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Penulis: Dreadedink
last update Tanggal publikasi: 2026-08-04 00:59:05

Kapitel 5

**Ava**

Das Erste, was mir auffiel, als Liams Porsche durch die Universitäts-Tore rollte, war die tödliche Stille.

Sie hielt ganze drei Sekunden und eine halbe an, dann brach das totale Chaos aus.

„Oh mein Gott!“, schrie jemand.

„Das ist Liam Hayes!“

„Ist das das Stipendium-Mädchen?“

Autsch. Stipendium-Mädchen? So nannte man mich jetzt? Es war nicht gelogen, aber es traf mein Ego trotzdem.

„Die sind echt zusammen!“

Studenten strömten auf die Gehwege, ihre Handys bereits erhoben.

*Click. Click. Click.*

Die Blitze kamen so schnell, dass ich die Augen zusammenkneifen musste, um nicht blind zu werden.

Meine Handflächen wurden sofort feucht, mein Blick huschte hin und her. Wer hätte gedacht, dass mein Fake-Freund so beliebt war?

Ich hatte nie wirklich verstanden, warum sich die Leute für Prominente interessierten, aber wenn man einem so nah war – besonders Liam –, verstand ich es irgendwie.

Irgendwie. Aber das hier war trotzdem zu viel.

„Ich glaube, ich kann das nicht“, flüsterte ich.

Liam warf mir einen Blick zu, bevor er in eine Parklücke fuhr.

„Doch, du kannst.“

„Du klingst schrecklich selbstsicher.“

„Weil ich weiß, dass du es kannst.“

Er stieg zuerst aus und ging dann um den Wagen herum zu meiner Seite. Sobald er meine Tür öffnete, richteten sich Dutzende Kameras auf uns.

Ich zuckte instinktiv zurück.

Liam bemerkte es. Ohne ein Wort streckte er mir die Hand entgegen.

Ich starrte sie an.

„Wenn wir das verkaufen wollen“, sagte er leise, „müssen wir jetzt anfangen.“

Ich schluckte.

Das war es.

Kein Zurück mehr.

Ich holte tief Luft und schob meine Hand in seine.

Seine Finger schlossen sich um meine.

Warm.

Fest.

Überraschend beruhigend.

„Bereit?“, fragte er.

„Nein.“

Er lachte. „Gute Antwort.“

Gemeinsam gingen wir in Richtung Kunstgebäude.

Das Flüstern folgte uns überallhin.

„Sie ist hübscher, als ich dachte.“

„Ich habe gehört, sie hat ein Vollstipendium.“

„Glaubst du, die sind wirklich verliebt?“

„Die sind irgendwie süß zusammen.“

„Ich glaube trotzdem, es ist fake.“

Ich hielt den Blick stur nach vorn gerichtet und tat so, als würde ich nichts davon hören.

In meinem Inneren machte mein Magen Purzelbäume.

Liam drückte meine Hand leicht.

„Entspann dich.“

„Ich versuch’s.“

„Ich weiß.“ Seine Stimme war ruhig.

Stetig.

Seltsam tröstlich.

Als wir den Hauptinnenhof erreichten, schien fast die halbe Uni uns zu beobachten.

Dann schrie jemand meinen Namen.

„AVA!“

Emily bahnte sich wie eine Besessene einen Weg durch die Menge.

Sie warf die Arme um mich, bevor ich reagieren konnte.

„Oh mein Gott! Geht’s dir gut?“

„Mir geht’s gut“, lachte ich.

„Nein, tut es nicht! Du bist gestern mit Liam Hayes verschwunden!“

Sie trat zurück und schaute zwischen uns beiden hin und her.

Dann auf unsere verschränkten Hände.

Ihr Mund klappte auf.

„Nein …“

Ich seufzte.

„Doch.“

Sie zeigte dramatisch auf Liam.

„Du.“

Er legte eine Hand auf seine Brust.

„Ich?“

„Was sind deine Absichten mit meiner besten Freundin?“

„Ich würde sagen, sie sind ehrenhaft.“

Emily kniff die Augen zusammen.

„Ich traue attraktiven Männern nicht.“

„Ist mir aufgefallen.“

„Attraktiven Sportlern traue ich erst recht nicht.“

„Autsch.“

„Und Söhne von Politikern sind die Schlimmsten.“

Liam lachte leise.

„Ich habe mich noch nicht einmal verteidigt.“

„Dazu kommst du auch nicht.“

Ich konnte nicht anders als zu lachen.

Den beiden zuzusehen, wie sie miteinander interagierten, war seltsam unterhaltsam.

Vielleicht würde diese Vereinbarung doch nicht völlig unerträglich werden.

Vielleicht —

„Na sieh mal einer an.“

Das Lachen um uns herum erstarb sofort.

Ich kannte diese Stimme. Ich würde sie im Schlaf erkennen.

Mein Lächeln verschwand.

Nic.

Er stand einige Meter entfernt, mit Vanessa, die sich besitzergreifend an seinen Arm klammerte.

Hinter ihnen stand die halbe Hockeymannschaft.

Er schaute von mir zu Liam …

Zu unseren verschränkten Händen.

Dann lachte er.

„Also stimmt es.“

Liams Griff um meine Hand wurde fast unmerklich fester.

„Was willst du, Sterling?“, fragte er kühl.

Nic schob die Hände in die Taschen.

„Wollte Ava nur gratulieren.“

Ich runzelte die Stirn.

„Wozu?“

„Dass sie jemanden gefunden hat, der bereit ist, so zu tun, als würde er sie lieben.“

Einige Leute schnappten nach Luft.

Emily sah aus, als wollte sie etwas werfen.

Liam hingegen blinzelte nicht einmal.

„Fertig?“

„Noch lange nicht.“

Nic kam näher, bis nur noch wenige Meter uns trennten.

„Ich habe nachgedacht.“

„Bestimmt hat es wehgetan“, erwiderte Liam.

Mehrere Studenten brachen in Gelächter aus.

Nics Kiefer spannte sich an.

„Diese Beziehung ist fake.“

Stille.

„Du hast sie nur für dich beansprucht, weil ich sie blamiert habe.“

„Ich muss mich dir nicht erklären.“

„Nein.“

Nic grinste spöttisch.

„Aber vielleicht solltest du dich allen anderen erklären.“

Er deutete auf die wachsende Menge.

„Wenn sie wirklich deine Freundin ist …“

Er zeigte auf unsere verschränkten Hände.

„… warum sieht sie dann aus, als würde sie lieber überall anders sein als hier?“

Jedes Auge richtete sich auf mich.

Hitze schoss mir ins Gesicht.

Plötzlich war ich mir der Kameras sehr bewusst.

Der Flüsternden.

Von Liam, der neben mir stand.

Nic verschränkte die Arme.

„Das liegt daran, dass sie nicht deine Freundin ist.“

Vanessa grinste.

„Ich habe dir gesagt, das ist nur ein PR-Gag.“

Das Gemurmel wurde lauter.

„Die sehen irgendwie verkrampft aus …“

„Ich wusste es.“

„Es ist fake.“

Mein Herz sank.

Liam blieb beunruhigend ruhig.

Er sah Nic lange an, bevor er sprach.

„Glaub, was dir beim Schlafen hilft.“

Nic lachte.

„Oh, das werde ich.“

Er beugte sich leicht vor.

„Aber früher oder später …“

Seine Augen richteten sich auf meine.

„… wird sie merken, dass sie für dich nur ein weiteres Spiel ist.“

Zum ersten Mal, seit wir uns getroffen hatten …

Spürte ich, wie Liam sich anspannte.

Sein Kiefer mahlte.

Sein Lächeln verschwand.

„Du solltest gehen“, sagte er leise.

„Oder was?“

Die Luft zwischen ihnen wurde erstickend.

Niemand sprach.

Niemand bewegte sich.

Es fühlte sich an, als würde der gesamte Campus den Atem anhalten.

Dann —

Liam lächelte.

Nicht warm.

Kalt.

„Oder du wirst es bereuen.“

Nic starrte ihn mehrere Sekunden lang an.

Dann schnaubte er.

„Das ist noch nicht vorbei“, spuckte Nic, die Augen funkelnd.

„Was willst du tun, Zweitplatzierter?“, fragte Liam in einem so herablassenden Ton, dass ich zusammenzuckte.

Wenn es etwas gab, das Nic hasste, dann war es, dass er wegen Liam nie die Nummer eins im Hockey geworden war.

Nics Augen wurden dunkel.

Er trat langsam vor. Liam wich keinen Millimeter zurück.

„Was hast du gerade gesagt?“, fragte Nic mit unheimlich leiser Stimme.

„Ich sagte: Was willst du tun, Zweitplatzierter?“

Stille. Kalte, ohrenbetäubende Stille.

Dann,

Nic schlug Liam direkt ins Gesicht.

Ein knackendes Geräusch war über den gesamten Campus zu hören.

Danach brach die Menge in Chaos aus, aber das, was mir wirklich Angst machte, war der Blick in Liams Augen, als er Nic ansah.

Mörderisch.

Dann lächelte Liam. Nicht sein übliches charmantes Lächeln.

Etwas Kälteres. Gefährlicheres.

Er schaute auf das Blut an seinen Knöcheln und knackte mit den Fingern.

Ein Schauer lief mir über den Rücken, und zum ersten Mal hatte ich Angst vor meinem Fake-Freund.

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