Startseite / Romantik / MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER / KAPITEL 55: WAS NACH DEM STURM WAECHST

Teilen

KAPITEL 55: WAS NACH DEM STURM WAECHST

last update Veröffentlichungsdatum: 13.08.2026 01:58:32

Das Ende eines langen Kampfes hinterliess eine besondere Art von Stille.

Nicht die Stille vor dem Sturm. Nicht die Stille der Erschöpfung. Sondern die Stille des Danach, in der alles, was während des Sturms im Hintergrund geblieben war, wieder in den Vordergrund rückte. Die Arbeit, die liegengeblieben war. Die Gespräche, die aufgeschoben worden waren. Die Dinge, die man sich vorgenommen hatte zu tun, wenn es ruhiger wurde.

Die Woche nach Hales Pressemitteilung war die erste solche Woche.

No
Lies dieses Buch weiterhin kostenlos
Code scannen, um die App herunterzuladen
Gesperrtes Kapitel

Aktuellstes Kapitel

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 64: CLAUDIA WOLFFS BESUCH

    Der Mittwoch, an dem Claudia Wolff ins Buero kam, begann wie ein normaler Mittwoch. Das war das Ueberraschende daran: dass ein Tag, an dem etwas Wichtiges passieren wuerde, sich nicht ankuendigte. Noelle war um sieben Uhr zweiundvierzig da. Damian war um sieben Uhr sieben da gewesen. Das Buero fuehlte sich an wie ein normaler Mittwoch. Claudia erschien um elf. Sie trat durch die Glastuer mit dem Auftreten einer Frau, die viele Raeume betreten hatte und die entschieden hatte, dass das hier kein anderer Raum war, nur ein weiterer. Elegant. Das graue Kostuem, das sie beim ersten Besuch getragen hatte, aber eine andere Bluse. Die einzige Brosche. Die prazisen Augen. Karl an der Sicherheitsschranke gab ihr seinen hoeflichen Morgengruss. Claudia Wolff war die Art Frau, die von Maennern wie Karl respektvolle Morgengruesse bekam, weil sie eine Praesenz hatte, die das ausloeste. Noelle stand an ihrem Schreibtisch, als Claudia die Etage betrat. Ihre Blicke trafen sich. Das war der Momen

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 63: WAS MAN MIT BEDEUTENDEN SUMMEN TUT

    Die Besprechung ueber den Schadensersatz fand am Montagvormittag statt. Felix hatte alles vorbereitet. Das war seine Art: eine Zusammenfassung vorne, praegnant und klar, gefolgt von den Details, fuer die, die die Details brauchten. Noelle gehoerte zu den Menschen, die die Details lasen. Damian gehoerte zu den Menschen, die die Zusammenfassung lasen und dann die Fragen stellten, die zeigten, dass er auch die Details verstanden hatte, ohne sie gelesen zu haben. Sie sassen zu dritt im kleinen Besprechungsraum, dem ohne Glaswand zur offenen Etage. Das war ihr Raum geworden, der Raum, in dem Wichtiges besprochen wurde. Die Zahl auf dem Papier war erheblich. Noelle hatte sie schon von Isabelle Dumont gehort. Auf Papier sah sie groesser aus, weil Zahlen auf Papier eine andere Art Realitaet hatten als gehoerte Zahlen. Gehoerte Zahlen gingen durch den Verstand und wurden eingeordnet. Geschriebene Zahlen blieben vor einem liegen und verlangten, dass man mit ihnen sass. Sie sassen mit ihr.

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 62: WAS MAN LERNT, WENN MAN BLEIBT

    Nach dem Pariser Urteil kam die Stille, die bleibende. Nicht die Stille des Wartens. Nicht die Stille der Erschöpfung. Die Stille des Angekommenseins, die sich anders anfühlte als alle anderen Stillen, weil sie nicht auf etwas wartete, sondern einfach war. Das war eine neue Erfahrung für Noelle Fischer. Sie war eine Frau, die immer in Bewegung gewesen war, nicht weil sie keine Ruhe wollte, sondern weil die Ruhe immer die Ruhe vor dem nächsten Schritt gewesen war, die Pause zwischen zwei Dingen, die getan werden mussten. Das hier war etwas anderes. Das war Ruhe, die nicht auf ein Ende wartete. Es dauerte eine Weile, bis sie sich daran gewöhnte. Damian bemerkte das. Er bemerkte alles. An einem Dienstagabend, als sie in seiner Wohnung sassen und er las und sie auf ein Dokument schaute, das sie nicht wirklich las, weil ihr Kopf woanders war, fragte er: "Was ist?" "Nichts," sagte sie. Er schaute sie an. "Du bist unruhig," sagte er. "Ich bin nicht unruhig," sagte sie. "Doch,"

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 61: DAS PARISER URTEIL

    Das Pariser Urteil kam im August. Das war schneller, als alle erwartet hatten, und es war ein vollständiges Urteil, nicht ein Zwischenbescheid und keine Vertagung. Isabelle Dumont rief um acht Uhr morgens an, als Noelle noch in Damians Wohnung war und Kaffee trank und er unter der Dusche war, und Isabelle Dumonts Stimme hatte die Qualität von jemandem, der schon wach war, seit das Urteil angekommen war, und das war, nach Isabelle Dumonts Zeitrechnung, wahrscheinlich seit fünf Uhr morgens. "Wir haben gewonnen," sagte Isabelle Dumont. Noelle stellte die Kaffeetasse ab. "Vollständig?" fragte sie. "Vollständig," sagte Isabelle Dumont. "Das Gericht hat das Muster als systematisch und als Wettbewerbsverstoss gewertet. Hale Meridian muss Schadensersatz zahlen. Die Höhe wird noch festgestellt. Und, das ist der Teil, der öffentlich ist: Das Urteil wird veröffentlicht. Das ist bei Wirtschaftssachen selten, aber der Richter hat entschieden, dass das öffentliche Interesse es erfordert." "D

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 60: WENN ZWEI LEBEN EINS WERDEN

    Es passierte nicht in einem grossen Moment. Es passierte in vielen kleinen, über mehrere Wochen, und als Noelle bemerkte, was passiert war, war es schon längst passiert. Ihre Zahnbürste war in seiner Wohnung. Das war zuerst ein praktisches Ding, weil man keine Zahnbürste dabeihaben wollte, wenn man dort übernachtete, und weil er eine kaufte, die sie dort hatte, und das war nicht dramatisch, das war einfach vernünftig. Dann war ein Buch von ihr bei ihm, weil sie es mitgebracht hatte und es nicht mehr mitnahm, weil sie weiterlas, wenn sie dort war. Dann war eine Tasse in seiner Küche, die ihre war, nicht weil er sie kaufte, sondern weil sie eine mitgebracht hatte, die besser zu greifen war als seine runden, und weil es sinnlos war, sie jedes Mal mitzunehmen. Das waren kleine Dinge. Aber kleine Dinge waren die Art, wie grosse entstanden. An einem Donnerstagabend Mitte Juni sass Noelle in seiner Wohnung und las, während er am Klavier sass und spielte, nicht das vollständige Stück,

  • MEIN KALTER CHEF, MEIN GEHEIMER LIEBHABER   KAPITEL 59: SOMMERS ANFANG

    Der Sommer kam nach Frankfurt mit der Plötzlichkeit, die Sommer manchmal hatten: als wäre er am Vortag noch nicht beschlossen gewesen und am nächsten Tag vollständig da. Das war ein Mittwoch Anfang Juni, und Noelle merkte es daran, dass sie morgens die Jacke nicht mehr brauchte und dass die Stadt draussen einen anderen Klang hatte, heller und offener, den Klang von Menschen, die begonnen hatten, mehr Zeit draussen zu verbringen. Sie mochte den Sommer in Städten. Es gab Leute, die sagten, der Sommer gehörte in die Natur, an Seen und Berge und auf Felder, und das stimmte auch, aber der Sommer in einer Stadt hatte eine eigene Qualität, die sie liebte: die Biergärten und die Menschen auf Bänken und die Abende, die sich dehnten, weil es lange hell blieb. Damian mochte den Sommer nicht besonders. Das hatte er ihr am ersten heissen Tag beiläufig gesagt, als wäre es eine Tatsache, die keiner Begründung bedurfte. "Warum nicht?" hatte sie gefragt. "Zu laut," hatte er gesagt. "Zu viel au

Weitere Kapitel
Entdecke und lies gute Romane kostenlos
Kostenloser Zugriff auf zahlreiche Romane in der GoodNovel-App. Lade deine Lieblingsbücher herunter und lies jederzeit und überall.
Bücher in der App kostenlos lesen
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN
DMCA.com Protection Status