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Kapitel 10 – Saint

last update publish date: 2026-10-09 13:49:48

Oliver

Die schwere Stahltür fällt klickend ins Schloss. Der russische Terminator ist jetzt auf der anderen Seite.

Die Stille kehrt sofort in den Raum zurück, dicht und drückend. Aber die Luft scheint noch immer aufgeladen, als knisterte darin die heftige Spannung, die Kirill zurückgelassen hat.

Mein Herz hämmert in einem schnellen, unregelmäßigen Rhythmus gegen die geprellten Rippen.

Ihn zu reizen ist gefährlich. Vielleicht sogar dumm. Aber dass dieser sonst so unerschütterliche, furchterregend
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    OliverDie schwere Stahltür fällt klickend ins Schloss. Der russische Terminator ist jetzt auf der anderen Seite.Die Stille kehrt sofort in den Raum zurück, dicht und drückend. Aber die Luft scheint noch immer aufgeladen, als knisterte darin die heftige Spannung, die Kirill zurückgelassen hat.Mein Herz hämmert in einem schnellen, unregelmäßigen Rhythmus gegen die geprellten Rippen.Ihn zu reizen ist gefährlich. Vielleicht sogar dumm. Aber dass dieser sonst so unerschütterliche, furchterregende Killer die Flucht ergriffen hat, weil er kein Gespräch mit mir aushält, ohne mich würgen zu wollen? Das fühlt sich wie ein gewaltiger Sieg an.„Du willst unbedingt sterben, was?“Die Stimme klingt weich und ein wenig gedehnt, ganz anders als Kirills raues Bellen. Vielleicht höre ich sogar einen Hauch Südstaatenakzent heraus.Ich drehe mich von der Tür weg und sehe den Mann, der gerade noch in den Raum geschlüpft ist, bevor sein Boss hinausgestürmt ist.Saint lehnt mit locker verschränkten Arme

  • Knackt Sein Code   Kapitel 9 – Die Provokation

    KirillVier Tage sind vergangen, seit sich dieser britische Hacker in mein Leben gedrängt hat. Die Ruhe im Lagerhaus ist gründlich dahin.Um die verschlüsselten Dossiers über die Bewegungen des Kartells von Miami aus durchzugehen, brauche ich volle Konzentration.Mein vom Netz getrennter Laptop steht auf dem Tisch. Auf dem Bildschirm reihen sich Daten, Geldtransfers und Überwachungsfotos aneinander.Aus diesen Informationen einen brauchbaren Einsatzplan zu machen, ist mühsame Detailarbeit. Dafür brauche ich Ruhe und Ordnung.In den vergangenen sechs Monaten waren mein Team und ich in den schwülen, blutgetränkten Dschungelgebieten Kolumbiens und Perus im Einsatz. Wir haben dort Drogenschmuggelrouten zerschlagen, um dem mexikanischen Kartell, das uns angeheuert hatte, sein Monopol zu sichern.Die Rückkehr nach New York sollte uns Zeit geben, wieder zu Kräften zu kommen.Der Schutzauftrag war eine gemeinsame Entscheidung. Das Team sollte an einem sicheren Ort ausruhen können und dabei we

  • Knackt Sein Code   Kapitel 8 – Lagerkoller

    OliverDie Eintönigkeit dieses Betonkastens zermürbt mich langsam. Inzwischen fühlt sich sogar Atmen nach Arbeit an.Dominique sitzt auf der Kante eines der unteren Etagenbetten. Ein Bein hat sie auf die Matratze gestellt, während sie methodisch eine Reihe schlanker silberner Wurfmesser schärft.Ihr dunkles lockiges Haar hat sie zu einem unordentlichen Knoten gebunden. Ihre schokoladenbraunen Augen bleiben auf die glänzenden Klingen gerichtet, die sie auf einem Mikrofasertuch aufgereiht hat. Sie bewegt sich genauso erschreckend effizient wie ihr Boss, aber diese erdrückende Aura aus düsterer Bedrohung fehlt ihr.„Wenn du ständig hin und her läufst, verschwinden die Wände auch nicht“, murmelt Dom. Ihre Stimme ist weich, mit einem leichten melodischen Klang, der gar nicht zu dem tödlichen Stahl in ihren Händen passt.„Vielleicht laufe ich irgendwann eine Rinne in den Boden und komme so ins Untergeschoss“, brumme ich und drehe mich bei der Küchenzeile wieder um. „Diese Einrichtung ist ei

  • Knackt Sein Code   Kapitel 7 – Rastlose Hände

    OliverDie Langeweile liegt mir auf der Brust wie eine Bleischürze beim Zahnarzt. Sie drückt mir die Luft ab, bis ich schreien möchte, nur um mal etwas anderes zu hören als das Brummen des Industriekühlschranks.Vor sechsundzwanzig Stunden hat Kirill Nikolaev mein Handy einkassiert und Protokoll Null verhängt.Sechsundzwanzig Stunden ohne Bildschirm. Ohne Datenstrom. Ohne den kleinen Dopaminstoß einer neuen Benachrichtigung oder das rhythmische Ablaufen von Code in einem Terminal.Ich mache einen kalten Entzug vom gesamten einundzwanzigsten Jahrhundert durch. Die Entzugserscheinungen äußern sich vor allem in dem verzweifelten Bedürfnis, den knapp einen Meter dreiundneunzig großen Russen auf der anderen Seite des Raums zu nerven, der mich gerade ignoriert.Wer eine Million Dollar Grundgebühr zahlt, erwartet normalerweise Bettwäsche aus ägyptischer Baumwolle und vielleicht eine Aussicht, die nicht aus einem Verdunkelungsrollo besteht. Ich habe einen Betonkasten bekommen, der nach Zitron

  • Knackt Sein Code   Kapitel 6 – Abriegelung

    OliverDas Wasser ist brühend heiß. Die harten Strahlen fühlen sich weniger nach Duschen an als nach einer Teufelsaustreibung.Lange stehe ich darunter und sehe zu, wie eine graue Brühe aus Straßendreck, getrocknetem Blut und U-Bahn-Schmutz in den Abfluss wirbelt.Ich schrubbe, bis meine Haut wund ist. Als könnte ich damit das Gefühl der letzten achtundvierzig Stunden abwaschen.Ich zische, als Seife in meine aufgeplatzte Lippe und die Schrammen auf meinen Knöcheln gerät. Meine Rippen sind eine Leinwand aus fleckigem Violett und Gelb, und jeder Atemzug tut weh. Der Kerl im Format eines Getränkeautomaten konnte ordentlich zulangen.Aber ich lebe. Also kann er mich mal.Ich drehe das Wasser ab, trete fröstelnd auf die kalten Fliesen und trockne mich vorsichtig ab, ohne die schlimmsten Blutergüsse an meiner linken Seite zu berühren. Auf dem geschlossenen Toilettendeckel liegt ein Stapel Kleidung.Ich hatte nach bestimmten Marken gefragt, ein paar weichen Vintage-Hoodies und Levi’s. Aber

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    KirillDrei Sekunden lang halte ich Doms Blick stand. In diesem Team gebe ich die Befehle, aber sie ist aus gutem Grund meine Stellvertreterin. Sie erkennt Möglichkeiten, die ich übersehe, wenn mir der Kragen platzt. Und gerade brennt bei mir die Lunte.Ich öffne die Hand. Der Junge fällt wie ein Stein und schlägt hart auf dem Beton auf. Seine abgetragenen Stiefel schrammen über die Ölflecken. Als die geprellten Rippen den Aufprall abfangen müssen, entweicht ihm mit einem scharfen Keuchen die Luft.Er hält sich am Rand des Werkzeugschranks fest, hustet und funkelt mich voller Hass an.„Bleib da“, sage ich und halte ihm einen Finger vors Gesicht. „Wenn du auch nur einen Schritt auf diese Tür zumachst, darf Max an deinen Kniescheiben seinen Golfschwung üben.“Olivers Kiefer spannt sich an, doch er bleibt stehen und stützt sich schwer auf die roten Metallschubladen.Ich drehe ihm den Rücken zu. „Dom, Max, Butcher, Saint. Büro. Sofort.“Ich warte nicht ab, ob sie mir folgen. Ich gehe zur

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