登入Lilith's POV
Ich wusste selbst nicht, woher der Mut kam. Der Mut, neben meinem sogenannten Ehemann zu sitzen und einer fast nackten Frau vor uns zuzusehen. Ich wollte das Glas in meiner Hand durch den Raum schleudern. Ich wollte schreien. Ich wollte alles um mich herum zerstören. Doch ich blieb ruhig. Ich hielt mein Gesicht kalt, als würde mich nichts berühren. Und ich hatte keine Ahnung, warum ich ihr gesagt hatte, sie solle ihn berühren. Vielleicht testete ich etwas. Vielleicht wollte ich mich einfach nur betäubt fühlen. Doch es war keine Eifersucht. Nicht einmal ein bisschen. Sie stand noch immer unschlüssig da. Dann ging sie plötzlich auf Killian zu. Zuerst zögerte sie, doch dann bewegte sie sich, als hätte sie das schon oft getan. Ihre Hüften schwangen langsam, fast so, als versuchte sie, uns beide zu verführen. Als sie ihn erreichte, legte sie ihre Hand sanft auf seine Brust. Ihre Finger bewegten sich langsam, als würde sie versuchen, ihm allein durch ihre Berührung Liebe zu erweisen. Ich starrte nur die Szene vor mir an, und mit jeder Sekunde verkrampfte sich mein Inneres. Nicht, weil ich ihn liebte. Ich liebte ihn nicht. Zumindest glaubte ich das nicht. Es war die Respektlosigkeit. Jemanden in unser Zuhause zu bringen. In einen Raum, in dem ich schlafe. In dem ich lebe. Er kannte keine Scham. Und mir war kein Stolz mehr geblieben, den ich hätte schützen können. Ich stand ruhig auf. Ich stellte mein Whiskeyglas auf dem Tisch ab. „Du kannst dich mit dem Mädchen amüsieren”, sagte ich, meine Stimme ruhig, aber kalt. Dann wandte ich mich zu ihr um. „Übrigens, du hast furchtbar getanzt.” Ich wartete nicht auf ihre Reaktionen. Ich ging hinaus. In dem Moment, als ich die Tür hinter mir schloss, brach etwas in meiner Brust auf. Ich begann zu weinen. Tränen liefen über mein Gesicht, und es kümmerte mich nicht, ob mich jemand sah. Ich ging weiter in Richtung meines Zimmers, wischte mir die Augen mit dem Handrücken ab, doch es half nichts. Dann hörte ich hinter mir eine Tür aufgehen. Ich drehte den Kopf leicht. Es war die Frau. Sie eilte aus Killians Zimmer. Sie sah beschämt aus über das, was gerade passiert war – ich war mir ziemlich sicher, dass Killian sie weggeschickt hatte. Ich sagte nichts. Ich hielt sie nicht auf. Ich sah ihr nur nach. Doch in meinem Kopf dachte ich immer wieder: Was, wenn ich nicht hereingekommen wäre? Was, wenn mein Vater mich nicht vorhin angerufen hätte? Hätte er sie mit ins Bett genommen? Während ich allein in meinem Zimmer saß? Weinte? Auf nichts wartete? Ich hatte niemanden angerufen. Es war zu früh für mich, um mich zu beschweren oder jemandem zur Last zu fallen. Und trotzdem hatte Killian bereits angefangen, sich mit anderen Frauen einzulassen. Ich stürmte in mein Zimmer und knallte die Tür hinter mir zu. Als Erstes griff ich nach einem Glas. Dann nach der Flasche Whiskey. Und ich trank. Ich trank und trank und trank. Wie lange? Weiß der Himmel. Ich schenkte immer wieder nach und trank, als könnte es den Schmerz in meiner Brust ertränken. Dann öffnete sich die Tür. Ich musste nicht hinsehen, um zu wissen, wer meine Tür ohne zu klopfen öffnen würde. Mein Ehemann. Killian. Ich drehte mich nicht einmal zu ihm um. Ich hielt ihm den Rücken zugewandt und sagte: „Was machst du hier? Solltest du dich nicht amüsieren? Ich dachte, du würdest länger durchhalten … oder gehörst du zu den Männern, die es nicht können?” Ich hörte seine Schritte hinter mir. Seine Stimme war scharf. „Ich habe dir gesagt, du sollst dich von mir fernhalten. Was für ein Drama hast du gerade vor meinem Gast aufgeführt?” In meinem Kopf flüsterte ich: die Dreistigkeit. Ich drehte mich langsam zu ihm um. Meine Stimme klang fest, doch mein Herz kochte. „Dein Gast? Im Ernst, Killian? Ich bin deine Ehefrau. Nichts, was du tust, kann das ungeschehen machen. Und nur damit du es weißt – ich wollte dein Gesicht nicht einmal sehen. Ich bin nur gekommen, um die Nachricht zu überbringen, um die mein Vater mich gebeten hat.” Er schnaubte. Laut. Bitter. „Oh wirklich? Du willst mein Gesicht nicht sehen? Sieh dich doch selbst an.” Ich verdrehte die Augen. „Ich habe keine Zeit für so etwas, Killian. Sag, was du sagen willst, und verlass mein Zimmer. Ich werde dir nicht mehr in die Quere kommen. Lass mich einfach in Ruhe.” In diesem Moment kam er auf mich zu. Bevor ich zurücktreten konnte, packte er mein Handgelenk. „Killian! Was tust du?”, rief ich und versuchte, mich loszureißen. Doch er sagte kein Wort. Er zerrte mich aus meinem Zimmer. Sein Griff war fest und fast schmerzhaft. „Lass mich los!”, schrie ich, kämpfte, doch er war stärker. Wir blieben auf halber Strecke im Flur stehen. Seine Stimme war kalt. „Betritt niemals, aus keinem Grund, diesen Gang zu meinem Zimmer. Hörst du mich?” Ich lachte bitter. „Mit Freuden. Das hättest du nicht einmal sagen müssen. Das war ohnehin mein Plan.” Er schnaubte erneut, wütend. Ich kämpfte immer noch, dann ließ er mein Handgelenk los, wodurch ich das Gleichgewicht verlor. Ich wäre fast gestürzt, doch statt auf dem Boden landete ich gegen jemanden. Eine feste Brust. Starke Hände fingen mich auf. Ich sah auf, um zu sehen, wer es war. Der Mann blickte mit sanften Augen auf mich herab. „Whoa, whoa. Was geht hier vor?” Ich stand schnell wieder auf und strich mit den Händen über mein Kleid. Dann sah ich ihn erneut an. Der Mann, der mich aufgefangen hatte. Er sah Killian fast ähnlich. Dieselbe scharfe Kinnlinie. Dieselben kalten Augen. Dieselbe stolze Haltung. Aber … sanfter. Nicht auf eine sanftmütige Art. Nur … weniger gemein. Dann hörte ich Killians Stimme. „Was machst du hier?” Der Mann zog eine Augenbraue hoch. „So begrüßt man also seinen Bruder?” Bruder? Ich blinzelte. Oh. Deshalb sahen sie sich ähnlich. Mein Kopf drehte sich. Das ist also Killians Bruder. Er war breit gebaut wie Killian. Auch groß. Etwas kleiner, aber definitiv größer als ich. Killian antwortete nicht. Starrte ihn nur an. Sein Bruder wandte sich mir zu. „Und wen haben wir denn hier?” Bevor ich etwas sagen konnte, fauchte Killian: „Stell keine dummen Fragen. Du weißt, wer sie ist.” Ich stand da und starrte beide an. Warum sprachen sie, als wäre ich gar nicht da? Als wäre ich unsichtbar? Als wäre ich ein Witz, den sie beide teilten? Dann grinste der Bruder leicht. Er sah mir direkt in die Augen. „Oh … ist das etwa unsere perfekte, mörderische Killerbraut?”Liliths POVErpressung?Ein Sexvideo?Zoey?Ich starrte sie einfach an. Mein Mund war leicht geöffnet, aber es kamen keine Worte heraus. Mein Gehirn konnte nichts zusammensetzen. Das musste ein Witz sein, oder?„Ich verstehe nicht, was du sagst“, murmelte ich schließlich.„Du musst es verstehen, Lilith“, sagte sie, die Stimme zitterte. „Du bist die Erste, der ich das erzähle. Wenn das rauskommt… wird dieser Mann alles veröffentlichen. Ich flehe dich an, versprich mir, dass du kein Wort sagst.“„Ich verspreche es“, sagte ich leise.Meine Brust fühlte sich schwer an. Ich saß da und versuchte, normal zu atmen, aber mein Kopf raste. „Was willst du tun? Das ist ernst. Wenn Nolan herausfindet, dass du ihn betrügst…“„Ich weiß“, sagte sie schnell. „Deshalb bin ich vorsichtig. Ich arbeite an einem Plan. Ich weiß nur noch nicht, wie er ausgehen wird.“Ich beugte mich vor. „Warum erzählst du es nicht einfach Nolan? Er besitzt eine verdammte Security-Firma. Er und Killian könnten dir helfen. Sie
Lilith's POVIch weiß nicht einmal, warum ich zu Killians Büro gegangen bin. Ich hätte es nicht tun sollen.In dem Moment, als seine Stimme in diesem Sitzungssaal kalt wurde, wusste ich, dass ich eine furchtbare Entscheidung getroffen hatte. Und trotzdem stand ich da, vor mächtigen Männern und Frauen, und hielt einen warmen Essensbehälter, als wäre ich ein hoffnungsvoller Narr, der versuchte, eine Ziegelmauer für sich zu gewinnen.Jetzt sitze ich auf dem Rücksitz des Autos und starre aus dem Fenster, als wäre ich die Hauptfigur in einem Heartbreak-Musikvideo. „Bring mich nach Hause“, hatte ich dem Fahrer gesagt, und genau das tat er – er fuhr mich zurück in ein Haus, das sich nicht wie meins anfühlte.Während die Straßen vorbeizogen, dachte ich an Dinge, die ich tun könnte. Dumme Dinge. Wilde Dinge. Süße Dinge. Alles, was ihn dazu bringen könnte, die eisigen Mauern um sein Herz zu senken. Aber was, wenn er das nie tut?Als wir in die Einfahrt einbogen, war ich erschöpft – emotional,
Killians POVIch merkte nicht einmal, wann ich eingeschlafen war.In einer Minute summte sie neben mir und spielte mit der Fernbedienung herum wie ein unbeaufsichtigtes Kind. In der nächsten verblasste alles. Aber eines war ich mir sicher—sie hatte diesen verdammten Film auf der lautesten Einstellung geschaut. Absichtlich. Nur um mich zu reizen.Ich ließ sie, weil ich zu müde war, um ihrem Chaos standzuhalten. Oder vielleicht… vielleicht wollte ich einfach, dass sie all diese rücksichtslose Energie ausbrennt. Vielleicht würde sie sich, sobald sie sich erschöpft hatte, beruhigen und aufhören, so sehr zu versuchen, mich aufzuwühlen.Ich wachte in einer seltsamen Stille auf. Kein Hintergrundgeräusch. Keine spitzen Kommentare. Keine dramatischen Seufzer oder sarkastischen „Guten Morgen, Ehemann“.Nur… Stille.Mein Körper schmerzte ein wenig, nicht von Unbehagen, sondern davon, wie steif ich mich die ganze Nacht am Rand des Bettes gehalten hatte. Nicht heruntergefallen—nein. Gerade genug A
Killian's POVIn dem Moment, als Lilith ging, starrte ich die Tür eine Sekunde länger an, als ich sollte.Was genau versuchte sie zu tun?Diese plötzliche Veränderung… die weiche Stimme, die verspielten Augen, die unerwünschte Nähe – was war ihr Ziel?Versuchte sie, mich in sie verliebt zu machen?Ich musste fast lachen.Wenn das ihr Plan war, dann verschwendete sie ihre Zeit. Ich falle nicht. Ich biege mich nicht. Ich fühle nicht. Mal sehen, wer zuerst müde wird.Ich knöpfte den Rest meines Hemdes auf und ging ins Bad. Nicht, weil ich schüchtern vor ihr war… dafür hatte ich keinen Grund. Ich brauchte einfach das kalte Wasser, um meine Gedanken zum Schweigen zu bringen. Mein Körper war müde. Mein Kopf noch mehr.Das Geschäft wurde in letzter Zeit aggressiver. Zu viele Münder redeten, wo sie nicht sollten. Ich brauchte Klarheit.Nach der Dusche trat ich heraus, frisch und ruhig. Das Zimmer war immer noch leer.Dieselbe Lilith, die gesagt hatte, sie wäre gleich zurück.War sie viellei
Lilith's POVMein Herz wollte sich einfach nicht beruhigen. Ich hatte noch nicht einmal etwas so Dramatisches getan – okay, vielleicht war das Umziehen ins Zimmer meines Mannes ein bisschen viel –, aber ich würde nicht herumsitzen und mich behandeln lassen wie eine Geisterbraut.„Das ist das Beste“, murmelte ich vor mich hin, während ich in mein Zimmer ging. „Entweder ich kämpfe jetzt, oder ich lasse diesen Mann den Rest dieser Ehe mit seinen teuflisch teuren Schuhen auf mich treten.“Ich sank auf mein Bett, stieß einen langen Seufzer aus und starrte an die Decke, als schulde sie mir Antworten. Dann griff ich nach meinem Handy und rief die einzige Person an, die mich nicht für verrückt erklären würde: Emily.„Hey Girl! Was geht?“, kam ihre Stimme, laut und hell wie immer.„Ich habe gerade den Krieg erklärt“, sagte ich.Eine Pause. „…Wie, einer Nation? Oder Killian?“„Gleicher Unterschied.“„Spill it.“„Ich habe meine Sachen in sein Zimmer gezogen.“Wieder eine Pause, gefolgt von ein
Liliths POVIch wachte auf und fühlte mich endlich wieder wie ein Mensch. Gott sei Dank. Nach drei ganzen Tagen, in denen ich wie eine Leiche in Seidenpyjamas an dieses verdammte Bett geklebt war, konnte ich mich endlich aufsetzen, ohne Sterne zu sehen. Ich streckte die Arme und gähnte und vergaß fast, dass ich aussah wie ein Chaos. Nicht, dass außer Rose und Nolan irgendjemand sich dafür interessiert hätte.Nolan.Süßer Nolan mit diesen weichen Augen und der warmen Stimme. Der immer fragte, ob ich gegessen hatte, meine Temperatur checkte wie eine private Krankenschwester, die ich nie eingestellt hatte. Er verdiente Besseres als Zoey. Viel Besseres. Schade, dass er nicht wusste, dass sie damit beschäftigt war, allen treu zu sein außer ihm.Ein Klopfen an meiner Tür riss mich aus meiner Schuldspirale.Rose schaute herein, strahlendes Lächeln wie immer. „Du bist wach.“„Nein, das ist mein Geist“, sagte ich trocken.Sie kicherte. „Wie fühlst du dich?“„Als wäre ich gestorben und mit Halt







