purpurnen Vorhänge waren zugezogen und ließen nur das sanfte Umgebungslicht des späten Nachmittags herein.„Oh, Liebling, atme. Es ist alles gut. Du bist sicher“, eilte eine sanfte, zitternde Stimme herbei, um mich zu trösten.Ich riss den Kopf zur Seite. Auf der Kante meiner Matratze saß meine Mutter, ihr Gesicht blass und erfüllt von überwältigender Sorge. Neben ihr standen zwei Dienstmädchen, die Tabletts mit frische

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    Vincenzos und Valerius’ SichtDie Atmosphäre im imposanten Konferenzraum des Rossi-Imperiums war voll von dichter, bedrohlicher Spannung. Das Sonnenlicht strömte durch die bodentiefen Fenster, doch es tat nichts, um die eisige Kälte im Raum zu erwärmen. Um den massiven Mahagonitisch saßen zwanzig Vorstandsmitglieder der Gesellschaft. Jeder von ihnen hielt den Atem an und überprüfte peinlich genau die Finanzprognosen für das nächste Quartal.An der Spitze des Tisches saßen die beiden Herrscher des Imperiums: Vincenzo und Valerius Rossi.Vincenzo saß vollkommen aufrecht in seinem Ledersessel, sein dunkler Anzug makellos, die Finger locker ineinander verschränkt, während seine kalten Augen den Exekutivleiter musterten, der eine Präsentation hielt. Neben ihm lehnte sich Valerius lässig zurück; ein silberner Stift drehte sich rhythmisch zwischen seinen Fingern. Die Vorstandsmitglieder wussten genau, dass ein einziges falsches Wort das sofortige Ende ihrer Karriere bedeuten konnte – oder Sc

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    Aureas SichtIch winkte Ethan und Julian ein letztes Mal zum Abschied zu, während ich beobachtete, wie das Fahrzeug die private, bewachte Allee hinunter verschwand. Dann drehte ich mich um und blickte auf die kolossale Struktur des Luxuseinkaufszentrums. Bevor sich die verbleibende Unruhe des Morgens völlig in meiner Brust festsetzen konnte, hakten sich Tante London und Tante Jessica praktisch bei mir ein und zogen mich hinein.„Das Erste ist das Erste“, verkündete Tante Jessica, während ihr kurzes Haar wippte und sie den Weg durch das opulente Glasatrium anführte. „Mit leerem Magen kann man nicht ordentlich einkaufen, Schatz. Holen wir uns etwas zu essen.“Sie führten mich zu einem exklusiven, sonnenbeschienenen Café auf der oberen Empore der großen Plaza. Wir setzten uns an einen Tisch mit Blick auf die mehrstöckigen Luxusboutiquen darunter. Das schiere Tempo, mit dem meine Tanten bestellten, war schwindelerregend – frisch gebackenes Gebäck, feine Sandwiches und Tassen mit aromatisc

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