تسجيل الدخولJUNE:
Ich hatte schon einen schlechten Tag hinter mir, als ich nach Hause kam. Nein, schon *bevor* ich nach Hause kam. Es hatte in dem Moment begonnen, als ich aus der Aula trat. Das Gelächter hallte noch immer in meinen Ohren nach – schrill und laut, als wäre es mir bis vor das Schultor gefolgt. Selbst jetzt, während ich auf der Rückbank des eleganten schwarzen SUV saß, konnte ich es noch hören. „Zicke …“ Das Wort schoss mir wieder durch den Kopf, und ich krallte meine Finger fest in meine Jeans. Ein Mädchen hatte es laut genug gesagt, damit auch andere es hören konnten. Dann hatten die anderen eingestimmt. Als wäre es lustig, als wäre *ich* der Witz. Ich wandte mein Gesicht dem Fenster zu und drückte die Stirn leicht gegen das kühle Glas, während das Leben, das ich gekannt hatte, verschwommen an mir vorbeizog. Unsere kleine Wohnung. Der Baum, unter dem Mary und ich die meisten Abende verbracht hatten. Ich schluckte schwer. Im Wagen war es zu still; er glitt langsam und viel zu sanft dahin. Zu … teuer. Mein Blick huschte nach vorn. Mom saß neben ihm. Sie spielte mit dem riesigen Diamant-Ehering, der wie ein Felsbrocken an ihrem Finger saß und jeden Lichtstrahl der Skyline einfing. Ich sah ihr an, dass sie jede Facette dieses Lebens liebte. Mr. Grayson. Er war persönlich gekommen, um uns abzuholen; er hatte nicht seinen Chauffeur geschickt. Er fuhr ruhig, eine Hand am Lenkrad, die andere lag entspannt daneben. Seine Haltung war gelassen, als befände sich alles um ihn herum genau dort, wo es hingehörte. Ich biss die Zähne zusammen. Ich sah wieder weg. Das hier war nicht normal. Nichts an diesem neuen Leben war normal. Weder der neue goldene Käfig noch die Männer darin. Am schlimmsten waren die Schule und dieser Junge. Dieser unverschämte, arrogante, unerträgliche Junge. Meine Finger krallten sich noch fester zusammen. Ich schnaubte leise und schüttelte leicht den Kopf. Ich würde ihn wiedersehen. Und ich würde dafür sorgen, dass ich es ihm heimzahlte. Mein Magen zog sich zusammen. „June?“, riss Moms Stimme mich aus meinen Gedanken. Ich zuckte leicht zusammen und löste mich vom Fenster. „Hm?“ Mr. Graysons leises Lachen folgte – tief und kurz. Ich hatte kein Wort von dem mitbekommen, was er zu mir gesagt hatte. Mom drehte sich leicht auf ihrem Sitz um. „Er hat gefragt, wie dein erster Tag war“, sagte Mom und drehte sich auf ihrem Sitz leicht zu mir um. Sofort legte ich die Stirn in Falten. Ich zögerte. Dann sprudelten die Worte aus mir heraus. „Die sind alle mies drauf“, sagte ich und setzte mich aufrechter hin. „Jeder Einzelne dort benimmt sich, als würde ihm der Laden gehören. Niemand versucht auch nur, nett zu sein.“ „June …“ Mom rutschte unruhig hin und her und kniff die Augen zusammen, während sie mich ansah. „Und da war dieser Junge“, fuhr ich fort, ohne auf ihre Signale zu achten. „Er ist einfach an allen in der Schlange vorbeigegangen, als wären wir gar nicht da. Als würden Regeln für ihn nicht gelten.“ Mr. Grayson unterbrach mich nicht. Er hörte einfach nur zu. Ich ließ meinem Frust freien Lauf – nicht, dass er mein Lieblingsmensch gewesen wäre, aber ich musste einfach den Knoten lösen, der sich in meiner Brust zusammenzog. Ich schnaubte. „Und als ich ihn darauf angesprochen habe, haben alle gelacht. Als wäre ich das Problem.“ „Du wirst dich daran gewöhnen“, sagte er schließlich. Ich runzelte die Stirn. „Das sagen alle“, murmelte ich. Er warf mir einen kurzen Blick durch den Rückspiegel zu. „Neue Umgebungen sind anfangs immer unangenehm. Aber die Menschen sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“ Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen. „Mein Sohn geht auch auf diese Schule; ich wette, sie ist eine der besten hier in der Gegend“, fügte er beiläufig hinzu. Ich hob ruckartig den Kopf. Wenigstens etwas, wofür ich dankbar sein konnte. Er würde zwar nicht mein Bruder werden, aber ich würde definitiv Schutz brauchen, wenn ich das nächste Mal diese Schule betrat. Ich brachte ein kleines Lächeln zustande. Etwas in meiner Brust löste sich ein wenig. „Er ist auch dort, um sich anzumelden. Weißt du, er fängt gerade erst an, genau wie du – obwohl er eigentlich schon kurz vor dem Abschluss stehen sollte, wenn er nur auf mich gehört hätte“, fuhr er fort. Bei diesem letzten Satz wirkten seine Augen plötzlich trüb. Ich beugte mich vor, die Augen voller Interesse. Mom hatte mir seinen Namen schon einmal genannt, aber ich hatte all das, was sie über diese ganze Heiratsgeschichte erzählte, kaum beachtet. Doch als ich fragte, leuchteten Mr. Graysons Augen auf; Mama wollte etwas sagen, ihre Lippen hatten sich schon geöffnet. Ich sah, wie er sanft auf ihre Handfläche klopfte. „June, meine Liebe … wie wäre es, wenn wir es so machen?“, sagte er und holte tief Luft. „Ich meine, lass deinen Bruder sich vorstellen, wenn ihr am Haus ankommt … Das wäre eine kleine Überraschung.“ Überraschung. Das war keine schlechte Idee. Solange mich nur jemand bis auf das Schulgelände begleitete. Ich fing seinen Blick noch einmal im Rückspiegel ein; an seinen Schläfen mischten sich silberne Haare perfekt mit den dunklen. Mama lächelte, und Erleichterung huschte über ihr Gesicht. Das war das erste vernünftige Gespräch, das ich je mit Mr. Grayson geführt hatte, seit er vor Monaten vor unserer Tür aufgetaucht war. Nun ja, Mama hatte mich kurz vor seiner Ankunft inständig gebeten, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Ich lehnte mich wieder zurück, ein schwaches Lächeln blieb auf meinen Lippen. Zum ersten Mal, seit alles begonnen hatte. Zum ersten Mal seit den Gesprächen und Vorbereitungen für die Hochzeit und diesem neuen Leben. Zum ersten Mal seit der Unterzeichnung der Papiere. Ich fühlte mich leichter. Das Auto wurde langsamer, als es auf das Anwesen fuhr und die niedrigen, grauen Tore passierte. Eines der größten Anwesen der Stadt. Bekannt dafür, dass dort nur die Elite wohnte. Ich setzte mich nun ganz auf und starrte hinaus, während der SUV auf das Gelände rollte. Das Grundstück erstreckte sich endlos weit. Grüne Rasenflächen, ein Parkplatz an der Seite, drei weitere Autos, die ordentlich im Schatten standen. Hohe Bäume wiegten sich leicht an den Ecken des Hauses. „Das ist eines meiner Häuser“, sagte Mr. Grayson beiläufig, während er langsam den Motor abstellte. Ich wusste, dass diese Information nicht für Mama bestimmt war. Sie wusste das natürlich längst. Sie war nur für meine Ohren gedacht; ich schluckte schwer. Reiche Leute und ihre Angeberei. Dann warf ich einen Blick auf Mamas Gesicht. Sie schien dieses Leben vermisst zu haben. Den Luxus, an den sie gewöhnt gewesen war, bevor Papa alles mitgenommen hatte und gegangen war. Irgendwie machte ich ihr keinen Vorwurf daraus. Nicht jeder hatte das Glück, ein zweites Mal die Liebe zu finden. Die kühle Abendluft umfing mich, als ich ausstieg und wieder zu dem Gebäude hinaufblickte. Es wirkte wie aus einem Film entsprungen, doch irgendetwas an diesem Leben schnürte mir die Kehle zu. Alles, was ich wollte, war, dass Mama glücklich ist – und es jenem arroganten Jungen heimzuzahlen, sobald ich wieder einen Fuß in diese Schule setzte. Mr. Grayson ging nach hinten und holte unsere Kisten mühelos hervor. Mama folgte ihm. Ich schnappte mir meine Kiste; ihr Gewicht ließ sie leicht über den Boden schleifen, während ich sie hinter mir herzog. Die Türen öffneten sich zum Foyer hin. Alles wirkte prachtvoll und glänzend. Der Raum war riesig, mit hohen Decken und sanfter Beleuchtung. Doch ich wollte mich einfach nur ausruhen und meine schmerzenden Glieder entlasten. Mitten im Wohnzimmer blieb ich abrupt stehen. „Wo ist mein Zimmer?“, fragte ich, ohne Mama die Gelegenheit zu geben, mich aufzuhalten. Mein Kopf hämmerte, und ich wollte den Tag am liebsten sofort beenden. Mr. Grayson drehte sich um; ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen. „Oben“, sagte er und deutete auf die Treppe. „Lass dir Zeit. Such dir ein Zimmer aus, das dir gefällt … wir möchten, dass du dich wie zu Hause fühlst.“ „Okay“, nickte ich leicht. Ich zog meine Kiste zur Treppe; die Rollen stießen bei jedem Schritt sanft gegen die Stufen, während ich sie nach oben beförderte. Der Flur im Obergeschoss erstreckte sich lang und still vor mir. Die Böden glänzten makellos und fingen das Licht des von der Decke hängenden Kronleuchters ein. Zu beiden Seiten reihten sich geschlossene Türen aneinander. Ich ging langsam an ihnen vorbei, immer weiter, bis ich die letzte Tür am Ende des Flurs erreichte. Perfekt. Hier war es weit weg vom Trubel. Ruhig, kaum Lärm. Genau das, was ich brauchte. Ich korrigierte meinen Griff am Henkel meines Kartons und fasste nach der Türklinke. Sie ließ sich leicht drehen. Die Tür schwang knarrend auf. Dunkelheit empfing mich. Nur ein schmaler Lichtstreifen fiel durch das Fenster, durchschnitt den Raum und traf direkt auf den Lichtschalter. Ich trat näher, bis ich neben dem Schalter an der Wand stand – und *klick*! Licht flutete den Raum. Und alles schien stillzustehen. Die Luft schien zu stocken. Mir blieb der Atem weg. Da war er! Der arrogante Junge aus der Schule von vorhin. Mitten im Zimmer, nur wenige Schritte entfernt. Ich sah ihm an, dass er gehört hatte, wie jemand hereingekommen war. „Du?!“, schrie ich. Er erstarrte für einen Sekundenbruchteil, richtete sich dann rasch auf; sein Gesichtsausdruck wandelte sich in Sekundenschnelle von Überraschung zu Genervtheit. Mein Blick fiel auf die eng anliegende graue Boxershorts, die sich um seinen Unterleib schmiegte und die Konturen seines Schwanzes deutlich abzeichnete. Die gewaltige Beule zwischen seinen Oberschenkeln war nicht zu übersehen und drückte sich stark gegen den dünnen Stoff. „Was machst du hier?“, fuhr ich ihn an. Meine Finger krallten sich an meinen Seiten zusammen. Er stieß ein kurzes, ungläubiges Lachen aus. „Das müsste ich dich fragen. Das hier ist mein Zimmer … Ich kapiere schon: Jetzt stalkst du mich also!“ „Wie bitte?“, fragte ich verdutzt. Mein Gehirn versuchte, der Situation zu folgen. „Bist du wahnsinnig?“ Er hob eine Augenbraue. Schnaubte wie eine wütende Ziege. „Erst taucht sie an meiner Schule auf. Jetzt ist sie in meinem Haus. Und wirft mit Beleidigungen um sich – wie süß.“ „Das ist nicht dein Haus!“, fuhr ich ihn an. „Das ist …“ Ich brach ab. Mir rutschte das Herz in die Hose. In meinem Kopf hallten Mr. Graysons Worte wider. *„Mein Sohn geht auf diese Schule …“* *„Lass deinen Bruder sich vorstellen …“* Mein Herz setzte einen Schlag aus. Nein! Auf keinen Fall! Dieser mürrische Typ kann unmöglich mein Stiefbruder sein! Wie konnte er überhaupt Mr. Graysons Sohn sein? Ich sah ihn erneut an und machte einen Schritt auf ihn zu, die Hände fest vor der Brust verschränkt. „Halt dich verdammt noch mal aus meinem Leben raus“, sagte ich ihm unmissverständlich ins Gesicht. Ein hässliches Lachen drang aus seiner Kehle. „Du bist in meins eingedrungen!“ Die Worte erreichten mich, als ich schon an der Tür war.RONAN;Das Morgenlicht fiel durch mein Schlafzimmerfenster und traf genau den Spiegel, während ich dort stand und meine Kleidung zurechtrückte. Dann schlich sich die Erinnerung an den letzten Samstagmorgen in meine Gedanken – sie verdrängte alles andere, was mich in diesem Moment beschäftigte.Man kann es mir nicht verübeln. Ich war es gewohnt, dass die Badezimmertüren unverschlossen blieben; in diesem Haus gab es schließlich nie einen Grund zur Sorge. Das Hauspersonal kannte seine Grenzen und klopfte stets so laut an, dass selbst die Toten davon aufgewacht wären.Doch jetzt hatte sich alles geändert – so wie die Tatsache, dass ich nun auf ein neues Mädchen warten musste, bevor ich überhaupt an meinem eigenen Tisch zu Abend essen konnte. Ich stieß tief aus und fuhr mir mit den Fingern durch mein kastanienbraunes Haar, in dem Versuch, meinen Frust zu unterdrücken.Zuerst nahm ich das strahlend weiße T-Shirt zur Hand. Es saß perfekt und glatt an meinem Körper. Weiß war schon immer meine
JUNE;Die Sohle meines rechten Turnschuhs löste sich plötzlich mit einem lauten Riss und schlabberte unter meinem Fuß wie eine kaputte Zunge. Aua! Es fühlte sich an, als würde auch in meinem Herzen etwas zerreißen.Ich stolperte vorwärts, ruderte mit den Armen, um das Gleichgewicht zu halten, und klammerte mich an einen Hocker, um mich abzustützen. Durch den Ruck löste sich mein Haar und fiel mir ins Gesicht.Ein paar Studierende, die bereits im Raum waren, brachen in Gelächter aus. Das Geräusch hallte von den Wänden wider.„Seht euch das an!“„Die Zicke kann nicht mal geradeaus laufen … Hat sie etwa Schrottschuhe an der Uni an?“Weitere Getuschel verbreitete sich im Raum, jetzt lauter. „Zicke … Zicke …“Ich senkte den Kopf Richtung Boden; meine Wangen brannten heißer als Feuer. Ich war froh, dass mein Haar meine Scham zumindest ein wenig verbarg. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Umdrehen und hinkend zur Tür zurückgehen? Oder zu einem Platz humpeln und mich von ihren gehässigen W
JUNE;Die Morgensonne blendete mich, als ich vor dem Schultor aus dem eleganten schwarzen SUV stieg. War es wirklich die Morgensonne? Oder reagierte mein Gehirn auf das, was mich in dieser Schule erwartete?Ich drehte mich ein wenig um und sah zu, wie Mr. Grayson mit Mom davonfuhr; sie winkte mir zu. Ich schluckte schwer und brachte ein Lächeln zustande. Ich war mit ihnen im Auto mitgefahren. Mr. Grayson hatte darauf bestanden, und meine Gedanken waren so sehr mit anderem beschäftigt gewesen, dass ich vergessen hatte zu fragen, wohin die Fahrt ging. Turteltauben. Wer wagte es schon, ihnen solche Fragen zu stellen?Ich war nur für eines dankbar: Ronan war nicht mitgefahren. Als Mr. Grayson gefragt hatte, hatte Mariah gesagt, er sei schon früher zur Schule aufgebrochen.Ich sah, wie sich Mr. Graysons Mund für einen Moment verkniff, während er „Dieser Junge“ murmelte, doch dieser Ausdruck verschwand fast augenblicklich, als Mom ausstieg.Wenn er nur wüsste, wie froh ich darüber war, dass
JUNE;Der Dampf haftete noch immer an meiner Haut, als hätte er mich die ganze Treppe hinauf verfolgt. Was zum Teufel hatte ich da gerade gesehen? War das ein Schwanz gewesen oder ein langer, glatt geschnitzter Holzscheit zwischen seinen Oberschenkeln?Meine Beine fühlten sich wackelig an – wie Wackelpudding, der in der Sonne gestanden hatte –, während ich die Stufen zwei auf einmal hinaufeilte. Das Handtuch rutschte ein wenig auf meiner Brust, und ich klammerte mich fester daran; das Duschgel hielt ich fest unter den Arm geklemmt, meine Knöchel traten weiß hervor.Warum reagierte mein Körper so? Meine Brustwarzen hatten sich zusammengezogen und waren hart geworden; sie drückten schmerzhaft gegen den dicken Stoff, als würden sie darum flehen, berührt zu werden. Jede kleine Bewegung des Handtuchs sandte ein elektrisierendes Kribbeln direkt zwischen meine Beine.Und dort unten … Oh, du lieber Himmel! Mein Inneres pochte in einem tiefen, heißen Schmerz, den ich nicht ignorieren konnte. I
JUNE;Die Sonne strömte durch die hellen Vorhänge, als hätte sie nur darauf gewartet, mich zu wecken. Ich blinzelte gegen die Helligkeit an – meine Augen waren schwer und verklebt – und drehte mich in dem riesigen Bett um.Mein Körper sank tiefer in die Matratze; sie war so weich und flauschig, als hätte eine Wolke beschlossen, mich die ganze Nacht lang zu umarmen. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich verschlafen, und ich hasste es, mir einzugestehen, wie gut es sich anfühlte. Das Bett war einfach zu bequem, das war alles.Immerhin war das besser, als zuzugeben, dass ich fast die ganze Nacht wach gelegen hatte, weil mein Kopf ständig die verletzenden Worte wiederholte, die Ronan mir beim Abendessen an den Kopf geworfen hatte – oder weil ich an den Anblick seiner grauen Boxershorts denken musste, als er in seinem Zimmer aufgesprungen war, und an die deutliche Wölbung darin, die aussah, als würde sie den Stoff jeden Moment sprengen. Nein. Es lag einfach nur am Bett.Ich griff nach dem W
JUNE;Ich nahm die Treppe, Stufe für Stufe, die Hand fest um das Geländer geschlossen. Sie saßen bereits am Tisch – Mom, Mr. Grayson und dieser Junge –, doch ihr Besteck lag noch unberührt da, die Gläser waren noch voll. Der Duft verschiedenster Köstlichkeiten stieg mir in die Nase.Aber ich hasste den Gedanken an dieses Abendessen nach wie vor. Eigentlich hätten nur Mom und ich hier sitzen sollen, an unserem kleinen Esstisch, vielleicht bei Reis und gegrilltem Fisch – etwas Einfaches, Unaufgeregtes, ganz anders als die Fülle an Speisen, die sich auf dem langen Holztisch türmten, als wäre Weihnachten. Reiche Leute und Wichtigtuer. Sie lieben es einfach, wenn Essen kompliziert ist.Ich seufzte leise. Mein Blick fiel auf ihn – nicht zum ersten Mal, seit ich die Treppe heruntergekommen war. Doch diesmal bemerkte ich, wie seine Augen aufleuchteten. Warum verzog sich sein Mundwinkel zu diesem Ausdruck? Ich ließ meinen Blick hastig an mir herabwandern; vielleicht hatte ich meine Kleidung ja







