LOGINRowan hatte sich schon lange in Jace verliebt, bevor das Schicksal sie zu Stiefbrüdern machte. Als seine Mutter Jaces Vater heiratet, wird der Junge, den er seit Jahren heimlich liebt, zu dem einzigen Menschen, den er nicht begehren darf. Unter einem Dach zu leben ist eine Qual, besonders wenn Jace seine Nächte mit Mädchen verbringt, die Rowan durch die Wände hören kann. Also tut Rowan, was er schon immer getan hat. Er verbirgt seine Gefühle. Bis Jace ihn eines Nachts dabei erwischt, wie er sich selbst berührt, und sein Name ihm wie ein Geständnis über die Lippen gleitet, das Jace niemals hätte hören sollen. Jace sagt nichts. Monate später beginnt Rowan sein Studium in der Hoffnung, diese Nacht hinter sich lassen zu können – nur um festzustellen, dass ihm dasselbe Zimmer im Studentenwohnheim zugewiesen wurde wie Jace. Sich ein Zimmer mit dem Stiefbruder zu teilen, der sein dunkelstes Geheimnis kennt, ist schon unerträglich genug. Doch als Rowan in der Schule in Schwierigkeiten gerät, tut er das Einzige, was er niemals für möglich gehalten hätte. Er schlägt Jace einen Deal vor, der alles verändert. Jace stimmt zu, aber unter einer Bedingung … Rowan darf nicht entscheiden, wann es endet.
View MoreDer Umschlag lag auf der Küchentheke wie eine tickende Zeitbombe.Ich starrte ihn an. Mein Herz schlug so heftig, dass ich es bis in meinen Hals spüren konnte. Die Absenderadresse war deutlich zu erkennen, ebenso das Logo der Universität, das in fetten schwarzen Buchstaben aufgedruckt war. Mein Name. Meine Zukunft.Alles, wofür ich in den vergangenen Monaten gearbeitet hatte, steckte in diesem Umschlag, und irgendwie machte mir der Gedanke, ihn zu öffnen, mehr Angst als jede Prüfung, die ich jemals geschrieben hatte.„Mach ihn auf“, sagte Mom und drückte mir aufmunternd die Schulter. „Er wird dich schon nicht beißen.“„Was, wenn ich abgelehnt wurde?“„Du bist angenommen worden. Wir wissen beide, dass du angenommen wurdest.“ Sie lächelte. „Und jetzt mach ihn auf.“Richard lehnte mit einer Kaffeetasse in der Hand an der Theke. „Sie hat recht. Hör auf, es hinauszuzögern.“Ich sah ihn an und hoffte, in seinem Gesichtsausdruck etwas Beruhigendes zu finden. Er wirkte vollkommen entspannt, a
Ich verlor langsam das Bewusstsein.Vor meinen Augen verschwamm alles. Meine Brust brannte. Irgendwo im Hintergrund hörte ich Derek und seine Freunde lachen, doch ihre Stimmen klangen inzwischen weit entfernt. Gedämpft. Als wäre ich unter Wasser.Ich versuchte, tiefer einzuatmen, aber meine Lungen wollten nicht mitmachen. Jeder Versuch machte mir noch mehr Angst als der vorherige. Ich klammerte mich an die Kante der Bank und kämpfte darum, aufrecht sitzen zu bleiben.Ich brauchte meinen Inhalator. Ich brauchte Hilfe.Marcus war losgegangen, um ihn zu holen, aber ich wusste nicht, wie lange er schon weg war. Es war schwierig geworden, die Zeit einzuschätzen. Ein paar Sekunden fühlten sich wie Minuten an, und je länger ich um Luft rang, desto größer wurde meine Angst.Ich wollte nicht hier sterben.Nicht bei meinem ersten Besuch auf dem Campus. Nicht, während Derek und seine Freunde mir dabei zusahen, wie ich um Luft kämpfte. Nicht, wo ich doch gerade erst begonnen hatte, mir vorzustell
Einen Moment lang sagte Marcus nichts. Ich konnte den inneren Konflikt in seinem Gesicht erkennen. Er wollte mich nicht allein lassen, besonders nicht, solange Derek und seine Freunde in der Nähe waren. Aber ich brauchte meinen Inhalator.Jace könnte der Einzige sein, der nah genug war, um ihn schnell zu holen.Marcus blickte über die Schulter zu den drei Typen. Derek beobachtete uns noch immer mit einem belustigten Gesichtsausdruck, während Tyler Cole etwas zuflüsterte.Marcus' Kiefer spannte sich an.„Ich kümmere mich um ihn“, sagte er schließlich. „Atme einfach. Okay? Atme einfach.“Er drückte meine Schulter, bevor er in Richtung Parkplatz davonrannte.Ich sah ihm nach, doch die Bewegung ließ meinen Kopf schwindeln. Ich beugte mich nach vorn und stützte die Ellbogen auf meine Knie, während ich verzweifelt versuchte, Luft in meine Lungen zu bekommen.Hinter mir lachte Derek.„Seht ihn euch an. Er kann nicht mal ohne Hilfe atmen.“„Halt die Klappe!“, hörte ich Marcus aus der Ferne ru
Der Campus war wunderschön.Das war mein erster Gedanke, als Marcus und ich über den Innenhof gingen. Alte Backsteingebäude, die von Efeu überwuchert waren. Riesige Eichen. Überall Studenten, die lachten, sich unterhielten und in kleinen Gruppen unterwegs waren.Einige saßen unter den Bäumen und hatten Bücher auf ihren Schößen ausgebreitet, während andere zwischen den Gebäuden hin und her eilten, auf ihre Handys schauten oder sich miteinander unterhielten. Die Luft war erfüllt von Gesprächsfetzen, Schritten und ferner Musik.Alles wirkte neu und voller Möglichkeiten.Zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, meine Probleme hinter mir lassen und ganz von vorn anfangen zu können.„Ich kann nicht glauben, dass wir tatsächlich hier sind“, sagte Marcus grinsend. „Das wird der absolute Wahnsinn.“Ich lächelte. „Ja. Der absolute Wahnsinn.“Er warf mir einen Blick zu. „Komm schon, Mann. Du klingst, als hätte dir gerade jemand gesagt, dass deine Lieblingsserie abgesetzt wurde.“„Ich las





