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Kapitel 5

Author: Selina
„So dünn wie ein Geist und will sich auch noch einbilden, sie müsste abnehmen.“

Bei Lios plötzlicher Sorge zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen.

Aber nur für einen Augenblick.

Dann lächelte ich.

„Felix mag es, wenn ich schlank bin.“

Felix.

Das war der Name, den Frau Stein sich damals für meinen angeblichen Seitensprung ausgedacht hatte.

Seit Lio wütend wegen mir ins Ausland gegangen war, hatte ich Felix nie wieder gesehen.

Als Lio meine Worte hörte, wurde sein Gesicht augenblicklich aschfahl.

Vanessa, die neben ihm saß, wandte sich sofort lächelnd an mich.

„Clara, versteh das nicht falsch. Lio ist jetzt Arzt. Wenn er sieht, dass jemand abnehmen will, wird er eben wütend. Als ich im Ausland unbedingt eine Diät machen wollte, hat er mich auch mehr als einmal zurechtgewiesen.“

Dabei sah sie lächelnd zu Lio.

„Lio, sag schon. Habe ich nicht recht?“

Doch Lio sah sie nicht an.

Wütend stand er auf und schob den Stuhl zurück.

„Ich gehe kurz zur Toilette.“

Ohne mich noch einmal anzusehen.

Ohne Vanessa noch einmal anzusehen.

Er drehte sich um und ging.

Ich sah ihm nach.

Wieder zog es schmerzhaft in meiner Brust.

Hatte ich es schon wieder verdorben?

Sein neues Leben.

Seine neue Liebe.

Schuldgefühle stiegen in mir auf.

Da griff Vanessa, die mir gegenüber saß, plötzlich nach einem Glas heißem Wasser und schüttete es mir mitten ins Gesicht.

„Du falsches Biest. Hältst du mich für dumm? Wie oft willst du noch die Mitleidsnummer abziehen, um meinen Verlobten anzulocken?“

Das heiße Wasser brannte auf meiner Wange.

Ich presste nur die Hände fest zusammen und sagte schuldbewusst: „Es tut mir leid. Wenn ich dir einen falschen Eindruck vermittelt habe, entschuldige ich mich.“

Vanessa stand nur höhnisch lachend auf, kam zu mir herüber und schlug mir ins Gesicht.

„Glaubst du, wenn du auf bemitleidenswert machst und ein gebrochenes Bein vorspielst, kommt Lio wieder zu dir zurück?“

„Ich sage es dir gleich: Lio gehört für den Rest seines Lebens mir. Glaub bloß nicht, dass du ihn dir zurückholen kannst, nur weil du seine erste Liebe warst.“

Meine Wange brannte und kribbelte von der Ohrfeige.

Das Wasser konnte ich hinnehmen.

Schließlich klammerte ich mich schamlos an Lios Freundlichkeit.

Das war mein eigener Fehler.

Aber sie durfte mich nicht schlagen.

Ohne nachzudenken stieß ich sie weg.

„Vanessa. Wenn du noch einmal Hand an mich legst, rufe ich die Polizei.“

Doch kaum hatte ich das gesagt, stürzte Vanessa aus irgendeinem Grund zu Boden.

Und begann sofort zu jammern.

„Ah, mein Bauch! Hilfe! Jemand schlägt eine Schwangere!“

Ich starrte auf sie, wie sie dort auf dem Boden lag, und sah dann fassungslos auf meine eigenen Hände.

Ich war seit acht Jahren krank.

Schon das Anziehen kostete mich Kraft. Manchmal konnte ich nicht einmal ein Wasserglas richtig festhalten.

Ich hatte gar nicht die Kraft, Vanessa umzustoßen.

Ich hatte sie nur weggeschoben, damit sie aufhörte, mich zu schlagen.

Aber aus irgendeinem Grund lag sie plötzlich auf dem Boden.

Während ich noch völlig fassungslos war, tauchte Lio plötzlich in der Eingangshalle auf.

Als er Vanessa auf dem Boden liegen sah, rannte er sofort zu ihr.

„Vanessa! Vanessa, wie geht es dir?“

Vanessa brach sofort in Tränen aus und krallte sich an Lios Kragen.

„Lio, rette mich. Rette unser Kind. Clara ... Clara will mich umbringen.“

„Kaum warst du weg, hat sie angefangen, mich zu beschimpfen. Sie hat gesagt: ‚Du bist nur der Abfall, den Lio weggeworfen hat.‘ Sobald Clara dich zurückhaben will, kriechst du sofort zu ihr zurück. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich konnte mich wirklich nicht zurückhalten. Deshalb habe ich ihr ein Glas Wasser über den Kopf geschüttet.“

„Aber dann wurde sie nur noch wütender. Sie hat mich angeschrien: ‚Du bist ein falsches, giftiges Miststück. Eine billige Schlampe, die nur die Männer aufsammelt, die sie selbst nicht mehr will.‘“

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